Newsletter/ nawaros®11/08

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros®

Inhalt

biomasse 2008 - Messe in Rosenheim
Stiftung Nachwachsende Rohstoffe
Potential der Erneuerbaren Energien
Änderung der Förderung von Biokraftstoffen
Positionspapier ForNeBiK
GEDRUCKTES

biomasse 2008 - Messe in Rosenheim
8.000 Besucher nutzten vielfältiges Angebot

Vom 07. bis zum 09. November 2008 fand die "biomasse 2008" als Fach- und Verbrauchermesse für Nachwachsende Rohstoffe und Solarenergie im Lokschuppen in Rosenheim statt. Gut 8.000 Besucher informierten sich in der Messehalle und auf dem Freigelände.
Positives Messeresümee
Das Messeteam der biomasse gmbh zog ein sehr positives Resümee, trafen sie mit der Veranstaltung doch voll das Besucherinteresse.
"Mit dem Verlauf der Messe sind wir sehr zufrieden", so biomasse-Geschäftsführer Gilbert Krapf "zeigt sich doch, dass in der Bevölkerung ein Umdenken stattfindet. Kurzfristige Preissenkungen bei Heizöl und Kraftstoffen wiegen heute niemanden mehr in Sicherheit. Alternativen wie Holzheizungen und Biokraftstoffe rechnen sich und schonen das Klima, diese Botschaft ist angekommen!"
Auch die Aussteller zeigten sich sehr zufrieden, intensive Kundengespräche und Beratungsangebote sowie zahlreiche Geschäftsabschlüsse geben dem Veranstaltungskonzept recht.
Landwirtschaftsministerium übernahm Schirmherrschaft
Eröffnet wurde die Messe unter der Schirmherrschaft des Bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten. In Vertretung des Landwirtschaftsministers Helmut Brunner, referierte Ministerialrat Dr. Rupert Schäfer vor gut 100 regionalen Ehrengästen und Ausstellern. Er ging insbesondere auf die Verwertungsmöglichkeiten von Agrarrohstoffen zu Ernährungszwecken und die Energiebereitstellung ein und zeigte auf, dass sich beide Nutzungspfade bei Anwendung der gleichen Regeln guter fachlicher Praxis ideal ergänzen.
Fachvorträge rund um Biomasse und Solarenergie
Parallel zur Messe-Eröffnung fand im Ku'Ko der C.A.R.M.E.N.-Fachkongress "Alternative Rohstoffe für Bioenergie" statt. Hierzu konnten über 40 Fachleute aus der Bioenergiebereitstellung in der Holzstadt Rosenheim begrüßt werden. Auch die C.A.R.M.E.N.-Fachgespräche verzeichneten eine rege Teilnehmerresonanz.
Branchen-Innovationen
"In diesen Tagen feiern wir ‚400.000 Jahre Holzfeuerung'", informierte Gilbert Krapf die Gäste der Eröffnungsveranstaltung. Vor dem Hintergrund dieser langen Tradition boomt die Branche. Zahlreiche innovative Neuentwicklungen konnten auch auf der biomasse 2008 vorgestellt werden.
Auf dem Messefreigelände zeigten die Holzaufbereiter in regelmäßigen Vorführungen ihr Können. Zwei Holzhäcksler für die Versorgung von Biomasseheizwerken zerkleinerten unter großem Zuschauerandrang die bereitgestellten Holzmengen.
Aktion "Sauber mähen"
Ein besonderes Messeangebot stand für Besitzer von Benzinrasenmähern bereit. Auf der "biomasse 2008" wurde eine bisher einmalige Aktion angeboten, die bei Rasenmähern den einfachen Umstieg von Benzin auf den Bio-Ethanol-Kraftstoff "E85" demonstrierte.

Infos: biomasse gmbh, Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel.: 09421/960-375, Fax: -329, E-Mail: info@biomasse-gmbh.com (http://www.biomasse-messe.de)


Stiftung Nachwachsende Rohstoffe

Regina Wenninger, Geschäftsführerin der Raiffeisen / Schultze-Delitzsch Stiftung Bayerischer Genossenschaften überreichte einen Scheck über 2.000 Euro an die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe. Werner Döller, Vorstandsmitglied der Stiftung und C.A.R.M.E.N.-Geschäftsführer bedankte sich erfreut: "Die Spende kommt uns sehr gelegen, da das Kapital unserer relativ jungen Stiftung noch nicht sehr hoch ist und wir trotzdem zahlreiche Projekte fördern."
Die Raiffeisen / Schultze-Delitzsch Stiftung, gegründet von den bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken und dem Genossenschaftsverband Bayern, engagiert sich für soziale, wissenschaftliche und kulturelle Belange im Freistaat. Ein Leitsatz der Stiftung fordert, die Lebensfähigkeit des ländlichen Raumes zu sichern, das Bewusstsein für Natur und Umwelt zu stärken und die natürlichen Lebensgrundlagen zu schützen. Diese Forderungen erfüllt die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe, die die gleichen Ziele in ihrer Satzung verankert hat.
Hermann Mirtl, Direktor der Raiffeisenbank Straubing und Vorsitzender des Kreisverbands der Volks- und Raiffeisenbanken stellte den Kontakt zu der Raiffeisen-Stiftung her und leistete die nötige Überzeugungsarbeit bei den zuständigen Gremien, die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe mit einem Betrag von 2.000 Euro zu fördern.
Seit ihrer Gründung im Jahr 2005 durch C.A.R.M.E.N setzt die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe ihre Mittel so ein, dass neue wissenschaftliche Erkenntnisse unbürokratisch und flexibel von der Wirtschaft aufgegriffen und umgesetzt werden können. Vor allem Nachwuchsförderung liegt der Stiftung am Herzen.

Informationen zur Stiftung: C.A.R.M.E.N. e.V., Eva-Maria Hollweck, E-Mail: eh@carmen-ev.de (www.StiftungNachwachsendeRohstoffe.de)


Potential der Erneuerbaren Energien

Der Anteil der erneuerbaren Energien am Stromverbrauch kann von derzeit rund 15 Prozent bis 2020 auf gut 30 Prozent verdoppelt und bis 2030 auf 50 Prozent gesteigert werden. Ihr Anteil am gesamten Energieverbrauch, d. h. Strom, Wärme und Mobilität kann bis 2020 auf 18 Prozent und bis 2050 auf 50 Prozent erhöht werden. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie zum Ausbau der erneuerbaren Energien, die Dr. Joachim Nitsch in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) im Auftrag des Bundesumweltministeriums erstellt hat.
Die Studie zeigt gleichzeitig auf, dass bei verstärkten Anstrengungen zur Steigerung der Energieeffizienz und der Modernisierung des Kraftwerksparks Deutschland planmäßig aus der Atomenergie aussteigen und seine Klimaschutzziele erreichen kann. Eine Stromlücke ist dabei nicht erkennbar. Ein weiteres wichtiges Ergebnis ist, dass die Abhängigkeit von Energieimporten (Uran und fossile Energieträger) gesenkt, das gesamte Energiesystem flexibler und damit die Energiesicherheit deutlich erhöht wird. Auch unter ökonomischen Gesichtspunkten resultieren Vorteile: Der Anlagen- und Maschinenbau kann mit einem guten heimischen Markt große Erfolge auf dem Weltmarkt erzielen und die Zahl der Arbeitsplätze in Deutschland weiter steigern.


Änderung der Förderung von Biokraftstoffen

Das Bundeskabinett hat auf Vorschlag von Bundesumweltminister Sigmar Gabriel eine neue gesetzliche Grundlage für die Förderung der Biokraftstoffe beschlossen. Ziel des Gesetzes ist es, Konkurrenzen um Anbauflächen für Biosprit und Nahrungsmittel zu vermeiden und den Ausbau der Biokraftstoffe stärker als bisher auf die effektive Minderung der Treibhausgasemissionen auszurichten. Die bisher für den Beginn des kommenden Jahres vorgesehene Erhöhung der Beimischungsquote auf 6,25 Prozent wird um ein Jahr verschoben.
Dem Kabinettsbeschluss zufolge soll der gesetzlich festgelegte Beimischungsanteil von Biokraftstoffen für das Jahr 2009 zunächst von 6,25 auf 5,25 Prozent gesenkt werden, jeweils bezogen auf den Energiegehalt. Erst ab 2010 soll dieser Anteil auf 6,25 Prozent angehoben werden und bis 2014 auf diesem Niveau eingefroren bleiben. Die Höhe der Quoten soll 2011 überprüft werden. Dabei wird insbesondere die Frage der Nachhaltigkeit der Produktion der Biokraftstoffe eine herausgehobene Rolle spielen.
Mit dem Gesetz soll auch erstmals aus Biogas aufbereitetes Biomethan auf die Ottokraftstoff- und die Gesamtquote angerechnet werden können. Auch bei dieser Regelung steht der Klimaschutz im Vordergrund: Biomethan soll nur angerechnet werden können, sofern bestimmte Anforderungen im Produktionsverfahren erfüllt sind, die eine günstige Klimabilanz gewährleisten. Biomethan zeichnet sich insbesondere durch einen hohen Energieertrag pro Hektar Anbaufläche aus.
Außerdem ist vorgesehen, die steuerliche Belastung von reinem Biodiesel in den kommenden Jahren um jeweils 3 Cent pro Liter gegenüber der bisherigen gesetzlichen Regelung abzusenken. Biodiesel, der als so genannter "Reinkraftstoff" außerhalb der Quote verkauft wird, wird damit im Jahr 2009 mit 18 statt 21 Cent pro Liter besteuert.
Mit dem Gesetzentwurf der Bundesregierung werden die Biokraftstoffquoten ab dem Jahr 2015 von der energetischen Quote auf ihren Netto-Beitrag zur Treibhausgasverminderung umgestellt. Hierbei werden auch die Treibhausgasemissionen berücksichtigt, die bei der Herstellung der Biokraftstoffe entstehen.
Dadurch wird vor allem für Biokraftstoffe der zweiten Generation, die Schätzungen zufolge einen höheren Beitrag zum Klimaschutz leisten können, eine klare Perspektive für die Zeit nach dem Jahr 2015 gegeben. Denn Biokraftstoffe der zweiten Generation haben eine deutlich bessere Klimabilanz als Biokraftstoffe der ersten Generation, stehen aber noch nicht in relevanten Mengen zur Verfügung.

Quellen und Informationen: Pressemitteilung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit vom 22.10.08 im Internet unter http://www.erneuerbare-energien.de


Positionspapier ForNeBiK

Das Positionspapier "Biokraftstoff-Forschung in Deutschland, Österreich und der Schweiz" ist im Rahmen der ersten Sitzung des ForschungsNetzwerks Biogene Kraftstoffe (ForNeBiK) in Straubing erstellt und durch die Geschäftsstelle des ForNeBiK ausgearbeitet worden.
Das Positionspapier vermittelt einerseits den Status Quo der Erkenntnisse aus Forschung und Entwicklung und verdeutlicht andererseits daraus resultierende Handlungsempfehlungen sowie Anforderungen an den zukünftigen F&E-Bedarf im Bereich der derzeit marktverfügbaren Biokraftstoffe.
Das ForNeBiK ist ein durch das Bayerische Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten initiiertes und finanziell unterstütztes Forschungsnetzwerk.

Infos und Download einer Kurz- und einer Langfassung im Internet unter http://www.fornebik.bayern.de


GEDRUCKTES:

Biokraftstoffe in der Forstwirtschaft

Mit dem Untertitel "Technik, Ökologie und Wirtschaftlichkeit" hat das Kompetenzzentrum HessenRohstoffe (HeRo) e.V. 2008 den Tagungsband "Biokraftstoffe in der Forstwirtschaft" herausgegeben. Die Publikation wurde gemeinsam erstellt mit dem Witzenhausen-Institut und dem Landesbetrieb HESSEN-Forst und gefördert durch das Hessische Ministerium für Umwelt, ländlichen Raum und Verbraucherschutz.
Die hessische Landesregierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2015 15 Prozent des hessischen Endenergieverbrauchs mit regenerativen Energieträgern zu decken.
Die Gründung von HeRo 2004 entspricht diesem Ziel und die von HeRo nun ins Leben gerufene Schriftenreihe soll dazu dienen, Kompetenzen zu verbreiten und der Praxis zur Verfügung zu stellen.
Bei der aktuellen Diskussion um Nahrungsmittel und Bioenergie werden die Biokraftstoffe regelmäßig in Frage gestellt. Dabei kommt ihnen insbesondere in der Land- und Forstwirtschaft im Havariefall eine ganz spezielle Bedeutung zu. Außerdem ist bei der Flächenbearbeitung auch in umweltsensiblen Bereichen häufig eine Außenbetankung von Maschinen (Forwarder und Harvester) erforderlich. Biologisch abbaubare Kettensägenöle und Biohydrauliköle sind längst Standard und ihr Nutzen ist unumstritten. Der Einsatz von Biokraftstoffen kann hier nur als konsequent angesehen werden.
Ottokraftstoffe spielen in der Land- und Forstwirtschaft nur eine untergeordnete Rolle, zumeist in Kleinmotoren. Kettensägen beispielsweise verursachen zwar keine deutlichen Mengenanteil am Kraftstoffverbrauch, wären aber, wie in Brasilien seit langem üblich, durchaus mit Bio-Ethanol zu betreiben. Mengenmäßig bedeutsamer sind pflanzenölbasierte Kraftstoffe in Reinform oder als Biodiesel. Pflanzenöl kommt in erster Linie in Nutzfahrzeugen und Maschinen zum Einsatz, die hierfür umgerüstet wurden. Im Allgemeinen sind hier eine bestimmte jährliche Betriebsdauer verbunden mit einem hohen Nutzungsanteil im Volllastbetrieb Bedingung.
Für die von der Energiesteuer befreiten Land- und Forstwirte sind Pflanzenöl und Biodiesel um etwa 10 bis 15 Cent günstiger als mineralischer Diesel und damit auch ökonomisch interessant. Für Forstwirte sind derzeit allerdings nur Arbeiten im Privatwald von der Energiesteuer befreit. Unternehmer in Kommunal- oder Staatswald profitieren hiervon nicht.
Über die nachhaltige Bewirtschaftung hessischer Wälder, die Entwicklung der Biokraftstoffe in Deutschland, Praxiserfahrungen aus der Forstwirtschaft, steuerliche und ökologische Aspekte und Freigaben durch Maschinenhersteller für den Betrieb mit Biokraftstoffen berichtet der Tagungsband, der auch die Statements des Landesverbandes der Lohnunternehmer Hessen e.V. und der Arbeitsgemeinschaft forstliche Leistungen Hessen e.V. berücksichtigt.

Infos und Bestellung: "Biokraftstoffe in der Forstwirtschaft", 113 Seiten (http://www.hero-hessen.de)

 

 
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