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Symposium 2005
13. C.A.R.M.E.N.-Symposium
"Biomasse und Sonne - Bauen, Heizen, Einspeisen"
4. - 5. Juli 2005
Joseph-von-Fraunhofer-Halle, Straubing
Abstracts Plenum
Dr. Thomas Fischer
Bayerisches Zentrum für Angewandte Energieforschung e.V. (ZAE Bayern)
Abteilung Solarthermie und Biomasse
Walther-Meißner-Straße 6
D-85748 Garching
Fon / Fax: +49 89 35 62 50-27 / -23
E-Mail: tfischer@muc.zae-bayern.de
Internet: www.zae-bayern.de
Rahmenbedingungen der Energieeinsparverordnung
(EnEV) zur Nutzung erneuerbarer Energien
Die im Februar 2002 in Kraft getretene EnEV bewertet Gebäude hinsichtlich
des Pri-märenergiebedarfs für Heizung, Warmwasser und Lüftung.
Da hierbei nur der nicht-regenerative Bereitstellungsaufwand den verschiedenen
Energieträgern angerechnet wird, führt der Einsatz erneuerbarer
Energieträger zur erleichterten Einhaltung von Grenzwerten des Primärenergiebedarfs,
welche für neu errichtete Gebäude gelten.
Der vorliegende Beitrag gibt einen Überblick zu den
Regelungen und der Berech-nungsmethode für die erneuerbaren Energieträger
mit Schwerpunkt auf den Biomasse-Feuerungen. Auch wenn bei einem Deckungsbeitrag
erneuerbarer Energieträger von mindestens 70% die Berechnung und
Begrenzung des Primärenergiebedarfs bislang für den öffentlich-rechtlichen
Nachweis nicht gefordert wird, so gestattet die Berechnungsmethodik doch
einen objektiven Vergleich von Gebäudeversorgungs-konzepten und eröffnet
hierdurch erhebliche Marketingchancen.
Weiterhin werden Beispiele zu Förderprogrammen gegeben, die eine
Mittelvergabe an Nachweise auf der Basis des EnEV-Berechnungsverfahrens
koppeln und bei welchen der Einsatz erneuerbarer Energien zu einem erleichterten
Erreichen der Förderkriterien führt.
Ergänzend wird der Einsatz von Dämmmaterial
aus Nachwachsenden Rohstoffen betrachtet und mögliche Veränderungen
der vorgestellten Regelungen mit der bevorstehenden Einführung des
EU-Gebäudeenergiepasses angesprochen.
Dr. Burkhard Schulze Darup
Augraben 96
D-90475 Nürnberg
Fon / Fax: +49 91 18 32 52-62 / -63
E-Mail: schulze-darup@t-online.de
Energetische Gebäudesanierung mit Faktor
10
Passivhaus-Technologie hat sich beim Neubau bewährt und fest etabliert.
Seit wenigen Jahren werden Passivhaus-Komponenten zunehmend auch im Modernisierungsbereich
eingesetzt. Damit wird eine Reduktion des Energiebedarfs in Richtung 90
Prozent auf ein Zehntel des Ausgangswertes erreicht (= Faktor 10).
Laut Statistischem Bundesamt werden nur 0,8% des Gebäudebestandes
neu errichtet. Im Sanierungsbereich werden zur Zeit ca. 1,8% des Bestandes
saniert. Somit ist ein zukünftiges Hauptbetätigungsfeld in der
Bauwirtschaft die Sanierung von bestehenden Bauten. Nach Schätzungen
könnten hier mittelfristig 400.000 Arbeitsplätze entstehen.
Die bauphysikalisch richtigen Lösungen sind die Dämmung der
Gebäudehülle, Einsatz von Passivhaus-Fenstern, Wärmebrückenoptimierung
und Optimieren der Luftdichtheit. Dies hat zur Folge, dass bei der Sanierung
auch Lüftungstechnik zum Einsatz kommen muss. Die Restwärmebereitstellung
sollte möglichst effizient unter Verwendung regenerativer Energieträger
erfolgen. Zahlreiche beispielhafte Projekte zeigen, dass bei der Umsetzung
einer Faktor-10-Sanierung mit Mehrinvestitionen gegenüber EnEV-Standard
zwischen 100 und 150 €/m² Wohnfläche zu rechnen ist. Investitionsentscheidungen
mit langfristiger Betrachtungsweise entsprechend der mindestens 40-jährigen
Abschreibungszeit führen zu hoher Wirtschaftlichkeit. Das DBU-Projekt
"Energetische Gebäudesanierung mit Faktor 10" gab wichtige
Impulse für die Umsetzung hocheffizienter Sanierungsprojekte im Rahmen
der dena-Initiative "NEH im Bestand".
Gut gedämmte Häuser sorgen für Behaglichkeit im Haus, da
die Oberflächentemperaturen an den Innenseiten der Außenwände
angenehm warm sind. Durch die Dämmung kann sich kein Tauwasser in
den Außenwänden und somit auch kein Schimmel bilden. Schimmel
und Tauwasserbildung in den Außenwänden sind oft die Ursache
vieler Bauschäden. Durch den Einbau hocheffizienter Lüftungstechnik
wird durch den kontinuierliche Luftaustausch ständig dem Gebäude
und den Bewohnern Frischluft bereitgestellt. Schadstoffe werden beständig
abgeführt.
Durch diese Maßnahmen steigt der Gebäudewert. Die Gebäudehülle
ist erst nach 40 Jahren wieder zu sanieren. Der höchst unwirtschaftlicher
Sanierungszyklus von 15-20 Jahren entfällt. Die effiziente Ausnutzung
der Energie stellt eine Versicherung gegen Energiekostensteigerungen dar.
Die Nebenkosten ("zweite Miete") bleiben langfristig niedrig.
Die Gebäude sind auf Grund der besseren Wohnraumqualität und
der geringen Nebenkosten besser vermietbar. Die zur Sanierung anstehenden
Altbauten (1930 bis 1970) erfahren neben der technischen Ertüchtigung
eine soziale, kulturelle und urbane Aufwertung.
Durch den gezielten Einsatz von Förderung können ca. 400.000
Arbeitsplätze neu geschaffen bzw. erhalten werden. 90% der CO2-Emission
können bei gutem Kosten-Nutzen-Verhältnis eingespart werden.
Dämmung und Energieeffizienz müssen "sexy" gemacht
werden - denn sie stellen ein umwelt- und wirtschaftspolitisch extrem
dankbares Betätigungsfeld dar.
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