Centrales Agrar-Rohstoff Marketing- und Energie-Netzwerk e.V.


Straubing, 12. September 2014 * (cli) * Der Universität Hohenheim und der KWS SAAT AG gelang es, in einem Züchtungsvorhaben vielversprechende neue Sonnenblumen zu züchten. Die besten Testhybride überzeugten mit guten Kombinationseigenschaften aus hohen Biomasseerträgen und Ölgehalten, guter Standfestigkeit und einer verbesserten Zusammensetzung vergärbarer Inhaltsstoffe der Stängel. Die für die Biogasvergärung sehr interessanten Hybride sollen nach weiteren Tests in Großparzellen zu Sorten entwickelt werden. Dieses Vorhaben der Universität Hohenheim und der KWS SAAT AG wurde vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) gefördert.

Über 770 Testhybride wurden von den Wissenschaftlern zwischen 2011 und 2013 an vier verschiedenen Standorten überprüft. Zur Erstellung hatten die Forscher in Genbanken nach massewüchsigen Genotypen gesucht und diese direkt oder als Kreuzungseltern für die neuen Hybride eingesetzt. Manche davon brachten in allen drei Jahren an allen Standorten hohe Trockenmasseerträge von 175 bis über 200 Dezitonnen pro Hektar (dt/ha) bei gleichzeitig guter Standfestigkeit. Spitzenerträge der Frühsaat lagen bei bis zu 280 dt/ha. Eine bereits auf dem Markt befindliche vergleichbare biomassereiche Energiesorte Metharoc schaffte im Vergleichsanbau knapp 150 dt/ha.

Stark schwanken aber noch die Resultate bei den Trockensubstanz (TS)-Gehalten. 2011 erreichten die ertragreichsten Hybride an den drei auswertbaren Standorten einen TS-Gehalt von 27% und mehr. In den Jahren 2012 und 2013 waren sie teilweise geringer, je nach Standort. Das Erreichen eines ausreichenden TS-Gehaltes ist das große Handicap bei Sonnenblumen. Projektergebnisse zeigen, dass hier durch die züchterische Arbeit und das Ausschöpfen genetischer Ressourcen Verbesserungen erreichbar sind. Hohe Fettgehalte steigern die Gaserträge in der Biogasanlage und auch hier konnten die neuen Hybride punkten. Der Fettgehalt der ertragsstärksten Hybride im Versuchsjahr 2012 lag bei 8,7% und das ergibt einen Fettertrag von fast 20dt/ha. Größtenteils wird die Biomasse bei Sonnenblumen durch die Stängel gebildet. Die stoffliche Zusammensetzung hat keinen unerheblichen Einfluss auf die Vergärbarkeit und die Biogaserträge. Die Wissenschaftler untersuchten auch, ob und wie sich die Zusammensetzung der Stängel bei den Hybriden verändert hat. Bei einer insgesamt gestiegenen Stängelmasse kam es zu einer Zunahme des Zucker- und einer Abnahme des Aschegehaltes. Der Ligningehalt verringerte sich ebenfalls und dadurch wurden die Hybride insgesamt besser vergärbar.

Geplant ist, die erfolgsversprechendsten Kreuzungen in größeren Parzellen für den Praxisanbau fit zu machen. Wenn sich die positiven Ergebnisse bestätigen, werden die Hybride zu Sorten weiterentwickelt. Die Projektergebnisse sind eine gute Grundlage für die weitere züchterische Bearbeitung von Energie-Sonnenblumen.

Weitere Informationen unter: http://www.fnr.de/index.php?id=911&alles=1&status=Inhalt&fkz=22017408&suche=Stichwort%20eingeben!&suchefkz=22017408&sucheadresse=Namen%20eingeben!&von=01.04.1992&bis=09.07.2014&zeitraum=formular&minz=0&maxz=1&anzahl=10&zurueck=1%20und%20http://www.fnr-server.de/ftp/pdf/berichte/22017408.pdf

 


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