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Newsletter/ nawaros®10/09
Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen
Newsletters nawaros®
Inhalt
"biomasse 2009" & "Holz
Erleben 09" in Straubing
Aktionsplan Stoffliche Nutzung
Bayern setzt auf Biomasse
EEG: Landschaftspflege-Bonus
TFZ-Bericht zu Miscanthus
Vermeidung von Gärhemmungen bei Rezyklatwassereinsatz
Gummi aus Löwenzahn
"biomasse
2009" & "Holz Erleben 09" in Straubing
12.000 Besucher informierten sich umfangreich und intensiv
Nachwachsende Rohstoffe, Solarenergie, weitere regenerative
Energien und die Veredelung von Holz waren Themen, die vom 2. bis zum
4. Oktober 2009 in Straubing Fachleute und Endverbraucher in großer
Zahl auf das Messegelände lockten. In der Messehalle und auf dem
Freigelände Am Hagen wurden die "biomasse 2009" und die
"Holz Erleben 09" veranstaltet.
"Die Ausstellervielfalt, die Aktualität der Messethemen und
die angebotenen Vorträge haben in idealer Weise das Besucherinteresse
angesprochen. Der Feiertag, ein verkaufsoffener Sonntag und strahlender
Sonnenschein haben ein Übriges dazu beigetragen, dass - mit 12.000
Besuchern - unsere Erwartungen mehr als erfüllt wurden", zog
Gilbert Krapf, Geschäftsführer der messeveranstaltenden biomasse
gmbh am Sonntagabend ein erfreuliches Resümee.
Eröffnungsrundgang mit Landwirtschaftsminister Brunner
Die Schirmherrschaft für das Messe-Duo hatte der Bayerische Staatsminister
für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner, übernommen.
Den Ausstellern und Besuchern der "biomasse 2009" und der "Holz
Erleben 09" wünschte Landwirtschaftsminister Brunner in seiner
Rede zur Messeeröffnung "Gute Gespräche und gute Geschäfte".
Messeorganisator Walter Wallrapp von der biomasse gmbh freute sich über
den regen Zulauf, den die Aussteller in den Messehallen und auf dem Freigelände
zu bewältigen hatten. Intensive Gespräche mit zum Teil bereits
bestens vorinformierten Besucher und zahlreiche Geschäftsabschlüsse
konnten an den Ständen verzeichnet werden. Staunende Zuschauer aller
Altersgruppen prägten auch das Bild auf dem Messefreigelände.
Kraftstrotzende Motoren und der typische Duft von frisch verarbeitetem
Holz zogen hier die Besuchermassen an.
Am Samstag und Sonntag boten C.A.R.M.E.N. und das Netzwerk Forst und Holz
Bayerischer Wald kostenfreie Fachgespräche an. Die Vorträge
über Wärme und Strom aus Biomasse, Solar- und Windenergie sowie
Wohnen und Leben mit Holz waren häufig überfüllt.
Kinderbetreuung und Milchausschank
Dass Basteln und Malen mit Nachwachsenden Rohstoffen Spaß macht,
zeigte der rege Betrieb in der Spielecke, betreut vom Kinderhort St. Peter.
Hier bot sich für kleine Prinzessinnen und flinke Tiger beim Werkeln
mit Skulpturen aus Maisstärke ein buntes Programm, während sich
die Eltern mit Fachwissen versorgten.
Informationen: biomasse gmbh, Toni Hilmer und Walter Wallrapp (http://www.biomasse-messe.de)
und Netzwerk Forst und Holz Bayerischer Wald, Alexander Schulze (http://www.holz-erleben.com)
Aktionsplan Stoffliche Nutzung
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner stellte am 8.
September in Berlin den ersten Aktionsplan zur stofflichen Nutzung Nachwachsender
Rohstoffe vor. Dieser soll den im April 2009 erschienenen Nationalen Biomasseaktionsplan
für die energetische Nutzung ergänzen und dazu beitragen, die
Vorreiterrolle Deutschlands als Forschungs- und Entwicklungsstandort und
die Arbeitsplätze in dieser Branche zu sichern.
Der Aktionsplan umfasst zwölf Handlungsfelder, in denen die Maßnahmen
zu seiner Umsetzung definiert werden. Die Bundesregierung will so die
Voraussetzungen schaffen, damit die stoffliche Nutzung im internationalen
Wettbewerb bestehen kann und künftig EU-einheitliche Normen geschaffen
werden können. Aigner betonte, dass es sich bei dem Aktionsplan nur
um ein Gerüst handle, dass erst mit Leben gefüllt werden müsse.
Zum Ausbau der stofflichen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe bedürfe
es eines Maßnahmenbündels, dass folgende Punkte umfasst: Forschung
und Entwicklung, Normung und Standardisierung, Information sowie ordnungsrechtliche
Kriterien, führte ein Sprecher des Bundeslandwirtschaftsministeriums
aus.
Um die Konkurrenzsituation zwischen Nahrungsmitteln sowie der stofflichen
und energetischen Nutzung von Biomasse zu entschärfen, sollen Nutzungskaskaden
entwickelt und gefördert werden.
Die anwesenden Branchenvertreter begrüßten diese Initiative
der Bundesregierung, die stoffliche Nutzung, die bisher im Vergleich zur
energetischen Nutzung im Hintergrund stand, zu fördern und aufzuwerten.
Weiterführende Informationen: Bundesministerium für Ernährung,
Landwirtschaft und Verbraucherschutz (http://www.bmelv.de)
Bayern setzt auf Biomasse
Die Chancen dafür stehen gut,
wie Landwirtschaftsminister Helmut Brunner im Vorfeld der internationalen
Fachmesse RENEXPO® in München mitteilte. Der Minister setzt dabei
neben der vermehrten Nutzung von Restholz in den Wäldern auf Zuwachsraten
beim Biogas - durch verstärkten Gülleeinsatz in typischen Bauernhof-Anlagen
und durch den Bau größerer Anlagen mit Einspeisung ins Erdgasnetz.
Aber auch bei den Biokraftstoffen seien Zuwächse zu erwarten, so
Brunner: Sie profitieren von der Vorgabe der EU, dass bis zum Jahr 2020
zehn Prozent der im Verkehr verwendeten Kraftstoffe aus erneuerbaren Energien
bereitgestellt werden müssen.
Schon jetzt liegt bei den erneuerbaren Energien die Biomasse mit einem
Anteil von fast drei Vierteln an der Spitze. 24 Prozent entfallen auf
Wasserkraft, vier Prozent auf Photovoltaik, Windenergie und Geothermie.
Mit rund 57 Prozent besteht der Löwenanteil der Bioenergie aus Holz,
16 Prozent werden aus Biogas erzeugt, 15 Prozent aus Biomasse im Müll
und zwölf Prozent entfallen auf die Biokraftstoffe.
Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung,
Landwirtschaft und Forsten (http://www.stmelf.bayern.de)
EEG: Landschaftspflege-Bonus
Die Clearingstelle-EEG hat ihr Empfehlungsverfahren zum
Landschaftspflege-Bonus abgeschlossen. Im Ergebnis plädiert die Clearingstelle
für eine weite Auslegung des Begriffs Material, das im Rahmen der
Landschaftspflege anfällt. Auch Straßenbegleitgrün soll
demnach als Landschaftspflegematerial subsummiert werden. Die Empfehlungen
der Clearingstelle sind nicht rechtsverbindlich. Im Einzelfall kann der
Stromversorger und beim Landschaftspflegebonus auch der Umweltgutachter
eine andersartige Auffassung vertreten.
Die Clearingstelle-EEG geht davon aus, dass Pflanzen- oder Pflanzenbestandteile
im Rahmen der Landschaftspflege anfallen, wenn Schnitt- und Mahdgut auf
folgenden Flächen anfällt: gesetzlich geschützte Biotope,
besonders geschützte Natur- und Landschaftsteile, Vertragsnaturschutzflächen,
Flächen aus Agrarumwelt oder vergleichbaren Förderprogrammen,
Flächen, auf denen die Bewirtschaftungsauflagen der o. a. Programme
freiwillig eingehalten werden sowie Flächen, auf denen vegetationstechnische
Pflegemaßnahmen durchgeführt werden, einschließlich u.
a. des hierbei anfallenden Straßenbegleitgrüns bzw. -holzes,
kommunalen Grasschnitts, Grünschnitts aus der privaten und öffentlichen
Garten- und Parkpflege sowie von Golf- und Sportplätzen und von Randstreifen
von Gewässern.
Indizien dafür, dass die Tätigkeiten auf anderen als auf den
genannten Flächen vorrangig der Landschaftspflege dienen, sind der
Verzicht auf den Einsatz von mineralischem Dünger und von chemischen
Pflanzenschutzmitteln ab Kalenderjahresbeginn bis zum Anfallen der Pflanzen
oder Pflanzenbestandteile sowie die maximal zweischürige Mahd pro
Kalenderjahr.
Info: Die gesamte Empfehlung ist im Internet zu finden unter:
http://www.clearingstelle-eeg.de/filemanager/active?fid=755

TFZ-Bericht zu Miscanthus
Unter den Nachwachsenden Rohstoffen stellt Miscanthus
(Chinaschilf) eine vielversprechende Ergänzung heimischer Pflanzen
dar. Mit dem Ziel Anbau, Pflege und Ernte, den vorherrschenden Standortbedingungen
und dem Nutzungsspektrum angepasst, zu optimieren, wurden seit 1988
von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG)
Untersuchungen hinsichtlich Überwinterungsraten, Winterfestigkeit
sowie zur Samenvermehrung durchgeführt.
Zusammen mit der früheren Bayerischen Landesanstalt für Bodenkultur
und Pflanzenbau (LBP) wurden an 12 verschiedenen Standorten in Bayern
Miscanthusbestände begründet um Fragen der Sortenwahl und
Düngung zu erforschen.
Seit 2002 hat das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) federführend
die noch bestehenden Miscanthusbestände übernommen.
Im TFZ-Bericht "Miscanthus: Anbau und Nutzung" finden sich
die Informationen und Ergebnisse aus 20 Jahren Miscanthusforschung zusammengefasst
und aufbereitet für die praktische Anwendung.
Autoren TFZ: Dr. Maendy Fritz, Beate Formowitz; Autoren LWG: Steffen
Jodl, Angelika Eppel-Hotz, Werner Kuhn
Download des Berichts unter:
http://www.tfz.bayern.de/sonstiges/15951/bericht_19_gesch
_tzt.pdf

Vermeidung von
Gärhemmungen bei Rezyklatwassereinsatz
In der Biogasvergärung wird zum Anmaischen
von feststoffhaltigen Substraten wie Getreidekorn, Rapsschrot oder
Mist in der Regel der Ablauf, das Rezyklatwasser, aus dem Fermenter
verwendet. Die Aufbereitung des Ablaufs beschränkt sich meistens
auf eine mechanische Abtrennung der festen Phase. Dadurch kann es
jedoch zu einer Aufkonzentration von gelösten Nährstoffen
im Fermenter kommen, wobei insbesondere die Erhöhung von Ammoniumstickstoff
(NH4-N) massive Gärhemmungen verursacht.
Um dieses Problem zu lösen, hat die Gesellschaft für nachhaltige
Stoffnutzung mbH (GNS) aus Halle das so genannte ANA-Strip®-Verfahren
entwickelt, mit dem NH4-N zu 75 bis 95 Prozent auf vergleichsweise
einfache Weise aus dem Rezyklatwasser abgetrennt und in einen vermarktungsfähigen
Dünger umgewandelt werden kann.
In einem von Mitte 2007 bis Ende 2008 laufenden Forschungsprojekt
unterzogen die GNS-Wissenschaftler das ANAStrip®-Verfahren nun
einem intensiven Test: Sie simulierten in zwei 4-monatigen quasi-kontinuierlich
betriebenen Gärversuchen in einem 10-Liter-Fermenter einen beispielhaften
Biogasprozess zur Vergärung von Maissilage mit Rapspresskuchen
und Getreide sowie von Hühnertrockenkot und Maissilage.
Im Ergebnis zeigte sich, dass das Verfahren die entsprechenden Erwartungen
voll erfüllte. Der Biogas-Mehrertrag des Versuchs mit ANAStrip®-Verfahren
lag bei durchschnittlich 36 Prozent gegenüber Vergleichs-Batch-Tests
ohne NH4-N-Reduzierung, die Methanausbeute stieg im Schnitt um 34
Prozent.
Ergänzend führte das GNS-Team auch Untersuchungen zur optimalen
Raum-Zeit-Belastung durch. Im Ergebnis bewerten die Wissenschaftler
die häufig anvisierten hohen Raumbelastungen von mehr als 4 kg
organischer Trockensubstanz (oTS) pro Kubikmeter Faulraum und Tag
und die kurzen Verweilzeiten im Fermenter sehr kritisch, da sie oft
zu Instabilitäten, Übersäuerungen und Ertragsrückgängen
führen.
Stattdessen empfehlen sie die optimale Ausnutzung des Substrats bei
minimalem Substrateinsatz, also eine hohe spezifische Biogasausbeute.
Die in dieser Hinsicht optimale Raumbelastung lag in den Versuchen,
bei denen überwiegend Hühnermist vergoren wurde, bei 1 kg
oTS pro Kubikmeter Faulraum und Tag.
Die Ergebnisse aus der Laborarbeit wurden im Anschluss auf den Praxismaßstab
übertragen: Eine Biogasanlage bei Bremen konnte mit Hilfe des
ANAStrip®-Verfahrens nach wenigen Wochen ihre Stromerträge
bei gleichem Substrateinsatz um 15 Prozent steigern.
Infos: Auf http://
www.fnr.de finden sich im Menü "Projekte & Förderung"
unter dem Förderkennzeichen 22003907 weitere Informationen und
der Abschlussbericht zum Download.

Gummi aus Löwenzahn
Aus russischem
Löwenzahn gewannen Deutsche, Russen und US-Amerikaner bereits
im zweiten Weltkrieg das begehrte Rohmaterial Kautschuk. Wird die
Pflanze verwundet, tropft der Kautschuk heraus. Da er sofort polymerisiert,
war die Nutzung bisher schwierig.
Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Molekularbiologie
und Angewandte Ökologie IME in Aachen sind der groß angelegten
Kautschukproduktion aus Löwenzahn jetzt einen Schritt näher
gekommen: "Wir haben das Enzym gefunden, das für die schnelle
Polymerisation verantwortlich ist und haben dieses ausgeschaltet",
sagt Prof. Dr. Dirk Prüfer, Abteilungsleiter am IME. "Wird
die Pflanze beschädigt, fließt Latex heraus anstatt zu
polymerisieren. Wir erhalten etwa die vier- bis fünffache Menge
wie üblich.
Würden die Pflanzen großtechnisch angebaut, ließen
sich so auf einem Hektar 500 bis 1000 Kilogramm Latex pro Vegetationsperiode
produzieren." Der Löwenzahn-Kautschuk ruft bisher keine
Allergien hervor und wäre daher besonders geeignet für
den Einsatz in Kliniken.
Quelle: http://www.ime.fraunhofer.de

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