Nachwachsende Rohstoffe

Inhalt

1 Nachwachsende Rohstoffe
  • 1.1 Definition
  • 1.2 Geschichte
  • 1.3 Warum Nachwachsende Rohstoffe?
  • 1.4 Produktlinien
  • 2 Energie aus Biomasse

  • 2.1 Einführung
  • 2.2 Vorteile der Nutzung
  • 2.3 Festbrennstoffe
        2.3.1 Holz
        2.3.2 Energiepflanzen
        2.3.3 Getreide
        
    2.3.4 Verbrennung von Holz
        2.3.5 Standard: Nahwärme mit Biomasse
        2.3.6 Holzpellets - eine Alternative zum Heizöl
  • 2.4 Flüssigbrennstoffe
        2.4.1 Natives Pflanzenöl
        2.4.2 Biodiesel
        
    2.4.3 Alkoholtreibstoffe

    3 Stoffliche Verwertung

  • 3.1 Holz
        
    3.1.1 Einsatzbereiche
        
    3.1.2 Holz im Stoffkreislauf
  • 3.2 Flachs, Hanf und Mais
  • 3.3 Dämmstoffe
  • 3.4 Öle und Fette
  • 3.5 Stärke und Zucker

    4 Gasförmige Brennstoffe/Biogas

  • Allgemeines
  • EEG
  • Energiepflanzen
  • Gärresteverwertung
  • Genehmigung
  • Klärschlamm (Text aus link)
  • Nichtlandwirtschaftliche Biogassubstrate
  • Ökologie
  • Sicherheit
  • Technik und Forschung
  • Wärmeleitungstechnik und Wärmenutzung
  • Wirtschaftlichkeit und Finanzierung

    5 Ausblick


  • 1. Nachwachsende Rohstoffe

    1.1. Definition

    Nachwachsende Rohstoffe (im allgemeinen Sprachgebrauch auch Biomasse) sind organische Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs, die ganz oder in Teilen als Rohstoffe für die Industrie oder als Energieträger genutzt werden. Im Gegensatz zu fossilen Rohstoffen erneuern sie sich jährlich oder in überschaubaren Zeiträumen.

    1.2. Geschichte

    Nachwachsende Rohstoffe sind keine Erfindung der Jetztzeit. Bis zur Entdeckung der Kohle lieferten Pflanzen und Tiere nicht nur Nahrung, sondern auch Baustoffe, Grundstoffe für Kleidung und Chemie sowie Energie.

    Mit Entdeckung der Kohle, besonders ab 1900 mit Nutzung des Erdöls, wurden Nachwachsende Rohstoffe weitgehend verdrängt.

    Die Energiekrisen in den 70er Jahren bewirkten eine vorsichtige Rückbesinnung auf diese Naturstoffe, als die Verwundbarkeit unserer rohstoffarmen Volkswirtschaft deutlich wurde. Als sich die Erdölpreise wieder "normalisierten", erlahmten diese Bemühungen sehr schnell.

    1.3. Warum Nachwachsende Rohstoffe?

    Die Nahrungsüberschüsse in der Landwirtschaft setzten in den 80er Jahren eine systematische Beschäftigung mit Nachwachsenden Rohstoffen in Gang, die bis heute andauert. Folge war, dass auf für die Nahrungsmittelproduktion stillgelegten Flächen Nachwachsende Rohstoffe angebaut werden dürfen, ohne dass die Stillegungsprämie verloren geht. Allerdings hat die Flächenstillegung mit ihren jährlich wechselnden Raten die Bildung einer festen Rohstoffbasis jüngst eher verhindert als unterstützt.

    Umweltprobleme wie Treibhauseffekt, steigende Abfallmengen und die Übernutzung fossiler Ressourcen liefern der Diskussion um Nachwachsende Rohstoffe entscheidende Argumente. Vielfach wird das Umweltargument inzwischen höher als das agrarpolitische Argument eingestuft. In vielen Produktlinien auf Grundlage Nachwachsender Rohstoffe erkennt man den Ansatz zu umweltverträglicher Kreislaufwirtschaft.

    Auch die Wirtschaft profitiert durch den vermehrten Einsatz von Biomasse , insbesondere durch den Export von Technologien zu deren Nutzung.

    In den letzten Jahren sind zehntausende neuer Arbeitsstellen im Bereich erneuerbarer Energien geschaffen worden und Deutschland ist technisch führend in einigen Bereichen.


    1.4. Produktlinien

    Nachwachsende Rohstoffe lassen sich stofflich bzw. technisch in der Industrie (Industriepflanzen) und energetisch zur Erzeugung von Wärme, Dampf, Strom und Treibstoff nutzen.

    Ausgewählte einheimische Pflanzen zur industriellen und energetischen Verwertung und deren Rohstoffe als Inhaltsstoffe verschiedener Produkte (Anbauvoraussetzungen in Deutschland gegeben).

    Industriepflanzen Rohstoffe Endprodukte
    Raps, Rübsen, Senf, Crambe, Leindotter, Sonnenblume, Wolfsmilch Pflanzenöl Kosmetika, Schmierstoffe, Hydrauliköle, Schalöle, Motoröle, Getriebeöle, Sägekettenöle, Lösungsmittel, Waschmittel
    Öllein Leinöl Farben, Lacke, Lasuren, Linoleum
    Mais, Weizen, Markerbsen Stärke Papier, Pappe, Verpackungen, Textilien
    Kartoffeln Stärke Folien, Waschmittel
    Zuckerrübe, Topinambur, Zichorie, Zuckerhirse Zucker Folien, Waschmittel, Papier, Pappe, Arzneien
    Arznei- und Gewürzpflanzen Extrakte Pharmaka, ätherische Öle, Kosmetika
    Flachs (Faserlein) Fasern Textilien, Dämmstoffe, Papier, Garn, Formpressteile
    Hanf Fasern

    Hanföl

    Zellstoff, Papier, Textilien, Dämmstoffe, Garn

    Kosmetika

    Waid, Saflor, Krapp, Wau Farbstoffe Farben, Lacke
    Holz Cellulosefasern

    Holz

    Papier, Pappe, Zigarettenfilter, Zellstoff

    Bauholz, Möbel, Spielwaren

     

    Energiepflanzen Rohstoffe Endprodukte
    Zuckerrüben, Kartoffeln, Mais, Getreide Zucker, Stärke Bioethanol (Kraftstoff), Additive
    Raps Rapsöl Biodiesel, Naturdiesel (Kraftstoff)

    Rapsöl (Brennstoff)

    Holz, Gräser, Stroh, Getreideganzpflanzen, Miscanthus Stückholz,
    Hackschnitzel,
    Ganzpflanze,
    Stroh, Pellets
    Wärme, Dampf, Strom

     


     
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