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Informationen für die Presse
Feinstaub ist nicht gleich Feinstaub
Straubing, 16. Feb. 2007* (schu) * In den letzten Wochen sind Holzpelletfeuerungen
in Medienberichten unter Beschuss geraten. Dies führte sogar soweit,
dass Hausbesitzer, die eine Pelletfeuerung betreiben, als Umweltsünder
beschimpft werden. Kritikpunkt ist dabei: Die umweltfreundlichen Holzpelletfeuerungen
stoßen mehr Feinstaub aus als Öl- oder Gasfeuerungen. C.A.R.M.E.N.
e.V. mit Sitz im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in
Straubing fordert eine Versachlichung der Diskussion und eine ganzheitliche
Betrachtung der Themenfelder Luftreinhaltung, Klimaschutz und Versorgungssicherheit.
Feinstaub ist nicht gleich Feinstaub
Je nach Quelle können sich Feinstäube hinsichtlich ihrer chemischen
Zusammensetzung, Größe und Form beträchtlich voneinander
unterscheiden. Dementsprechend sind gesundheitsbeeinträchtigende
Wirkmechanismen komplex. So bestehen die Emissionen aus Dieselfahrzeugen
vor allem aus Ruß, dem krebserzeugende, polyzyklische aromatische
Kohlenwasserstoffe anhaften können. Im Zigarettenrauch konnten mehr
als 4.000 verschiedene giftige Bestandteile identifiziert werden. Auch
an Küstenstandorten misst man hohe Feinstaubbelastungen, die allerdings
zu einem Großteil aus Natriumchlorid-Aerosolen bestehen, denen sogar
eine gesundheitsfördernde Wirkung nachgesagt wird. Es bedarf also
einer differenzierten Betrachtung und genaueren Analyse.
Erste Ergebnisse zur Gesundheitsrelevanz
Sowohl die Umweltministerien als auch die Biomassebranche selbst haben
die Feinstaubemissionen aus Biomassefeuerungen ins Visier genommen und
Forschungsprojekte zur Qualität dieser Feinstäube angestoßen.
Die ersten Ergebnisse zeigen, dass bei der vollständigen Verbrennung
von naturbelassenem Holz die Feinstäube hauptsächlich aus Salzen
wie z. B. Kaliumchlorid bestehen, die wegen ihrer Wasserlöslichkeit
in der Luft nicht beständig sind. Pelletfeuerungen kommen dem Ideal
einer vollständigen Verbrennung schon recht nahe und der Ausstoß
von Ruß und den potenziell krebserregenden organischen Kohlenwasserstoffen
ist sehr gering. So konnte nachgewiesen werden, dass die Toxizität
des Feinstaubs gegenüber Dieselruß um den Faktor 10 geringer
ist. Angesichts der sonstigen Feinstaubbelastung, und sei es nur der Kerzenrauch
am schön gedeckten Tisch, müssen Pelletheizungsbesitzer also
nicht um die Gesundheit Ihrer Kinder fürchten.
Holzpelletheizungen sind emissionsarm
Holz ist ein Brennstoff, der im Vergleich zum fossilen Öl oder Gas
höhere Mineralstoffgehalte aufweist. Diese Mineralien fallen bei
der Verbrennung überwiegend als Asche an. Ein kleiner Teil der Mineralien
wird zusammen mit noch nicht vollständig verbrannter organischer
Substanz durch den Abgasstrom mitgerissen und gelangt so als Staub in
die Umwelt. Moderne Holzpelletfeuerungen emittieren aufgrund der hohen
Qualität des Brennstoffes und der weit entwickelten Verbrennungstechnik
sehr geringe Staubmengen. Sie liegen in der Größenordnung von
7 bis 20 mg/MJ. Dies sind Werte, wie sie auch bei älteren Ölfeuerungen
zu erwarten sind. Tatsache ist aber, dass moderne Ölfeuerungen nur
ein Zehntel dieser Staubfracht ausstoßen und Gasheizungen zumindest
während des Verbrennungsprozesses zu so gut wie keiner Staubbelastung
beitragen.
Trotz erster Entwarnung seitens der Wissenschaft hinsichtlich der Qualität
des Feinstaubes aus modernen Biomassefeuerungen arbeitet die Branche auf
Hochtouren, um die Emissionen aus Biomassefeuerungen noch weiter zu senken.
Ebenso wie bei Gas- und Ölfeuerungen hält z. B. die Brennwerttechnik
Einzug, die neben einer effektiven Brennstoffausnutzung auch zusätzlich
Staub aus dem Abgasweg abscheiden kann.
Klimaschutz hat Priorität
Leider sind durch die einseitige Wahrnehmung des Themas Feinstaub die
Pluspunkte von Biomassefeuerungen in den Hintergrund getreten. Angesichts
der zu erwartenden Auswirkungen des bevorstehenden Klimawandels, wie sie
der neue Weltklimareport der Uno drastisch aufzeigt, hat die Menschheit
in naher Zukunft Probleme zu bewältigen, deren Ausmaß bisher
nicht vorstellbar ist. Massive Energieeinsparungen und der Einsatz erneuerbarer
Energien sind unerlässlich, um den Ausstoß des wichtigsten
Klimagases Kohlendioxid zu reduzieren. Es gibt die Möglichkeit, den
Wärmebedarf sehr effektiv über die Nutzung einheimischer Holzreserven
CO2-neutral zu decken. Pelletheizungen bieten hierfür
eine ausgereifte Technik. Dieses schlagende Argument, das gegenüber
den fossilen Energieträgern zum tragen kommt, sollte bei der sicherlich
auch offen zu führenden Diskussion um die Luftreinhaltung keines
Falls vernachlässigt werden.
Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Sabine Hiendlmeier,
Schulgasse 18, 94315 Straubing, E-Mail: sh@carmen-ev.de
Circa 4.000 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar
erbeten.
Presseanfragen an Ursula Schulte, Tel. 09421 - 960-349
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