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Newsletter/ nawaros®10/06
Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen
Newsletters nawaros®
Inhalt
Preis-Index für Bio-Ethanol gestartet
Über 1.100 Aktionen zu Biomasse-Tagen gemeldet
Pellets für Deuerling
Erneuerbare Energien global fördern
Abfallbeutel erfolgreich
Neue Fachzeitschrift
Holzpelletheizungen
Förderpreis "Energie vom Acker"
Nachwachsende Rohstoffe: Wer bildet aus?
Umweltwettbewerb für Schulen
Kiefer: Baum des Jahres
Preis-Index
für Bio-Ethanol gestartet
Deutschlandweite Preisabfrage im Internet
C.A.R.M.E.N hat im September erstmals einen Preis-Index
für Bio-Ethanol initiiert.
Deutschlandweit konnten hierfür 17 der derzeit 23 Tankstellenbetreiber
gewonnen werden. Sie alle bieten E85, ein Gemisch aus 85 Prozent Bio-Ethanol
und 15 Prozent Benzin, an und melden im zweimonatigen Turnus ihren Literpreis
bei C.A.R.M.E.N.
"Da sich Preisänderungen bei E85 derzeit meist ergeben, wenn
eine Treibstoffneulieferung für die Zapfsäule erforderlich,
werden wir die E85-Preise vorerst nur alle zwei Monate abfragen",
erklärt Hubert Maierhofer, Projektleiter bei C.A.R.M.E.N. für
den Bereich Biokraftstoffe.
Tankstellennetz ausbauen
Maierhofer engagiert sich für den Ausbau eines Ethanol-Tankstellennetzes.
Ziel ist, dass der aus stärke- und zuckerhaltigen Rohstoffen wie
Zuckerrübe, Kartoffel und Weizen gewonnene Kraftstoff möglichst
flächendeckend angeboten werden kann. Dabei galt es zunächst,
das "Henne-Ei"-Problem zu lösen, also Ethanol als Kraftstoff
und Ethanol-taugliche Fahrzeuge (Flexi-Fuel-Fahrzeuge) zeitgleich am Markt
verfügbar zu machen.
Ethanol-Initiative
Im Dezember 2005 entstand die unter Leitung von C.A.R.M.E.N. stehende
Straubinger Bio-Ethanol-Initiative, in der sich ein Fordhändler,
ein Mineralölhändler, die Stadt Straubing, die biomasse GmbH,
ein Unternehmen zur Vermarktung von Biomasse-Produkten und C.A.R.M.E.N.
zusammengeschlossen haben. Als erste Erfolge konnten bereits innerhalb
der ersten sechs Monate eine Ethanol-Tankstelle eingerichtet und zehn
Ethanol-taugliche Fahrzeuge auf die Straßen gebracht werden.
Der E85-Preisindex für September kann aktuell über die Website
von C.A.R.M.E.N. aufgerufen werden (http://www.carmen-ev.de). Dieser Preisindex
ergänzt die Preisübersichten zu Rapsöl, Holzpellets und
Waldhackgut.
Infos: C.A.R.M.E.N. e.V., Hubert Maierhofer, Schulgasse 18, Tel.: 09421/960-300,
E-Mail: hm@carmen-ev.de
Über 1.100 Aktionen zu Biomasse-Tagen
gemeldet
Aktivitäten in acht europäischen Ländern
Vom 24. September bis 01. Oktober 2006 fanden zum achten Mal die Europäischen
Biomasse-Tage der Regionen statt. Ziel dieser jährlich durchgeführten
Aktionswoche ist es, die breite Öffentlichkeit über Bedeutung
und vielfältige Möglichkeiten der Nachwachsenden Rohstoffe zu
informieren.
Europaweit waren über 1.100 Veranstaltungen unter www.biomasse-tage.org
gelistet, eine Steigerung um 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Neben Deutschland wurden auch in Belgien, Griechenland, Kroatien, Österreich,
Russland, Schweden und Slowenien Veranstaltungen gemeldet.
Als Projektleiter der Europäischen Biomasse-Tage bei C.A.R.M.E.N.
zeigte sich Karl Hanglberger sehr zufrieden. "Unser Ziel, in diesem
Jahr über 1.000 Veranstaltungen zu initiieren, haben wir deutlich
überschritten", so Hanglberger.
Im kommenden Jahr soll auf die zunehmende Vernetzung von Aktivitäten
auf regionaler Ebene ein besonderer Schwerpunkt gelegt werden. Dabei ist
z. B. an den weiteren Ausbau von Kooperationen mit Agenda-Gruppen, Umweltorganisationen
und Landratsämtern gedacht.
Die offizielle Eröffnung der Europäischen Biomasse-Tage der
Regionen 2006 gab der Schirmherr Dr. Ingo Friedrich, Vizepräsident
des Europäischen Parlaments, in Polsingen (Mittelfranken) bekannt.
Infos: C.A.R.M.E.N. e.V., Karl Hanglberger, Schulgasse 18, Tel.: 09421/960-300,
E-Mail: kh@carmen-ev.de und http://www.biomasse-tage.org
Pellets für Deuerling
Der erste Gewinner der "Aktion Holzpellets" im
Rahmen der Biomasse-Tage 2005, konnte am 19. Oktober 2006 mit Pellets
beliefert werden. Insgesamt 5,8 Tonnen dieses rieselfähigen Brennstoffs
wurden von der Firma CompacTec aus Straubing nach Deuerling im Landkreis
Regensburg geliefert.
Hier wohnt die Familie Weigert, die bereits seit einigen Jahren mit ihrer
Pelletheizung an den Europäischen Biomasse-Tagen der Regionen teilnimmt.
Manch ein Besucher hat dieses Angebot der Weigerts in den vergangenen
Jahren bereits genutzt.
Als Weigert 2001 auf Holzpellets umgestellt hat, galt er noch als Exot,
denn Heizöl war damals noch günstig und Holzpellets nur Wenigen
bekannt. Die Besichtigung eines Niedrigenergiehauses hat ihn auf Pellets
aufmerksam gemacht und ebenso wie dort, hat er seine Heizung mit einer
thermischen Solaranlage kombiniert. In ihrer Nachbarschaft leisteten die
Weigerts ebenfalls Überzeugungsarbeit, so dass inzwischen auch der
Nachbar auf Pellets setzt.
Weigert versorgt mit seiner Heizung ein Doppelhaus und benötigt gut
5,8 Tonnen, um warm über den Winter zu kommen. Öl kommt für
ihn nicht mehr in Frage. Die Entscheidung für Holzpellets hat er
nie bereut, gerade als Hobbygärtner und ehrenamtlich sehr engagiertem
Bürger liegt ihm die Natur am Herzen. Außerdem hat ihn die
Heizung noch nie im Stich gelassen und läuft seit über 5 Jahren
völlig störungsfrei.
Weil der vergangene Winter länger dauerte als erwartet, wurden ihm
die Pellets knapp und die Weigerts mussten aufgrund von Lieferengpässen
auf Sackware zurückgreifen. Daraufhin griff er zu Hammer und Säge
und baute ein zusätzliches Pelletlager. Nun kann auch in Deuerling
der Winter kommen, denn die Pellets sind schon da.
Mit dem Gewinn erwischt es den "Richtigen", meint Karl Jobst,
Bürgermeister von Deuerling. Ihm ist seit Jahren das Engagement der
Weigerts bekannt und auch in der Gemeinde kennt man schon die Aushänge
zu den Biomasse-Tagen, die alljährlich von den Weigerts angebracht
werden.
Alexander Schulze von der Firma CompacTec, dem Pellet-Sponsor, gratulierte
den Weigerts zu ihrem Gewinn und wünschte ihnen, dass ihre Heizung
weiterhin "schnurre wie ein Kätzchen".
Karl Hanglberger, Projektleiter der Biomasse-Tage bei C.A.R.M.E.N., gratulierte
ebenfalls und verband damit die Hoffnung, dass die Weigerts auch 2007
wieder eine Veranstaltung zu den Biomasse-Tagen anmelden.
Nachdem das Lager der Weigerts mit Pellets gefüllt war, setzte der
Lastzug einige Meter zurück und belieferte gleich den Nachbarn mit.
Ein erfolgreicher Tag für alle Beteiligten.
Erneuerbare Energien global fördern
Die EU-Kommission hat die Einrichtung eines globalen Risikokapitalfonds
vorgeschlagen, um private Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare
Energiequellen in den Entwicklungsländern und Schwellenländern
zu mobilisieren. Der neue globale Dachfonds für Energieeffizienz
und erneuerbare Energien wird den Transfer, die Entwicklung und den Einsatz
umweltfreundlicher Technologien beschleunigen und damit zu einer sicheren
Energieversorgung für die Menschen in den ärmeren Teilen der
Welt beitragen.
Die EU-Kommission will den Fonds mit einem über die kommenden vier
Jahre verteilten Beitrag von bis zu 80 Millionen Euro starten. Mithilfe
weiterer öffentlicher und privater Finanzierungsquellen soll eine
Ausstattung von mindestens 100 Millionen Euro erreicht werden. Auf diese
Weise wird der Fonds zur Finanzierung von Investitionsvorhaben im Wert
von bis zu einer Milliarde Euro beitragen.
Info: Europäische Kommission in Deutschland

Abfallbeutel erfolgreich
Über das 2003 gestartete Modellprojekt zu kompostierbaren
Bioabfallbeuteln auf Maistärkebasis in Straubing informierte sich
kürzlich eine Delegation aus Italien. Auf Einladung von C.A.R.M.E.N.
besuchte die italienische Firma Novamont, die das Granulat für die
Biobeutel produziert, den Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt
und Land, das Kompostwerk in Aiterhofen, sowie eine Vergärungsanlage
für Biomüll in Passau.
Auf Initiative von C.A.R.M.E.N. werden die Biobeutel bereits in fast ganz
Niederbayern eingesetzt.

Neue Fachzeitschrift
Der Verlag Th. Mann, Gelsenkirchen, legt zur Fachmesse Eurotier
(14. - 17. November 2006, Hannover) eine Nullnummer der neuen Fachzeitschrift
"forum.new.power" auf. Die Erstausgabe folgt im Februar 2007.
Schwerpunkt ist die energetische Verwertung, wobei Wind- und Solarenergie
einbezogen werden. Zielgruppen sind zum einen Landwirte bzw. deren Zusammenschlüsse
in Maschinenringen und weiteren Gruppierungen, zum anderen die ausrüstende
Industrie sowie auch die Marktteilnehmer.
Weitere Informationen: Verlag Th. Mann GmbH & Co. KG, E-Mail: edm-dmw@th-mann.de
(http://www.th-mann.de/fnp.htm)
Holzpelletheizungen
Im Internet unter http://www.ecotopten.de/prod_holzpellet_prod.php
hat das Freiburger Öko-Institut eine Liste mit Pellet-Heizanlagen
und -öfen zusammengestellt. Wer seine alte Heizung ersetzen muss,
kann sich hier informieren. Es werden Geräte mit einer Nennwärmeleistung
bis maximal 15 kW (Holzpelletöfen mit Wassertasche) bzw. 50 kW (Holzpelletheizungen)
aufgelistet.
Die empfohlenen Heizungen und Öfen sind nur für den Betrieb
mit Holzpellets geeignet und besitzen einen hohen Automatisierungsgrad.
Alle von EcoTopTen empfohlenen Geräte unterschreiten die Emissionsgrenzwerte
des Blauen Engels (RAL UZ 111 bzw. RAL UZ 112, Ausgabe Februar 2003).
Infos: http://www.ecotopten.de

Förderpreis "Energie vom
Acker"
Energie aus Biomasse gehört die Zukunft, folgerichtig
fördern das DLZ-Agrarmagazin und die Bayer Crop Science Deutschland
GmbH die Landwirte von morgen und schreiben einen Wettbewerb an Deutschlands
Landwirtschaftsschulen aus.
Gesucht wird das beste Konzept zur regionalen Nutzung Nachwachsender Rohstoffe,
enthalten soll es konkrete Geschäftsideen für eine nachhaltige
Bioenergieproduktion mit Wertschöpfung für den eigenen Betrieb
und die Region. Teilnahmeberechtigt sind Meisteranwärter sowie Schüler
und Studenten, die den Abschluss staatlich geprüfte Landwirte/ Agrarbetriebswirte
anstreben oder Höhere Landbau- und Technikerschulen besuchen. Bewerben
können sich Einzelpersonen oder Teams.
Das Preisgeld von 20.000 Euro wird auf Sieger, Zweit- und Drittplatzierte
aufgeteilt, die Bewerbungsfrist läuft bis zum 31. Dezember 2006,
die Abgabefrist bis zum 31. März 2007.
Quelle und Informationen: http://www.dlz-agrarmagazin.de/sro.php?redid=71630

Nachwachsende Rohstoffe: Wer bildet aus?
Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) bietet
ab sofort eine Übersicht über das ständig wachsende Ausbildungsangebot
rund um Nachwachsende Rohstoffe auf ihrer Internetseite www.fnr.de an
(Lehrmaterialien im Bereich Literatur und Ausbildungsangebote im Bereich
Adressen).
Die Auflistung ist interessant für Grundschul-, Mittel- und Oberstufenlehrer,
für angehende und fortbildungswillige Landwirte oder Abiturienten
auf der Suche nach einem Studienplatz.
Ob "Energiewirt Biomasse" oder "Master of Engineering in
Bioproduct Technology" - die steigende Bedeutung Nachwachsender Rohstoffe
schlägt sich auch in neuen Fortbildungen, Studiengängen und
Abschlüssen nieder. Allein drei neue Studiengänge starteten
in den letzten Jahren, die sich schwerpunktmäßig oder ausschließlich
mit Nachwachsenden Rohstoffen befassen: An der Fachhochschule Neubrandenburg,
der Technischen Universität Cottbus und der Hochschule für angewandte
Wissenschaft und Kunst Göttingen/Fachhochschule Hannover können
Studierende sich zur stofflichen und energetischen Nutzung von Biomasse
ausbilden lassen. Am Wissenschaftszentrum Straubing ist zudem ab 2008
ein neuer englischsprachiger Masterstudiengang geplant. Doch auch wer
nicht gleich studieren will, sondern eine Ergänzung oder Fortbildung
zum bestehenden Beruf sucht, kann inzwischen bundesweit aus einer Vielzahl
von Angeboten auswählen. Die Maßnahmen dauern von einem Tag
bis hin zu mehreren Monaten.
Nachwachsende Rohstoffe verdienen jedoch auch schon im Schulunterricht
einen festen Platz, denn aller Voraussicht nach werden sie in einigen
Jahrzehnten eine ähnliche Bedeutung haben wie heute die fossilen
Rohstoffe Erdöl, Erdgas und Kohle. Lehrer, die mit ihren Schülern
das Thema behandeln wollen, können auf verschiedene Materialien zurückgreifen.
Die FNR aktualisiert und erweitert die Auflistung von Schulmaterialien
und Bildungsangeboten auf ihrer Internetseite laufend. Zu finden sind
sie auf www.fnr.de in den Bereichen Literatur und Adressen.
Info: http://www.fnr.de

Umweltwettbewerb für Schulen
Das Landwirtschaftsministerium ruft zur Teilnahme am NRW-Förderpreis
für Nachwachsende Rohstoffe auf. Um den mit 3.000 Euro dotierten
Preis können sich Personen, Unternehmen und Institutionen der nordrhein-westfälischen
Land- und Forstwirtschaft (einschließlich der vor- und nachgelagerten
Branchen, der landwirtschaftlichen Lehre und Forschung sowie der verarbeitenden
Industrie) bewerben.
Bewerbungsschluss ist der 15. Oktober 2006. Die Beiträge werden von
einer unabhängigen Jury bewertet, deren Mitglieder aus Forschung,
Wirtschaft und Verwaltung stammen. Eine wichtige Bewertungsgrundlage ist
das Potenzial des Beitrags zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Wirtschaftskreisläufen.
Infos: Die Ausschreibungsunterlagen können hier geladen werden: http://www.munlv.nrw.de
Kiefer: Baum des Jahres
Die gemeine Kiefer (Pinus silvestris) ist Baum des Jahres
2007. Die Wahl zum Baum des Jahres fiel auf die Waldkiefer, da sie historisch
bedingt eine große Rolle bei den deutschlandweiten Wiederaufforstungen
im 19. Jahrhundert spielte. Nach den immensen Waldrodungen in dieser Zeit
durch Köhlerei, Erz- und Salzgewinnung, wurden diese Flächen
durch die anspruchslose und schnell wachsende Baumart wiederaufgeforstet.
Ein weiterer Grund ist der geringe Wasserbedarf der Kiefer. Durch diese
Eigenschaft wird sie aufgrund der immer wärmer und trockener werdenden
Sommer wieder in den Focus der Forstwirtschaft rücken.
Mit der Klimaerwärmung und entsprechender Ausdehnung trockener Standorte
wird die Wald-Kiefer eher zurechtkommen als die anderen einheimischen
Baumarten. Des Weiteren galt sie als Lieferant für das Bernstein,
das ausschließlich aus dem Harz der Waldkiefer stammt.
Heute hat die Waldkiefer am Gesamtwaldbestand einen Anteil von 24 Prozent
und ist somit nach der Fichte die am zweit häufigsten anzutreffende
Baumart in Deutschland.
Quellen und Infos: Kuratorium "Baum des Jahres" (http://www.baum-des-jahres.de),
Stiftung Unternehmen Wald Deutschland e.V. (http://www.wald.de)

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