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Newsletter/ nawaros®02/08
Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen
Newsletters nawaros®
Inhalt
Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG)
Rapsöltraktoren ab 2008 erhältlich
E.ON Bayern Umweltpreis 2008
Biokraftstoffe - Zertifizierung
Biosprit-Tankstellen auch für Speditionen
-M-U-L-T-I-M-E-D-I-A-
-G-E-D-R-U-C-K-T-E-S-
Erneuerbare-Energien-Gesetz
(EEG)
C.A.R.M.E.N. bringt sich ein
C.A.R.M.E.N. e.V., die bayerische Koordinierungsstelle für
Nachwachsende Rohstoffe, hat sich als zehnte Einrichtung bei der "Clearingstelle
EEG" akkreditieren lassen.
Die neutrale Clearingstelle EEG wurde gemäß § 19 Erneuerbare-Energien-Gesetz
(EEG) durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit
errichtet. Die Nutzung Erneuerbarer Energieträger zur Stromerzeugung
ist ein junger Zweig der Energiewirtschaft. Viele Detailfragen sind rechtlich
und technisch noch ungeklärt. Die Clearingstelle bietet die Möglichkeit,
Streitigkeiten schnell, effizient und kostengünstig zu lösen
bzw. bestenfalls zu vermeiden.
Die Clearingstelle agiert bei der Klärung von Streitigkeiten und
Anwendungsfragen unabhängig und ist keinen Weisungen unterworfen.
Sie ist allein der bestmöglichen Vermeidung und Beilegung von Konflikten
im Sinne der Beteiligten verpflichtet. Das Personal der Clearingstelle
setzt sich aus Expertinnen und Experten für die rechtlichen und technischen
Aspekte der Erneuerbaren Energien und der außergerichtlichen Streitbeilegung
zusammen.
Die Clearingstelle EEG akkreditiert Vereine, Verbände und sonstige
Interessengruppen, die auf Wunsch der Parteien bei der Begutachtung der
Sach- und Rechtslage (Votumsverfahren) Beisitzerinnen und Beisitzer stellen
können.
Bei Verfahren zu generellen Auslegungs- und Anwendungsfragen des EEG (Empfehlungsverfahren)
werden die akkreditierten Gruppen über das Thema des Verfahrens informiert
und erhalten die Gelegenheit zur schriftlichen - und im Rahmen von öffentlichen
Anhörungen auch mündlichen - Stellungnahme zu offenen Fragen
des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.
Die Akkreditierung eröffnet somit die Gelegenheit, Fach- und Sachkompetenz
in die Diskussionsprozesse bei der Clearingstelle EEG einzubringen.
Infos: Clearingstelle EEG (http://www.clearingstelle-eeg.de)
und C.A.R.M.E.N. e.V.,
Tel: 09421/960-300, E-Mail: contact(at)carmen-ev.de.
Rapsöltraktoren ab 2008 erhältlich
Am Technologie- und Förderzentrum (TFZ) in Straubing
fand am 14.02.2008 eine Informationsveranstaltung zum Thema "Einsatz
von Rapsölkraftstoff in Traktoren" statt. Vertreter der Motoren-
und Landmaschinenhersteller Deutz, Deutz-Fahr und Fendt informierten über
den aktuellen Stand der Entwicklung rapsöltauglicher Motoren.
Herr Neuhaus, Mitarbeiter der Forschungsabteilung der Deutz AG in Köln,
stellte das Konzept des derzeit einzigen serienmäßigen Dieselmotors
für Rapsölkraftstoff, die "Deutz Natural Fuel Engine",
vor. Die Maschinen, in denen der Motor eingesetzt wird, besitzen zwei
Kraftstofftanks, einen größeren Tank für Rapsöl und
einen kleineren für Diesel. Beim Start des Motors und z. B. im Leerlauf
oder Schwachlastbetrieb, wird der Motor mit Diesel betrieben. Der reguläre
Motorbetrieb erfolgt mit Rapsöl.
Durch mehrere tausend Betriebsstunden in Prüfstand- und Feldtests
wurde die Zuverlässigkeit und Haltbarkeit des Motors untersucht.
Neuhaus betonte, dass mit diesem neuen Motor die derzeit gültigen
Emissionsanforderungen auch beim Betrieb mit Rapsölkraftstoff nach
DIN V 51605 eingehalten werden.
Herr Bissinger von der Same Deutz-Fahr GmbH, Lauingen und Herr Horn von
der AGCO GmbH, Marktoberdorf, informierten über die Rapsölkraftstofftraktoren
ihrer Unternehmen. Deutz-Fahr wird den Rapsölmotor optional in der
Agrotron M Baureihe (131 - 184 PS) einbauen und unter dem Namen "Agrotron
NaturalPower" vermarkten.
Bissinger zeigte anhand von Wirtschaftlichkeitsberechnungen die Möglichkeiten
zur Kosteneinsparung im landwirtschaftlichen Betrieb auf. Der Traktor
wird ab Mitte 2008 mit 24-monatiger Garantie und Gewährleistung erhältlich
sein. Auch Fendt wird den Vario 820 greentec (190 PS) Mitte des Jahres
mit entsprechenden Garantieleistungen auf den Markt bringen.
Vor mehr als 100 interessierten Besuchern stellte Peter Emberger vom TFZ
den derzeitigen Stand der Entwicklungen im Bereich der Kraftstoffherstellung
dar. Nur für Rapsölkraftstoff, welcher den Anforderungen der
Vornorm DIN V 51605 genügt, kann nach dem heutigen Stand der Technik
von einem störungsfreien und schadstoffarmen Motorenbetrieb ausgegangen
werden. Diese Norm schafft eine Basis für die technische Weiterentwicklung
und Vergabe von Garantien und Gewährleistungen. Die verlässliche
Einhaltung der Anforderungen für Rapsölkraftstoff aus dezentralen
Anlagen kann durch Einführung von Qualitätssicherungsmaßnahmen
umgesetzt werden.
Ein Maßnahmenkatalog zur Einführung eines Qualitätsmanagements
für dezentrale Ölmühlen kann unter http://www.tfz.bayern.de
bezogen werden.
E.ON Bayern Umweltpreis 2008
Bereits zum vierten Mal schreibt E.ON Bayern den Umweltpreis
aus. Der Preis dient der Einführung und Umsetzung innovativer, energiesparender
und umweltschonender Projekte. Folgende Gruppen mit Sitz in Bayern können
teilnehmen:
Kommunen und kommunale Einrichtungen, Kirchen und kirchliche Einrichtungen,
eingetragene Vereine und Initiativen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen,
Unternehmen
Der E.ON Bayern Umweltpreis steht unter der Schirmherrschaft des Bayerischen
Staatsministers für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz. Der
Umweltpreis ist mit insgesamt 250.000 Euro dotiert.
Infos und Bewerbungsunterlagen: http://www.eon-bayern.com/umweltpreis
Biokraftstoffe - Zertifizierung
Die Produktion von Biomasse und Biokraftstoffen muss nachhaltig
erfolgen. Hierzu hat die Bundesregierung mit der Verabschiedung des Entwurfs
der Biomasse-Nachhaltigkeits-Verordnung für Biokraftstoffe Regelungen
zugestimmt, nach denen die steuerlich und ordnungsrechtliche Förderung
der Biokraftstoffe an die Einhaltung von definierten Nachhaltigkeitskriterien
gebunden werden soll.
Auch auf europäischer Ebene laufen entsprechende Aktivitäten.
So strebt die EU-Kommission mit ihrem im Januar vorgelegten Vorschlag
zu einer Erneuerbaren Energien-Richtlinie ebenfalls Regelungen zur nachhaltigen
Produktion von Biokraftstoffen als Voraussetzung für eine Förderung
und die Anrechnung auf EU-Biokraftstoffziele an. Zum Nachweis der Einhaltung
der rechtlich definierten Anforderungen dienen Zertifizierungssysteme.
Im letzten Jahr hatte das Kölner Unternehmen meó corporate
development GmbH (meó) im Rahmen eines vom Bundeslandwirtschaftsministerium
(BMELV) geförderten Projektes einen Vorschlag für die Zertifizierung
von Biokraftstoffen und Biomasse erarbeitet. Danach sollen Zertifikate
die Einhaltung der Anforderungen an eine nachhaltige Produktion von insbesondere
Biokraftstoffen und deren Rohstoffen nachweisen.
Das von meó in Zusammenarbeit mit diversen Unternehmen und Institutionen
erarbeitete Konzept ist so weit entwickelt, dass jetzt die Praxis in einer
zweijährigen Pilotphase zeigen soll, was wirklich funktioniert und
was für einen Dauerbetrieb noch optimiert werden kann.
Neben der EU sind mit Argentinien, Brasilien, Indonesien und Malaysia
auch wichtige Rohstoffproduzenten in den Praxistest eingebunden.
"Das Projekt ist der zurzeit wohl am weitesten gediehene und konkreteste
Ansatz zum Nachweis der Erfüllung von Nachhaltigkeitsanforderungen.
Zugleich ist es sehr umfassend: Es bezieht nicht nur die meisten großen
Anbau- und Handelsländer mit ein, sondern deckt mit Soja, Zuckerrohr,
Ölpalmen, Mais, Raps, Weizen und Zuckerrüben auch alle wichtigen
Rohstoffe ab," erklärt Andreas Schütte, Geschäftsführer
der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR), die das Vorhaben als Projektträger
des BMELV betreut.
Informationen: http://www.fnr.de

Biosprit-Tankstellen
auch für Speditionen
Mit dem Jahr 2008 bietet das Bundesministerium für
Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) neben Land-
und Forstwirten auch gewerblichen Unternehmen des Verkehrssektors finanzielle
Unterstützung bei der Errichtung und Umrüstung von Eigenverbrauchstankstellen
für Biokraftstoffe.
Damit hat sich der Kreis der potenziellen Zuwendungsempfänger um
eine wichtige Gruppe erweitert. Allein im Jahr 2007 wurden über 1,4
Mio. Tonnen Biodiesel im Nutzfahrzeugsektor eingesetzt.
Ob aus Imagegründen oder aus Überzeugung, diese Spediteure leisten
mit dem Einsatz von Biosprit einen besonderen Umweltbeitrag. Um dieses
Engagement noch stärker zu unterstützen, fördert das BMELV
ab sofort die Neuerrichtung von Biokraftstofftankstellen bzw. die Umrüstung
bestehender Dieseltankanlagen auf Biodiesel und Pflanzenöl. Es handelt
sich um eine einmalige, bis zu 50%-ige Förderung in Form eines nicht
rückzahlbaren Zuschusses.
Informationen: http://www.bio-kraftstoffe.info

-M-U-L-T-I-M-E-D-I-A-
DVD: Bauen auf die Kraft der Natur
In Kooperation haben die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR),
Projektträger des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz und der aid infodienst Verbraucherschutz, Ernährung,
Landwirtschaft e. V. jetzt den Film "Bauen auf die Kraft der Natur"
neu aufgelegt. Die informative DVD bietet harte Fakten. Elf Broschüren
unterrichten über die verschiedenen Aspekte des Bauens mit Naturbaustoffen.
Der Film "Bauen auf die Kraft der Natur" zeigt, was mit nachwachsenden
Stoffen beim Hausbau alles möglich ist: Holz ist nicht nur ein gesunder,
sondern auch ein stabiler und feuersicherer Baustoff. Holzspäne oder
Flachs helfen, das Haus atmungsaktiv zu dämmen, ohne Schimmel und
mit Kühlungseffekt im Sommer. Naturfarben beleben die Fassade und
schützen die Gesundheit. Durchdachte Energiekonzepte und Holzheizungen
senken die Heizkostenrechnung. Vom Wald bis zur Baustelle zeigt der Film,
wie nachhaltiges Bauen die natürlichen Kreisläufe erhält
und Wohnen in ganz neuer Qualität ermöglicht.
Info: Das Medium ist für 10,00 Euro unter http://www.aid.de/shop
bestellbar.
-G-E-D-R-U-C-K-T-E-S-
Welt im Wandel
Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen
(WBGU) hat das Buch "Welt im Wandel - Sicherheitsrisiko Klimawandel"
verfasst. In der Zusammenfassung für Entscheidungsträger heißt
es, dass ohne entscheidendes Gegensteuern, bereits in den kommenden Jahrzehnten
die Anpassungsfähigkeit vieler Gesellschaften überfordert wird.
Gewalt und Destabilisation können daraus resultieren und die nationale
wie internationale Sicherheit bedrohen. Jedoch bietet sich auch die Chance,
auf den Klimawandel mit einer weltweit abgestimmten Klimapolitik zu reagieren.
Der Europäischen Union kommt hierbei eine Vorreiterrolle zu, mit
der sie sowohl die USA als auch die mächtigen asiatischen Länder
überzeugen muss.
In der nun vorliegenden Publikation fasst der WBGU den derzeitigen Wissensstand
zum Thema "Sicherheitsrisiko Klimawandel" in Form eines Hauptgutachtens
zusammen.
Darin werden u. a. Erkenntnisse aus der Konfliktforschung bezüglich
Umwelt und Sicherheit, die Auswirkungen des Klimawandels auf den Naturraum
und die menschliche Nutzung, sowie ausgewählte Regionen als Brennpunkte
des Klimawandels und Forschungs- und Handlungsempfehlungen vorgestellt.
Für letztere wird ein Zeitfenster von heute an bis 2020 angegeben,
aber auch eine Strategie erläutert für den Fall, dass das Zeitfenster
verpasst wurde und Destabilisierung und Konflikte auftreten.
Das hochinteressante und vielleicht zur Zeit wichtigste Fachbuch schließt
mit folgendem Satz: Um diese gefährlichen Entwicklungen zu vermeiden,
müssen die klimapolitischen Weichen jetzt gestellt werden.
Infos: Wissenschaftlicher Beitrat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen,
268 S., 79,95 Euro, ISBN 978-3-540-73247-1
Daten und Fakten
Bioenergie und Nachwachsende Rohstoffe sind in der aktuellen politischen
Diskussion ein wichtiges Thema. Ob es um den Stand der Nutzung, um den
Vergleich verschiedener Nutzungsmöglichkeiten oder um den Klimaschutzbeitrag
von Nachwachsenden Rohstoffen geht, für Entscheider in Unternehmen
und Politik sowie für Experten und Interessierte ist eine solide
Datengrundlage für die öffentliche Diskussion unverzichtbar.
Deshalb hat die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Auftrag
des Bundeslandwirtschaftsministeriums jetzt eine in dieser Form erstmalige
kompakte Sammlung statistischer Daten zusammengestellt, die als Broschüre
unter dem Titel "Daten und Fakten zu nachwachsenden Rohstoffen"
unter www.fnr.de kostenlos bestellt
werden kann.
Infos: Aufrufbar sind die laufend aktualisierten statistischen Informationen
unter http://www.fnr.de, Stichwort "Daten und Fakten".


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