Glossar

A

Abwärmenutzung
Aggregatzustand
Altholz
Ammoniak
Amortisationsdauer
Amylose, Amylopektin
Anaerob
Anergie
Anlagen - Contracting
Anlagenstromkennzahl
Anthropogen
Aquatoxizität
Arbeitszahl
Asche
Aschegehalt
atro
Ausnutzungsdauer
Autotroph

Abwärmenutzung
Nutzung von thermischer Energie aus Abwärme. Zu unterscheiden ist: a) Wärme-rückgewinnung ohne Energiezufuhr durch rekuperativen oder regenerativen Wärmeaustausch und b) Wärmerückgewinnung mit Energiezufuhr (Abwärmeaufwertung), z.B. durch Wärmepumpen oder auch durch Kraftwärmekopplung durch geringe Aufarbeitung des Arbeitsmittels (Wandlung der Abwärme).

Aggregatzustand
Physikalische Erscheinungsform eines Stoffes (fest, flüssig, gasförmig)

Altholz
Holzbauteile, -produkte und -materialien aus Gebäudeabbrüchen, Umbauten, Renovationen. Altholz kann naturbelassen, behandelt und beschichtet (sein. Je nach Behandlung und Beschichtung kann Altholz in unterschiedliche Klassen unterteilt werden, die nur in bestimmten Feuerungsanlagen verbrannt werden dürfen. Folgende Altholzklassen werden unterschieden:
1. Klasse A1: Unbehandeltes Holz, bzw. nur mechanisch behandeltes Holz (gesägt, gehackt etc.) ohne Verunreinigung mit holzfremden Stoffen, z. B. Bretter, unbehandeltes Naturholzmöbel (unverleimt), Brennholzreste...
2. Klasse A2: verleimtes, gestrichenes, beschichtetes, lackiertes oder anderweitig behandeltes Altholz ohne halogenorganische Verbindungen oder Holzschutzmittel, z. B. Tischlerplatten, furniertes Möbel, Paneelen, Spanplatten, Parkett...
3. Klasse A3: Altholz mit halogenorganischen Verbindungen in der Beschichtung ohne Holzschutzmittel, z. B. Küchenarbeitsplatten, Möbel mit Resopalbeschichtung...
4. Klasse A4: Altholz, das mit Holzschutzmitteln behandelt wurde, z. B. Bahnschwellen, Leitungsmasten, Rebpfähle, Jägerzäune, Fensterrahmen, Außentüren...

Ammoniak
Chemische Formel NH3. Farbloses, stechend riechendes, giftiges und reizendes Gas. Entsteht beim biologischen Abbau Stickstoff-haltiger Stoffe. Geringer anthropogener Anteil an Ammoniak-Emissionen, v.a. Landwirtschaft.

Amortisationsdauer

Zeitpunkt, zu dem die mit einer Investition verbundenen Auszahlungen einschließlich des Investitionsbetrages durch die dadurch verursachten Einzahlungen gedeckt werden.

Amylose, Amylopektin
Der Anteil dieser beiden Polysaccharide variiert in unterschiedlichen Stärkearten. Amylose ist kettenförmig (a-1,4-glycosidische Bindung) aus durchschnittlich 250 bis 1000 Glucoseeinheiten (GE) aufgebaut. Sehr stark schwankend ist der Polymerisationsgrad von Amylopektin (a-1,4- und -1,6- glycosidische Bindung): durchschnittlich 1.000 bis zu 100.000 GE. Amylose besitzt eine helixartige Struktur (eine Wendel besteht aus 6 GE) und gibt mit Iod-Kaliumiodid-Lösung eine charakteristische Blaufärbung (Stärke-Nachweis-Reaktion).

Anaerob
Ohne Zutritt von Sauerstoff. Der anaerobe Abbau von organischen Substanzen durch Mikroorganismen (Pilze und Bakterien) liefert zahlreiche organisch-chemische Verbindungen, als Endprodukt größtenteils Methan (CH4).

Anergie
Energie, die sich nicht in eine andere Energieform umsetzen lässt (z. B. Wärmeinhalt der Umgebung).

Anlagen - Contracting
Form von Contracting, bei der die Vergütung des Contractors von der erzielten Energieeinsparung unabhängig ist. Im Rahmen der Vertragslaufzeit amortisieren sich in vielen Fällen die getätigten Investitionen, d.h. der Energienutzer bezahlt alle Aufwändungen des Contractors einschließlich eines angemessenen Gewinns.

Anlagenstromkennzahl
Der Quotient der elektrischen Leistung eines Heizkraftwerkes und der gleichzeitig abgegebenen Wärmeleistung.


Anthropogen
Durch den Menschen verursacht.

Aquatoxizität
Toxizität ist eine aus dem griechischen abgeleitete Bezeichnung für Giftigkeit. Aquatoxizität bezieht sich auf die Giftigkeit gegenüber in Wasser und Gewässern vorkommende Lebewesen wie Fische, Krebse und Bakterien.

Arbeitszahl
Der Quotient einer von einer Wärmepumpe in einer bestimmten Zeitspanne gelieferten Nutzwärmemenge zur dafür aufgewendeten elektrischen Arbeit.

Asche
Bei der restlosen Verbrennung (Veraschen) von organischen Substanzen zurückbleibende anorganische Bestandteile. Es handelt sich hierbei um ein Gemisch von Carbonaten, Sulfaten, Phosphaten, Chloriden und Silicaten der Alkali- und Erdalkalimetalle sowie Eisenoxiden und dergleichen. Aufgrund ihres hohen Mineralstoffanteils können Holzaschen als Düngemittel verwendet werden.

Aschegehalt
ist die Menge an Verbrennungsrückstand, die beim Glühen des Brennstoffes unter festgesetzten Bedingungen entsteht, zumeist angegeben in Gewichts-Prozent. Bei vollständiger Verbrennung von Holz bleiben je 100 kg Brennstoff zwischen 0,2 und 0,6 kg Asche zurück.

atro
Abkürzung für "absolut trocken". Biomasse in absolut trockenem (d. h. wasserfreiem) Zustand kann nur durch künstliche Trocknung erreicht werden. Synonym wird auch der Begriff "wasserfrei" (wf) verwendet.

Ausnutzungsdauer
Die Ausnutzungsdauer in Stunden ist der Quotient aus der Erzeugung in einer Zeitspanne und einer zugehörigen Leistung (Engpassleistung, Nennleistung, Anschlussleistung).

Autotroph
Autotrophe Organismen sind zur Synthese organischer Verbindungen aus einfachen anorganischen Verbindungen fähig. Dies sind im wesentlichen die grünen Pflanzen.



B

Bagasse
BAW
Benutzungsdauer
Benzol
Betriebsstromkennzahl
Bezugsenergie
BHKW-Aggregat
BHKW-Modul
Biodiesel
Biogen
Bioenergie
Bio-Ethanol
Biogas
Biomasse
Bleichen
Blister
Blockheizkraftwerk
BOB-Betrieb
Brandschutzklasse
Brennbarkeitsklassen
Brennholz
Brennstoffzelle
Brennwert HO
Brennwertheizung
Bundes-Immissionsschutzgesetz

Bagasse
Reststoff, der bei der Zuckergewinnung aus Zuckerrohr anfällt. Das faserreiche Pflanzenmaterial dient getrocknet als Heizmaterial oder als Rohstoff zur Papier-, Pappe- und Baumaterialherstellung

BAW
Biologisch Abbaubarer Werkstoff, kunststoffanaloger Werkstoff der zusätzlich biologisch abbaubar ist.

Benutzungsdauer
Wird meist in Stunden angegeben und ist der Quotient der elektrischen Arbeit (oder Wärmemenge) in einer bestimmten Zeitspanne meist ein Jahr und der höchsten auftretenden Leistung in derselben Zeitspanne.

Benzol
Feuergefährliche, toxische, krebserregende und farblose Flüssigkeit (Kohlenwasserstoff), die sowohl bei längerem Einatmen, als auch bei Hautkontakt stark toxisch wirkt. Infolge seiner "klopffreien" Verbrennung wird Benzol als Zusatz zu Motorenkraftstoff für Ottomotoren verwendet.

Betriebsstromkennzahl
Quotient der in einem Betrieb während einer bestimmten Zeitspanne gebrauchten elektrischen Energie zur verbrauchten Wärmemenge in der selben Zeitspanne.

Bezugsenergie
Energieinhalt aller Energieträger, die der Verbraucher bezieht.

BHKW-Aggregat
Blockheizkraftwerk-Aggregat besteht aus den Hauptkomponenten -Hubkolbenverbrennungsmotor bzw. Gasturbine als Erzeuger mechanischer und thermischer Energie-Generator als Wandler mechanischer in elektrische Energie-Kraftübertragungselemente-Lagerungselemente.

BHKW-Modul
Ein BHKW-Modul besteht aus einem -BHKW-Aggregat-Wärmeüberträgerkomponenten-Mess-, Steuer-, Schalt-, und Regeleinrichtungen-Überwachungseinrichtungen-Anlasseinrichtungen-Komponenten des Ansaug- und Abgassystems-Schmierölsystem-Brennstoffsystem-Sicherheitseinrichtungen.

Biodiesel
Im deutschsprachigen Raum wird für PME als Kraftstoff der Begriff "Biodiesel" benutzt.

Biogen
Auf die Tätigkeit von Organismen zurückgehend oder aus abgestorbenen Organismen gebildet

Bioenergie
Sammelbegriff für Energieformen, die aus unterschiedlichen Arten von festen, flüssigen oder gasförmigen Biomassen gewonnen werden.

Bio-Ethanol
Bio-Ethanol als Kraftstoff für Benzinmotoren gehört in Skandinavien und Brasilien zum Alltag. Es kann als E85 (85 % Ethanol, 15 % Benzin) und überdies in allen Mischungsverhältnissen mit Benzin genutzt werden.

Biogas
Biogas gehört zu den erneuerbaren Energieträgern. Es entsteht beim bakteriellen Abbau von Organischem Material (z.B. Pflanzen(resten) sowie tierischen Exkrementen und Abfällen insbesondere aus der Landwirtschaft) unter Licht - und Luftabschluss in einem Faulbehälter und enthält im wesentlichen Methan (CH4 ). Neben dem brennbaren Gas, das zur Energieerzeugung eingesetzt werden kann, entsteht hochwertiger Dünger.

Biomasse
Biomasse ist allgemein die gesamte durch Pflanzen, Tiere und Menschen anfallende oder erzeugte organische Substanz. Beim Einsatz von Biomasse zu energetischen Zwecken ist zwischen nachwachsenden Rohstoffen, Energiepflanzen und organischen Reststoffen zu unterscheiden.

Bleichen
Ein oberflächenaktives Bleichmittel, z.B. Naturerden, aktivierte Erden, Aktivkohle nimmt Substanzen wie Farbstoffe und deren Abbaubauprodukte, Reste von Seifen u.a. aus einem Öl auf und wird anschließend durch Filtration abgetrennt. Dadurch werden Geschmack, Geruch und Haltbarkeit des Öls verbessert.

Blister
Kunststofffolien, die der Verpackung dienen.

Blockheizkraftwerk
Kleines Heizkraftwerk, das in Kraft-Wärme-Kopplung Strom und Wärme gleichzeitig erzeugt. Vorteilhaft ist der optimierte Brennstoffeinsatz, eine rationellere Nutzung von Energiereserven und eine Senkung der CO2-Emissionen.

BOB-Betrieb
Betrieb eines Kessels ohne ständige Beaufsichtigung nach TRD 604; ermöglicht ein Inspektionsintervall von 24 bzw. 72 h.

Brandschutzklasse
s. Brennbarkeitsklassen

Brennbarkeitsklassen
In Deutschland ist das Brandverhalten von Dämmstoffen nach DIN 4102 nachzuweisen. Nach dieser Norm werden folgende Brennbarkeitsklassen (Baustoffklassen) unterschieden: A1, A2 nicht brennbar; B1 schwer entflammbar; B2 normal entflammbar; B3 leicht entflammbar; die Verwendung von leicht entflammbaren Baustoffen ist im Bauwesen gesetzlich verboten.

Brennholz
Holz (mit oder ohne Rinde), das zum Einsatz als Brennstoff bestimmt ist. Dazu gehören neben dem 1 m langen Brennholz (Scheitholz, Prügel, Reisprügel) auch Schwarten, Spreißel, Hackholz.

Brennstoffzelle
Hier wird chemisch gespeicherte Energie direkt in elektrische Energie mit hohem Wirkungsgrad umgewandelt. Wasserstoff bildet dabei mit Sauerstoff in einer kontrollierten Reaktion Wasser.

Brennwert HO
(früher oberer Heizwert)
Als Brennwert (Symbol HO) wird der Quotient aus der bei vollständiger Verbrennung einer bestimmten Brennstoffmenge freiwerdenden fühlbaren Wärmemenge und der Masse dieser Brennstoffmenge bezeichnet, wenn das bei der Verbrennung gebildete Wasser flüssig vorliegt und wenn die Temperatur des Brennstoffes vor der Verbrennung und die Temperatur der entstandenen Produkte nach der Verbrennung den jeweils festgelegten gleichen Wert hat. Das vor dem Verbrennen im Brennstoff vorhandene Wasser und das beim Verbrennen der wasserstoffhaltigen Verbindungen des Brennstoffs gebildete Wasser muss nach der Verbrennung in flüssigem Zustand und die Verbrennungsprodukte von Kohlenstoff und Schwefel gasförmig vorliegen. Eine Oxidation des Stickstoffs darf nicht stattfinden. Als bezogene Größen haben der spezifische bzw. der molare Heizwert die Dimension kJ/kg bzw. kJ/mol und der auf das Normvolumen bezogene die Dimension kJ/m3.

Brennwertheizung
Die Brennwertheizung ist eine richtungsweisende Entwicklung in der Heizungstechnik. Während bei größeren Häusern üblicherweise Brennwertkessel installiert werden, genügt bei Ein- bzw.- Zweifamilienhäusern der Einbau einer kleineren, an der Wand hängenden Anlage - der so genannten Brennwerttherme. Beide Versionen können zusätzlich nutzbare Wärme abgeben, indem sie den im Abgas befindlichen Wasserdampf kondensieren. Brennwertgeräte übernehmen wie herkömmliche Heizkessel die zentrale Beheizung von Wohnungen sowie die Warmwasserbereitung. Um die im Abgas vorhandene Kondensationswärme nutzen zu können, ist eine niedrige Rücklauftemperatur aus dem Heizungssystem erforderlich. Je niedriger die Rücklauftemperatur ist, desto mehr Wasserdampf kann aus den Verbrennungsgasen freigesetzt werden. Deshalb erreichen Brennwertkessel ihren höchsten Wirkungsgrad in der Verbindung mit Niedertemperatur-Heizflächen - wie beispielsweise der Fußbodenheizung - sowie in der Übergangszeit.

Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG)
Zweck des BImSchG ist es, Menschen, Tiere und Pflanzen, den Boden, das Wasser, die Atmosphäre sowie Kultur- und sonstige Sachgüter vor schädlichen Umwelteinwirkungen (wie Luftverunreinigungen, Geräusche, Erschütterungen und ähnliche Vorgänge) zu schützen. Das BImSchG enthält Vorgaben und Vorschriften u. a. für die Errichtung und den Betrieb von Feuerungsanlagen. Eine immissionsschutzrechtliche Genehmigung nach dem BImSchG ist für alle Anlagen erforderlich, die "in besonderem Maße geeignet sind, schädliche Umwelteinwirkungen hervorzurufen".

 

 
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