Newsletter/ nawaros®12/06

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros®

Inhalt

Schnapsrenner kommen in Fahrt - Frankreich setzt auf Ethanol
Holzbauquote
Bayerns Energiebilanz
Holz - perfekt verarbeitet
Lehrschau über Erneuerbare Energien
Ascha - Sonderpreis als Klimaschutzkommune
Internetkatalog für Kamin und Holz
Tierpark Hellabrunn produziert Biogas aus eigenem Mist
Biomasse-Atlas in Hessen
Biokraftstoffe in NRW
Geschenkideen - Für Schule und Beruf
Mit besten Wünschen...

Schnapsrenner kommen in Fahrt
Frankreich setzt auf Ethanol



Superethanol E85, so nennt man in Frankreich den Biokraftstoff, der aus 85 Prozent Ethanol und 15 Prozent Benzin besteht. Der frühere Formel-1-Pilot Alain Prost legte Ende September Frankreichs Wirtschafts- und Finanzminister Thierry Breton und dem Landwirtschaftsminister Dominique Bussereau einen Bericht mit dem Titel "Unterstützung des Biokraftstoffes E85" vor. An diesem Bericht arbeiteten Vertreter der Automobilindustrie, des Tankstellengewerbes, der Erdölindustrie, der Landwirtschaft, der Ethanolproduzenten und der Verbraucherorganisationen.
Die Arbeitsgruppe unter Leitung von Prost hatte im Auftrag des Wirtschaftsministeriums die Voraussetzungen der Markteinführung von E85 zu analysieren und einen zwischen allen Beteiligten abgestimmten Aktionsplan vorzulegen.
Im Bericht wurde die Verabschiedung eines Aktionsplanes "Charta für die Entwicklung des E85" vorgeschlagen, die bis Ende 2007 den Aufbau eines Netzes von 500 bis 600 grünen Zapfsäulen vorsieht. Auf den Ethanolanteil sollen in Frankreich keine Steuern erhoben werden, so dass der Literpreis etwa bei 0,80 ct liegen soll.
Des Weiteren legt die Charta folgende Verpflichtungen der Akteure fest:
- den Erlass der rechtlichen und technischen Bestimmungen, die für den Bau und die Inbetriebnahme eines Verteilernetzes von Superethanol E85 erforderlich sind, durch den Staat
- ein diversifiziertes und leistungsfähiges Angebot von Flexfuel-Fahrzeugen durch die Automobilhersteller
- den Aufbau eines landesweiten Verteilernetzes / Zapfstellen für E85
- den Ausbau von wettbewerbsfähigen und dauerhaften Produktionsstätten für E85 in Verbindung mit zuverlässigen Verträgen über die Zulieferung der erforderlichen landwirtschaftlichen Rohstoffe durch die französische Landwirtschaft; der Staat verpflichtet sich zu einer aktiven Förderung einschlägiger Forschungsprogramme
- die wirtschaftlichen und steuerrechtlichen Rahmenbedingungen für die Wettbewerbsfähigkeit von E85 im Verhältnis zu den fossilen Treibstoffen zu schaffen.
Zur Überwachung und Begleitung der Durchführung der Bestimmungen der "Charta" ist ein gemischter Ausschuss unter Vorsitz des Staates vorgesehen, dem alle Vertragspartner angehören.
Auch in Deutschland gehen die Aktivitäten zur Markteinführung von Bio-Ethanol weiter.

Region-aktiv im Chiemgau
Am Chiemsee findet Ethanol als Treibstoffalternative zunehmend Interesse. Zur Bündelung von Aktivitäten hat sich die "Bio-Ethanol-Initiative-Chiemgau-Inn-Salzach" gegründet. Sie will die Markteinführung von E85 in der Region Chiemgau vorantreiben.
Ziel der Chiemgauer Initiative ist es, mindestens zwei E85-Tankstellen in der Region einzurichten und gleichzeitig einen Fuhrpark von E85-Fahrzeugen zu installieren, um die Tankstellen wirtschaftlich betreiben zu können.
Hierzu sind Informationsveranstaltungen für Landwirte, Verbraucher, Kfz-Betriebe und Sonderverbraucher, Gespräche mit Automobilhäusern, Mineralölhandel und Tankstellen sowie landwirtschaftlichen Organisationen vorgesehen.
Bei der Markteinführung von E85 in der Region Chiemgau-Inn-Salzach sollen regionale Strukturen genutzt und gestärkt werden. Das Modell- und Demonstrationsvorhaben steht unter Leitung von C.A.R.M.E.N., läuft bis Ende 2007 im Rahmen von "REGIONEN AKTIV - Land gestaltet Zukunft" und wird durch das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert.

Ethanol - deutschlandweites Abstimmungstreffen in Hessen
Um die Koordinierung der verschiedenen Interessensgruppen zu unterstützen, veranstalten die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), das Kompetenzzentrum Hessen Rohstoffe e.V. (HeRo) und C.A.R.M.E.N. am 30. Januar 2007 ein gemeinsames Abstimmungstreffen in Hessen. Informationen hierzu sind bei allen drei Einrichtungen erhältlich.

Quellen und Informationen: Wissenschaft-Frankreich, Nr. 111, Nr. 108 (http://www.kompetenznetze.de/navi/de/LaenderProgramme/03nachrichten.html), Region aktiv - Chiemgau-Inn-Salzach e.V. (http://www.chiemgau-inn-salzach.de), FNR e.V. (http://www.fnr.de), HeRo e.V. (http://www.hero-hessen.de) und C.A.R.M.E.N.



Holzbauquote

Bayern setzte 2005 beim Bauen zunehmend auf Holz. Mit einer Holzbauquote von 25,4 Prozent beim Nichtwohnbau liegt Bayern deutschlandweit auf Platz eins, gefolgt von Baden-Württemberg mit 23,7 Prozent und Schleswig-Holstein mit 21,6 Prozent. Bundesweit liegt die Quote bei 17,4 Prozent. Mehr als ein Viertel aller aus Holz gefertigten Nichtwohnbauten Deutschlands wurden in Bayern errichtet.
Auch im Bereich der Geschäftsbauten und öffentlichen Neubauten liegt Bayern vorn, über 7.100 Gebäude wurden überwiegend mit Holz errichtet. Der Verband des Bayerischen Zimmerer- und Holzbaugewerbes (VBZH) will bis 2015 eine deutliche Steigerung erreichen und orientiert sich dabei an den Zielen Finnlands, dort soll der Holzanteil auf 85 Prozent ausgeweitet werden.

Info: http://www.zimmerer-bayern.com




Bayerns Energiebilanz

Bei der Energiegewinnung aus Biomasse verzeichnet Bayern einen kräftigen Anstieg, teilte Landwirtschaftsminister Josef Miller unter Hinweis auf die amtliche Energiestatistik mit. Danach entfielen 2003 4,4 Prozent des Primärenergieverbrauchs im Freistaat auf Biomasse. Gegenüber dem Vorjahreswert mit vier Prozent entspricht dies einer Steigerung von zehn Prozent. Deutliche Zuwächse verzeichnet vor allem der Biomasseeinsatz in Biomasseheiz- und Heizkraftwerken, in Biogasanlagen und bei den biogenen Treibstoffen sowie der Einsatz von Holzpellets zur Wärmeerzeugung, der sich im Vergleich zum Jahr 2002 mit rund 44.000 Tonnen mehr als verdreifacht hat.
Deutschlandweit liegt der Biomasseanteil bei gut drei Prozent. Durch den energetischen Einsatz von Biomasse werden im Freistaat rechnerisch jährlich fast 2,5 Milliarden Liter Heizöl eingespart und rund 6,6 Millionen Tonnen Kohlendioxid vermieden.

Quellen und Infos: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten vom 29. Oktober 2006 im Internet unter http://www.stmlf.bayern.de/presse/2006/23089/index.php



Holz - perfekt verarbeitet

Kein anderer Werkstoff ist so vielseitig und zugleich einzigartig im Erscheinungsbild wie Holz. Wie es perfekt zu innovativen und verwandlungsfähigen Möbeln verarbeitet wird, demonstrierten 19 bayerische Schreinerbetriebe, die sich am Wettbewerb "Verwandlungsmöbel" beteiligt haben. Die Sieger wurden auf der Messe "Heim + Handwerk" in München ausgezeichnet.
Die prämierten Möbelstücke machen nach den Worten von Bayerns Forstminister Josef Miller deutlich, wie sich Holzmöbel den verschiedensten Wohnsituationen der Nutzer anpassen können.

Quellen und Infos: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten vom 6. Dezember 2006 im Internet unter http://www.stmlf.bayern.de/presse/2006/23582/index.php



Lehrschau über Erneuerbare Energien

Im Landwirtschaftszentrum Haus Düsse der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen im Kreis Soest wurde kürzlich eine Lehrschau rund um erneuerbare Energien eröffnet. Die Ausstellung soll allen Interessierten Wege aufzeigen, energie-effizienter zu wirtschaften und erneuerbare Energien verstärkt zu nutzen.
Die Aussteller haben eigene Stände, die mit Trennwänden aus regenerativen Stoffen, wie Stroh, aufgeteilt sind. Mehr als 20 Firmen stellen Biomasse-Heizsysteme, Biogaskonzepte, Biokraftstoffe, Anlagentechnik, Wasserkraftsysteme, Wind- und Sonnenenergie vor.
Die Energielehrschau kann täglich besichtigt werden.

Infos: http://www.duesse.de



Ascha - Sonderpreis als Klimaschutzkommune

Mit 77 weiteren Teilnehmern bewarb sich die zur Verwaltungsgemeinschaft Mitterfels gehörende bayerische Gemeinde Ascha als eigenständige Kommune am Wettbewerb "Bundeshauptstadt im Klimaschutz" der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Schirmherr des Wettbewerbs ist Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Die Auszeichnungsfeier des Wettbewerbs "Bundeshauptstadt im Klimaschutz" fand am 30. November 2006 in Berlin statt.
Ascha liegt im Vorwaldgebiet des Bayerischen Waldes, zirka 50 Kilometer östlich von Regensburg. Die Gemeinde zählt 1.547 Einwohner und ist damit die zweitkleinste Kommune, die am Wettbewerb teilgenommen hat. Nach ihrem Leitbild "Wege von der Vergangenheit in die Zukunft" versucht die Gemeinde Ascha, das auf der Konferenz für Umwelt und Entwicklung der Vereinten Nationen in Rio de Janeiro 1992 verabschiedete Aktionsprogramm vor Ort umzusetzen.
Ascha setzt auf erneuerbare Energien. Vor allem Sonnenenergie wird hier intensiv genutzt. Eine Holzhackschnitzelanlage versorgt zudem das Rathaus, die Kirche, die Mehrzweckhalle und die Schule sowie 60 Einfamilienhäuser und fünf Gewerbebetriebe mit Nahwärme.
Daneben ist man in Ascha intensiv bemüht, Energie einzusparen. Bei Sanierungen wurde ein Energiepass erstellt, nach dem die Baumaßnahmen durchgeführt wurden.

Quellen und Infos: http://www.duh.de/uploads/media/Ascha.pdf




Internetkatalog für Kamin und Holz

Das Interesse am Heizen mit Holz steigt, dementsprechend wächst auch der Informationsbedarf rund um das Thema Kamin. Der Internetkatalog www.kamin-und-holz.de möchte hier mehr Markttransparenz schaffen und als Branchenverzeichnis für Bezugsquellen von Holz, Pellets, Pelletöfen und Kaminen dienen.
Firmen sind eingeladen, sich kostenlos in das Internetverzeichnis einzutragen. Es wird nach regionalen Kriterien strukturiert. An einer Optimierung für Suchmaschinen wird derzeit gearbeitet.

Quelle und Infos: http://www.artikel-base.de/pressetexte/kamin-holz.aspx und http://www.kamin-und-holz.de



Tierpark Hellabrunn produziert Biogas aus eigenem Mist

Seit September wird im Tierpark Hellabrunn an einer Biogasanlage gebaut. Die aus drei Fermentern mit insgesamt 870 Kubikmetern Volumen bestehende Anlage soll künftig die jährlich gut 2.000 Tonnen Futterreste und Mist über Trockenfermentation in Energie umwandeln.
In einem umgerüsteten BHKW mit 40 kW elektrischer und 74 kW thermischer Leistung, das bislang mit Erdgas betrieben wurde, werden die Stadtwerke München GmbH (SWM) das Biogas verbrennen.
Etwa 240.000 kWh Strom sollen pro Jahr in das Netz der Stadtwerke eingespeist werden. Die Wärme, jährlich rund 230.000 kWh, wird für die Gebäude des Tierparks und die konstante Wärmeversorgung der Fermenter genutzt.

Infos: Stadtwerke München GmbH (http://www.swm.de)



Biomasse-Atlas in Hessen

Innovativ, beispielhaft, wegweisend, kreativ und/oder vorbildlich sollen die Firmen und Institutionen im Biomassesektor sein, die das Kompetenzzentrum HessenRohstoffe - HeRo e.V. - in seinem "Kompetenzatlas Biomasse" aufnehmen will um die Kompetenz und damit auch Stärke des Landes Hessen im Bereich Biomasse anschaulich zu präsentieren.
In Rubriken zur energetischen und stofflichen Nutzung von heimischen Rohstoffen aus Land- und Forstwirtschaft können sich die entsprechenden Branchen, wie z.B. Biogas - Analyse, Biodiesel-Anlagenplaner, Pflanzenöl - Filtertechnik, Textilfasern - Herstellung/Vertrieb oder Holzpellet - Hersteller redaktionelle Anzeigen darstellen lassen.
Der Preis für die Aufbereitung und einheitliche Layoutumsetzung sowie die für den Ersteintrag kostenlose Übernahme in die Onlinefassung liegt zwischen 890 und 1.590 Euro netto.
Um die Qualität sicher zu stellen, müssen die Kernkompetenzen der interessierten Akteure selbstverständlich im Biomassebereich liegen.

Infos: Interessierte melden sich direkt beim HeRo e.V., Tel.: 05542/6003350, E-Mail: info@hero-hessen.de (http://www.hero-hessen.de)



Biokraftstoffe in NRW

Das NRW-Wirtschaftsministerium hat die Studie "Synthetische Kraftstoffe auf Biomassebasis" in Auftrag gegeben. Hintergrund ist es, die Realisierungsmöglichkeiten der "Kraftstoffe der zweiten Generation" für NRW zu evaluieren, und Technologie- und Standortpotentiale in NRW aufzuzeigen.
Durchgeführt wurde diese Studie vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie und dem Forschungszentrum Jülich.

Quellen und Infos: Meldung vom 27. November 2006 unter http://www.kompetenznetze.de/navi/de/root,did=153914.html




Geschenkideen
Für Schule und Beruf

Unter http://www.memo.de stellt sich ein Unternehmen für Büro- und Schulbedarf vor, dass ein ökologisches Sortiment mit über 9.000 Artikeln rund um den Arbeitsplatz und über ergonomisch einwandfreie (Holz-)Büromöbel bis hin zu Werbeartikeln anbietet. T-Shirts mit Firmenlogo aus kontrollierter Baumwolle, Büromöbel aus Holz oder energiesparende Bürogeräte sind hier ebenfalls erhältlich.

Spielend lernen
Sieht man den Nachwachsenden Rohstoff Holz zur Konstruktion einer Miniformat-Windmühle genutzt, deren Dach mit einer Solarzelle versehen ist, dann hat man möglicherweise einen Bausatz der Marktübersicht Solarspielzeug 2006/2007 vor sich. Diese Auflistung ist inzwischen in der 5. Auflage erschienen und stellt über 100 Produkte diverser Hersteller vor.

Im Solarshop unter http://www.solarserver.de sind Baukästen, Experimentiersets, Gesellschaftsspiele und Spielzeuge erhältlich, Bestellungen werden an die Hersteller geleitet.




Mit besten Wünschen...

Die nawaros®-Redaktion und das gesamte C.A.R.M.E.N.-Team wünschen allen Lesern frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!



 

 

 
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