

Projekte/ Priener Hütte
Umgestellt auf Bioenergie
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| Hütte des Deutschen
Alpenvereins Sektion Prien |
Zum Wohle der hochsensiblen Gebirgswelt
Rasten mit gutem Gewissen
Abgeschiedene Idylle
Kompromiß: Natur und Freizeit
Erneuerbare Energien statt fossile
Bedienungskomfort
BHKW und Holzkessel
Geschlossene Kreisläufe
Energieleistungsdaten
Rasten mit gutem Gewissen
Hüttenbetrieb und Naturschutz bilden auf diese Weise keine Gegensätze
mehr." Wenn der erschöpfte Bergwanderer den Text auf der Tafel der
Priener Hütte bis zu diesem Satz gelesen hat, schmeckt ihm die Brotzeit
vielleicht noch besser. Dann weiß er, daß die Rast in der grandiosen oberbayerischen
Bergwelt sein ökologisches Gewissen nicht belastet.
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| Blick auf die Priener Hütte
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Abgeschiedene Idylle
Die Priener Hütte des Deutschen Alpenvereins liegt auf 1410 Meter Höhe,
in einem Naturschutzgebiet am Fuße des Geigelstein. Mitten in den Chiemgauer
Alpen, eineinhalb Autostunden von München weg. Ziemlich abgelegen ist
die Hütte. Nahe der österreichischen Grenze; gute zweieinhalb Stunden
läuft man zu Fuß zu ihr hoch, von Huben oder Sachrang aus, den nächstgelegenen
Gebirgsdörfern.
Kompromiß: Natur und Freizeit
Die Abgeschiedenheit hat ihren Preis. Da die Unterkunft das ganze Jahr
über bewirtschaftet (5.000 Übernachtungen, 20.000 Gäste) wird, obendrein
nicht an das Stromnetz des regionalen Energieversorgers angeschlossen
ist, muß die Versorgung über einen zehn Kilometer langen Fahrweg abgewickelt
werden. Ein oft praktizierter Kompromiß zwischen Naturschutz und Freizeitbedürfnis.
Allerdings hatte bislang beim Hüttenbetrieb die Natur das Nachsehen.
Erneuerbare Energien statt fossile
Bis 1997 lieferten zwei Dieselgeneratoren und ein Heizölbrenner die nicht
eben umweltschonend erzeugte Energie. 22.000 Liter Heizöl und Diesel wurden
jährlich in der ökologisch sensiblen Gebirgsregion verfeuert. Seit September
1997 gehen die Uhren wieder mit der Natur. Zwei Pflanzenöl-Blockheizkraftwerke
(BHKW) und ein Holzkessel versorgen die Priener Hütte des Deutschen Alpenvereins
(DAV) mit Strom und Wärme, Energie aus Quellen, die sich erneuern und
beinahe CO2-neutral sind. Zusätzlich bezieht die Hütte geringe
Strom-Mengen aus einem benachbarten Kleinwasserkraftwerk.
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BHKWs bei geöffneter
Schallschutzhaube |
Bedienungskomfort
Die beiden Blockheizkraftwerke (BHKW) sind direkt in die Hütte eingebaut
- guter Schallschutz macht es möglich. Damit wurden teure Wärmeleitungen
überflüssig, Betrieb und Wartung erleichtert. Die Antriebsmotoren der
BHKW sind für den Betrieb mit reinem Pflanzenöl umgerüstet. Die Generatoren
der BHKWs erzeugen netzüblichen Drehstrom zur Versorgung der Hütte.
Ein Stückholzkessel deckt den Spitzenbedarf ab. Er kann mit bis zu einen
Meter langen Holzscheiten befeuert werden, was den Bedienungsaufwand verringert.
Der Ofen ist mit einer Regelung für eine optimale Verbrennung ausgerüstet.
Fällt überschüssige Wärme an, wird diese von BHKW und Holzheizung in einem
1.000-Liter Brauchwasser- und zwei 1.500-Liter Wärmespeichern gepuffert.
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| Der Stückholzkessel |
BHKW und Holzkessel
5.000 Liter Rapsöl und 65 Ster Scheitholz braucht die Priener Hütte momentan
im Jahresmittel. Abgesehen von einer geringen Menge Gas für das Kochen,
läuft der Wirtschaftsbetrieb der Hütte in einem geschlossenen Stoff- und
Energiekreislauf ab. Rapsöl kann nach Ernte und Pressung ohne weitere
Umwandlung zur Energieerzeugung eingesetzt werden. Es ist ungiftig, frei
von Schwefel und problemlos lager- und transportierbar, weil sein Flammpunkt
über 200 °C liegt. Das Unfallrisiko ist verhältnismäßig gering: das Rapsöl
ist kaum wassergefährdend, weil es sich sehr schnell abbaut (Wassergefährdungsklasse
0). Rapsstroh und Rapskuchen, die bei der Ölgewinnung anfallen, lassen
sich problemlos, z.B. als Futtermittel, wieder in den Kreislauf der Natur
einbringen.
Geschlossene Kreisläufe
Das Projekt in den Chiemgauer Alpen gehört zur Offensive des Deutschen
Alpenvereins (DAV), der seine mehr als 300 Hütten, alle in ökologisch
sensiblen Gebirgsregionen gelegen, von umweltgefährdenden Dieselgeneratoren
auf eine umweltverträgliche Versorgung mit erneuerbaren Energiequellen
umstellen will. Im Fall der Priener Hütte gab es reichlich Unterstützung.
Der regionale Energieversorger, die Isar-Amperwerke, unterstützte das
Vorhaben in seinem Versorgungsgebiet ideell und finanziell. Das Bayerische
Landwirtschaftsministerium förderte das Demonstrationsprojekt mit knapp
140.000 Mark aus dem Innovationsprogramm Offensive Zukunft Bayern".
Energieleistungsdaten
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elektr. Leistung |
therm. Leistung |
| Pflanzenöl-BHKW I: |
18 kWel |
35 kW therm |
| Pflanzenöl-BHKW II: |
6 kW el |
13 kW therm |
| Stückholzkessel: |
- |
60 kW therm |

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