Newsletter/ nawaros®08/06

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros®

Inhalt

Tankstelle und FFV-Fahrzeuge in Straubing
Forschungsnetzwerk für Biokraftstoffe
HDG ausgezeichnet
Aktuelles aus dem Kompetenzzentrum
Hirse als Energie- und Rohstofflieferant
Wärmedämmung - vom Keller bis zum Dach
Walderlebniszentrum bei Regensburg
Trockenfermentation

Tankstelle und FFV-Fahrzeuge in Straubing
Ethanol-Aktivitäten bayernweit vernetzen

Gut 40 Teilnehmer konnte C.A.R.M.E.N. im Juli 2006 zu einem Abstimmungstreffen bezüglich Bio-Ethanol in Straubing begrüßen.
Das bei der Einführung eines neuen Kraftstoffes immer wieder thematisierte "Henne-Ei-Problem" konnte in Straubing bereits erfolgreich gelöst werden. Die Frage, ob man dem Verbraucher ein Ethanol-taugliches Fahrzeug anbieten kann, ohne dass entsprechende Tankstellen vorhanden sind, bzw. eine Ethanol-Tankstelle einrichten soll, wenn es noch keine Fahrzeuge auf den Straßen gibt, stellt sich in der Gäubodenstadt nicht mehr.
Im Rahmen der Straubinger Bio-Ethanol-Initiative, die sich im Dezember 2005 zusammengefunden hatte, konnte im Mai 2006 eine erste Ethanol-Tankstelle beim Autohaus Reinholz in Ittling eingerichtet werden. Fahrzeuge sind beim Autohaus Griesbeck erhältlich, der Mineralölhändler Diermeier ist für die Kraftstofflogistik zuständig und gemeinsam mit der Firma Röhrer um die Tankstellengenehmigung bemüht. Die Stadt Straubing als Stadt der Nachwachsenden Rohstoffe, die biomasse GmbH im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe und C.A.R.M.E.N. haben sich für die Gründung der Initiative eingesetzt und koordinieren u. a. zahlreiche Veranstaltungen und die Öffentlichkeitsarbeit.

Inzwischen sind im Landkreis Straubing-Bogen etwa zehn Fahrzeuge zugelassen, die Ethanol tanken. Größtenteils sind dies FFV-Fahrzeuge, die mit Ethanol oder Super-Benzin in jedem beliebigen Mischungsverhältnis betankt werden können, so dass auch bei einem sich im Aufbau befindlichen Tankstellennetz, das derzeit deutschlandweit aus etwa 20 Tankstellen besteht, keine Einschränkungen in der Reichweite vorhanden sind.

In Ittling wurden schon über 8.000 l Ethanol, das in Form von E85, einem Gemisch aus 15 Prozent Super-Benzin und 85 Prozent Ethanol angeboten wird, verkauft. Neben den hiesigen FFV-Fahrzeugen tanken viele Autofahrer aufgrund des günstigeren Preises Ethanol zu. Herstellerfreigaben gibt es bisher aber nur für FFV-Fahrzeuge von Ford und Saab.
Motorumrüstungen sind ebenfalls möglich, wie Hubert Maierhofer von C.A.R.M.E.N. in seinem Kurzreferat vorstellte. Informationen sind z. B. über die Internetseite www.e85.biz erhältlich. Maierhofer hat bereits Erfahrungen mit der erfolgreichen Umrüstung seines Motorrollers gesammelt. Überhaupt könnte sich neben dem Fahrzeugmarkt auch im Bereich von Kleinmotoren ein guter Markt für Ethanol entwickeln, z. B. für Motorboote, Kettensägen, Rasenmäher und Mopeds.
Bei der Umrüstung von bestehenden Zapfsäulen für den Vertrieb von Ethanol gibt es einiges zu beachten, wie Ludwig Röhrer als Fachplaner für Tank- und Waschtechnik erklärte. "Für jede Tankstelle gibt es eine Lösung", fasste Röhrer nach der Vorstellung der zu beachtenden Faktoren seine bisherigen Erfahrungen zusammen.
Dr. Thomas von Tucher vom Bayerischen Brennereiverband räumte dem Ethanol an Zapfsäulen ebenfalls gute Chancen ein. Ein Versuch mit dem Rund-um-die-Uhr-Betrieb einer Brennerei über mehrere Wochen hatte gezeigt, dass der Einsatz von Energie-, Hilfs- und Betriebsmitteln zugunsten der Produktionskosten deutlich reduziert werden konnte. Auf dieser Erkenntnis aufbauend, stellte Benedikt Sprenker von der Grünes Zentrum Agrar-Service GmbH aus Warendorf seine Erfahrungen mit der Bündelung von Brennereien zur Kraftstoffproduktion vor. Dort haben sich bestehende Brennereien zusammengeschlossen um außerhalb des Brandweinmonopols Ethanol als Kraftstoff zu produzieren. Als Sprecher dieser Bündelung kümmert sich Sprenker um die Organisation von Absolutierung, Vermarktung, Lieferung und Verkauf.
Über die Vornorm DIN EN 15376 für Ethanol biologischen Ursprungs als Blendkomponente in Ottokraftstoffen, referierte Bernward Husemann vom Straubinger Wissenschaftszentrum. Neben den allgemeinen Anforderungen befinden sich allerdings auch viele Prüfverfahren noch in der Vornorm.
Stefan Welter von den Ford Werken referierte über die Markteinführung der FFV-Technologie. Die Modifikationen am Fahrzeug wie Ventile, Ventilsitze und eine stärkere Benzinpumpe resultieren in einem Aufpreis von gut 300 Euro im Vergleich zum Basismodell, der ohne Zuschlag an den Kunden weiter gegeben werde. Das selbstgesetzte Ziel von 1.500 verkauften FFV-Fahrzeugen in 2006 könne leicht erreicht werden, so Welter optimistisch.
Über die Informationsbereitstellung im Internet konnte Markus Reichenberg einiges erläutern. Neben der Auflistung von Tankstellen, FFV-Fahrern und FFV-Autohäusern, können sich unter www.ethanol-statt-benzin.de auch an der FFV-Technik Interessierte registrieren.
Von Ethanol als Kraftstoff überzeugt, stellte Franz Hahn, Fahrdienstleiter beim ambulanten Krankenpflegedienst Protschka Renate GmbH & Co. KG aus Feldkirchen, beim Abstimmungstreffen seine Gründe für den Erwerb von drei Ford Focus FFV vor. Als Mechaniker und Landwirt ist ihm daran gelegen, dass landwirtschaftliche Produkte einen Absatzmarkt finden. Um diese Motivation weiter zu tragen, wurden die neuen Fahrzeuge, die der Pflegedienst im Landkreis Straubing-Bogen einsetzt, durch entsprechende Beklebung eindeutig als Bio-Ethanol-Fahrzeuge gekennzeichnet.
Anfang August 2006 wurden die Fahrzeuge an der Tankstelle in Ittling erstmals betankt und der Öffentlichkeit präsentiert. Sie ergänzen nun einen aus rund 50 Fahrzeugen bestehenden Fuhrpark. Weitere Ethanol-taugliche Dienstwagen sollen folgen.
Infos: C.A.R.M.E.N., Hubert Maierhofer, E-Mail: hm@carmen-ev.de und
http://www.carmen-ev.de im Bereich Energie/Projekte


Forschungsnetzwerk für Biokraftstoffe

Bayern wird ein Forschungsnetzwerk für biogene Kraftstoffe installieren. Wie Landwirtschaftsminister Josef Miller im Anschluss an ein Auftakttreffen im Juli mit Wissenschaftlern von 30 Forschungseinrichtungen der Bereiche Kraftstoffforschung und Motorentwicklung aus Deutschland, Österreich und der Schweiz in München mitteilte, wird der Arbeitsschwerpunkt auf den Biokraftstoffen der ersten Generation liegen. Diese Biokraftstoffe - dazu zählen Biodiesel, Rapsölkraftstoff, Ethanol auf Basis stärke- und zuckerhaltiger Pflanzen sowie Biomethan - werden laut Miller noch über Jahre hinaus weltweit mengenmäßig dominieren. Auch wenn den Biokraftstoffen der zweiten Generation große Zukunftschancen eingeräumt werden, darf nach Überzeugung des Ministers die systematische Forschungs- und Entwicklungsarbeit für die Biokraftstoffe der ersten Generation und dafür geeignete Antriebsaggregate nicht vorschnell aufgegeben werden.
Das Forschungsnetzwerk wird die auf dem Gebiet der ersten Kraftstoffgeneration tätigen Forschungseinrichtungen in Bayern mit einschlägigen Instituten außerhalb des Freistaats verbinden.
Das neue Forschungsnetzwerk Biokraftstoffe wird seinen Sitz am Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing haben.
Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten vom 28. Juli 2006 im Internet unter http://www.stmlf.bayern.de


HDG ausgezeichnet

Das C.A.R.M.E.N.-Mitglied HDG Bavaria GmbH, ist ein mittelständisches Unternehmen mit Hauptsitz und Produktion im niederbayerischen Massing. Mit gut hundertfünfzig Mitarbeitern werden Holzheizanlagen für Privathaushalte, Forst- und Landwirte und holzverarbeitende Betriebe produziert.
HDG erhielt auf der Messe Interforst in München, überreicht durch Forstminister Josef Miller, den kwf-Innovationspreis 2006 des Kuratoriums für Waldarbeit und Forsttechnik für den neuen Stückholzkessel HDG Navora. Die durchdachte Konstruktion des HDG Navora vereint technische Innovation mit höchstem Bedienkomfort und neuem Design.
Der ausgezeichnete HDG Navora ist ein frontbeschickter Heizkessel für Halbmeterscheite, Spänebriketts und Grobhackgut. Hergestellt werden drei Leistungsbereiche mit 20, 25 und 30 kW. Der Einsatzbereich ist der Privathaushalt sowie die Landwirtschaft.
Für erfolgreiche Entwicklungsarbeit erhielt HDG bereits zahlreiche Auszeichnungen wie den Bayerischen Staatspreis, den Bundes- und den kwf-Innovations-Preis sowie den iF-design-Preis.
Infos: HDG Bavaria GmbH, Heizsysteme für Holz, Siemensstraße 6 und 22, 84323 Massing (http://www.hdg-bavaria.com)


Aktuelles aus dem Kompetenzzentrum
Dr. Hans Hartmann vom Technologie- und Förderzentrum (TFZ), Mitglied der IEA Bioenergy

Dr. Hans Hartmann, Leiter des Sachgebiets "Biogene Festbrennstoffe" am Technologie- und Förderzentrum (TFZ) im Straubinger Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe ist seit Kurzem Mitglied in der "IEA Bioenergy", einer Organisation der internationalen Energieagentur IEA.
Die 1974 gegründete Internationale Energieagentur IEA (International Energy Agency) stellt eine autonome Körperschaft innerhalb der OECD dar. Sie berät ihre Mitglieder bezüglich einer sicheren, nachhaltigen und wirtschaftlichen Energieversorgung, um die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern. Außerdem werden Kooperationen, Entwicklungen und Erfahrungsaus-tausch zwischen den Mitgliedsländern unterstützt, um verbesserte Energietechnologien voranzutreiben. Dr. Hartmann vertritt in der IEA Bioenergy die Bundesrepublik Deutschland für den Bereich der Biomasseverbrennung.
Die bisherigen wissenschaftlichen Arbeiten Hartmanns mit seiner zehnköpfigen Arbeitsgruppe umfassen Fragen der Bereitstellung und Qualität von Festbrennstoffen aus Biomasse sowie deren energetische Nutzung in Feuerungsanlagen und die dabei entstehenden Emissionen.



Hirse als Energie- und Rohstofflieferant

Durch die rasante Entwicklung im Bereich der Nutzung von Pflanzen als Rohstoff für die Biogas- oder Ethanolerzeugung eröffnen sich neue Wege für bisher wenig beachtete Pflanzenarten. Wichtig ist dabei nicht das Erreichen der Samenreife und ein hoher Samenertrag, sondern die möglichst effiziente Speicherung von Sonnenenergie durch die Bildung pflanzlicher Biomasse.
Nun soll in einem vom Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten geförderten Projekt die Anbaueignung verschiedenster Hirsesorten geprüft werden. Projektleiter Dr. Ewald Sticksel vom Straubinger Technologie und Förderzentrum (TFZ) sammelte weltweit rund 230 Sorten der Sorghum-Hirsen, die nun in einem Screening auf ihre Anbaueignung geprüft werden.
Infos zu beiden Beiträgen: Technologie- und Förderzentrum im Internet unter http://www.tfz.bayern.de

Wärmedämmung - vom Keller bis zum Dach

Wer beim Hausbau Energie sparen und die Umwelt schonen will, kommt um eine gute Wärmedämmung nicht herum. Der aktualisierte Ratgeber "Wärmedämmung - Vom Keller bis zum Dach" erleichtert die Orientierung.
Auf 188 Seiten erfährt der Leser Kennwerte der Materialien, Wärmeleitfähigkeit oder Feuchteverhalten.
Bestellmöglichkeiten: Der Ratgeber kann zum Preis von 12,40 Euro inklusive Versand- und Portokosten gegen Rechnung bestellt werden: Versandservice Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), Heinrich-Sommer-Str. 13, 59939 Olsberg, Tel: 02962/9086-47,
Fax: -49, E-Mail: versandservice@vzbv.de


Walderlebniszentrum bei Regensburg

In der Region Regensburg entsteht im Prüfeninger Holz nahe Sinzing das achte bayerische Walderlebniszentrum. Wie Forstminister Josef Miller mitteilte, wird mit dem Bau noch heuer begonnen. Die erforderlichen Mittel in Höhe von 475.000 € kommen zu gleichen Teilen von der europäischen Gemeinschaftsinitiative LEADER-Plus und dem bayerischen Forstministerium. Das Projekt umfasst ein Bildungszentrum, das von der Forstverwaltung in moderner Holzbauweise errichtet wird, sowie einen Walderlebnispfad, der Wissenswertes zum Wald und seiner Nutzung vermittelt. Unter der fachkundigen Anleitung eines Försters können Besucher dort bei Führungen den Lebensraum Wald erleben, erforschen und kennen lernen. Die Eröffnung ist für Sommer 2007 geplant.
In Bayern gibt es bereits sieben Walderlebniszentren: Tennenlohe (Lkr. Erlangen), Schernfeld (Lkr. Eichstätt), Oberschönenfeld (Lkr. Augsburg), Roggenburg (Lkr. Neu-Ulm), Füssen-Ziegelwies (Lkr. Ostallgäu), Ruhpolding (Lkr. Traunstein) und in Grünwald (Lkr. München).
Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten vom 25. August im Internet unter http://www.stmlf.bayern.de

Trockenfermentation

In der Reihe "Gülzower Fachgespräche" hat die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) den Band 24 unter dem Titel "Trockenfermentation - Stand der Entwicklungen und weiterer F+E-Bedarf" herausgegeben.
Basierend auf einem Fachgespräch zum Thema "Trockenfermentation" im Februar 2004 stellten die geladenen Experten aus Forschung, Wirtschaft und Verwaltung den Status quo und ihre Sichtweise zum F+E-Bedarf vor.
Die aus den Diskussionen resultierenden detaillierten Aufgaben veranlassten die FNR dazu zahlreiche Projekte zu initiieren.
Die ersten Ergebnisse aus diesen Projekten wurden in einem weiteren Fachgespräch im Februar 2006 präsentiert, um einen möglichen weiteren F+E-Bedarf daraus abzuleiten.
Infos: Der oben benannte Band 24 stellt diese Ergebnisse vor und kann über folgenden Link im Internet herunter geladen werden
http://www.fnr-server.de/pdf/literatur/pdf_238le2_gfg24.pdf



 

 
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