Newsletter/ nawaros®03/08

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros®

Inhalt

15. C.A.R.M.E.N.-Forum mit 200 Teilnehmern
Bayern setzt Förderung von Biomasseheizwerken fort
Hochschulpreis für herausragende Abschlussarbeiten
Stärkeres Wachstum der Pelletbranche
Bioenergie-Regionen Deutschlands
Da schau an...

15. C.A.R.M.E.N.-Forum mit 200 Teilnehmern
Klimaschutz und Wirtschaftsfaktor

Unter dem Motto "Bayerische Wälder - Klimaschutz und Wirtschaftsfaktor" veranstaltete C.A.R.M.E.N., die bayerische Koordinierungseinrichtung für Nachwachsende Rohstoffe, am 10. März 2008 sein 15. Forum im Straubinger Herzogschloss. Kooperationspartner war der Bayerische Waldbesitzerverband.

Laut Bayerns Forstminister Josef Miller machen sich derzeit vier Herausforderungen mit ungeheurer Dynamik bemerkbar, der Hunger nach Nahrung und Wasser, der Hunger nach Energie, der Erhalt der biologischen Vielfalt und die Abmilderung der Folgen des Klimawandels. Zu allen diesen Punkten können Land- und Forstwirtschaft wertvolle Beiträge leisten.
Mit einer Cluster-Studie wurde erstmals eine umfassende Branchen- und Strukturanalyse für die Forst- und Holzwirtschaft in Bayern erstellt, in die alle Akteure einbezogen wurden.

Cluster Forst und Holz in Bayern
Die Ergebnisse der Studie wurden auf dem C.A.R.M.E.N.-Forum von Dr. Gabriele Weber-Blaschke vom Lehrstuhl für Rohstoff- und Energietechnologie der TU-München erstmals vorgestellt. Dazu wurden, bezogen auf das Jahr 2006, die Holzströme in Bayern analysiert. Insgesamt wird bayerisches Holz zu 2/3 stofflich und zu 1/3 energetisch verwertet. Die konkreten Ergebnisse werden in Kürze im Internet unter www.rohstofftechnologie.de bereitgestellt.
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Forstwirtschaft in Bayern erläuterte Olaf Schmidt, Präsident der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF). Anhand sogenannter Klimahüllen verdeutlichte Schmidt, dass sich die Buche zwar weiterhin in Bayern wohlfühlen wird, für die Fichte, die etwa 44 Prozent Anteil am bayerischen Nadelholz besitzt, wird es jedoch in Zukunft zu warm werden.

Holz und Klimaschutz
"Klimaschutz durch High-Tech-Häuser aus der Natur", lautete das Referatsthema von Robert Bergmüller von der Bergmüller Holzbau GmbH aus Bayerbach. Auch wenn Bergmüller anhand seiner einleitenden Umfrage feststellen musste, dass nur wenige der dem Wald sehr verbundenen Forumsteilnehmer selber in einem Holzhaus wohnen, hat sich der Holzhausbau insgesamt doch schon einen Anteil von 15 Prozent unter den Neubauten erobert.

Biokunststoffe aus Holz
Wood-Plastic-Composites (WPC) als innovativer Allround-Werkstoff wurden von Dr. Jürgen Kreiter von der Werzalit GmbH vorgestellt. Diese modernen Kunststoffe aus Polypropylen und Holzspänen besitzen durchaus Zukunftspotenzial. Vorteile sind z. B. die holzähnlichen Eigenschaften bei der Verarbeitung mit gleichzeitig hoher Witterungsbeständigkeit.
Dr. Ralph Lehnen von der Uni Hamburg präsentierte Phenol-Formaldehyd-Harze auf Basis Nachwachsender Rohstoffe. Diese Harze werden in Formteilen, Lacken oder Automobilteilen eingesetzt. Etwa drei Millionen Tonnen Harz werden weltweit unter Verwendung von Rohöl produziert. Nachwachsende Rohstoffe auf Basis von Lignin oder Tannin können Rohöl hier teilweise oder auch vollständig ersetzen.

Holz als Brennstoff
Viel weiter ist bereits der Markt für Holzpellets entwickelt. Über die Wertschöpfung am Pelletmarkt berichtete Thomas Schmidmeier von der Straubinger Firma CompacTec GmbH. Bei Betrachtung der Ölpreisentwicklung steht für die CompacTec der Slogan "Pellets statt Öl" im Vordergrund.
Die Brennstofflogistik war Thema von Volkmar Schäfer von der eta Energieberatung GbR. Er machte deutlich, dass es einen bundesweiten Handel mit Energieholz und Waldhackschnitzeln derzeit noch nicht gibt. Besonders im Privatwald liegen größere flächenbezogene Mengenpotenziale, bei deren Vermarktung Forstbetriebsgemeinschaften und Waldbauernvereinigungen helfen können.
Über das Thema "Ressource Wald - Potenzial und langfristige Sicherung" referierte Dr. Herbert Borchert von der LWF. Auf Grundlage der Bundeswaldinventuren wurden Nutzungsszenarien für die Entwicklung des Holzaufkommens über einen Zeitraum von 30 Jahren entwickelt.
Dr. Rudolf Freidhager von der Bayerischen Staatsforsten AöR berichtete über die Holzvermarktung. Datenerhebungen der Staatsforsten zeigen einen geringeren Zuwachs im bayerischen Staatswald als die Bundeswaldinventur angibt. Die Bayerische Staatsforsten wird auf dem Holzmarkt in den nächsten Jahren eher weniger Holz anbieten.
Die "Vermarktung von Biomasse am Beispiel Hackschnitzel" erläuterte Karl Oberschmid von der Planko-Bio-Net GmbH & Co. KG. Die Potenziale Erneuerbarer Energien sind in allen Sparten noch ausbaufähig. Im Heizbereich wird Biomasse eine Schlüsselrolle spielen, weshalb hier weiterhin Arbeitsplätze entstehen werden. Dabei gewinnen Hackschnitzelheizungen zunehmend an Bedeutung.

Infos: Ein Tagungsband zur Veranstaltung für 15,95 Euro (zzgl. MwSt. und Versand) ist bei C.A.R.M.E.N. erhältlich.



Bayern setzt Förderung von Biomasseheizwerken fort

Für den Bau von Biomasseheizwerken können ab sofort wieder Förderanträge gestellt werden. Das hat Landwirtschaftsminister Josef Miller in München mitgeteilt. Seinen Angaben zufolge sind nach dem Auslaufen der alten Förderrichtlinie zum Ende des vergangenen Jahres nun wieder die Voraussetzungen für eine finanzielle Unterstützung durch den Freistaat gegeben.
Wie in den vergangenen Jahren fördert der Freistaat Biomasseheizwerke ab einem Jahresenergiebedarf von 500 Megawattstunden, was einem Heizölverbrauch von mindestens 50.000 Litern im Jahr entspricht. Der Förderzeitraum läuft bis Ende 2010. Anträge können beim Technologie- und Förderzentrum in Straubing eingereicht werden.

Informationen: Technologie- und Förderzentrum Straubing (http://www.tfz.bayern.de)

Hochschulpreis für herausragende Abschlussarbeiten

Die Stiftung Nachwachsende Rohstoffe wurde 2005 von C.A.R.M.E.N. e.V. gegründet und hat ihren Sitz im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing. Eines der Hauptziele der Stiftung ist es, Mittel so einzusetzen, dass die Nutzung wissenschaftlicher Erkenntnisse durch die Wirtschaft schnell und flexibel ermöglicht wird.
Schon heute werden in Bayern über fünf Prozent des gesamten Energieverbrauchs durch Biomasse abgedeckt, Tendenz steigend. Der Einsatz Nachwachsender Rohstoffe zur Energieerzeugung und als Rohstoff für industrielle Produkte trägt dazu bei, große Potenziale der natürlichen Ressourcen zu erhalten. Häufig fehlen aber die finanziellen Mittel zur Umsetzung von Ideen und Projekten, daneben sind die Möglichkeiten der Nachwachsenden Rohstoffe vielen noch weitgehend unbekannt.
Vor diesem Hintergrund hat die Stiftung in Zusammenarbeit mit der Raiffeisenbank Straubing den Hochschulpreis Nachwachsende Rohstoffe ins Leben gerufen. Die Raiffeisenbank Straubing stellt das Preisgeld in Höhe von 2.500 Euro zur Verfügung. Hermann Mirtl, Raiffeisenbankdirektor und Mitglied des Stiftungsvorstandes erklärt: "Es ist uns ein großes Anliegen, junge Wissenschaftler zu fördern und auszuzeichnen, die sich in herausragender Weise mit dem zukunftsweisenden Thema Nachwachsende Rohstoffe befassen. Unsere Gesellschaft braucht, auch im Hinblick auf künftige Generationen, mehr denn je innovative Lösungen, um eine bezahlbare und umweltverträgliche Energieversorgung zu sichern."
Studierende und Doktoranden an Universitäten und Fachhochschulen können ihre abgeschlossenen Diplom- und Magisterarbeiten sowie Dissertationen einreichen, sofern diesen das Thema Nachwachsende Rohstoffe zugrunde liegt und sie mit der Note 2,5 oder besser bewertet wurden.
Die Vergabe des Hochschulpreises erfolgt durch ein Auswahlgremium, das aus Vorstand und Rat der Stiftung Nachwachsende Rohstoffe und einem Vertreter der Raiffeisenbank Straubing besteht. Folgende Unterlagen sollten die Kandidaten einreichen: Ein kurzes Bewerbungsschreiben, einen ausführlichen Lebenslauf, die Beurteilung durch den betreuenden Lehrstuhl, eventuell vorhandene Gutachten, ein Exemplar der zu bewertenden Arbeit sowie eine Zusammenfassung auf höchstens fünf DIN A4 Seiten.

Weitere Informationen zum Hochschulpreis Nachwachsende Rohstoffe: Stiftung Nachwachsende Rohstoffe, Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel.: 09421/960-300 (http:// www.StiftungNachwachsendeRohstoffe.de)


Stärkeres Wachstum der Pelletbranche
Bestand an Pelletheizungen wird 2008 Schallmauer von 100.000 durchbrechen

Im Jahr 2008 wird nach Einschätzung des Deutschen Energie-Pellet-Verbands e.V. (DEPV) der Bestand an Pelletheizungen in Deutschland die 100.000-Schallmauer durchbrechen. Dies soll mit einem gegenüber dem Vorjahr um ein Drittel stärkeren Wachstum erreicht werden. Während in 2007 mit 13.000 Heizungen ein aus Branchensicht relativ schlechtes Ergebnis erzielt wurde, sollen dieses Jahr rund 20.000 Pelletheizungen verkauft werden.

Zum Vergleich: Im Jahr 2000 gab es erst 3.000 Pelletheizungen in Deutschland. Das bisher stärkste Wachstum war im Jahr 2006 mit 26.000 verkauften Anlagen zu verzeichnen. "Wir sind für das Jahr 2008 zuversichtlich, denn die Stimmung beim Endverbraucher hat sich gegenüber dem Vorjahr deutlich gebessert", sagte Beate Schmidt. "Pelletheizungen werden sowohl als preisgünstige Option gegenüber fossilen Heizungen wie auch als umweltfreundliche Alternative gesehen, da sie CO2-neutral in der Verbrennung sind." Um den gegenwärtig positiven Trend zu unterstützen, kündigte der DEPV verstärkte gemeinsame Marketingbemühungen der Branche an.
Die Verteilung der Marktanteile beim Pelletkesselverkauf nach Leistungsstärken liegt nach Aussage der DEPV-Vorsitzenden nach wie vor im Ein- und Zweifamilienhaus, mit rund 70 Prozent der Anlagen im Leistungsbereich bis 25 Kilowatt (kW). Im Jahr 2004 waren dies noch rund 80 Prozent. Damit wird eine langsame, aber kontinuierliche Entwicklung hin zu größeren Anlagen deutlich. Die Anlagen im Leistungsbereich oberhalb von 50 kW haben ihren Anteil innerhalb von drei Jahren mehr als verdoppelt.
"Hierbei handelt es sich vor allem um Heizungen in kommunalen und gewerblichen Gebäuden. Auf diesem Sektor erkennt man deutlich den wirtschaftlichen Vorteil von Holzpellets", betonte Beate Schmidt. In Süddeutschland werden die Vorzüge des Energieträgers eher erkannt als im Norden und Osten, wie die Zahlen des DEPV belegen. Mit 42 Prozent der verkauften Pelletkessel liegt Bayern im Jahr 2007 deutlich vor Baden-Württemberg (18 Prozent). Es folgen Nordrhein-Westfalen (9 Prozent) vor Hessen (8 Prozent) und Niedersachsen (5 Prozent).

Quelle: http://www.depv.de


Bioenergie-Regionen Deutschlands

Das Bundes-Landwirtschaftsministerium startet einen Wettbewerb zu "Bioenergie-Regionen". Das Programm fördert Netzwerke mit innovativen Konzepten, die die Entwicklungschancen der Bioenergie für sich nutzen. Ziel ist es, die regionale Wertschöpfung zu erhöhen und Arbeitsplätze zu schaffen.
Angesprochen sind Regionen beziehungsweise Kommunen, die mit Hilfe von Netzwerken neue Ideen zur Erzeugung und Nutzung von Bioenergie entwickeln und umsetzen wollen. Für die 16 besten Wettbewerbsbeiträge stehen je 400.000 Euro Fördergelder bereit. Erster Bewerbungstermin im zweistufigen Auswahlverfahren ist der 30. Juni 2008.

Weiteres: Antragsstelle ist die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe.
Informationen zum Programm sind im Internet erhältlich unter: www.bioenergie-regionen.de

Da schau an...

Der Verband Deutscher Naturparke veranstaltet vom 1. Oktober 2007 bis zum 30. September 2008 den Fotowettbewerb "Augenblick Natur!" Ziel dieses Wettbewerbs der Naturparke Deutschlands ist, die einzigartige Vielfalt und Schönheit der heimatlichen Naturlandschaften aufzuzeigen und die Naturparke mit ihren verschiedenen Facetten einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Quelle und Informationen: http://www.naturparkfotos.de



 

 
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