Newsletter/ nawaros®09/06

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros®

Inhalt

Kartoffeln im Tank und Rapsöl auf der Straße
Tag der offenen Tür im Kompetenzzentrum
Biomasse-Tage 2006
Programm für Biogas
Pellets: Zeitig bevorraten
Ethanol-Sonderedition
Auf Wachstumskurs
Biomasse-Modellregion
European Bioplastics
Förderpreis in NRW

Kartoffeln im Tank und Rapsöl auf der Straße:

Holzpellets sind mittlerweile eine echte Heizalternative für Privat-Haushalte geworden. Bio-Ethanol als Kraftstoff für normale Benzinmotoren setzt an, die Abhängigkeit vom Öl und seinen Preisspitzen zu minimieren. RapsAsphalt liegt immer öfter auf Bayerns Straßen und macht die Oberflächen langlebiger.
Das sind nur drei Themen aus der weiten Welt der Nachwachsenden Rohstoffe und Erneuerbaren Energien, denen sich die Fach- und Verbrauchermesse für Nachwachsende Rohstoffe und Solarenergie "biomasse 2006" widmet. Zum dritten Mal belegt sie vom 20. bis 22. Oktober mit über 75 Ausstellern, den Sonderschauen und begleitenden Fachgesprächen den Rosenheimer Lokschuppen inklusive Lazise-Vorplatz und den Kongressanbau der Stadthalle - und das alles bei freiem Eintritt!

Organisator ist die biomasse GmbH, die seit 2001 im jährlichen Wechsel mit ihrem Heimatort Straubing die Messe durchführt und bisher schon mehr als 100.000 Besucher für diesen Wirtschaftssektor der Zukunft begeistert hat. Die GmbH ist eine Schwestergesellschaft von C.A.R.M.E.N. e.V., der Koordinierungseinrichtung für Nachwachsende Rohstoffe in Bayern. Aufgabe der biomasse GmbH ist es, die "Werbetrommel" für Biomasse in der breiten Bevölkerung zu rühren - durch Messen, Schulungen, Consulting und Vertrieb.

"Wir rechnen heuer angesichts der hohen Preise bei Öl, Erdgas und Kraftstoffen mit riesiger Nachfrage", sagt Messeorganisator Walter Wallrapp. Deshalb zeigt die Messe auch Serienautos verschiedener Hersteller, die als so genannte FFV-Fahrzeuge ("Flexible Fuel Vehicle") bereits mit Bio-Ethanol laufen. E85 ist die Erfolgsformel, die für ein Gemisch aus 85 Prozent Ethanol und 15 Prozent Benzin steht und - weil Biotreibstoff - bis Ende 2009 von der Mineralölsteuer befreit ist. Aus stärke- und zuckerhaltigen Rohstoffen wie Zuckerrübe, Kartoffel und Weizen entsteht durch alkoholische Gärung und anschließende Destillation Bio-Ethanol, der als Kraftstoff für Benzinmotoren in Brasilien, den USA und Schweden bereits zum Alltag gehört.
Auch für die kommunalen Entscheidungsträger ist an den drei Messetagen etwas geboten, wenn es etwa um das Thema RapsAsphalt geht.
Im Rahmen der insgesamt neun C.A.R.M.E.N.-Fachgespräche informiert auch der Ingenieur Klaus Geuder über seine Erfahrungen beim Einsatz der neuen Bitumenemulsion mit bis zu fünf Prozent Rapsölzusatz im Straßenbau. Insbesondere zur Reparatur der alljährlichen Frostschäden im Frühjahr eignet sich RapsAsphalt hervorragend.
Die gesamte Bandbreite moderner Feuerungsanlagen wird ebenfalls ausgestellt, vom Kamin- oder Kachelofen über den handbeschickten Scheitholzkessel mit Pufferspeicher und die solarunterstützte, vollautomatische Pellet-Zentralheizung bis hin zum Nahwärmenetz eines hackschnitzelbefeuerten Biomasse-Heizwerks.
Abgerundet werden die Präsentationen auf den Messeständen und der Wissenstransfer in den Fachgesprächen durch diverse Vorführungen auf dem Freigelände vor dem Lokschuppen.

Infos: Fach- und Verbrauchermesse "biomasse 2006" vom 20. - 22. Oktober 2006, im Rosenheimer Lokschuppen (http://www.biomasse-gmbh.com)


Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe
Tag der offenen Tür


Das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe lädt die Bevölkerung am Samstag, 30. September von 12:00 bis 17:00 Uhr zum "Tag der offenen Tür" ein. Folgendes Programm wird den Besuchern geboten: Das Wissenschaftszentrum Straubing öffnet seine Tore im historischen Klostergebäude in der Petersgasse 18. Die Professur für Marketing und Management der FH Weihenstephan stellt hier in Vorträgen die Grundlagen der grünen Gentechnik dar und zeigt mögliche Beispiele in der Landwirtschaft auf.
Der Lehrstuhl Technologie Biogener Rohstoffe zeigt im Erdgeschoss des Hauptgebäudes in der Schulgasse 18, wie Pfefferminzöl destilliert wird und stellt einige der pharmazeutisch wirksamen Inhaltsstoffe vor. Weiter werden die ersten Ergebnisse der wissenschaftlichen Arbeit "Vom Rapsöl zum Kunststoff" aufgezeigt.
Im Schulungs- und Ausstellungszentrum (SAZ) wird auf drei Etagen die Vielfalt der Nachwachsenden Rohstoffe gezeigt: Im Untergeschoss präsentiert das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) die Dauerausstellung "Biomasseheizung", die mit über 100 Exponaten zur Brennholzaufbereitung und -verfeuerung aufwartet. Im Erdgeschoss kann die von TFZ und C.A.R.M.E.N. gemeinsam gestaltete Ausstellung "Nachwachsende Rohstoffe - von der Pflanze zur Nutzung" besucht werden. Die Ausstellung präsentiert mit Postern und Exponaten die Bereiche Holz und Zellulose, Pflanzenöle, Stärke und Zucker, Fasern sowie "Aussichtsreiche Kulturpflanzen".

Im Obergeschoss werden im modern eingerichteten Vortragsraum Filme zu Nachwachsenden Rohstoffen vorgeführt. Zudem werden im Freigelände Informationen zu den derzeit stattfindenden Baumaßnahmen angeboten.
Das Technikum öffnet ebenfalls seine Türen. Labore und technische Einrichtungen können besichtigt werden.

Der Bereich Energie- und Rohstoffpflanzen des TFZ zeigt einige Gerätschaften des Versuchspflanzenbaus, zudem werden Informationen zu dem derzeit laufenden Versuchsprojekt "Hirse als Energie- und Rohstoffpflanzen" angeboten.
Daneben präsentiert sich die unter Projektleitung von C.A.R.M.E.N. stehende Straubinger Bio-Ethanol-Initiative mit einem FFV-Modell (Flexible-Fuel-Vehicle). Der PKW kann mit Ethanol und Benzin in jedem beliebigen Mischungsverhältnis betrieben werden.
Die biomasse GmbH stellt sich und Produkte aus Nachwachsenden Rohstoffen, wie z. B. kompostierbare Bioabfallbeutel vor.
Die Kommunale Berufsfachschule für Biologisch-Technische Assistenten (BTA) in Straubing unterrichtet fachbezogen ihre Schüler im Hauptgebäude des Kompetenzzentrums. Auch diese werden ihre Labors öffnen und ihre Arbeit vorstellen.

Biomasse-Tage 2006

Es ist wieder so weit: Vom 24. September bis 01. Oktober 2006 werden zum achten Mal die Europäischen Biomasse-Tage der Regionen veranstaltet. Das Ziel dieser Aktionswoche ist es, eine breite Öffentlichkeit über Bedeutung und Möglichkeiten der Nachwachsenden Rohstoffe zu informieren.
Bundesweit sind inzwischen über 1.000 Veranstaltungen unter http://www.biomasse-tage.org gelistet. Bayernweit sind bereits über 220 Teilnehmer registriert. C.A.R.M.E.N. verlost im Rahmen der Biomasse-Tage einige Gewinne: Unter den bayerischen Teilnehmern, die eine Holzpellet-Heizung besitzen und diese in der Biomasse-Woche an mindestens einem Tag der Öffentlichkeit präsentieren, wird C.A.R.M.E.N. - wie bereits in den vergangenen Jahren - Holzpelletlieferungen verlosen, die von BayWa AG, CompacTec und Haas Fertigbau gesponsert werden.
Alle weiteren Veranstalter der Biomasse-Tage in Bayern, die andere private Projekte mit Nachwachsenden Rohstoffen vorstellen, können zwei Gartenfeste für zu Hause gewinnen.
Die offizielle Eröffnung der Europäischen Biomasse-Tage der Regionen 2006 am 24. September wurde durch den Schirmherrn Dr. Ingo Friedrich, Vizepräsident des Europäischen Parlaments, bekannt gegeben.

Programm für Biogas

Für die nahe Zukunft rechnet Landwirtschaftsminister Josef Miller damit, dass die Zahl an landwirtschaftlichen Biogasanlagen in Bayern von derzeit 1.300 auf rund 2.000 ansteigen wird. Im Rahmen eines "Aktionsprogramms Biogas" werden derzeit umfangreiche Daten erhoben.
Mit dem Aktionsprogramm will der Freistaat seinen Landwirten helfen, die Biogaserzeugung optimal zu gestalten und wirtschaftlich erfolgreich zu etablieren. Das Programm umfasst die Schwerpunkte Bildung, Beratung, Forschung sowie ein bayernweites Netz von zehn Pilotbetrieben. Spezielle Fachberater unterstützen Investoren beim Planen, Bauen und Betreiben der Biogasanlagen. Auf den zehn Pilotbetrieben können sie sich detailliert über innovative Lösungen informieren.

In einem Faltblatt werden die Pilotanlagen kurz vorgestellt. Besichtigungen können in Absprache mit dem zuständigen Amt für Landwirtschaft und Forsten vereinbart werden: http://www.stmlf.bayern.de



Pellets: Zeitig bevorraten

Kaum jemand möchte jetzt schon ernsthaft ans Heizen denken, aber der Sommer ist in ein paar Wochen definitiv vorbei. Daher rät der Deutsche Energie-Pellet-Verband (DEPV), rechtzeitig für die kalte Jahreszeit vorzusorgen. Ein frühes Pelletpolster kann nicht schaden. "Verbraucher sollten nicht bis zum Winter warten, sondern schon jetzt Holzpellets einlagern", empfiehlt Beate Schmidt, Vorstandsvorsitzende beim DEPV. Das entzerrt in den nachfragestarken Wintermonaten die Logistiksituation und verkürzt die Lieferzeiten.
Bis zum Jahresende werden voraussichtlich 26.000 neue Kessel installiert sein; ein Wachstum von rund 100 Prozent gegenüber 2005. Damit stehen hier zu Lande 70.000 Pelletfeuerungen in den Heizungskellern. Statistisch gesehen ist das zwar erst jeder 550ste Haushalt, der mit den Holzpresslingen heizt, aber am Markt mit Öl- und Gasheizungen haben sich die klimaneutralen Holzbrenner damit schon einen Anteil von 3,7 Prozent an den Neuinstallationen erobert.
Auch die Hersteller der Pellets erweitern ihre Produktionskapazitäten und vielerorts werden neue Werke erstellt. Die größten Produktionsstätten haben eine mögliche Jahresproduktionsmenge von über 100.000 Tonnen. Mittlerweile werden an über 30 Standorten in Deutschland Pellets produziert. Auch das Händlernetz wächst konstant mit. Eine steigende Zahl von "klassischen" Brennstoffhändlern nimmt die Pellets ins Programm auf. Dadurch ist inzwischen zwar ein ausgedehnteres Händlernetz entstanden, doch auch die Kapazität der Silofahrzeuge ist noch begrenzt. Daher ist der Ausgleich der saisonalen Schwankungen, um eine lückenlose Versorgung darzustellen, in diesem jungen wachsenden Markt enorm wichtig.

Informationen: Deutscher Energie-Pellet-Verband e.V. (DEPV), http://www.depv.de

Ethanol-Sonderedition

"Bio-Ethanol - Ein Markt für Deutschland", unter diesem Titel hat der C.A.R.M.E.N. e.V. eine Sonderausgabe im Layout des monatlichen Newsletters nawaros® produziert.
Die Edition wird auf Messen, Veranstaltungen und Ausstellungen ausgelegt und kann kostenfrei bei C.A.R.M.E.N. bestellt werden.
Bestellung: C.A.R.M.E.N., E-Mail: contact@carmen-ev.de


Auf Wachstumskurs

Auf mehr als 1,56 Millionen Hektar bauen Deutschlands Landwirte in diesem Jahr Energie- und Industriepflanzen an. Mengenmäßig wichtigste Kulturart bleibt der Raps.
Heute gedeihen Nachwachsende Rohstoffe auf 13 Prozent der gesamten deutschen Ackerfläche, womit sie zum wichtigen wirtschaftlichen Standbein für die deutsche Landwirtschaft avancieren.
Neben dem Raps, der mit 1,1 Millionen Hektar den beträchtlichsten Anteil an der Anbaufläche einnimmt und überwiegend in der Biodieselindustrie verarbeitet wird, konnten vor allem die Energiegetreide und der Energiemais im Jahresvergleich erheblich zulegen. Diese Energiepflanzen für die Ethanolherstellung und die Verstromung in Biogasanlagen wuchsen 2006 bereits auf rund 295.000 Hektar.
Im chemisch-technischen Bereich spielen Weizen, Kartoffeln und Mais für die Stärkeproduktion, Zuckerrüben, Arzneipflanzen sowie Lein- und Sonnenblumenöl für technische Anwendungen wie Schmierstoffe eine Rolle. Zudem wird Holz für konstruktive und energetische Zwecke in den über 11 Millionen Hektar Wald produziert.

Quelle: Pressemeldung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe vom 05. September 2006


Biomasse-Modellregion

Wie "hr-online.de" berichtet, will der Landkreis Fulda Modellregion bei der Nutzung von Biomasse werden. In der Kreisverwaltung wird deshalb eine Koordinierungsstelle eingerichtet. Angestrebt wird, die Förderung von Bio-Rohstoffen in das Leader-Programm zu integrieren.
Quellen: http://www.hr-online.de und http://www.fuldaerzeitung.de

European Bioplastics

Für die vom 21. bis 22. November 2006 in Brüssel stattfindende First European Bioplastics Conference erwartet der organisierende Industrieverband European Bioplastics einen hohen Zulauf an Teilnehmern und Gästen. Die begleitende Produkt- und Firmenausstellung ist bereits mit 20 Ausstellern ausgebucht. In 25 Vorträgen werden Neuheiten bei der Material-, Produkt und Technologieentwicklung vorgestellt.
Die Erfahrungen des europäischen Lebensmittelhandels mit kompostierbaren Bioverpackungen stehen ebenso auf dem Programm wie die Marktentwicklung in einzelnen Ländern.

Infos: www.conference.european-bioplastics.org

Förderpreis in NRW

Das Landwirtschaftsministerium ruft zur Teilnahme am NRW-Förderpreis für Nachwachsende Rohstoffe auf. Um den mit 3.000 Euro dotierten Preis können sich Personen, Unternehmen und Institutionen der nordrhein-westfälischen Land- und Forstwirtschaft (einschließlich der vor- und nachgelagerten Branchen, der landwirtschaftlichen Lehre und Forschung sowie der verarbeitenden Industrie) bewerben.
Bewerbungsschluss ist der 15. Oktober 2006. Die Beiträge werden von einer unabhängigen Jury bewertet, deren Mitglieder aus Forschung, Wirtschaft und Verwaltung stammen. Eine wichtige Bewertungsgrundlage ist das Potenzial des Beitrags zur Verbesserung der Nachhaltigkeit von Wirtschaftskreisläufen.

Infos: Die Ausschreibungsunterlagen können hier geladen werden: http://www.munlv.nrw.de

 

 
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