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Newsletter/ nawaros®11/06
Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen
Newsletters nawaros®
Inhalt
Biokunststoffe sind "in"
E85 für Schwandorf
Bio-Raffinerie auf italienisch
Energiegemeinschaft
Biogas-Planungshilfen
Energie vom Acker
Biogas-Riecher
Neues von der Eurotier
Brennholzhandel
Kraftwerk Feld und Wald
Biokunststoffe
sind "in"
Starker Wachstumsschub im Jahr 2006
Die Biokunststoffindustrie erfährt im Jahr 2006 eine
teilweise boomartige Marktentwicklung in Europa. Dies schließt der
Industrieverband European Bioplastics aus einer aktuellen Umfrage unter
seinen 66 Mitgliedern. Der Verband, der die Interessen der Biokunststoffindustrie
in Europa vertritt, hatte seine Mitglieder hinsichtlich der Marktentwicklung
befragt. Im Mittelpunkt standen dabei neue Produkte und Anwender, das
Umsatzwachstum sowie die Aussichten für das nächste Jahr. Insbesondere
bei Bioverpackungen erwarten Hersteller im Jahr 2006 Zuwächse von
zum Teil mehr als 100 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
In allen Produktbereichen ist das Interesse der Anwender gewachsen. Bei
Folienverpackungen aus Biokunststoffen kann angesichts des erheblichen
Wachstums fast schon von einem beginnenden Boom gesprochen werden. Die
Gründe für diese neue Entwicklung liegen nach Ansicht der Unternehmen
im Wesentlichen in drei Aspekten: Das gestiegene Umweltbewusstsein vieler
Verbraucher, die wachsende Bereitschaft von Unternehmen eine nachhaltige
Entwicklung durch aktives Handeln zu unterstützen und der starke
Anstieg von Rohstoff- und Energiepreisen.
Die Nutzung Nachwachsender Rohstoffe sowie die biologische Abbaubarkeit
und Kompostierbarkeit vieler Biokunststoffprodukte stellen heute wirkungsvolle
Verkaufs- und Nutzungsargumente dar. Durch die fortschreitende technische
Entwicklung gelingt es zudem immer besser, die speziellen Materialeigenschaften
von Biokunststofffolien in Anwendungsvorteile zu übersetzen. Dazu
zählen die oft sehr gute Bedruckbarkeit ohne Vorbehandlung, der besondere
Glanz oder die Barriereeigenschaften gegenüber Gasen, Ölen und
Fetten. Diese Vorteile lassen sich besonders beim Verpacken von frischen
Lebensmitteln nutzen.
Produkte wie Tragetaschen, die auch als Bioabfallsäcke zuhause verwendbar
sind, sowie Cateringartikel und Mulchfolien profitieren nach Gebrauch
von der möglichen biologischen Abfallverwertung.
Am deutlichsten wird der Trend in Großbritannien sichtbar: Im Pionierland
für Bioverpackungen in Europa hatte eine führende Supermarktkette
im September angekündigt, 500 Produktlinien auf Bioverpackungen umzustellen.
Ihr Ziel ist es damit, 4.000 Tonnen fossile Kunststoffe pro Jahr einzusparen.
Quellen und Infos: Pressemitteilung von European Bioplastics, Dr. Harald
Käb (http://www.european-bioplastics.org)
E85 für Schwandorf
Nun ist es offiziell: An der Tankstelle Diermeier-Top-Tank in Schwandorf
kann ab sofort Ethanol getankt werden. Der Verbraucher kann hier sogar
wählen zwischen E50 und E85, d.h. der für spezielle Benzinfahrzeuge,
sogenannte Flexi-Fuel-Modelle, geeignete Kraftstoff besteht zu 50 bzw.
85 Volumenprozent aus Ethanol, einem Produkt der heimischen Landwirtschaft.
Am vergangenen Montag lud der Straubinger Mineralölhändler Diermeier
zur offiziellen Inbetriebnahme der neuen Zapfsäulen an die betriebseigene
Tankstelle nach Schwandorf ein.
Helmut Hey, Bürgermeister von Schwandorf, begrüßte die
geladenen Gäste in seiner Stadt. Er freute sich, dass hier nun ein
solches zukunftsweisendes Produkt verfügbar ist, zumal ein weiterer
Preisanstieg fossiler Energieträger voraussehbar sei.
Als BBV-Bezirkspräsident der Oberpfalz richtete C.A.R.M.E.N.-Vorstand
Franz Kustner ein Grußwort an die geladenen Gäste. Er stellte
den Beitrag heraus, den die heimische Landwirtschaft für die Treibstoffversorgung
und den Umweltschutz leisten.
Hubert Maierhofer, Projektbegleiter bei C.A.R.M.E.N., ging kurz auf die
Straubinger Bio-Ethanol-Initiative ein, die gegen Ende 2005 gegründet
wurde und der auch die Firma Diermeier angehört. Im Bereich von Kleinmotoren
wie Rasenmäher, Kettensägen, Mopeds und Motorbooten sieht er
auch ein gutes Einsatzfeld für Bio-Ethanol, dass allerdings derzeit
noch nicht entsprechend erschlossen ist.
Jetzt auch in Berlin
Erstmals können Autofahrer den umweltfreundlichen Ethanol 85-Kraftstoff
jetzt auch in Berlin tanken. Dr. Hermann Scheer, Vorsitzender des Weltrats
für Erneuerbare Energien, gab Anfang November an der GO-Tankstelle
in Marzahn die erste Zapfsäule mit E85 frei. Das Tanken von E85 ist
für Autofahrer preislich besonders attraktiv. So liegt der Liter-Preis
dort zurzeit bei 89,9 Cent.
"Biokraftstoffe sind die einzige Chance für uns, sich nach und
nach von der Abhängigkeit der Rohölmärkte zu lösen.
Das wird sicher nicht von heute auf morgen funktionieren, muss aber jetzt
begonnen werden. Der Markt der Zukunft auf diesem Sektor, insbesondere
als Ersatz für Ottokraftstoffe wird aber Bioethanol - konkret E85
sein. Nicht zuletzt auch deshalb ist E85 das Mittel der Wahl. Es stärkt
die mittelständischen Hersteller, die Landwirtschaft und den mittelständischen
Tankstellenmarkt", so Axel Graf Bülow, Hauptgeschäftsführer
des Bundesverbandes Freier Tankstellen e.V.
Infos: C.A.R.M.E.N. bzw. Hanseatic Petrol Vertriebs GmbH (http://www.go-germania.de)
Bio-Raffinerie auf italienisch
Novamont stellt ein neues Modell der regionalen "Biowirtschaft"
vor
Auf einem großen Kongress in Novara am 13.10.2006
hat C.A.R.M.E.N.-Mitglied Novamont unter dem Motto "Weg vom Öl
- hin zur Bio-Industrie" ihr neues Modell einer regionalen Bio-Raffinerie
vorgestellt. Im Mittelpunkt stand hierbei das neu entwickelte "Origo-Bi",
ein Biokunststoff (Bio-Polyester) auf Basis von Pflanzenöl, der die
ideale Ergänzung zu Mater-Bi darstellt.
Die Diskussion von Politik, Industrie, Landwirtschaft, Wissenschaft und
Finanzwelt zeigte deutlich, dass in Italien die selben Probleme wie in
Deutschland auf der Tagesordnung stehen. Große Hoffnungen werden
in die Nachwachsenden Rohstoffe gesetzt. Die grüne Bio-Raffinerie,
die erstmals von Novamont in Terni, in Süditalien umgesetzt wird,
kann durch die Nutzung natürlicher Ressourcen aus der Landwirtschaft,
eingebunden in die Region, eine neue industrielle, wirtschaftliche und
umweltfreundliche Wertschöpfungskette entwickeln.
Nach dem gut besuchten und erfolgreichen Kongress präsentierte Novamont
das neue Verwaltungsgebäude und das Entwicklungszentrum in Novara.
Im Entwicklungszentrum können nicht nur die Granulate entwickelt
und die Abbautests durchgeführt werden, hier werden auch die Entwicklungen
zu fertigen Produkten, wie Folien und Trays, durchgeführt. Die Entwicklung
und Markteinführung von "Origo-Bi" stellt einen weiteren
Meilenstein der Biokunststoffe.
Infos: C.A.R.M.E.N. e.V., Edmund Langer, E-Mail: el@carmen-ev.de und Novamont
(http://www.novamont.com)
Energiegemeinschaft
EU-Richtlinien gelten nicht nur in den Mitgliedstaaten
Die Europäische Kommission unterbreitete im März 2002 Vorschläge
zur Schaffung eines regionalen Elektrizitätsmarktes in Südosteuropa.
Im November 2002 wurde auf der Ministertagung von Athen die "Athener
Absichtserklärung" unterzeichnet. Das Konzept wurde 2003 auch
auf den Bereich Erdgas ausgeweitet. Der Athener Prozess mündete 2005
in den Vertrag zur Gründung einer Energiegemeinschaft. Dieser Vertrag
folgt konsequent dem Modell der Europäischen Gemeinschaft für
Kohle und Stahl, die den Grundstein der Europäischen Union bildet
und umfasst folgende Bereiche (gekürzt):
- Ausdehnung des gemeinschaftlichen Besitzstandes (auf EU-Ebene beschlossene
Rechtsvorschriften und Regelungen) u. a. in den Bereichen Energie, Umwelt,
erneuerbare Energiequellen und Wettbewerb.
- Schaffung regionaler Instrumente, z. B. schnelle Errichtung von Infrastruktur
wie Erdgasleitungen.
- Gemeinsame Politik in den Breichen Außenhandel sowie gegenseitige
Hilfe und Beseitigung von Hindernissen für den Energiebinnenmarkt.
In den südosteuropäischen Ländern stehen wenig Primärenergieträger
zur Verfügung. Dementsprechend sind diese Länder stark auf Importe
angewiesen, insbesondere bei Erdöl und Erdgas. Durch den Vertrag
wurde der weltweit größte Binnenmarkt für Elektrizität
und Erdgas geschaffen. Zu den Teilnehmern gehören die EU-Mitgliedstaaten
sowie Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Serbien, Montenegro, Albanien,
die UN-Übergangsverwaltung in Kosovo (UNMIK), die ehemalige jugoslawische
Republik, Mazedonien, Bulgarien und Rumänien. Außerdem wurden
die Türkei, die Ukraine, die Republik Moldau und Norwegen als Beobachter
der Energiegemeinschaft zugelassen. Dieser Status ist der erste Schritt
auf dem Weg zu einer eventuellen Mitgliedschaft. Die Energiegemeinschaft
steht jedem Land offen, das bereit ist, die Regeln des Europäischen
Energiemarktes zu akzeptieren und das über direkte physische Verbindungen
zu den Strom- und den Gasnetzen der EU verfügt.
"Die Energiegemeinschaft ist ein Instrument zur Verbreitung von EU-Normen
und öffnet Nichtmitgliedstaaten den Zugang zum EU-Markt" erklärte
EU-Energiekommissar Andris Piebalgs. Er fügte hinzu: "Der Vertrag
verpflichtet nicht zu künftigen Handlungen, sondern verpflichtet
die einzelnen Staaten dazu, jetzt tätig zu werden und sich auf die
notwendigen energiepolitischen Reformen zu konzentrieren". Ziel ist
es, allen Bürgern den Zugang zu Strom und Gas zu erschwinglichen
Preisen zu ermöglichen und die jeweiligen Staaten bereits vor einem
eventuellen EU-Beitritt von den Vorteilen des Energiebinnenmarkts profitieren
zu lassen.
Quellen, Infos: http://www.energy-community.org,
http://ec.europa.eu/dgs/energy_transport/newsletter/dg/2006/nl202-2006-11
17_en.html

Biogas-Planungshilfen
Der vom Kuratorium für Technik und Bauwesen in der
Landwirtschaft (KTBL) entwickelte und von der Fachagentur Nachwachsende
Rohstoffe (FNR) mit Mitteln des Bundeslandwirtschaftsministeriums geförderte
"Wirtschaftlichkeitsrechner Biogas" unterstützt Investoren,
Planer und Berater bei der Vorplanung einer Biogasanlage. Seit dem 15.
November 2006 steht das Angebot unter www.ktbl.de kostenlos zur Verfügung.
Durch die Auswahl der verfügbaren Gärsubstratmengen errechnet
das Programm die mögliche Gas- und Stromerzeugung und leitet die
Erfolgschancen der geplanten Anlage ab.
Mit der "Datensammlung Energiepflanzen" steht Biogasanlagen-Betreibern
jetzt ein weiteres Hilfsmittel zur Verfügung, um Alternativen beim
Anbau von Nawaro-Substraten auszuloten. Sie berücksichtigt sowohl
bekannte als auch in der Praxis bisher kaum verbreitete Kulturen, für
die erst wenige Anbauerfahrungen vorliegen, die aber ein großes
Potenzial für die Bioenergieerzeugung bergen. In exemplarischen Kosten-
und Leistungsrechnungen wurden Natural- und nutzungsspezifische Energieerträge
kalkuliert, wie zum Beispiel Methan- und Ethanolerträge.
Info: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR). Das Buch "Datensammlung
Energiepflanzen" ist für 23 Euro bestellbar über E-Mail:
vertrieb@ktbl.de (http://www.ktbl-shop.de)
oder Tel.: 06151/7001189.

Energie vom
Acker
Das Münchener dlz-Magazin und die Bayer CropScience
haben einen Förderpreis "Energie vom Acker" für Landwirtschaftsschüler
ausgeschrieben. Gesucht wird der optimale Energiemix vom Acker. Prämiert
werden die besten drei Arbeiten zu Chancen, Möglichkeiten und Grenzen
der Energieversorgung mit Nawaros vom Acker mit insgesamt 20.000 Euro.
Bewerbungen sind bis zum 31.12.06 möglich.
Infos: http://www.dlz-agrarmagazin.de,
http://www.bayercropscience.de
Biogas-Riecher
Ein Gemeinschaftsvorhaben untersucht den Einsatz von Gas-Sensoren
zur Bestimmung der Propionsäure-Konzentration in Biogasanlagen. Von
der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) unterstützt, soll
eine dynamische Prozessregelung mit diesen "elektronischen Nasen"
entwickelt und ein präziseres Eingreifen in den Vergärungsprozess
ermöglicht werden.
Derzeit dienen in Biogasanlagen überwiegend Betriebsparameter wie
pH-Wert, Redox-Potenzial und Biogasbildungsrate zur Steuerung der Vergärung.
Versuche haben jedoch ergeben, dass diese "etablierten" Größen
als Einzelmessdaten den Prozessablauf bei zunehmender Belastung verzögert
darstellen. Diese Verzögerung erschwert in der Praxis die Aufrechterhaltung
einer sowohl hohen als auch stabilen Produktivität.
Zeitnaher könnte alternativ die Konzentration organischer Säuren
im Fermenter genutzt werden, um die Qualität des Prozesses zu bewerten.
Am geeignetesten scheint dafür die Propionsäure, die einen guten
Indikator für die Hemmung des Gärprozesses darstellt. Ob sie
eine praxisrelevante Messgröße zur Prozessüberwachung
ist, soll das nun angelaufene Projekt zeigen.
Zusammen mit der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung
und der Airsense Analytics GmbH will das Leibniz-Institut für Agrartechnik
Bornim e.V. den Einsatz von speziellen Gas-Sensor-Arrays optimieren.
Die sogenannten "elektronischen Nasen" können die Propionsäure-Konzentration
in Gärflüssigkeiten kostengünstig erfassen. Ziel der Forschergruppe
ist es, diese Technik als Basis für eine dynamische Prozessregelung
zu nutzen und damit die Prozessstabilität und Leistungsfähigkeit
von Biogasanlagen zu verbessern. Der Einsatz dieser neu entwickelten Mess-
und Regeltechnik könnte in Zukunft die Betriebssicherheit und Effizienz
von landwirtschaftlichen Biogasanlage deutlich verbessern.
Quellen und Infos: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), http://www.fnr.de

Neues von der Eurotier
Über 1.300 Aussteller aus aller Welt beteiligten sich
vom 14. bis 17. November an der Eurotier 2006, der 7. internationalen
DLG-Fachausstellung für Tierhaltung und Management. Landwirte die
ihren Melkstand modernisieren oder die Aufzucht von Jungsauen optimieren
wollten, fanden auf der Eurotier ebenso kompetente Ansprechpartner wie
diejenigen, die ihre Getreideernte zukünftig zur Energieerzeugung
einsetzen wollen oder sich für eine Solaranlage auf dem Scheunendach
interessieren.
Mit mehr als 250 Ausstellern wurde erstmals die BioEnergyEurope unter
dem Dach der Eurotier veranstaltet. Biogas mit Gülle und Energiepflanzen,
Holz, Energiegetreide und Biokraftstoffe wurden sowohl von Ausstellern
als auch in Vorträgen präsentiert.
Infos: http://www.eurotier.de

Brennholzhandel
Im Juli wurde in München der Bundesverband Brennholzhandel
und -produktion gegründet. Der Verband soll gegenüber der Öffentlichkeit,
den Forstbehörden und Forstbesitzern, der Politik, Verbänden
und dem Endverbrauchern die gemeinsamen Interessen der Branche vertreten.
Bislang gibt es bereits 80 Mitglieder. Transparente Preise, standardisierte
Ware und der professionelle Handel sollen hiermit eine akzeptable Basis
bekommen. So soll Vertrauen geschaffen werden.
Infos: http://www.bundesverband-brennholz.de

Kraftwerk Feld und Wald
Zum Forum "Kraftwerk Feld und Wald - Bioenergie für
Deutschland" am 10. November 2006 im Wissenschaftszentrum Bonn begrüßte
der aid 13 Experten und 180 Teilnehmer, um herauszustellen, wie Akteure
aus Land- und Forstwirtschaft sich an der Erzeugung nachwachsender Energien
beteiligen können.
Infos: Kurzfassungen der Redebeiträge des Forums stehen im Internet
unter http://www.aid.de/landwirtschaft/aid_forum_l_2006.php
zum Download bereit.

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