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Informationen für die Presse
17. C.A.R.M.E.N.-Symposium in Straubing
Abendempfang mit Preisverleihung
Straubing, 07. Juli 2009* (schu) * Am
6. Und 7. Juli fand im Straubinger Herzogschloss das 17. C.A.R.M.E.N.-Symposium
statt. Insgesamt gut 250 Teilnehmer kamen zur Veranstaltung, die unter
dem Titel: "Konjunkturmotor Nachwachsende Rohstoffe" stand und
am Abend in einem Staatsempfang mit Preisverleihung ihren Höhepunkt
fand.
Im gleichnamigen Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Martin Faulstich, dem Vorsitzenden
des Sachverständigenrates für Umweltfragen, Berlin, wurde deutlich,
dass die derzeitigen Wirtschaftssysteme nicht nachhaltig sind, weder finanziell
noch ökologisch.
Die aktuellen Meldungen der Medien über die Wirtschaftskrise lassen
viele wichtige Themen wie Klimawandel, Rohstoffverknappung und die Zerstörung
von Ökosystemen in den Hintergrund rücken. Die stoffliche und
energetische Nutzung von Biomasse ist aber laut Prof. Faulstich der richtige
Ansatz: bei der Nachhaltigkeit geht es konzeptionell genau darum, nur
so viel zu nutzen, wie nachwächst, und nicht von der Substanz fossiler
Ressourcen und damit auf Kosten nachfolgender Generationen zu leben.
Sein Fazit lautete deshalb: "Wir sind gut beraten, wenn wir in der
Krise nicht an überholten Strukturen festhalten, sondern uns auf
neue Lösungen einlassen - mit Kreativität, Mut und Tatkraft,
aber auch mit kritischem Sachverstand und Reflektion. Wir haben die Chance,
eine positive Zukunft für die Menschheit zu gestalten, wenn wir die
Synergien nutzen, die solche Innovationen bieten: für eine gesunde
Wirtschaft und einen gesunden Planeten."
Wie neue Lösungen und Innovationen aussehen können, wurde anschließend
in den verschiedenen Fachblöcken präsentiert. Dabei ging es
im Fachblock energetische Nutzung um Betriebsdatenvergleiche, Qualitätsmanagement
und Contracting von Biomasse-Heizwerken. Unter dem Thema Rahmenbedingungen
und Förderprogramme wurden das EEG 2009, ordnungspolitische Regelungen
für den Wärmemarkt und Evaluierungen des Marktanreizprogrammes
vorgesellt.
Parallel hierzu fanden die Fachblöcke aktiver Klimaschutz und industrielle
Nutzung von Biomasse statt. Über den Wettbewerb Bioenergie-Regionen,
die Klimaschutzkommune Ascha und das Klima:aktiv-Programm Österreichs
wurde ebenso referiert wie über aktuelle Forschungsthemen aus Straubing,
die Vermarktung von Dämmstoffen und die Nutzung von Algen.
Staatsempfang mit Preisverleihung im Straubinger Karmelitenkloster
Vor 200 geladenen Gästen eröffnete der Bayerische Staatsminister
für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, den
abendlichen Staatsempfang im Straubinger Karmelitenkloster, mit einem
Festvortrag. Er betonte, dass Holz bei der Energieerzeugung aus Nachwachsenden
Rohstoffen in Bayern den Löwenanteil stellt. Welche Aspekte und Wirtschaftszweige
mit diesem Multitalent zusammenhängen, stellte Brunner bei der anschließenden
Preisverleihung heraus.
Ernst-Pelz-Preis 2008
Zunächst wurde der Ernst-Pelz-Preis vorgestellt. Dieser geht auf
eine private Initiative von Peter Pelz zurück, welcher den Preis
nach seinem Vater benannt hat. Der Preis ehrt nach der Satzung "Persönlichkeiten,
die sich durch Inkaufnahme wirtschaftlicher Risiken oder durch überragendes
persönliches Engagement bei der Förderung heimischer nachwachsender
Rohstoffe hervortaten und sich freiheitlich-humanen Grundwerten verpflichtet
fühlen."
Mit dem Ernst-Pelz-Preis 2008 wurde Xaver Haas aus Falkenberg geehrt,
der sich als engagierter Unternehmer um den Holzbau in Europa verdient
gemacht hat. Als "Visionär des Holzbaus in Europa" hat
Haas die Holzwirtschaft und den Holzbau geprägt. Weit über die
eigenen geschäftlichen Interessen hinaus engagiert er sich für
die Anliegen der Holzwirtschaft und des Holzbaus sowie das öffentliche
Gemeinwohl und die Ausbildung junger Menschen.
Haas erklärte, das Preisgeld von 10.000 Euro einem noch auszuwählenden
Institut für Forschungstätigkeiten zum Einsatz von Nachwachsende
Rohstoffen zur Verfügung zu stellen.
Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2008
Der Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe des Bayerischen Staatsministeriums
für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten richtet sich an Personen
oder Institutionen, die ein herausragendes Produkt oder eine Produktgruppe
auf Basis heimischer Nachwachsender Rohstoffe entwickelt haben. Der Förderpreis
Nachwachsende Rohstoffe 2008 ging an die Firma Lopper Kesselbau GmbH in
Rohr/Alzhausen, vertreten durch Geschäftsführer Diether Schlottmann.
Die Auszeichnung wurde der Firma für Entwicklung des Holzvergaserkessels
"Timber" verliehen. Dieser Kessel ist mit einer automatischen
Beschickung ausgestattet und stellt damit eine Weltneuheit dar. Durch
die Feuerraum- und Heizflächengestaltung sowie eine Vorvergasung
und Nachverbrennung wird giftiges Kohlenmonoxid vermieden und es bildet
sich weniger Stickoxide und Kohlenwasserstoffe. Hierdurch erreicht der
Kessel außerdem höchste Wirkungsgrade.
Die automatische Beschickung ist als Fördereinheit seitlich am Kessel
angebracht. Über eine Befülltüre können Halbmeterseite
eingelegt werden, die bei Wärmebedarf über Ketten in eine Übergangsschleuse
und anschließend in den Brennraum befördert werden. Hier kann
es automatisch angezündet werden. Diese automatisierte Konstruktion
gewährt dem Nutzer bis zu zwei Wochen Unabhängigkeit von Handarbeit.
Eine "Anwesenheitspflicht im Winter", wie sie bislang beim Verfeuern
von Scheitholz erforderlich war, wurde damit gegen deutlich mehr Freiheit
und Komfort getauscht.
Das Preisgeld will die Fa. Lopper in Marketingstrategien investieren,
die den "Timber" im Markt anschieben sollen, stellte Dieter
Schlottmann in Aussicht.
Wie auch der Ernst-Pelz-Preis blickt der Förderpreis auf eine lange
Tradition zurück und wurde bereits zum 17. Mal verliehen.
Der dritte durch den Minister vergebene und mit 2.500 Euro dotierte Preis
wurde in diesem Jahr zum zweiten Mal verliehen. Es handelte sich um den
Medienpreis Nachwachsende Rohstoffe 2009.
Medienpreis Nachwachsende Rohstoffe 2009
Preisträger des Medienpreises 2009 ist Dr. Hermann Balle. Herr Dr.
Balle ist seit 1963 in der Verlagsgruppe Straubinger Tagblatt/Landshuter
Zeitung tätig, ab 1980 als Verleger und Herausgeber. Durch sein langjähriges
persönliches Engagement und seine ausgezeichneten Kontakte zur Bayerischen
Staatsregierung hat Herr Dr. Balle wesentlich dazu beigetragen, dass Straubing
Wissenschaftsstadt geworden ist. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass
das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe, als Ersatz für
die entgangene Fachhochschule, in Straubing gegründet werden konnte.
Seit 1998 unterstützte er aktiv den Aufbau des Kompetenzzentrums
mit seinen drei Säulen durch viele Berichte im Straubinger Tagblatt.
Darüber hinaus machte er durch Redaktionsgespräche mit zahlreichen
prominenten Besuchern des In- und Auslands das weltweite Interesse an
der Straubinger Einrichtung publik.
Seit Beginn an ist er Mitglied des Koordinierungsrates, 2005 war er eine
entscheidende Persönlichkeit bei der Gründung und ist seither
Vorsitzender des Hochschulstadtvereins.
Das Preisgeld wird Balle jeweils zur Hälfte der Stiftung Nachwachsende
Rohstoffe und dem Hochschulstadt Straubing e.V. zur Verfügung stellen.
Nachhaltige Mobilität, Biogas und Exkursion
Nachhaltige Mobilität unter den Aspekten Elektromobilität versus
Biokraftstoffe, Nachhaltigkeitsverordnung, Reinkraftstoffstrategie, Herstellung
von Bio-Ethanol und der Vorstellung eines Biogas-betriebenen Dieseltraktors
stehen am heutigen, zweiten Veranstaltungstag auf dem Programm. Parallel
hierzu tagen die Biogas-Interessierten zum Stellenwert von Biogas in der
Landwirtschaft, der Konkurrenz von Biogas zu anderen erneuerbaren Energien,
dem Bioerdgas aus fester Biomasse und der Biogasstrom-Vermarktung außerhalb
des EEG.
Eine Fachexkursion mit gut angemeldeten 60 Symposiumsteilnehmern zur Biogasanlage
Aiterhofen, dem Straubinger Pelletwerk und dem BioCubator runden am Nachmittag
die Veranstaltung ab.
Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel.:
09421/960-300, Fax: -333, E-Mail: contact@carmen-ev.de
Circa 6.900 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar
erbeten.
Presseanfragen an Ursula Schulte, Tel. 09421 - 960-349
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