Newsletter/ nawaros®05/08

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros®

Inhalt

Europäische Biomasse-Tage der Regionen
Der Biosprit-Hunger?
Ethanol-Netzwerk
Nachwachsende Rohstoffe effizienter nutzen
Unendlich viel Energie
Power of Wind
Strohballenhaus
Multitalent Biogas
Tagungsbände

Europäische Biomasse-Tage der Regionen
Staatsminister Miller übernimmt Schirmherrschaft im Jubiläumsjahr

Der Bayerische Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten, Josef Miller, hat die Schirmherrschaft der Europäischen Biomasse-Tage der Regionen 2008 übernommen. Er wird am 12. September beim Biokraftwerk in Graben-Lechfeld den Startschuss zur europaweiten Aktionswoche rund um Biomasse geben.

Heuer können die Europäischen Biomasse-Tage auf zehn erfolgreiche Veranstaltungsjahre zurückblicken, deren Initiierung in Bayern begann und zum Aufbau eines über viele europäische Länder gespannten Netzwerks geführt hat.
Eine weitere Auftaktveranstaltung findet am 19. September in der Waldbauernschule Kelheim statt. Hierzu wird Manfred Weber, Mitglied des Europäischen Parlaments, erwartet. Er wird über die Bedeutung der Nachwachsenden Rohstoffe auf europäischer Ebene referieren.
Anschließend werden vom 28. September bis zum 5. Oktober in vielen Ländern Europas Firmen, Institutionen und Privatpersonen Türen und Tore öffnen, um Produkte, technische Anlagen und Aktivitäten im Bereich der Biomasse zu präsentieren.

Interessenten, die an den Europäischen Biomasse-Tagen 2008 teilnehmen möchten, haben bereits jetzt die Möglichkeit, sich anzumelden. Faxformulare und auch eine Online-Anmeldung stehen über die Internetseite der Kampagne unter www.biomasse-tage.org bereit.
Die Gesamtkoordination der Europäischen Biomasse-Tage der Regionen liegt bei C.A.R.M.E.N., unterstützt von zahlreichen Ansprechpartnern in Belgien, Finnland, Frankreich, Italien, Kroatien, Österreich, Schweden, Slowenien, Tschechien, Ungarn und Russland.
Deutschlandweit wird C.A.R.M.E.N. von 15 Koordinatoren unterstützt, die fast in jedem Bundesland als Ansprechpartner für Teilnehmer bereit stehen.

Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Christian Schröter, Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel.: 09421/960-332, Fax: -333, E-Mail: cs@carmen-ev.de (http://www.biomasse-tage.org).



Der Biosprit-Hunger?

Ist unser Hunger nach Biosprit Schuld am Hunger in der Welt, wie es jetzt überall verkündet wird? Der Hunger in vielen Teilen der Welt ist auf jeden Fall nicht neu. Seit vielen Jahren kennen wir die Bilder hungernder Kinder, besonders in Entwicklungsländern.
Schon immer gab es Anlass zu Diskussionen, früher weil überschüssige Lebensmittel vernichtet wurden, heute weil wir aus Agrarprodukten Biosprit herstellen. Den weltweiten Hunger beseitigen konnten wir schon früher nicht!
In der EU wurden zeitweise 17 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche stillgelegt, weil wir zu viele Nahrungsmittel produziert haben. Den Hunger in der Welt gab es dennoch. Heute produzieren wir auf 12 Prozent der Fläche Nachwachsende Rohstoffe und ersetzen damit fossile Rohstoffe, die unwiederbringlich zur Neige gehen.

Die globale Erwärmung und die ständige Gefährdung des Grundwassers - wobei sauberes Wasser das wichtigste Lebensmittel überhaupt ist - sind nur zwei der weitreichenden Folgen des Einsatzes fossiler Energieträger. Eine Landwirtschaft, die sich der Erzeugung Nachwachsender Rohstoffe im Sinne einer Kreislaufwirtschaft widmet, kann zu einer Abschwächung dieser Folgen beitragen und sie handelt schon lange nach dieser Erkenntnis.
Vor der Einführung von Traktoren und Maschinen, hat die Landwirtschaft auf einem Drittel der Fläche Hafer und Heu produziert, als "Treibstoff" für Pferde und Zugtiere. Heute werden nur 2,5 Prozent der Weltgetreideproduktion und sieben Prozent der Pflanzenölproduktion zu Biosprit verarbeitet. Zusätzlich werden aber mit Schlempe und Rapsschrot noch bis zu zwei Drittel, des selben Hektars als Futtermittel genutzt. Ein durchaus wichtiger Beitrag zur Welternährung, wenn man bedenkt, dass die Hälfte der Weltgetreideernte in den Futtertrog wandert.

Viele Gründe sind für die Nahrungsmittelkrise verantwortlich:
Mit wachsendem Wohlstand der Schwellenländer ändern sich auch Ernährungsgewohnheiten hin zu mehr Fleisch. Für ein Kilo Fleisch werden acht Kilo Getreide verbraucht. Um die Nachfrage nach Fleischprodukten bedienen zu können, hat allein Russland seine Sojaschrot-Importe im letzten Jahr verzehnfacht.
Nahrungsmittel sind für Spekulanten ein Geschäft auf allen Rohstoffbörsen der Welt geworden. Sie ziehen sich vielfach aus dem Finanzmarkt zurück, setzen auf steigende Lebensmittelpreise und das wiederum treibt die Preise.

Die Weltbevölkerung wächst um über 200.000 Menschen pro Tag.
Wo in Entwicklungsländern über viele Jahre Misswirtschaft und Vernachlässigung der Landwirtschaft herrschte, gibt es Angst und Hunger.
Das veränderte Klima hat ungünstige Wetterlagen und damit Missernten zur Folge.

Diese und andere Faktoren und die Verbindung von Faktoren untereinander, die wir heute gar nicht beurteilen können, sind ausschlaggebend für die Nahrungsmittelkrise.
Eines wissen wir aber seit vielen Jahren - schon als wir Lebensmittel vernichtet haben - der Hunger lässt sich nur vor Ort, da wo er herrscht, bekämpfen.
Wir müssen mittel- und langfristig, auch mit einem angemessenen Preisniveau, die Landwirtschaft weltweit vor Ort stärken und fördern.
Quelle: C.A.R.M.E.N.-Statement zur aktuellen Diskussion um die Lebensmittelpreise



Ethanol-Netzwerk

Bei der Herstellung von Bio-Ethanol fällt auch Futter für die Tierproduktion an. Darauf hat Landwirtschaftsminister Josef Miller bei der Startsitzung des Bio-Ethanol-Netzwerks Bayern in München hingewiesen. Seinen Worten zufolge gehen bei der Ethanolerzeugung rund 40 Prozent des Ernteguts als Futter zurück in den Nahrungssektor. Laut Miller wird derzeit europaweit lediglich ein Prozent der Getreideernte für die Ethanolerzeugung verwendet; der bayerische Anteil an der Weltgetreideernte beträgt ganze 0,4 Prozent. Selbst wenn Bayern und Deutschland auf die Nutzung Nachwachsender Rohstoffe gänzlich verzichten würden, hätte das nach Angaben des Ministers keine Auswirkungen auf den Weltmarkt. Gefährdet wäre allerdings die deutsche Technologieführerschaft: "Wir wollen einen maßvollen Anteil der Mobilität durch biogene Treibstoffe decken, um einseitige Abhängigkeiten zu mildern, fossile Ressourcen zu schonen und Emissionen von Treibhausgasen zu reduzieren."
Der Kraftstoff E85 besteht zu 85 Prozent aus Bio-Ethanol und zu 15 Prozent aus Benzin. Bislang gibt es in Deutschland 100 Tankstellen mit einer E85-Zapfsäule, 20 davon in Bayern. Das von der Straubinger Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe C.A.R.M.E.N. e.V. initiierte Bio-Ethanol-Netzwerk Bayern hat sich zum Ziel gesetzt, die Markteinführung von E85 zu unterstützen, die Aktivitäten zu bündeln und mit konkreten Handlungsempfehlungen den Markt weiter zu erschließen.
Quelle: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten



Nachwachsende Rohstoffe effizienter nutzen

Rohstoffe vom Acker sollen künftig noch effizienter eingesetzt werden. Dazu hat das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) jetzt die Bekanntmachung "Innovative Mehrfachnutzung von nachwachsenden Rohstoffen, Bioraffinerien" veröffentlicht.
Entsprechende Projektskizzen für anwendungsorientierte marktnahe Forschungsprojekte können bis zum 15. Dezember 2008 bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), Projektträger des BMELV, eingereicht werden. Um den Anwendungsbezug zu sichern, ist die gewerbliche Wirtschaft mit einzubeziehen.
Ziel ist die Einsparung von Ressourcen und die Erhöhung der Effizienz und Wertschöpfung bei der Nutzung landwirtschaftlicher Biomasse durch Kaskaden- und Koppelnutzung. Bei der Kaskadennutzung werden Nachwachsende Rohstoffe zunächst stofflich, möglichst mehrfach und am Ende des Zyklus energetisch und damit effizienter genutzt. Koppelnutzung ist die möglichst vollständige Verwertung sämtlicher Pflanzenbestandteile bzw. Nebenprodukte über verschiedene Umwandlungswege und Extraktionsverfahren. Beide Formen können auch kombiniert angewendet werden. Am Besten sind sie in so genannten Bioraffinerien zu verwirklichen.
Die Bekanntmachung ist im Bundesanzeiger Nr. 69 vom 8. Mai 2008 veröffentlicht. Details sind unter www.fnr.de, Stichwort Projektförderung, nachzulesen.
Quelle: http://www.fnr.de



Unendlich viel Energie

Aktuelle Informationen rund um erneuerbare Energien und natürlich auch Biomasse, stellt die Website der Kampagne http://www.unendlich-viel-energie.de bereit.
Mit den Titeln "Multitalent Bioenergie", "All-rounder Bioenergy", "Animation Holzpellets" und "Animation Biogasanlage" stehen gleichsam informative wie unterhaltsame Filmbeiträge aus der Welt der Biomasse bereit.
Eine "etwas andere Filmproduktion" wird auf der Internetseite http://www.erneuerbare-energien.de vorgestellt:



Power of Wind

Der mit Unterstützung des Bundesumweltministeriums produzierte Kurzfilm "Power of Wind" stellt den Wind als einsamen Helden dar, der nach einer sinnvollen Aufgabe sucht.
Die gelungene Umsetzung wurde bereits mehrfach ausgezeichnet und ist zu finden unter http://www.erneuerbare-energien.de/inhalt/41242.


Strohballenhaus

Wind und Wetter trotzen und rund ums Jahr für ein angenehmes Wohnklima sorgt ein Haus aus Stroh.
Wie einfach ein solches zu konstruieren ist, zeigt der Fernsehsender Pro7 auf seiner Website (http://www.prosieben.de) in der Rubrik "Wissen" unter "Videos & Podcasts" als Beitrag vom 1. April 2008.
Weitere Archivbeiträge sind z. B. "Das Energiesparhaus", "Holzpellets", "Pelletofen" und "CO2-sparen beim Auto".


Multitalent Biogas

Die Bezeichnung "Multitalent" kommt dem Biogas zugute, weil es sowohl Strom und Wärme erzeugen kann als auch zur Erdgasqualität aufbereitet und als Kraftstoff eingesetzt werden kann.
Die Stromvergütung über das Erneuerbare-Energien-Gesetz ermöglicht es, dass sich viele Landwirte mit einer Biogasanlage ein zweites Standbein aufbauen. Ein wichtiger zusätzlicher Wirtschaftsfaktor stellt die sinnvolle Nutzung der Abwärme dar, die z. B. zur Beheizung von Wohnhäusern, Gewächshäusern, Holztrocknungsanlagen oder Schwimmbädern genutzt werden kann.
Die ersten zehn Kapitel der neuen Biogasbroschüre stellen die wichtigsten wirtschaftlichen, ökologischen und technischen Fakten und Zusammenhänge vor. In den drei folgenden Kapiteln präsentieren sich insgesamt 54 Unternehmen - vom kompletten Anlagenanbieter bis zum hochspezialisierten Ingenieurbüro.
Info: Zu beziehen ist die Publikation über die Internetseite http://www.multitalent-biogas.de


Tagungsbände

Gülzower Fachgespräche, Band 27:
"Messen, Steuern, Regeln bei der Biogaserzeugung"
Im November vergangenen Jahres stellten Experten auf Einladung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) den aktuellen Entwicklungsstand im Bereich der Mess-, Steuerungs- und Regelungs-Technik (MSR-Technik) bei Biogasanlagen vor. Die Vorträge sind jetzt im Band 27 der Reihe "Gülzower Fachgespräche" veröffentlicht.

Gülzower Fachgespräche, Band 28: "Biocrudeoil"
Im jetzt veröffentlichten 28. Band der Reihe "Gülzower Fachgespräche" kann sich der Leser einen Überblick über die Gewinnung von flüssigen Bioenergieträgern durch die Pyrolyse von Biomasse verschaffen.
Der von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) herausgegebene Band fasst die Vorträge eines Expertengesprächs vom September vergangenen Jahres zusammen.
Infos und Bestellung: Beide Publikationen können kostenlos bei der FNR bestellt oder auf www.fnr.de im Literaturbereich heruntergeladen werden.




 

 
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