Symposium 2005

13. C.A.R.M.E.N.-Symposium
"Biomasse und Sonne - Bauen, Heizen, Einspeisen"
4. - 5. Juli 2005
Joseph-von-Fraunhofer-Halle, Straubing

Abstracts Energetische Nutzung II: Strom und Wärme aus Biogas


Robert Wagner
C.A.R.M.E.N. e.V.
Schulgasse 18
D-94315 Straubing
Fon / Fax: +49 94 21 960-300 / -333
E-Mail: rw@carmen-ev.de
Internet: www.carmen-ev.de

Wärmenetze aus Biogasanlagen - der Schlüssel zum ökonomischen Erfolg

Noch vor Novellierung des EEG hat auf einer einschlägigen Fachtagung ein Biogasanlagenhersteller konstatiert, dass die Wärmenutzung aus Biogasanlagen eine Randerscheinung sei und dass dies auch so bleiben werde. Mit der Novellierung des EEG wurde der Kraft-Wärme-Kopplungsbonus (KWK-Bonus) eingeführt. Die dort festgelegten 2 Cent/kWhel bedeuten in Heizöleinheiten (HEL-äq) umgerechnet nur etwa 9 bis 16 Cent pro Liter HEL-äq. Dennoch ist es dem KWK-Bonus zuzuschreiben, dass nun auch bei Biogasanlagen vermehrt die Wärmeverwertung berücksichtigt wird. Das im Folgenden Dargestellte ist für Betreiber und Planer von Biomasseheizwerken Basiswissen. Dieser Vortrag soll dazu dienen, dieses Wissen auf den Biogasanlagenbereich zu übertragen.

Um die Aussage aus der Überschrift nochmals zu unterstreichen bzw. zu konkretisieren: Eine Wärmenutzung aus Biogasanlagen ist für Anlagenbetreiber in erster Linie nicht ökologisch sinnvoll, sondern betriebswirtschaftlich notwendig. In der Regel sind für eine Wärmeverwertung Leitungen notwendig. Handelt es sich um ausgedehntere Leitungsverläufe, spricht man von einem Netz. Letzteres ist nicht in jedem Fall notwendig.

Eine 100 kWel-Biogasanlage ist ohne Wärmeverwertung i.d.R. nicht wirtschaftlich betreibbar. Die Wärmeverwertung hingegen kann einen guten wirtschaftlichen Betrieb sogar von dieser kleinen Biogasanlage ermöglichen. Es wurde in der Vergangenheit von der Biogasbranche allgemein festgestellt, dass die Wärmeeinnahmen bezogen auf die gesamten Einnahmen prozentual gering sind. Vergessen wurde anzumerken, dass Wärmeeinnahmen ohne zu hohe Folgeausgaben den prozentualen Gewinn einer Biogasanlage hingegen sehr deutlich erhöhen können.

Voraussetzungen für diese positive Wirkung sind:
· Nicht zu hohe Kosten für die Wärmeleitung bzw. das -netz
· Tatsächlich vorhandene Wärmeabnahme in kalkulierter Höhe
· Wärmeeinnahmen zumindest in einer Größenordnung, wie sie im allgemeinen Wärmemarkt üblich sind (z.B. Orientierung am HEL-Preis)

Neben einer Gewinnerhöhung durch eine Wärmeverwertung aus Biogasanlagen ist zu erwarten, dass zumindest im begrenzten Umfang die Wärmeeinnahmen mit einer Inflation mitsteigen - während die Stromeinnahmen für die nächsten 20 Jahre fix bleiben. Diese positiven Vorzüge sind jedoch nicht ohne Anstrengungen zu erhalten. Wer diese scheut, sollte sich eines Contractors bedienen. Neben des Wärmeverkaufs für Wohnraumbeheizung oder Prozesswärme kommen auch andere Alternativen in Frage.

Auch wenn bei Biogasanlagen sehr viele andere Optimierungspotenziale vorhanden sind, ist es Gebot der Stunde, jetzt schon auf den Bereich der Wärmenutzung zu setzen. Hierfür ist es notwendig, im Rahmen der Biogasanlagenplanung von der Wärmenutzungsseite her zu denken und insbesondere den Standort entsprechend auszuwählen. Dies erfordert ein Umdenken bei den Investoren, bei den Herstellern, Behörden und auch Anwohnern.


Sibylle Wieser
Thüga Aktiengesellschaft
Nymphenburger Straße 39
D-80335 München
Fon / Fax: +49 89 38 197-15 24 / -12 35
E-Mail: sibylle.wieser@thuega.de
Internet: www.thuega.de

Hardy Fiedler
Thüga Aktiengesellschaft
Nymphenburger Straße 39
D-80335 München
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E-Mail: hardy.fiedler@thuega.de
Internet: www.thuega.de

Dezentrale Gasnetze zum Transport von Biogas

Um die Geruchsbelästigung von Dritten und die damit verbundenen Probleme zu vermeiden, werden Biogasanlagen in der Regel möglichst abseits von Wohnsiedlungen errichtet. Die bei der Verstromung anfallende Wärme kann in diesen Fällen nur direkt am Standort der Biogasanlage genutzt werden, vorausgesetzt ein entsprechender Wärmebedarf ist vorhanden.
Wird hingegen das Biogas über ein dezentrales Gasnetz oder eine einzelne Gasleitung - autark und an keiner Stelle mit dem öffentlichen Gasnetz verbunden - in die unmittelbare Nähe von Wärmeverbrauchern transportiert, könnte die Abwärme für Heizung und / oder die Warmwasserbereitung genutzt werden.
Hierzu sind jedoch einige wichtige Gesichtspunkte sowohl aus rechtlicher als auch aus technischer Sicht zu beachten. Insbesondere ist die Frage zu klären, in wie weit das Energiewirtschaftsgesetz für dezentrale Biogasnetze anwendbar ist, welche technische Regeln angewendet werden können bzw. müssen und welche Besonderheiten sich aus den Eigenschaften des Biogases ergeben.

 

 

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