Symposium 2005

13. C.A.R.M.E.N.-Symposium
"Biomasse und Sonne - Bauen, Heizen, Einspeisen"
4. - 5. Juli 2005
Joseph-von-Fraunhofer-Halle, Straubing

Abstracts Solarthermie - Wärme von der Sonne


Matthias Hüttman
Solid Zentrum
Heinrich-Stranka-Straße 3-5
D-90765 Fürth
Fon / Fax:: +49 91 181 027-0 / -11
E-Mail: huettmann@solid.de
Internet: www.solid.de

Solarthermie - Trends in der Technik

Solarwärme: Warmwasser und Raumwärme von der Sonne

Solarthermische Anlagen sind aufgrund der stetig steigenden Preise für fossile Brennstoffe (Erdöl, Erdgas, Kohle) in immer mehr privaten Haushalten zu finden. Solche Solarkollektoranlagen unterstützen dort die bestehende Heizungsanlage. Bei Solaranlagen zur Warmwasserbereitung erwärmt die Sonne das Trinkwasser. Die Warmwasserbereitung wird durch eine konventionelle Heizungsanlage mit Heizkessel abgesichert. Bei Anlagen zur Raumwärmeunterstützung unterstützt die Solaranlage zusätzlich die Gebäudeheizung. Sie kann im Frühjahr, im Herbst und an klaren Wintertagen auch einen Beitrag zur Heizung des Gebäudes leisten.

Qualität ist wichtig, nicht nur bei den Komponenten

Lassen Sie sich vor einer Kaufentscheidung daher ausführlich von Fachleuten beraten, damit Sie klären können, welcher Anlagentyp in Ihrem Fall der Beste ist und welche Besonderheiten am Gebäude zu beachten sind. Besonders geeignet sind verschattungsarme Dächer in gutem Zustand. Solarthermische Anlagen sind nahezu immer genehmigungsfrei, nicht jedoch in denkmalgeschützten Altstadtbereichen. Im Zweifelsfall gibt das zuständige Bauamt Auskunft.

Ist die Anlage komplett angeschlossen, sollten die solaren Wärmeerträge regelmäßig über den empfohlenen Wärmemengenzähler abgelesen werden, damit ertragsmindernde Störungen rechtzeitig erkannt und behoben werden können. Die Behebung von Störungen sollte am Besten gleich mit dem Fachbetrieb über einen Servicevertrag zur Anlage geregelt sein. Wichtige Hinweise zur Qualität von Solaranlagen liefert auch das RAL-Gütesiegel für Solaranlagen, welches im Moment entsteht. Genauere Infos hierzu finden Sie unter www.gueteschutz-solar.de
Damit Sie auch während der langen Lebensdauer Ihrer Solaranlage stets zufrieden sind, sollten Sie sich am sinnvollsten an einen erfahrenen Solarfachbetrieb wenden. Ein Betrieb existiert sicherlich auch in Ihrer Umgebung. Dieser holt Ihnen gerne die Sonne vom Himmel aufs Dach und dann geradewegs in Ihren Keller.


Jan Kai Dobelmann
Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS)
Augustenstraße 79
D-80333 München
Fon / Fax: +49 89 52-40 71 / -1668
E-Mail: dobelmann@dgs.de
Internet: www.dgs.de

Qualität als Schlüssel zum Markt - RAL Güteschutz Solar in der Vertragspraxis

Qualität ist das Einhalten von Vereinbarungen!

Aus der Qualitätssicherung ist bekannt: Nur mit gutem Material, geschultem Personal und einer hochwertigen Montage kann ein hochwertiges Endprodukt entstehen.

Im Fachübertrag auf Solartechnik bedeutet dies, dass Solaranlagen dann funktionieren und optimal wirtschaftlich sind, wenn Sie von qualifiziertem Personal, nach der guten fachlichen Praxis geplant, ausgeschrieben und aus hochwertigen Komponenten errichtet werden.

Dies ist die Basis der Unternehmen im RAL Güteschutz Solarenergieanlagen, die die technischen Güte- und Prüfbestimmungen als Basis für ihr Handeln anerkennen und sich einer Eigen- und Fremdüberwachung unterziehen.

Nutzen für Investoren:

Endkunden, die Angebote nach dem RAL Güteschutz Solarenergieanlagen einholen oder in ihren Aufträgen den RAL Güteschutz Solarenergieanlagen festschreiben, definieren damit technische Lieferbedingungen für ihre Planer, Lieferanten und Monteure. Sie schützen sich und ihre Rechtsposition durch die klare Definition eines technischen Qualitätsstandards durch Angabe des Passus:
Lieferung und Installation gemäß RAL-GZ-1004.
Dies hinterlegt die Güte- und Prüfbestimmungen als technische Lieferbedingung und hat im Streitfall vor deutschen Gerichten bestand, weil hiermit eine eindeutige technische Definition über die Qualität der Lieferung von Montage verbunden ist.

Mit dem RAL Güteschutz Solar wird der Laie zum Solarfachmann, in dem er gerichtsfest technisch korrekte Ausschreibungen auslöst.

Nutzen für Fachfirmen:

Planungen, Ausschreibungen, Errichtungen und Kontrollen von Solarenergieanlagen können dann optimal ausgeführt werden, wenn die beteiligten Fachleute klare technische Richtlinien für die Kommunikation untereinander verwenden.

Werden die Güte- und Prüfbestimmungen des RAL Güteschutz Solarenergieanlagen als Vertragsgrundlage gewählt, sind einheitliche technische Lieferbedingungen für die Komponentenherstellung, die Konzeption, die Ausführung sowie den Service und Betrieb von Solarenergieanlagen in den Anwendungsbereichen Wärme und Strom geschaffen.

Gunnar Böttger
Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie e.V. (DGS)
Augustenstraße 79
D-80333 München
Fon / Fax: +49 17 39 99 14 94 / +49 72 19 84 18 82
E-Mail: energieberatung@sesolutions.de
Internet: www.dgs.de/altbausanierung.html

Die solare Eintrittskarte - Altbausanierung mit KfW-Krediten

In naher Zukunft werden keine fossilen Energieträger mehr zur Verfügung stehen. Experten rechnen beispielsweise bei Öl mit Reserven, die nur noch 40 bis 60 Jahre ausreichen. Selbst wenn neue Lagerstätten fossiler Energieträger entdeckt werden sollten, ändert dies nichts an der Tatsache: Sie sind begrenzt und werden sich verteuern.
Das Verbrennen von fossilen Brennstoffen belastet zudem die Atmosphäre mit Schadstoffen. Schwefeldioxid, Stickoxide und Kohlenwasserstoffe sind mitverantwortlich für schwerwiegende Umweltschäden wie Waldsterben, sauren Regen und Sommer-Smog. Die größte Gefahr geht jedoch von Kohlendioxid (CO2) aus, da es den Treibhauseffekt maßgeblich verursacht - mit folgenschweren Klimagefahren wie dem Anstieg des Meeresspiegels, der Ausweitung der Wüsten und der Verstärkung von Überschwemmungen und Wirbelstürmen.

Erneuerbare Energiequellen sind daher für eine zukunftsorientierte, nachhaltige Energieversorgung unerlässlich. Die weitaus größte erneuerbare Energiequelle ist die Sonne. Von der Sonne trifft im Jahr eine Energiemenge auf die Erdoberfläche, die etwa dem 10.000fachen des Primärenergiebedarfs der ganzen Welt entspricht. Das heißt umgekehrt: Wenn es gelingen könnte, auch nur ein Zehntausendstel der eintreffenden Sonnenenergie zu nutzen, könnte der gesamte Energiebedarf der Menschheit durch die Sonne gedeckt werden.
Die direkte Nutzung der Sonnenstrahlung kann durch Solarwärme, Solararchitektur oder Photovoltaik erfolgen. Darüber hinaus kann die Sonnenenergie in indirekter Form als Windenergie, Wasserkraft und Biomasse genutzt werden. Denn die Sonne treibt die globalen Wasser- und Luftmassenkreisläufe an, die den Einsatz von Wasserkraftwerken und Windrädern ermöglichen. Außerdem lässt die Sonne Pflanzen wachsen, die als Biomasse einen Beitrag zur Energieversorgung leisten können. Auch die Erdwärme (z.B. Wärmepumpenheizung) wird durch die Sonne erwärmt und gehört zu den erneuerbaren Energien.

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) fördert die energietechnische Altbaumodernisierung (Austausch alter Heizungen, Maßnahmen zur Fassaden- und Dachdämmung, Erneuerung der Fenster sowie den Einbau von Anlagen zur Nutzung regenerativer Energien bei Gebäuden vor Bj. 1979) im CO2-Gebäudesanierungsprogramm über stark verbilligte Kredite von rund zwei Prozent Effektivzins bei zehn Jahren Zinsbindung und 20 Jahren Laufzeit. Dies entspricht nach Berechnungen von Finanzierungsexperten einer Förderung von rund 30 Prozent der Investitionskosten bei Finanzierungsbedarf. Ein Teilschuldenerlass von 15 Prozent ist zusätzlich möglich, wenn nach den Modernisierungsmaßnahmen der Neubaustandard im Sinne der Energieeinsparverordnung (EnEV) eingehalten wird. Bei der energetischen Modernisierung mit direkter (Solarthermie) oder indirekter (Holzpellets, Wärmepumpe) Sonnenenergie ist es besonders einfach diese Förderung zu erhalten!


Hinrich Reyelts
Architekturbüro Reyelts
Strählerweg 117
D-76227 Karlsruhe
Fon / Fax: +49 72 19 41 58 -68 / -69
E-Mail: reyelts@t-online.de

Energetische Modernisierung auf Passivhausstandards mit Solartechnik und Vakuumdämmung

Objekt: Einfamilienhaus mit zwei Einliegerwohnungen, Baujahr 1969/70

Modernisierungsmaßnahmen:

Sockelgeschoss

Dämmung der Außenwände mit starken Vakuum-Isolationspaneelen, Kaschierung und Rauhputz
Gesamtstärke der Zusatzdämmung 4.5 cm - erreichter U-Wert der Wand 0,14 W/m2·K
(Ersteinsatz in dieser Form an einem Einfamilienhaus)

Obergeschoss: Solarfassade als Energielieferant und Ultra-Wärmeschutz

- Entfernung der bestehenden Eternitverkleidung der Außenwände
- Ergänzung im Bereich der Wärmebrücken und Teilerneuerung der vorhandenen
Dämmung
- Montage von Fassadenkollektoren des Typs Sonnenkraft IFK nach Aufmaß und individueller Anfertigung, dabei Einbeziehen der vorhandenen Öffnungselemente in eine neue, allseitig umlaufende Verkleidung der exponierten Außenwandflächen; Ost-, Süd- und Westfassade mit Einbindung in die vorhandene Warmwasser-Zentralheizungsanlage, Nordseite als Luftkollektor ohne Einbindung.

U-Werte und Solarerträge

Erreicht wird ein ‚statischer' U-Wert der Außenwände von 0,28 W/m2·K, ein effektiver U-Wert von ca. 0,19 W/m2·K an ‚schlechten', von 0,035 W/m2·K an ‚guten' Wintertagen.
Die Solarerträge für Warmwasserbereitung betragen rund 22.000 kWh/a, die Überschüsse für solares Heizen rund 8.600 kWh/a; dies allein entspricht einer Ersparnis von ca. 3.000 Litern Heizöl (und einer CO2-Emissionsvermeidung von 7.500 kg) jährlich.

Zusätzliche Maßnahmen

Die Außenwände der Loggien auf Ost-, West- und Nordseite sowie der Terrasse auf der Südseite des Hauses wurden, ebenso wie die Betonrandbalken des Obergeschosses, mit mineralischer Wärmedämmung in mindestens 6 cm Stärke (WLG 030) belegt und wie das Sockelgeschoss verputzt.
Große Teile des eine beträchtliche Wärmebrücke darstellenden Randbalkens werden bereits durch das ‚aktive' Element der geschosshohen Fassadenkollektorelemente beseitigt.
Zusammen mit einer zusätzlichen Dämmung des Flachdaches um 16 cm sowie einer Wärmeschutzverglasung der wichtigsten Fenster wird eine Heizenergiebedarfs-Einsparung von insgesamt über 80.000 kWh erreicht, was einer Brennstoffersparnis - ohne Erneuerung der Heizanlage - von 66% bzw. ca. 8000 Litern Heizöl entspricht.
Hieran hat die Solarfassade des Obergeschosses mit den anlagetechnisch verwertbaren Wärmegewinnen von etwa 30.600 kWh jährlich - zuzüglich der durch ihre hervorragende thermische Schutzfunktion vermiedenen Wärmeverluste der Außenwände mit insgesamt mehr als 50.000 kWh jährlich - den entscheidenden Anteil und stellt die wichtigste - und in dieser Art neuartige Maßnahme - einer energetischen Modernisierung des Hauses dar.


 

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