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Newsletter/ nawaros®07/08
Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen
Newsletters nawaros®
Inhalt
250 Besucher beim C.A.R.M.E.N.-Symposium
in Würzburg
Herausragendes Engagement gewürdigt
Stoffliche Nutzung
Schön anzuschauen
Neue Gestaltung
Agrarbericht
Branchenverzeichnis neu aufgelegt
Biokunststoff-Flaschen ohne Pfand
"Bioenergie-Regionen"-Wettbewerb
250
Besucher beim C.A.R.M.E.N.-Symposium in Würzburg
Zukunft sichern mit Nachwachsenden Rohstoffen
250 Besucher fanden sich am 7. und 8. Juli auf der Festung
Marienberg in Würzburg ein, um sich über neueste Entwicklungen
und Zukunftsperspektiven im Bereich Nachwachsende Rohstoffe zu informieren.
"Maß halten" ist das Motto des Heiligen Benedikt von Nursia,
dessen Gefolgsmann von der Benediktinerabtei Münsterschwarzach, Prior
Christoph Gerhard, den Auftaktvortrag im Plenum hielt. Dazu gehört
der maßvolle Umgang mit Energie. Neben einer Photovoltaikanlage
sowie der Nutzung von Wind- und Wasserkraft betreibt die Abtei eine Biogasanlage
und ein Biomasseheizwerk. Durch Wärmedämmung und zusätzliche
Energiesparmaßnahmen konnte die Abtei ihren CO2-Ausstoß auf
praktisch Null reduzieren.
Jakob Opperer, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft
warf im zweiten Auftaktreferat einen Blick in die Zukunft. Er skizzierte
kommende Herausforderungen für die Landwirtschaft.
Holzfeuerungen und Feinstaub
Die gesundheitlichen Auswirkungen von Feinstaub auf den Menschen sowie
Praxiserfahrungen mit Partikelfiltern für Kleinfeuerungsanlagen wurden
im ersten Fachblock thematisiert. Darüber hinaus stellte Dr. Hans
Hartmann vom Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing seine
aktuellen Forschungsergebnisse zu Feinstaubemissionen vor.
Aktuelle Förderinstrumente
Am 4. Juli wurde die Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes und
des Erneuerbare-Energien-Wärme-Gesetzes vom Bundesrat verabschiedet.
Es handelt sich dabei um einen Teil des Energie- und Klimaprogramms der
Bundesregierung. Basierend auf einem Paket von 29 Maßnahmen soll
eine Reduktion des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent bis zum Jahr 2020
erreicht werden. Die neue Gesetzgebung tritt zum 1. Januar 2009 in Kraft.
In zwei weiteren Vorträgen bewerteten die Referenten die neuen Rahmenbedingungen
für die Bioenergiebranche und für die Landwirtschaft.
Nachhaltige Mobilität
Über Fahrzeugauslegung, Antriebskonzepte und Biokraftstoffe referierte
Prof. Hans-Peter Rabl von der Hochschule Regensburg. Dr. Jakob Seiler
vom Verband der deutschen Automobilindustrie erläuterte die Kraftstoffstrategie
der deutschen Automobilindustrie, die vor allem eine Verringerung der
Abhängigkeit von Rohöl und eine Reduktion von CO2-Emissionen
anstrebt. Des Weiteren wurde über Abgasemissionen beim Einsatz von
Rapsölkraftstoff diskutiert und das Bio-Ethanol-Netzwerk Bayern vorgestellt.
Biogas
Prof. Martin Faulstich, Leiter des Wissenschaftszentrums in Straubing
und Vorsitzender des Sachverständigenrats für Umweltfragen (SRU),
bewertete Biogas aus Sicht des SRU. Dieses Gremium steht der Nutzung von
Biomasse grundsätzlich positiv gegenüber. Jedoch verlangt der
SRU, dass die Klimaschutzkriterien eingehalten werden und ein naturverträglicher
Anbau praktiziert wird.
Plattformchemikalien und Produkte für die chemisch-technische
Industrie
"Bioraffinerie - Stand der Technik und internationale Aktivitäten"
lautete das Auftaktreferat zur stofflichen Nutzung von Biomasse. In diversen
EU-unterstützten Projekten wird eine Gewinnung von biobasierten Chemikalien
und Materialien durch Bioraffinerie angestrebt.
Im Anschluss stellte Rainer Schweppe vom Fraunhofer-Institut für
Chemische Technologie biobasierte Plattformchemikalien vor. Ein ökologischer
Straßenbelag wurde von der Colas Bauchemie GmbH präsentiert
und Dr. Rainer Braun von der Rudolf GmbH stellte die Innovationen seiner
Firma auf dem Gebiet der silikonölfreien Entschäumer für
die Textilindustrie vor.
Exkursionen
Abschließend standen zwei Exkursionen auf dem Programm.
Informationen: Ein Tagungsband zur Veranstaltung ist für 19,95 Euro
(zzgl. MwSt. und Versand) erhältlich beim C.A.R.M.E.N. e.V.
Herausragendes
Engagement gewürdigt
Im Rahmen des C.A.R.M.E.N.-Symposiums
fanden sich in der Würzburger Residenz zum Staatsempfang durch den
Bayerischen Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten, Josef
Miller, annähernd 200 Gäste ein.
Der Ernst-Pelz-Preis und der Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe
des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten
wurden bereits zum 16. Mal verliehen. Beide Preise sind mit jeweils 10.000
Euro dotiert.
Ernst-Pelz-Preis 2007
Der Ernst-Pelz-Preis wurde von Peter Pelz zur Erinnerung an seinen Vater
gestiftet. Der Preis ehrt nach der Satzung "Persönlichkeiten,
die sich durch Inkaufnahme wirtschaftlicher Risiken oder durch überragendes
persönliches Engagement bei der Förderung heimischer nachwachsender
Rohstoffe hervortaten und sich freiheitlich-humanen Grundwerten verpflichtet
fühlen."
Die Agrokraft GmbH aus Bad Neustadt an der Saale bekommt den Ernst-Pelz-Preis
2007 für ihr intelligentes und überlegtes Herangehen an Bioenergieprojekte,
so Staatsminister Miller in seiner Laudatio. Die Agrokraft GmbH mit ihren
Gründungsmitgliedern Bayerischer Bauernverband und Maschinen- und
Betriebshelferring Rhön-Grabfeld e.V. organisiert Bioenergieprojekte
nach dem Leitsatz "von Bauern, mit Bauern, für Bauern".
Dieses Konzept hat die Agrokraft GmbH bei ihrer Biogasanlage in Bad Königshofen
umgesetzt. Die Anlage ist Eigentum der Bioenergie Bad Königshofen
GmbH, bei der 37 Landwirte aus nächster Umgebung als Investoren und
Rohstofflieferanten fungieren. Hauptwärmeabnehmer der Biogasanlage
ist das Thermalbad des Kurortes.
Mathias Klöffel und Michael Distel, die den Preis für die Agrokraft
GmbH entgegen nahmen, zeigten sich sehr geehrt von der Auszeichnung.
Auch Jochen Pelz, der Sohn des Stifters Peter Pelz, zeigte sich von dem
Innovationspotential der Agrokraft GmbH beeindruckt und stellte die Bedeutung
des Biogasprojektes für die Region heraus. Das Motto "Think
global, act local" habe hier gegriffen, so Pelz.
Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe
Der Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe des Bayerischen Staatsministeriums
für Landwirtschaft und Forsten wurde geschaffen, um wegweisende Produkte
oder Produktgruppen hervorzuheben und wird Unternehmen oder Personen verliehen,
die sich um Innovationen verdient gemacht haben.
Die Rudolf Chemie GmbH in Geretsried ist ein Unternehmen, das sich auf
die Entwicklung und Herstellung chemischer Produkte für die Textilindustrie
spezialisiert hat. Den Förderpreis erhielt die Rudolf Chemie für
die Entwicklung eines rapsölbasierten Entschäumers, der sehr
gut biologisch abbaubar ist. Entschäumer werden in der Textilverarbeitung
vor allem beim Färbeprozess benötigt, um ein gleichmäßiges
Farbergebnis zu gewährleisten.
"Das Produkt verbindet Ökologie und Ökonomie mit hoher
technischer Perfektion", lobte Staatsminister Miller.
Rudolf Hager, Mitarbeiter der Rudolf Chemie, bedankte sich für die
Auszeichnung und stellte in Aussicht, das Preisgeld zur Hälfte dem
Institut für Textilchemie und Textilveredelung der FH Münchberg
zur Verfügung zu stellen. Die andere Hälfte soll zur Förderung
Nachwachsender Rohstoffe gespendet werden.
Medienpreis
Beim diesjährigen Symposium wurde für herausragende journalistische
Leistungen im Themengebiet Nachwachsende Rohstoffe erstmals der Medienpreis
der Stiftung Nachwachsende Rohstoffe verliehen. Diese Auszeichnung soll
Ansporn und Förderung für Medienschaffende sein, die sich mit
den Chancen und Risiken der Nachwachsenden Rohstoffe beschäftigen
und mit ihrer Berichterstattung zur Information und Meinungsbildung beitragen.
Der mit 2.500 Euro dotierte Medienpreis ging an das Bayerische Landwirtschaftliche
Wochenblatt. Diese Wochenzeitschrift berichtet seit fast 30 Jahren über
Nachwachsende Rohstoffe. Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt
habe als eines der ersten Medien die Bedeutung der Biomassenutzung erkannt
und kompetent, umfassend, aber auch kritisch darüber berichtet, stellte
der Landwirtschaftsminister heraus.
Sepp Kellerer, stellvertretender Chefredakteur des Wochenblatts, nahm
die Auszeichnung entgegen. Er fühle sich sehr geehrt, daran mitarbeiten
zu können, die Zukunft lebenswert zu gestalten, sagte Kellerer. Das
Landwirtschaftliche Wochenblatt habe außerdem beschlossen, das Preisgeld
in der Stiftung Nachwachsende Rohstoffe zu belassen, um damit junge Wissenschaftler
zu fördern, die sich mit Nachwachsenden Rohstoffen beschäftigen.
Die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe konnte das C.A.R.M.E.N.-Mitglied
Hans Fritz aus Rimsting dafür gewinnen, das Logo der Stiftung - einen
Baum, der zusammen mit der Sonne den Kreislauf der Natur und Biomassenutzung
darstellt - aus einer Buchenholzscheibe künstlerisch herauszuarbeiten
Stoffliche Nutzung
Für den Bereich der stofflichen Nutzung gibt es eine
Vielzahl von Nawaroprodukten aus unterschiedlichsten Rohstoffen. Um zu
bewerten, welche Anwendungen unter ökologischen Gesichtspunkten am
vorteilhaftesten sind, braucht man konkrete Daten für die kompletten
Lebenswege der verschiedenen Produkte. Um sie untereinander vergleichen
zu können, müssen zudem einheitliche Bewertungsmethoden vorliegen.
Die Politik benötigt eine solche belastbare und umfassende ökologische
Bewertung von Nawaroprodukten als Entscheidungsgrundlage für ihre
künftige Förderpolitik.
Vor diesem Hintergrund hatte der Beratungs- und IT-Dienstleister PE International
GmbH die Aufgabe, bereits existierende Studien daraufhin zu analysieren,
ob sie für eine derartige vergleichende und umfassende Bewertung
geeignet sind.
Das Ergebnis: Es existieren zwar bereits zahlreiche Studien, diese befassen
sich jedoch zumeist nur mit einzelnen Produkten. Zu denen liefern sie
zu wenig Basisdaten, so dass Neuberechnungen nicht möglich sind.
Schließlich sind die angewandten Bewertungsmethoden nicht einheitlich.
Fazit: Die Ergebnisse der Studien sind nur bedingt vergleichbar, eine
allgemeine Einschätzung des Nawaroproduktmarktes aus dem ökologischen
Blickwinkel ist damit nicht möglich.
Die Studie von PE International legt somit zwar kein eigenes konkretes
Ergebnis vor, zeigt aber auf, wo die Defizite bei bestehenden Analysen
liegen und was künftig besser gemacht werden könnte und sollte.
Info: Die komplette Studie steht als PDF auf http://www.fnr.de/
(Menüpunkt: Literatur) zur Verfügung.
Schön anzuschauen
Das Bundesministerium für Gesundheit, Umweltschutz
und Reaktorsicherheit (BMU) hat auf seiner Internetseite (http://www.bmu.de/mediathek/filme/doc/41330.php)
fünfminütige Filme mit Kurzportraits über Städte und
Regionen zusammengestellt. Diese zeigen erfolgreich realisierte kommunale
oder regionale Projekte, Maßnahmen oder Strategien im Klimaschutz.
Beiträge folgender Städte und Regionen sind abrufbar: München,
Münster, Neckarsulm, Merkendorf, Region Hannover, Steinfurt.
Quelle: BMU-Newsletter vom Juli 2008

Neue Gestaltung
Nutzerfreundlicher und übersichtlicher präsentiert
sich das Portal www.nachwachsende-rohstoffe.info nach einer umfassenden
Überarbeitung im Juni 2008. Seit sechs Jahren hat sich der Onlinedienst
der nova-Institut GmbH als zentrale Adresse für aktuelle Nachrichten
zur stofflichen und energetischen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe etabliert.
Als kostenfreies Zusatzangebot exklusiv für Abonnenten des Nachrichten-Portals
bietet die am 18. Juni 2008 erstmals veröffentlichte Online-Zeitschrift
"Biowerkstoff-Report" Berichte und Nachrichten zu diesem wachsenden
Marktsegment.
Info: Unter www.nachwachsende-rohstoffe.info/probeabonnement.php
lässt sich ein kostenloser Testzugang anfordern.

Agrarbericht
Die Staatsregierung legt den Bayerischen Agrarbericht gemäß
Auftrag des Bayerischen Landtags im zweijährigen Turnus vor. Er ist
das umfassendste Informationswerk über die bayerische Land- und Forstwirtschaft
und die bayerische Agrar- und Forstpolitik.
Der Agrarbericht 2008 basiert auf den Ergebnissen der Wirtschaftsjahre
2005/2006 sowie 2006/2007 und zeigt die Entwicklungen der bayerischen
Agrarwirtschaft in den Kalenderjahren 2006 und 2007 auf.
Darüber hinaus enthält er eine Einkommensschätzung für
das Wirtschaftsjahr 2007/2008 und Quervergleiche mit anderen Ländern
und dem Bund. Im Kartenteil sind Daten der Regierungsbezirke und der Landkreise
dargestellt.
Download: http://www.agrarbericht.bayern.de/linkurl_0_5.pdf

Branchenverzeichnis neu aufgelegt
Die 2. Auflage des erfolgreichen Branchenführers "Heizen
mit Holz-Pellets" wurde neu aufgelegt. Darin sind wieder nach Postleitzahlbereichen
geordnet, die wesentlichen Pelletproduzenten und -händler, Kesselhersteller,
Anbieter von Lagersystemen, Heizungs-Fachbetriebe, Ingenieurbüros
und Finanzierungshilfen in Hessen gelistet.
Infos: http://www.holzpellets-hessen.de, http://www.hero-hessen.de

Biokunststoff-Flaschen ohne Pfand
Die Fünfte Novelle der Verpackungsverordnung fördert
den Einsatz von Nachwachsenden Rohstoffen und innovativen Technologien.
Bis zum 31. Dezember 2012 sind solche Flaschen von der Pfandpflicht für
Einweggetränkever-packungen befreit, wenn sie "... zu mindestens
75 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt sind, ...".
Die Hersteller müssen sich mit den Flaschen allerdings an einem dualen
System beteiligen.
Durch die bis 2012 befristete Erleichterung werden erhebliche Anreize
für die Ausweitung des Biokunststoffmarktes in Deutschland geschaffen.
Gleichzeitig kann der kostenintensive Aufbau von Sortier- und Recyclingsystemen
parallel mit den steigenden Marktmengen vorangetrieben werden.
Weltweit werden etwa ein Dutzend Getränke in Flaschen aus Biokunststoffen
vertrieben. Um die stark wachsende Nachfrage zu bedienen, stehen mehrere
Unternehmen der Biokunststoffindustrie unmittelbar vor umfangreichen Investitionen
in größere Produktionsanlagen.
Infos: http://www.european-bioplastics.org

"Bioenergie-Regionen"-Wettbewerb
Mehr als 200 Bewerbungen sind eingegangen, aus denen bis
Ende August 30 Projektskizzen ausgewählt werden.
Weiteres: http://www.fnr.de


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