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Newsletter/ nawaros®08/09
Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen
Newsletters nawaros®
Inhalt
Das Cradle-to-Cradle-Prinzip
EcoTopTen listet Textilsortiment
Gar nicht von Pappe
Sensor unterscheidet Bioöl von Mineralöl
Neuer Förderrechner der dena
BAUnatour
-G-E-D-R-U-C-K-T-E-S-
Die Natur als
Vorbild
Das Cradle-to-Cradle-Prinzip
Wer nur so viel Holz im Wald einschlägt, wie gleichzeitig
wieder aufgeforstet wird, handelt nach dem Prinzip der Nachhaltigkeit,
das bereits im 18. Jahrhundert als Begriff entstand.
Um den Planeten Erde in einem lebenswerten Zustand an die nachfolgenden
Generationen zu übergeben, erkennen immer mehr Menschen, dass sie
selber die Verantwortung hierfür tragen.
Bisher ist das Umweltdenken allerdings eher durch das Reduzieren von Schadstoffen
und Müll geprägt. Doch es gibt eine Bewegung, die deutlich weiter
geht: Das Cradle-to-Cradle-Konzept, begründet von dem deutschen Chemiker
Professor Michael Braungart und dem amerikanischen Architekten William
McDonough. Nach diesem Prinzip haben Produkte kreislauffähig zu sein,
dabei wirtschaftlich und förderlich für die Umwelt und die Verbraucher.
Das Konzept unterscheidet zwischen zwei Produktgruppen, den Verbrauchsgütern,
die in biologischen Kreisläufen geführt werden und den Gebrauchsgütern,
die in technischen Kreisläufen vollständig und endlos wiederverwertet
werden. Die nach diesem Konzept hergestellten Produkte sollen also nicht
"weniger schädlich" sein, sondern von Beginn an nützlich
und förderlich. Dazu muss bereits vor der Produktion geplant werden,
was aus einem Produkt bzw. seinen Bestandteilen nach dem Ge- bzw. Verbrauch
einmal werden soll. So entsteht erst gar kein Abfall.
In Deutschland soll es inzwischen gut 600 Produkte geben, die diesem Prinzip
folgen. Hier einige Beispiele:
Das Wellness-Shirt von Trigema aus 100 Prozent Biobaumwolle ist vom Garn
über das Etikett bis hin zu den Knöpfen vollständig kompostierbar.
Auch die Farben wurden speziell hierfür entwickelt, sie sind umweltfreundlich
und ebenfalls kompostierbar (http://www.trigema.de/shop/page/kompostierbar_page/detail.jsf).
Eine kompostierbare Wäscheserie aus rein ökologischer Baumwolle
hat auch die Firma Triumph unter der Bezeichnung "Pure Origin"
im Programm (http://www.triumph.com).
Der Schuh der Wexla GmbH besteht aus drei miteinander kombinierbaren Teilen
(Sohle, Oberteil, Fußbett), die bei Verschleiß problemlos
über ein Klicksystem gegen neue ausgetauscht werden können.
Außerdem kann sich der Kunde so seinen individuellen Schuh zusammenstellen.
Die verbrauchten Teile nimmt der Hersteller zurück (http://www.wexla.at).
Die Firma Nike hat z. B. den Laufschuh "Pegasus" nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip
im Programm. Materialien, die nicht wieder für neue Laufschuhe verwendet
werden können, werden zu Sportplatzoberflächen oder Kunstrasen.
Hierzu passen würde die Produktlinie "Blue Nature" von
Rono Innovations des Sportartikelanbieters Run&Style aus Heppenheim.
Für einen Teil der Damen-Kollektion wurde auf Ingeo zurück gegriffen,
einem Garn aus pflanzlicher Biomasse. So entsteht ein Produkt, das sich
wie Naturfaser anfühlt und über die Eigenschaften einer Kunstfaser
verfügt [http://www.rono-innovations.de].
Bei Geräten, wie einem Fernseher, ist es nach Braungart wünschenswert,
diese nur noch zu mieten. Damit bleibt der Hersteller im Kontakt mit dem
Kunden, bietet diesem hochwertiges Material an und tauscht es nach einer
gewissen Nutzungszeit gegen ein technisch neueres Gerät aus. Die
eingesetzten Komponenten werden zuvor so ausgewählt, dass sie einem
technischen Kreislauf wieder als Rohstoff dienen.
Buchtipp: Die nächste Industrielle Revolution - Die Cradle-to-Cradle-Community,
Michael Braungart (Hrsg.), 280 Seiten, Preis: 25,00 Euro, ISBN: 978-3-434-50616-4
EcoTopTen listet Textilsortiment
Umweltfreundlich, schadstoffgeprüft und fair produziert:
Aktuelle Marktübersicht zum Textilsortiment listet mehr Anbieter
auf als bisher. Auch Herrenkleidung zunehmend dabei.
Wer sich jetzt zur Sommerzeit mit einer kurzen Hose oder einem Rock eindeckt,
schaut, ob das Kleidungsstück modisch ist und gut passt. Ob die neue
Baumwollkleidung problematische Stoffe enthält und unter welchen
Bedingungen sie gefertigt wurde, weiß der Kunde in der Regel nicht.
Doch es gibt Alternativen: Fair produzierte und schadstoffgeprüfte
Kleidung aus Biobaumwolle. Welche Unternehmen solche Textilien nicht nur
als Einzelstücke, sondern en Gros anbieten, erfahren VerbraucherInnen
ab sofort aus der aktualisierten EcoTopTen-Marktübersicht.
Quelle und Infos: Übersicht zum Textilsortiment: http://www.ecotopten.de
Gar nicht von Pappe
Wofür braucht man beim Hausbau
Papier? Zugegeben, die Baupläne werden in dieser Form ausgegeben,
diverse Formulare in Papierform begleiten den Hausbau und auch Zelluloseflocken
aus Altpapier zur Dämmung sind vielen geläufig.
Unternehmer Gerd Niemöller aus Kiel kann sich mit Papier noch viel
mehr vorstellen und hat aus seinen Ideen ein Papierpaneel entwickelt,
das unter dem Markennamen "SwissCell" die Fertigungstechnik
revolutionieren soll.
Aus in Kunstharz getränkter Zellulose wird unter hohem Druck bei
160 Grad Celsius ein Paneel gepresst, das extrem belastbar ist, die Brandschutzklasse
B1 erfüllt und auch noch billig für den Massenmarkt herstellbar
ist.
Diesen Massenmarkt sieht Niemöller vor allem in den Slum-Gebieten
der Erde. Mit SwissCell können hier einfach, umweltfreundlich und
preisgünstig Wohnmöglichkeiten geschaffen werden, die dann auch
vor Ort produziert werden sollen.
Der Prototyp steht bereits in Kiel: Dort wurde ein 34 Quadratmeter großes
Haus konstruiert, mit Platz für eine nigerianische Großfamilie,
dessen Einzelteile sich innerhalb von wenigen Stunden zusammenbauen lassen.
Und das für unter 4.000 Euro.
Damit ist es möglich, viele Probleme in der dritten Welt zu lösen.
In Kooperation mit dem Hilfswerk "World Vision" sollen die ersten
Siedlungen in Simbabwe entstehen.
Auch Nigeria hat bereits 2.400 Häuser bestellt.
Quellen: "Der Papier-Überflieger", Süddeutsche Zeitung,
16. / 17.Mai 2009; "Papierhaus für Afrika", Der Spiegel,
12. Januar 2009.
Weitere Infos unter: http://www.swisscell.de
Sensor unterscheidet Bioöl von
Mineralöl
Mit dem neuen, von der Firma ARGO-HYTOS entwickelten Messgerät
kann direkt vor Ort überprüft werden, ob die im Einsatz befindliche
Arbeitsmaschine mit Bioöl oder Mineralöl befüllt ist. So
kann schnell und sicher kontrolliert werden, inwieweit z. B. der Forstwirt
oder der Bauunternehmer die für das Einsatzgebiet der Maschine geltenden
Umweltvorschriften einhält.
Moderne Forst- und Baumaschinen wie Harvester oder Bagger verfügen
über große hydraulische Aggregate, die oft mit mehreren hundert
Litern Hydrauliköl befüllt sind. Vor allem von den dazu gehörigen
Schlauchverbindungen geht die latente Gefahr von Leckagen mit nicht unerheblichem
Gefährdungspotenzial für die Umwelt aus. Deshalb ist für
viele Einsatzgebiete der Gebrauch von biologisch schnell abbaubaren Hydraulikölen
vorgeschrieben.
Biologisch abbaubar sind speziell modifizierte Mineralöle oder Produkte
auf pflanzlicher Basis, die so genannten Bioöle.
Während bisher Testgeräte für eine schnelle und sichere
Vorort-Überprüfung der eingesetzten Hydrauliköle fehlten,
hat die Firma ARGO-HYTOS nun mit finanzieller Unterstützung des Bundesministeriums
für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Zusammenarbeit
mit der Rheinisch-Westfälisch-Technischen Hochschule Aachen ein Gerät
für einen Schnelltest zur Unterscheidung von Bioölen und Mineralölen
entwickelt.
Kernstück ist der Sensor, der zwei physikalische Größen
misst, die Temperatur und die so genannte Dielektrizitätskonstante.
Die interne Software vergleicht die gemessenen Werte mit den einprogrammierten
Standardwerten von handelsüblichen mineralischen und biogenen Hydraulikölen
und ordnet das gemessene Öl einer Kategorie zu. ARGO-HYTOS hat eine
Pilotserie von zehn Geräten hergestellt, die von verschiedenen Firmen
im Feldeinsatz erprobt worden sind. Die Resonanz war durchweg positiv.
Mit dem Gerät kann der erfolgreiche Wechsel der Ölsorten schnell
und einfach kontrolliert werden. Auf jeden Fall wird durch die Testmöglichkeit
der konsequente Einsatz von Bioölen gefördert.
Weitere Infos: http://www.fnr.de
Kontakt: ARGO-HYTOS, Industriestraße 9, 76703 Kraichtal-Menzingen,
Tel. 07250 / 76 100

Neuer Förderrechner
der dena
Den Heizkessel komplett abschalten und so Geld und
Energie sparen - im Sommer ist das für Hausbesitzer mit Solaranlagen
kein Problem. Mit dem Einbau einer Solarthermieanlage können sie
die wertvolle Wärmestrahlung einfangen und ihr Warmwasser damit
heizen. Auch Pelletöfen oder Wärmepumpen, die die Energie
aus Holz beziehungsweise anteilig aus Umweltwärme gewinnen, reduzieren
spürbar die jährlichen Energiekosten. Der Staat unterstützt
Hausbesitzer bei der Investition tatkräftig: Bis zu 500 Millionen
Euro stehen aus dem Marktanreizprogramm (MAP) zur Förderung von
erneuerbaren Energien zur Wärmegewinnung jährlich zur Verfügung.
In Neubauten ist die Nutzung von Wärme aus erneuerbaren Energien
seit dem 1.1.2009 Pflicht.
Die Deutsche Energie-Agentur (dena) hat einen Förderrechner entwickelt,
um online schnell und einfach den individuellen Fördersatz zu ermitteln.
Mit dessen Hilfe erfahren Interessierte, wie hoch der Zuschuss aus dem
MAP für die geplante Anlage ist.
Weitere Informationen unter: http://www.zukunft-haus.info/foerderrechner

BAUnatour
"BAUnatour - Bauen und Wohnen mit
Nachwachsenden Rohstoffen" ist eine Wanderausstellung die zeigt,
was mit Nachwachsenden Rohstoffen von der tragenden Konstruktion aus
Holz über Dämmstoffe aus Flachs oder Zellulose bis hin zum
Teppich aus Ziegenhaar im Baubereich alles machbar ist.
Infos: http://www.bau-natour.de,
weitere Nawaro-Baubeispiele im Internet gibt es unter http://www.natur-baustoffe.info

-G-E-D-R-U-C-K-T-E-S-
Daten und
Fakten zu Biomasse
Das Erneuerbare-Energien- Gesetz und das Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetz
werden in einer neuen Broschüre des Bundesministeriums für
Ernährung, Landwirtschaft und Forsten vorgestellt.
Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner erklärt in ihrem
Vorwort, dass die neue Broschüre Orientierung über beide
Gesetze bieten soll. Klima- und ressourcenschonend sowie sozialverträglich
soll die Energieversorgung sein, das gelte als Herausforderung des
21. Jahrhunderts.
Infos und Download: http://www.fnr.de
Ferienhaus aus Holz von Bauer Hubert
Als 6. Folge der beliebten Kinderbuch-Serie zu Nachwachsenden Rohstoffen
ist jetzt das Heft "Bauer Hubert und das Ferienhaus" erschienen.
Darin baut Bauer Hubert ein Ferienhaus aus Holz, das mit Dämmstoffen
aus Schafwolle, Flachs und Hanf gedämmt und mit Naturfarben
aus Färberpflanzen gestrichen wird.
Info: Bestellt werden kann das Heft bei der FNR unter http://www.fnr.de,
Stichwort Mediathek.
Entenvisionen
Ralf Ruszynski unternimmt in seinem ersten Buch "Eine Reise
in die Nachhaltigkeit". "Ja, und es geht mir gut dabei,"
schildert er, "ich habe gelernt, bewusster mit vielen Dingen
umzugehen und stellte erneut fest, wie genial der menschliche Körper
ist."
Mit dem Rad zur Arbeit und das Auto stehen lassen, die Heizung herunter
regeln und durch einen warmen Pulli ersetzen, mit diesen und zahlreichen
weiteren Maßnahmen reduziert Ruszynski zunächst seinen
privaten Energieverbrauch um anschließend den Restbedarf über
einen Ökostromversorger zu beziehen. Sein Geld hat Ruszynski
bei einer ethischen Bank angelegt, beim Einkaufen entscheidet er
nicht nach dem Preis sondern macht die Nachhaltigkeit zum Kriterium
der Wahl. Auf Lösungen von Politikern, der Wirtschaft und Banken
wartet er nicht mehr, sondern wird selbst aktiv. Vorangegangen ist
bei ihm die Erkenntnis, dass jeder Einzelne die Verantwortung für
sein Leben übernehmen muss, darin sieht er die einzige Chance
"diesen wunderbaren Planeten zu erhalten".
Info: Entenvisionen, Ralf Ruszynski, ISBN-10: 3000275177, 2009,
Preis 14,90 Euro

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