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Über 300 Teilnehmer beim C.A.R.M.E.N.-Symposium

Klimaschutz löst großes Interesse aus


Straubing, 06. Juli 2007 * (schu)
* Ganz im Zeichen des Klimaschutzes stand das 15. C.A.R.M.E.N.-Symposium am 2. und 3. Juli 2007 in Straubing, der Stadt der Nachwachsenden Rohstoffe.

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts, darin waren sich die über 300 Symposiumsteilnehmer einig. Die Folgerungen hieraus und der Beitrag, den Nachwachsende Rohstoffe zum Klimaschutz leisten können, standen auf dem Tagungsprogramm.


Was kommt auf uns zu?
"Klimawandel - Was kommt auf uns zu?" unter diesem Leitgedanken präsentierte Prof. Hartmut Graßl, Vorsitzender des Bayerischen Klimarates, im Fachplenum die Folgen für die Land- und Forstwirtschaft. Hitzewellen mit Sturzfluten, Bodenerosion, Trockenheit und Schädlingseinwanderung können von der Forstwirtschaft aufgrund der langfristig angelegten Bestände weitaus schlechter abgefangen werden als von der Landwirtschaft, die meist einjährige Pflanzen anbaut. Auch wenn der Klimawandel bereits eingesetzt hat, könnten die Auswirkungen durch eine entsprechende politische Weichenstellung doch zumindest abgeschwächt werden.


Emissionsreduktion
Im Fachblock zur Energetischen Nutzung wurden zunächst Emissionen thematisiert.
Der verstärkte Einsatz von Holz in Kleinfeuerungsanlagen macht die Novellierung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (1. BImSchV) dringend erforderlich. Wesentliche Inhalte des Referentenentwurfes wurden vorgestellt, sowie Maßnahmen zur Reduktion von Staub- und CO2-Emissionen.


Technische Ansätze
Im Fachbereich "Technik" wurden Stirlingtechnologie, Strohverbrennung und Dampfturbinen behandelt.
Stirlingmotoren könnten sich zukünftig im kontinuierlichen Betrieb bewähren, für die schnelle Leistungsbereitstellung haben sie sich als ungeeignet erwiesen. Derzeit wird nach neuesten Erkenntnissen ein überarbeiteter Motortyp für Testläufe an der FH Regensburg aufgebaut. Anhand der sich anschließenden Versuche soll die Technik weiter optimiert werden, so dass daraus möglicherweise der Motor der Zukunft entsteht.

Praktische Erfahrungen aus Dänemark zum Einsatz von Stroh als Energieträger wurden in einem auf englisch gehaltenen Referat vorgestellt. Elektrizität aus Stroh ist derzeit ähnlich teuer wie konventionell produzierter Strom. In Dänemark werden überwiegend 500-kg-Ballen verarbeitet, das erleichtert die Logistik, in einem Einzelfall wird das Stroh zuvor pelletiert.

Dampfturbinen zur dezentralen Versorgung mit Energie und Wärme waren Thema des abschließenden Referats dieses Fachblocks. Sie werden in Kraftwerken für fossile und Kernbrennstoffe eingesetzt. Aufgrund ihres geringen Wartungsaufwandes können sie auch weiterhin ihre Position behaupten und nach entsprechenden Umbaumaßnahmen ebenfalls zur Dampfherstellung in Hackschnitzelheizungsanlagen zum Einsatz kommen.


Industrieller Klimaschutz

Im Fachblock der stofflichen Nutzung stand der industrielle Klimaschutz im Fokus.
Verstärkte Forschungs- und Entwicklungsarbeit bei der stofflichen Verwertung Nachwachsender Rohstoffe haben technische Anwendungen wie Innenverkleidungselemente im Fahrzeugbau und Dämmstoffe aus heimischen Fasern wieder aufleben und sich qualitativ weiter entwickeln lassen. Steigende Rohölpreise lassen diese Nawaros-Produkte auch preislich gegenüber ihren fossilen Konkurrenten bestehen.

Schmierstoffe können ebenfalls ihren Beitrag zum Klimaschutz leisten. Zwar stammen die in Deutschland eingesetzten Stoffe überwiegend aus der Petrochemie, jedoch gibt es vielfältige Biomassebasierte Alternativen. Deren ökologische Vor- und Nachteile wiederum hängen von den eingesetzten Biomasserohstoffen und der Verwendungsart ab.

Das größte zusammenhängende Hopfenanbaugebiet der Welt befindet sich mit einer Anbaufläche von 15.000 ha in der bayerischen Hallertau. Auch wenn Hopfen für die Bierherstellung eingesetzt wird, bleiben noch reichlich Abfälle übrig, die bisher kaum Verwertung fanden. Durch die einzigartige Struktur der Hopfenrebe, die im Querschnitt ein Röhrensystem aufweist, kann z. B. eine Verwendung als Isolationsmaterial möglich sein.

Biokunststoffe, die häufig Nachwachsende Rohstoffe enthalten und kompostierbar sind, können während der gesamten Nutzungsphase durch Lebenszyklusanalysen in ihren Umweltauswirkungen beschrieben und weiter optimiert werden. Diese Daten können durch eine Umweltprodukterklärung in einer einheitlichen Form auch an den Kunden kommuniziert werden. Für viele Mater-Bi-Produkte hat die Firma Novamont diese Analysen und Beschreibungen bereits erstellt.

Als weiteres erfolgreiches Produkt aus Nachwachsenden Rohstoffen wurde auch das kompostierbare T-Shirt von Trigema vorgestellt.


Biogas, Brennstoffzellen und Biokraftstoffe
Am zweiten Tag standen in parallelen Seminaren Biogasanlagen und Biokraftstoffe auf dem Programm. Im Referat über den Beitrag von Biogasanlagen zum Klima- und Umweltschutz wurde beispielsweise deutlich, dass der Einsatz von aufgereinigtem Biogas als Kraftstoff die größte Kilometerleistung aller bisherigen Biokraftstoffe aufweist. Wichtig bei der Biogasproduktion ist allerdings die gasdichte Abdeckung des gesamten Prozesses.
In das Erdgasnetz eingespeistes Biogas kann viele neue Einsatzfelder erschließen, da mit dem Erdgasnetz ein weit ausgebautes Transportnetz zur Verfügung steht.

Die Brennstoffzelle kann ebenfalls einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Stromausbeute und der Ökoeffizienz leisten.

Hinsichtlich der Biokraftstoffe hat in Deutschland und Europa Biodiesel große Bedeutung, Bio-Ethanol holt auf. In allen übrigen Kontinenten ist Ethanol der meistgenutzte Biokraftstoff, jedoch entstehen zunehmend auch Biodieselanlagen. Ein breiteres Pflanzenspektrum für die Produktion von Biokraftstoffen dürfte erst mittelfristig bedeutsam sein.

Zum Abschluss des Symposiums nutzten jeweils gut 50 Interessierte die Gelegenheit die Biomethananlage in Pliening bei München oder die Campa-Ölmühle in Straubing auf Exkursionen zu besichtigen.


Informationen: Ein Tagungsband zur Veranstaltung ist für 19,95 Euro (zzgl. MwSt. und Versand) erhältlich bei C.A.R.M.E.N. e.V., Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel.: 09421-960-300, E-Mail: contact@carmen-ev.de

Circa 5.000 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar erbeten.
Presseanfragen an Ursula Schulte, Tel. 09421 - 960-349

 
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