Newsletter/ nawaros®01/08

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros®

Inhalt

15. C.A.R.M.E.N.-Forum: Bayerische Wälder
Energiestatistik bestätigt Erfolgskurs
Staatspreise für vorbildliche Waldbesitzer
Biomasse für Münchener Flughafen
Energieland Hessen
Biogastankstelle in Österreich
Multimedia-Jahrbuch der EU
Kombikraftwerk: Energie immer und überall
-G-E-D-R-U-C-K-T-E-S-

15. C.A.R.M.E.N.-Forum: Bayerische Wälder
Klimaschutz und Wirtschaftsfaktor

Forst und Holz gelten in Bayern als die Motoren des ländlichen Raumes, denn die bayerischen Wälder sind Natur- und Wirtschaftsraum in einem.
Holz ist ein Nachwachsender Rohstoff, der regional gewonnen werden kann. Daraus ergeben sich viele ökologische Vorteile, die in Zeiten von Klimawandel und der Verteuerung fossiler Ressourcen immer mehr Beachtung finden. Bei der Holzverbrennung werden die CO2-Emissionen auf ein Minimum reduziert, da Pflanzen bei ihrer thermischen Verwertung nur soviel Kohlendioxid abgeben, wie sie im Laufe ihres Wachstums aufgenommen haben. Aufgrund der regionalen Wertschöpfung entfallen lange Transportwege und der damit verbundene Schadstoffausstoß.
Vor diesem Hintergrund veranstaltet C.A.R.M.E.N. sein 15. Forum am 10. März 2008 im Straubinger Herzogschloss unter dem Motto "Bayerische Wälder - Klimaschutz und Wirtschaftsfaktor".
Das Forum bietet führenden Vertretern der Branche die Möglichkeit, vor einem interessierten Fachpublikum aktuelle Themen zu beleuchten und das Innovationspotential der Holz- und Forstwirtschaft zu erläutern.
Staatsminister Josef Miller eröffnet das Forum mit seinem Auftaktvortrag "Bayerische Wälder - Forstpolitik der Bayerischen Staatsregierung", danach referiert Olaf Schmidt von der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft (LWF) zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Forstwirtschaft.
Im ersten Fachblock "Holz in der industriellen Nutzung" werden die Möglichkeiten des Klimaschutzes mit High-Tech-Holzhäusern erörtert, Wood-Plastic-Composites vorgestellt und über Phenol-Formaldehyd-Harzleime auf Nawaro-Basis referiert.
Im zweiten Block "Marktkatalysator Holzenergie" beleuchten die Referenten die Steuerung von Stoffströmen, die Möglichkeiten der Wertschöpfung am Pelletmarkt und die Brennstofflogistik.
Der dritte Vortragsblock "Marktstrategien" setzt sich mit dem Potential der Ressource Wald und deren langfristiger Sicherung auseinander. Die Holzvermarktung aus Sicht der Bayerischen Staatsforsten ist ebenfalls Thema, desgleichen die Vermarktung von Biomasse am Beispiel Hackschnitzel.
Ein Anmeldeformular kann im Internet bei C.A.R.M.E.N. heruntergeladen werden.

Informationen und Anmeldung: C.A.R.M.E.N., Eva-Maria Hollweck, E-Mail: eh(at)carmen-ev.de

Energiestatistik bestätigt Erfolgskurs

Der Anteil der Biomasse am Primärenergieverbrauch hat in Bayern bereits 2004 das mittelfristige Ziel von fünf Prozent überstiegen. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller Mitte Dezember in München mitteilte, geht aus der amtlichen Energiestatistik des Jahres 2004 hervor, dass bereits damals der Anteil auf 5,2 Prozent angestiegen ist. Gegenüber dem Vorjahreswert (2003) von 4,4 Prozent entspricht dies einer Steigerung um 18 Prozent. Zum Vergleich: Deutschlandweit lag der Biomasseanteil 2004 bei 2,3 Prozent.
Deutliche Zuwächse verzeichneten in Bayern vor allem der Biomasseeinsatz in Biogasanlagen und bei den biogenen Treibstoffen (vor allem Biodiesel und Rapsöl) sowie der Einsatz von Holzpellets zur Wärmeerzeugung, der im Vergleich zu 2003 um rund 23.000 Tonnen auf 67.000 Tonnen zugelegt hat.

Quelle und weitere Informationen: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, http://www.stmlf.bayern.de

Staatspreise für vorbildliche Waldbesitzer

Vierzehnmal hat Forstminister Josef Miller im Dezember 2007 in München Staatspreise an bayerische Waldbesitzer verliehen, die ihren Forst besonders naturnah bewirtschaften. Die Auszeichnung, die alle zwei Jahre vergeben wird, stand heuer unter dem Motto "Waldumbau im Zeichen des Klimawandels".
Nach Aussage Millers sind sich alle Experten einig, dass die Wälder von den Auswirkungen des Klimawandels wie zunehmenden Witterungsextremen und vermehrtem Insektenbefall besonders betroffen sein werden. Bereits seit Jahren werde der Waldumbau vom Freistaat erfolgreich unterstützt.
Mit dem Staatspreis will der Minister noch mehr Waldbesitzer dazu anspornen, ihre Forste in stabile Mischwälder umzuwandeln.
Quelle und weitere Informationen: http://www.stmlf.bayern.de

Biomasse für Münchener Flughafen

Die Bestrebungen des Münchener Flughafens, sich in Zukunft noch stärker von der heimischen Landwirtschaft mit Nahrungsmitteln und dem Energieträger Biomasse beliefern zu lassen, sind nach den Worten von Landwirtschaftsminister Josef Miller beispielgebend. Bereits seit längerer Zeit liefern die Bauern aus dem Umland jährlich Nahrungsmittel für eine Million Euro an die Airport-Gastronomie.
Jetzt soll auch der Energiebereich ausgebaut werden: Nach dem Einstieg des Flughafens in die Nutzung von Rapsöl für seine Kraftfahrzeuge will der Airport auch Biogas im flughafeneigenen Blockheizkraftwerk einsetzen.
Bereits seit gut zwei Jahren befasst man sich am Airport mit regenerativer Energieversorgung aus biogenen Quellen, zwischenzeitlich können Bodenfahrzeuge sowohl Rapsöl als auch den auf Alkohol basierenden Kraftstoff E85 tanken. Mittlerweile sind rund 100 Fahrzeuge mit biogenen Treibstoffen oder im Mischbetrieb unterwegs.
Quelle und weitere Informationen: http://www.stmlf.bayern.de

Energieland Hessen

Eurosolar hat ein Szenario am Beispiel des Landes Hessen erstellt. Die Studie zeigt wie eine saubere Stromerzeugung realisiert werden kann, die zu mehr Unabhängigkeit und regionaler Wertschöpfung sowie zu vielen neuen Arbeitsplätzen beitragen kann.
Schon im Jahr 2025 könnte der komplette Strombedarf in Hessen aus erneuerbaren Energien erzeugt werden.
Infos: http://www.eurosolar.de/de

Biogastankstelle in Österreich

In Margarethen am Moos (St. Pölten) hat im Dezember die erste Biogastankstelle Österreichs ihren Probebetrieb aufgenommen.
Die zugehörige Biogasanlage ist vor zwei Jahren in Betrieb genommen worden und produzierte bisher Strom und Wärme für 120 Haushalte in der Region. Jetzt können an der neuen Biogastankstelle auch Erdgasfahrzeuge gereinigtes Biogas tanken. Die Vermarktung erfolgt unter dem Namen "methaPUR".
25 Kilogramm Biogas entsprechen einer Tankfüllung mit einer Reichweite von ca. 500 Kilometern. Biogas bzw. Erdgas ist im Vergleich zu Diesel oder Benzin äußerst kostengünstig. Der Preis liegt in Österreich bei etwa 90 Cent pro Kilo, ein Kilo entspricht etwa 1,3 Litern Diesel. 100 Kilometer kommen bei einem Dieselverbrauch von 5,9 Liter demnach auf 7,04 Euro, bei einem Verbrauch von 5,3 Kilo Biogas auf 4,39 Euro.
15 landwirtschaftliche Betriebe haben sich zusammengeschlossen, um die Region mit Wärme, Strom und nun Biogas zu versorgen. Von den rund 1.200 Hektar Ackerfläche werden 300 Hektar für die Energieproduktion benötigt.
In Niederösterreich sind derzeit acht Erdgastankstellen in Betrieb. Ziel des Landes ist es, das Netz bis Ende 2008 auf mindestens eine Erd- oder Biogastankstelle pro Bezirk auszuweiten.

Quelle und weitere Informationen: http://www.methapur.com, christian.milota(at)noel.gv.at

Multimedia-Jahrbuch der EU

Die Europäische Kommission hat ein multimediales Jahrbuch 2007 herausgegeben. Darin werden zehn Bereiche vorgestellt, in denen die Europäische Union 2007 erfolgreich tätig war. Die Bandbreite der Themen reicht von der Bekämpfung des Klimawandels bis hin zu dem größeren Angebot an Waren und Dienstleistungen zu günstigeren Preisen.

Das multimediale Werk trägt den Titel "Europa und Sie im Jahr 2007. Was die EU erreicht hat - eine Momentaufnahme", ist als Taschenbuch erhältlich und kann im Internet per Videoclip angeschaut werden.

Quelle: http://www.infoholz.de, weitere Informationen: http://ec.europa.eu/snapshot2007/

Kombikraftwerk: Energie immer und überall

Nicht zuverlässig - dieses Vorurteil hängt den Erneuerbaren Energien oft an. Dass die Sonne in der Nacht nicht scheint und der Wind nicht immer weht, das leuchtet jedem Kind ein und wird gebetsmühlenartig als Argument gegen den gezielten Ausbau der umweltfreundlichen Energieträger verwendet. Können die Erneuerbaren Energien flexibel auf den schwankenden Bedarf reagieren? Müssen andere Kraftwerke einspringen, wenn es windstill oder bewölkt ist? Das Kombikraftwerk entkräftet Argumente, wonach die Verfügbarkeit von Strom aus Erneuerbaren Energien zu stark von meteorologischen Einflüssen abhinge. Es vernetzt 36 Erneuerbare-Energien-Kraftwerke, welche über ganz Deutschland verteilt sind. Zwanzig Solar-, vier Biogas- und elf Windanlagen sowie ein Pumpenspeicherkraftwerk sind durch eine zentrale Steuerungseinheit miteinander verbunden. Bleiben zum Beispiel Wind und Sonne aus, wird verstärkt auf Biogas umgestellt.
Scheint dagegen die Sonne und die Solarzellen liefern Strom, kann die Biogasproduktion wieder heruntergefahren werden. Die zentrale Steuerungseinheit steuert die Anlagen des Kombikraftwerks so, dass sie gemeinsam bedarfsgerecht Energie produzieren. Wird überschüssiger Strom erzeugt, z. B. bei starkem Wind, wandert er in das Pumpenspeicherkraftwerk. Es deckt Bedarfsspitzen - etwa zur Mittagszeit - ab. Im Maßstab 1:10.000 deckt das Kombikraftwerk vollständig den Strombedarf in Deutschland mit Erneuerbaren Energien und zeigt die Möglichkeiten, welche sich durch Kombination der Erneuerbaren Energien ergeben.

Weitere Informationen: http://www.kombikraftwerk.de

-G-E-D-R-U-C-K-T-E-S-

Energiepflanzen für Biogasanlagenbetreiber

Biogas boomt und der jahrelang propagierte Slogan "Vom Landwirt zum Energiewirt" wird allmählich Wirklichkeit. Wer eine Biogasanlage baut, investiert viel Geld und beschäftigt sich daher sehr intensiv mit der Anlagentechnik. Neben der technischen Komponente gerät allerdings oft ins Hintertreffen, dass ein weiterer Faktor maßgeblich über den Erfolg oder Misserfolg einer Biogasanlage entscheidet: Denn wie bei einer Milchkuh entscheidet sich auch bei Biogasanlagen am Futter, wie die Leistung ausfällt.
Die Agrarwissenschaftlerin Dr. Marianne Karpenstein-Machan beschäftigt sich seit 15 Jahren an den Universitäten Kassel und Göttingen mit Energiepflanzenbau und Nachwachsenden Rohstoffen und ist zudem landwirtschaftliche Beraterin in Deutschlands erstem Bioenergiedorf Jühnde. In ihrem Buch "Energiepflanzenbau für
Biogasanlagenbetreiber" geht sie auf die wichtigsten Aspekte zum Anbau von Nachwachsenden Rohstoffen und deren Nutzung in Biogasanlagen ein. Das Buch enthält in verständlicher und anschaulicher Sprache auf knapp 180 Seiten eine Fülle von Informationen und Ansätze für Praktiker bereit.

Info: Energiepflanzen für Biogasanlagenbetreiber, DLG-Verlag, ISBN 3-7690-0651-8, 19,90 Euro

Wenn die richtige Vokabel fehlt

Das Thema "Regenerative Energien" ist nicht nur ein politisches oder ökologisches Thema, sondern erfasst in zunehmenden Maße ebenfalls zahlreiche Berufsgruppen. Bis zum Jahr 2020 ist - nach einer Studie des Bundesumweltministeriums - damit zu rechnen, dass die Zahl der Beschäftigten in dieser Branche von derzeit ca. 170.000 auf mindestens 300.000 ansteigen wird. Der internationalen Kommunikation kommt daher auch in der Bioenergie eine bedeutende Rolle zu.
Das Verstehen bzw. Verfassen englischer Fachtexte wird somit immer mehr zum Handwerkszeug von Berufstätigen.
Ein verlässliches Wörterbuch kann dabei von großem Wert sein. Einen Beitrag hierzu soll das Fachwörterbuch "Regenerative Energien Englisch-Deutsch / Deutsch-Englisch" aus dem Innovations- und Bildungszentrum Hohen Luckow leisten.
Das Fachwörterbuch enthält auf 236 Seiten im handlichen Taschenbuchformat zahlreiche Übersetzungen zu Themengebieten wie z. B. Biomasse, Solarenergie oder Wasserkraft und ist besonders bei Fachgesprächen und Korrespondenz in englischer Sprache eine wertvolle Hilfe.

Weitere Informationen und Bestellmöglichkeiten: http://www.ibz-hl.de


Faustzahlen Biogas
Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) hat eine Datensammlung mit den wichtigsten Daten und Fakten zum Thema Biogas herausgegeben.
Derzeit beträgt die installierte elektrische Leistung von Biogas ca. 1.100 MW, nach einer Prognose des Fachverbandes Biogas e.V. wird sie im Jahr 2020 bei ca. 9.500 MW liegen.

Ein wichtiger Faktor für das rasante Wachstum ist, dass für viele Landwirte die Biogastechnologie eine Chance für den Aufbau eines weiteren Standbeins zur Unternehmenssicherung ist. Das Nachschlagewerk "Faustzahlen Biogas" liefert einen wichtigen Beitrag für Landwirte, Ausbilder, Berater, Auszubildende, Wissenschaftler und politische Entscheidungsträger zur optimalen ökonomischen und ökologischen Nutzung von Biogas.
In neun Kapiteln erörtern die Autoren den kompletten Ablauf der Biogaserzeugung und -verwertung. Hierzu werden Anlagentechnik, Substrate und die Behandlung von Gärresten ebenso erläutert wie die Wirtschaftlichkeit von Biogasanlagen.

Info: Faustzahlen Biogas, KTBL, ISBN: 978-3-939371-46-5, 24,- Euro http://www.ktbl-shop.de



 

 
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