

Newsletter/ nawaros®07/06
Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen
Newsletters nawaros®
Inhalt
C.A.R.M.E.N.-Symposium mit über
200 Teilnehmern
Besuch aus Japan
Schub für Bio-Erdgas
Interforst in München
Bayern: Biomasse-Tage
Bioplastik-Produktion
Biokraftstoff-Besteuerung
Raps in der Schule
Demonstrationsvorhaben Bioenergie
Fructose-Kunststoff
Produktvergleich
Bild des Monats
C.A.R.M.E.N.-Symposium
mit über 200 Teilnehmern
Staatsempfang und Preisverleihung in Würzburg
Am 10. und 11. Juli 2006 tagte der C.A.R.M.E.N. e.V. mit
seinem 14. Symposium zum Thema "Nachwachsende Rohstoffe - unendlich
endlich" in Würzburg. Die bayerische Koordinierungsstelle für
Nachwachsende Rohstoffe führte die Veranstaltung in Zusammenarbeit
mit dem Verband der chemischen Industrie e.V. (VCI) durch.
Im energetischen Fachblock präsentierten namhafte Referenten Vorträge
zur Marktentwicklung von Festbrennstoffen, zu Biogasstrom als Regelenergie
sowie zu Rohstoffstrategien für biogene Kraftstoffe. Im stofflichen
Bereich wurden innovative Produkte und Technologien vorgestellt. Außerdem
wurden Untersuchungen zur Marktverfügbarkeit und Verbraucherakzeptanz
präsentiert.
Staatsempfang in der Residenz
Am Abend ging Staatsminister Josef Miller in der Würzburger Residenz
mit seinem Festvortrag auf die aktuellen Diskussionen zur künftigen
Besteuerung von Biokraftstoffen ein. Die bayerischen Aktivitäten
zur Einführung von Bio-Ethanol als Kraftstoff wurden ebenfalls thematisiert.
Innovationen ausgezeichnet
Anschließend verlieh er den "Ernst-Pelz-Preis 2005" und
den "Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2005" des Staatsministeriums.
Den mit 10.000 Euro dotierten Ernst-Pelz-Preis erhielt die Firma ÖkoFEN
Forschungs- und Entwicklungsgesellschaft m.b.H. aus Lembach, Österreich.
"Das Unternehmen hat in der Holzfeuerungstechnik für Pelletheizkessel
die sogenannte Brennwerttechnik entwickelt und serienreif gemacht",
so der Minister in seiner Laudatio.
Der ebenfalls mit 10.000 Euro dotierte Förderpreis des Landwirtschaftsministeriums
ging an die Firma Bio-Composites And More GmbH im mittelfränkischen
Ipsheim. In mehrjähriger Forschungstätigkeit hatte das Unternehmen
ein vollkommen neuartiges duromeres Harz, bestehend aus Triglyzeriden
und Polycarbonsäureanhydriden entwickelt, dass sich besonders als
Bindemittel für die Herstellung von Faserverbundbauteilen eignet.
Nach den Worten Millers schaffen die Preisträger "ein wirtschaftlich
nutzbares Potenzial und bringen die Nachwachsenden Rohstoffe damit insgesamt
ein deutliches Stück voran". Beide Preise werden jährlich
vergeben.
Biokraftstoffe mit Exkursion
Der zweite Tag widmete sich den biogenen Kraftstoffen der 1. und 2. Generation
und schloss ab mit einer Werksbesichtigung bei der Campa-Biodiesel GmbH
in Ochsenfurt, woran gut 60 Interessierte teilnahmen.
Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V., Tel.: 09421/960-300,
Fax: -333,
E-Mail: contact@carmen-ev.de.
Ein Tagungsband ist für 20 Euro (zzgl. MwSt. u. Versand) bei C.A.R.M.E.N.
erhältlich.
Besuch aus Japan
Im Juni war ein japanisches Fernsehteam von der Yamagata
Broadcasting Co., Ltd. (YBC) zu Besuch bei CA.R.M.E.N. um sich zunächst
über Biomassenutzung in Bayern und anschließend auch Deutschlandweit
zu informieren.
Neben einem Empfang im Bayerischen Staatsministerium für Landwirtschaft
und Forsten in München und im Rathaus von Straubing, standen C.A.R.M.E.N.,
das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe, das Straubinger
Pelletwerk sowie die Heizwerke in Pfaffenhofen an der Ilm und Oberhaching
auf dem Programm.
Das Biodieselwerk in Mainburg, die Biogasanlage in Kitzingen und die Sammlung
von Bioabfall in Neumarkt mit kompostierbaren Stärketüten fanden
ebenso das Interesse des Kamerateams wie die Nutzung von Biodiesel und
Holzpellets im Privatbereich. Nach der Reise durch Bayern wurde das Bioenergiedorf
Jühnde in Niedersachsen angesteuert.
YBC macht jedes Jahr ein Programm über "Nachhaltige Entwicklung"
oder allgemeine Umweltthemen. In Deutschland sollten Filmbeiträge
und Interviews über "Nachhaltige Energie" aufgenommen werden,
da ein großes Interesse von japanischen Bürgerinitiativen an
Biomasse, Biogas, Biodiesel und Kraftwerken mit fester Biomasse vorhanden
ist.
Der Kontakt mit der fünfköpfigen Crew der YBC, kam über
C.A.R.M.E.N.-Projektmanager Robert Wagner zustande. Wagner reiste 2002
auf einer Vortragsreise durch Japan und bekam 2003 Besuch vom Lehrstuhl
für Agrarwissenschaften an der Universität Kyushu.
Infos: C.A.R.M.E.N., Robert Wagner, E-Mail: rw@carmen-ev.de
Schub für Bio-Erdgas
In Pliening entsteht die erste landwirtschaftliche Biogasanlage
Bayerns, die Biogas auf Erdgasqualität aufbereitet und in das nahe
gelegene Erdgasnetz einspeist. Die Investitionsentscheidung der Aufwind
Schmack GmbH Neue Energien und der Renewable Energy Systems GmbH (RES)
für die Errichtung der Anlage beruht auch auf den vom Landwirtschaftsministerium
und der Landeshauptstadt München geförderten Machbarkeitsstudien
"Biomethan in Bayern" und "Logistikkonzept für große
Biomethananlagen".
Nach einer Studie des Bundesverbands der Deutschen Gas- und Wasserwirtschaft
kann bei gezielter und effizienter Nutzung der landwirtschaftlichen Flächen
bis zum Jahr 2030 ein Biogasanteil von etwa zehn Prozent des heutigen
Erdgasabsatzes in Deutschland erreicht werden.
Die Anlage, die im Dezember 2006 in Betrieb gehen soll, verfügt über
eine jährliche Aufbereitungskapazität von 3,9 Millionen Normkubikmeter
Bio-Erdgas. Es wird in das Erdgasnetz der Stadtwerke München eingespeist
und von der E.ON Bayern AG in Blockheizkraftwerken in Poing und Puchheim
verstromt.
Quelle: Pressemitteilung
des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten
vom 07. Juli 2006
Interforst in München
C.A.R.M.E.N. organisierte Gemeinschaftsstand
Vom 12. bis zum 16. Juli 2006 präsentierte sich C.A.R.M.E.N. mit
einem Gemeinschaftsstand auf der Interforst in München. Die 10. Internationale
Messe für Forstwirtschaft und Forsttechnik bot neben 410 Ausstellern
aus 15 Ländern auch wissenschaftliche Fachveranstaltungen und Sonderschauen
an.
Am Ausstellungsstand präsentierten sich gemeinsam mit C.A.R.M.E.N.
auf rund 50 Quadratmetern die BayWa München und die A. F. Bauer GmbH
AVIA - Mineralöle mit Kraft- und Schmierstoffe aus Nachwachsenden
Rohstoffen. Neben der Vorstellung von Produkten stand auch ein Forstschlepper
mit Seilwinde bereit, der mit biogenen Treib- und Schmierstoffen betrieben
wurde.
Dieser Gemeinschaftsstand war Teil der Informationsinitiative "Biotreibstoffe
für die Land- und Forstwirtschaft", die in Bayern unter Projektleitung
von C.A.R.M.E.N. steht und mit Mitteln der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe
(FNR e.V.) gefördert wird.
Informationen: C.A.R.M.E.N., Walter Wallrapp, E-Mail: contact@carmen-ev.de

Bayern: Biomasse-Tage
Bereits über 70 Veranstaltungen gemeldet
Vom 24. September bis 1. Oktober 2006 werden die 8. Europäischen
Biomasse-Tage der Regionen 2006 veranstaltet. Ziel dieser Biomassewoche
ist es, die breite Öffentlichkeit über die Bedeutung und die
Möglichkeiten der Nutzung Nachwachsender Rohstoffe zu informieren.
Über 70 Veranstaltungen sind bereits für Bayern gelistet und
können im Internet unter http://www.biomasse-tage.org aufgerufen
werden. Weitere Veranstaltungsmeldungen z. B. von Privatpersonen, Firmen
und Organisationen sind erwünscht und sowohl über ein Online-Formular
unter http://www.biomasse-tage.org als auch per Fax bei C.A.R.M.E.N. möglich.
Auch für Niedersachsen stehen die ersten Veranstaltungen bereits
online. Weitere Bundesländer werden in Kürze folgen.
Zur Vorbereitung der Biomasse-Tage fand im Kompetenzzentrum für Nachwachsende
Rohstoffe in Straubing Anfang Mai ein Treffen mit den Ansprechpartnern
der Bundesländer statt. Neben dem Austausch von Erfahrungen wurden
gemeinsame Aktivitäten abgestimmt und die diesjährigen Aktionen
vorbereitet.
Im Juni trafen sich dann Vertreter und Mitarbeiter bayerischer Landratsämter,
Kommunen und Energieagenturen bei C.A.R.M.E.N., um ihre Biomasse-Aktivitäten
auf Landkreisebene zu koordinieren. Ideen und Anregungen für die
Biomasse-Tage konnten z. B. über die Aktion Holzpellets in Nordrhein-Westfalen,
die vom Landratsamt Passau koordinierten Aktionen und das Umweltamt Starnberg
vorgestellt werden.
Im vergangenen Jahr gab es in Bayern über 140 Veranstaltungen zur
Informationen: Im Internet unter http:
//www.biomasse-tage.org

Bioplastik-Produktion
Die Novamont GmbH plant im italienischen Terni (Umbrien)
den Bau einer neuen Anlage zur Produktion von Bioplastik.
Hier sollen künftig aus Pflanzenöl Biopolymere hergestellt werden.
Durch die neuen Kapazitäten soll die Produktion auf 40.000 t/a verdoppelt
werden. Im Sommer 2007 soll der Großteil der Anlage bereits voll
funktionsfähig sein.
Die Biopolymere werden unter dem Markennamen "Mater-Bi" vertrieben.
Infos: http://www.novamont.com
Biokraftstoff-Besteuerung
Biodiesel und reines Pflanzenöl werden vom Jahr 2012
an voll besteuert, so der Beschluss des Bundestages zur Änderung
des Energiesteuergesetzes vom 30.06.06.
Bis 2011 soll die Mineralölsteuer für reinen Biodiesel und reines
Pflanzenöl stufenweise bis zum vollen Steuersatz (derzeit 47 Cent
pro Liter) ansteigen. Biodiesel in Reinform wird von August 2006 an zunächst
mit neun Cent besteuert. Von 2008 bis 2011 steigt die Besteuerung dann
um jeweils sechs Cent. Reines Pflanzenöl bleibt bis Ende 2007 steuerfrei.
Dann steigt auch hierfür die Besteuerung stufenweise an. Neben der
Besteuerung muss Biodiesel ab 2007 zu herkömmlichem Kraftstoff beigemischt
werden. Hierbei beträgt der Steuersatz in diesem und im kommenden
Jahr 15 Cent je Liter.
E85 und synthetische Kraftstoffe sollen bis 2015 von der Besteuerung ausgenommen
bleiben.
Infos: http://www.bioenergie.de

Raps in der Schule
Die UFOP hat Unterrichtsmaterial zum Thema "Raps"
für die Jahrgangsstufen 9 und 10 herausgegeben.
Die methodischen Ziele des fachübergreifenden Kurses liegen darin,
in Ergänzung zum Fachunterricht naturwissenschaftliche Methoden durch
Experimentieren und praktische Anwendungen zu vertiefen.
Download: http://www.ufop.de/downloads/UFOP_Lerneinheit_final.pdf
Demonstrationsvorhaben Bioenergie
Mit der Förderrichtlinie "Demonstrationsvorhaben
Bioenergie" sollen innovative, praxisreife Anlagen, Verfahren und
neuartige Verfahrenskombinationen zur energetischen Nutzung von Biomasse
unterstützt werden. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR),
Projektträger des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMELV), nimmt
Anträge ab sofort entgegen, Bewilligungen können ab der Verabschiedung
des Bundeshaushaltes erfolgen.
Für zukunftsweisende Technologien wie der thermochemischen Vergasung
von Biomasse, der Verstromung von Biogas in Brennstoffzellen oder der
Verfeuerung von Sonderbrennstoffen wie Stroh- und Getreide in Kleinfeuerungsanlagen
soll so der Durchbruch am Markt erleichtert werden.
Zu den Voraussetzungen für die Förderrichtlinie zählt,
dass die Verfahren bereits in vorangegangenen Pilotanlagen einen erfolgreichen
Dauerbetrieb nachweisen konnten.
Quelle: Pressemeldung der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)
vom 20.06.06
Fructose-Kunststoff
Amerikanische Forscher haben ein kostengünstiges Verfahren
entwickelt, um aus Fruchtzucker einen Rohstoff für die Produktion
von Kunststoffen herzustellen: Der 5-Hydroxymethylfurfural (HMF) genannte
Baustein könnte unter anderem den Kunststoff PET ersetzen, aus dem
beispielsweise Getränkeflaschen hergestellt werden, hieß es
am 5. Juli 2006 in einer Veröffentlichung von "wissenschaft.de".
Mit dem neuen Verfahren könnten Apfelsaft oder Getreide als Ausgangsmaterialien
für Kunststoffe dienen. Bisher war es schwierig und teuer, HMF in
großen Mengen herzustellen. Bei dem neuen Verfahren wird in einer
chemischen Reaktion 80 Prozent der Fruktose in HMF umgesetzt. Dabei werden
Säuren zugesetzt und ein öliges Lösemittel, mit dem das
HMF gebunden werden kann. Aus der Lösung lässt sich dann der
Rohstoff leicht extrahieren.
Infos: http://www.wissenschaft.de
vom 05.07.06 und http://www.nature.com/news/2006/060626/full/060626-8.html
Produktvergleich
Suche nach Alternativen leicht gemacht. Ob privater- oder
gewerblicher Verbraucher, die stetig steigenden Energiekosten bei Strom
und Gas führen immer öfter zur Überlegung eine Alternative
zu suchen.
Diese Suche erleichtert das Internet-Portal www.rencomp.net seit Mai 2006.
In einem großen Produktvergleich von Biomasse- und Pelletfeuerungsanlagen
bekommt der Kunde eine objektive Übersicht von inzwischen 106 verschiedenen
Produkten.
Dabei kann der Kunde interaktiv seine Suche durch eine Vorauswahl und
eine Detailauswahl gestalten. Die Vorauswahl ermöglicht es z.B. den
Hersteller einer Anlage, die KW-Zahl der Anzahl oder den gewünschten
Brennstoff zu definieren. Anfragen zu den Anlagen gehen dann durch ein
zur Verfügung gestelltes Kontaktformular direkt zu dem Unternehmen,
die bereit gewesen sind ihre Anlage dem Vergleich zur Verfügung zu
stellen.
Dieses Angebot hat bei www.rencomp.net dazu geführt, dass sich die
Zugriffe auf das Internet-Portal verdoppelt haben. Daher sollen noch im
Laufe des Sommers auch Produktvergleiche im Bereich Sonnenenergie ins
Internet gestellt werden.
Online sind bei rencomp schon Portale zum Themenspektrum Windenergie und
Biomasse. Aber auch eine Jobbörse und ein Branchenbuch werden in
diesem Portal angeboten.
Infos: Im Internet unter http://www.rencomp.net
Bild des Monats
...unter diesem Titel präsentiert das Wuppertal Institut
für Klima, Umwelt, Energie gemeinsam mit der Zeitschrift Energie
& Management jeweils zur Monatsmitte eine Grafik, um auf aktuelle
Entwicklungen aufmerksam zu machen und ihre Bedeutung im Kommentar hervorzuheben.
Thema im April war z.B. der Treibstoffbedarf des Weltverkehrs.
Infos: http://www.wupperinst.de


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