![]() |
|||||
Informationen für die Presse E85 in Deutschland - Ein Kraftstoff mit
Zukunft Die Veranstaltung wurde gemeinsam von C.A.R.M.E.N., dem Kompetenzzentrum HessenRoh-stoffe (HeRo) und der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) organisiert. Ziel war es, einen Informationsaustausch zwischen den verschiedenen Akteuren zu ermöglichen, die sich bereits für Ethanol als Kraftstoff engagieren bzw. dies für die Zukunft planen. Vor fast 80 Teilnehmern stellte Ronny Winkelmann von der
FNR die Rahmenbedingungen für Biokraftstoffe in Deutschland vor.
Er ging auf die Gesetzgebung in Deutschland ein, wonach Bio-Ethanol in
Form von E85 (einem Gemisch aus 85 Prozent Ethanol und 15 Prozent Benzin)
bis 2015 von der Mineralölsteuer befreit ist. E85 - Schweden macht es vor Knuth Kreissl berichtete über die Beweggründe für die Installation der ersten deutschen Etha-noltankstelle an seinem Ford-Autohaus in Bad Homburg vor gut einem Jahr. Von einem Landwirt auf diese Kraftstoffalternative aufmerksam gemacht, ist Kreissl inzwischen vom Etha-nol überzeugt und konnte schon über 80 Ethanol-taugliche Fahrzeuge verkaufen. 41 dieser sogenannten FFV-Modelle wurden vom Regierungspräsidium Gießen als Dienstwa-gen angeschafft. Die Beweggründe für die vorbildliche Entscheidung zu Gunsten des Klima-schutzes stellte Karin Ohm-Winter vom Regierungspräsidium Gießen vor. Anhand wirtschaftli-cher Berechnungen, in die neben der Jahreskilometerleistung Steuern, Versicherung und die Treibstoffvarianten Benzin, Diesel und E85 einbezogen wurden, konnte eine Entscheidung zu Gunsten von Ethanolfahrzeugen auch ökonomisch bestehen. Obwohl der Preis für E85 derzeit höher ist als zum Kalkulationzeitpunkt, können die FFV-Fahrzeuge wirtschaftlich mit den kon-ventionellen Varianten mithalten. "Die Autos machen Spaß" zitierte Ohm-Winter die Erfahrun-gen ihrer Kollegen und sie wünschte sich, dass weitere öffentliche Stellen diesem Beispiel fol-gen. Als Projektleiter stellte Hubert Maierhofer von C.A.R.M.E.N. die Straubinger Bio-Ethanol-Initiative vor, die Ende 2005 gegründet wurde. Er konnte auf ein recht aktives Jahr zurückblicken, in dem der Kraftstoff und die FFV-Fahrzeuge auf zahlreichen Messen, in Vorträgen und gegen-über politischer Prominenz präsentiert wurden. Neben der Installation einer E85-Zapfsäule konnten bereits 13 FFV-Fahrzeuge im Rahmen der Initiative auf die Straßen gebracht werden. Als neues Projekt wird nun auch die Region Chiemgau-Inn-Salzach unter Leitung von C.A.R.M.E.N. den Aufbau eines E85-Tankstellennetzes und die Bekanntmachung von Ethanol-tauglichen Fahrzeugen vorantreiben. Ethanolkraftstoff reichlich vorhanden Dass neben industriellen Produktionsanlagen auch bestehende landwirtschaftliche Brenne-reien Ethanol als Treibstoff produzieren und so ihre Wirtschaftlichkeit erhöhen können, stellte Prof. Christof Wetter von der Fachhochschule Münster anhand von Machbarkeitsstudien vor. Eine Marktfähigkeit ist hier bei vollständiger Ausschöpfung aller Optimierungspotenziale ge-geben. Dazu gehören auch geschlossene Stoffkreisläufe, z. B. durch die Einbindung von Bio-gasanlagen und Strohheizungen. Dr. Thomas Wilharm von der Analytik-Service Gesellschaft stellte die Qualitätssicherung von E85 vor. Dabei ging er auf die noch fehlende Normung ein, die insbesondere Sicherheit bei Schadensfragen gibt. Die wasserrechtlichen Fragestellungen bei der Inbetriebnahme einer Ethanol-Zapfsäule erläu-terte Peter Keilhofer vom Tüv Süd. Bei Tankstellenumrüstungen sind aufgrund der unterschied-lichen Gegebenheiten noch immer Einzelfallgutachten zu erstellen, diese werden aber zügig und anhand eines "roten Fadens" bearbeitet. So konnte das Genehmigungsverfahren schon deutlich vereinfacht werden. Wichtig sei, vor Projektbeginn das Gespräch mit allen Beteiligten und den Genehmigungsbehörden zu suchen, dies gewähre eine optimale Zusammenarbeit, so Keilhofer. Politischer Rahmen für Planungssicherheit Da es derzeit nur Ethanol-taugliche Neufahrzeuge von Ford und Saab auf dem deutschen Markt gibt, können Umrüstungen, z. B. mit dem System von Total Flex, eine Möglichkeit sein, vorhandene Fahrzeuge und Fuhrparks mit Ethanol zu betreiben. Hubert Northoff stellte diese Technik vor, die in ca. ein bis zwei Stunden eingebaut werden kann und über ein zusätzliches Motorsteuerungsgerät den Betrieb von Multipoint-Saugrohr-Motoren mit E85 in jedem beliebi-gen Mischungsverhältnis ermöglicht. Er sieht ein Marktpotenzial von 10 Mio. Fahrzeugen in Deutschland, ist seit November 2006 im Geschäft und hat bereits die ersten Umrüstsätze an Werkstätten verkauft. Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Hubert Maierhofer, Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel.: 09421/960-300, Fax: -333, E-Mail: hm@carmen-ev.de
Circa 6.000 Zeichen, Abdruck frei, Belegexemplar
erbeten.
|
|||||