Newsletter/ nawaros®04/06

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros®

Inhalt

Bio-Ethanol für Fahrzeugflotten und Tankstellen
200 Teilnehmer beim C.A.R.M.E.N.-Forum
Aktualisiertes Unterrichtsmaterial
Erneuerbare Energien bis 2020
Biomasseaktionsplan Baden-Württemberg
Dienstleistungen und Produkte
Wärme und Strom
Call for Papers
Letzte Ruhe im Cocoon
Bundesrat folgt bayerischer Linie
Nutzung von Biomasse

Bio-Ethanol für Fahrzeugflotten und Tankstellen
Fachgespräch mit Fahrzeugpräsentation

Am 28. April 2006 findet um 15 Uhr das zweite Fachgespräch der Bio-Ethanol-Initiative Straubing statt. Die Informationsveranstaltung richtet sich an Betreiber von Fuhrparks und Tankstellen sowie an alle Interessierten.
Nach der Begrüßung durch den C.A.R.M.E.N.-Ausstellungsmanager Walter Wallrapp werden sich die weiteren Partner der Initiative, (Stadt Straubing, Ford Griesbeck, Diermeier Mineralöl, biomasse GmbH) in Straubing vorstellen.
Anschließend wird Projektleiter Hubert Maierhofer von C.A.R.M.E.N. die Aktivitäten und Zielsetzungen der vor vier Monaten erfolgreich gestarteten Initiative vorstellen. Hierzu zählt auch die Errichtung einer Ethanol-Tankstelle für Straubing. Über die Fahrzeugtechnik, die für den Betrieb mit Bio-Ethanol Anpassungen erfordert, wird Peter Erbert von den Ford Werken referieren. Als Planer für Tanktechnik stellt Ludwig Röhrer Planung und Betrieb von Ethanol-Tankstellen vor. Die Kraftstofflogistik wird von Ludwig Augenstein von der Firma Diermeier dargestellt.
Beim Fachgespräch besteht noch einmal die Gelegenheit Bio-Ethanol-tauglichen Fahrzeugen unter die Hauben zu schauen.
Dass für Ethanol als Treibstoffalternative gute Aussichten bestehen, sich an bayerischen Tankstellen zu etablieren, belegt auch die 130 Teilnehmer beim ersten Fachgespräch der Initiative vor wenigen Wochen. Darin stellten hochkarätige Fachleute von den Ford Werken, der Südzucker Bioethanol GmbH und vom Bayerischen Brennereiverband gemeinsam mit den Straubinger Initiatoren ihre Aktivitäten im Bereich Bio-Ethanol vor.
Ein besonderes Highlight stellten die insgesamt sechs Ethanol-Fahrzeuge dar, die vor dem Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe ausgestellt waren. Neben drei Neufahrzeugen standen auch drei alltagserprobte Fahrzeuge von Referenten bereit.

Infos und Anmeldung zum Fachgespräch: C.A.R.M.E.N. e.V., Tel. 09421/960-300, Fax: -333, E-Mail: contact@carmen-ev.de.
Informationen rund um Bio-Ethanol finden sich bereits auf der C.A.R.M.E.N.-Internetseite.


200 Teilnehmer beim C.A.R.M.E.N.-Forum

Mit 200 Teilnehmern veranstaltete C.A.R.M.E.N. am 3. April 2006 sein 13. Forum mit dem Titel "Bauen und Sanieren mit Nachwachsenden Rohstoffen". Für die Veranstaltung konnte das Fraunhofer Institut für Bauphysik, Stuttgart und Holzkirchen, als Partner gewonnen werden.
Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller stellte heraus, dass in Bayern Holz der dominierende Nachwachsende Rohstoffe sei. Der Anteil an Ein- und Zweifamilienhäusern in Holzbauweise habe sich in den vergangenen 15 Jahren von 7,5 auf 15 Prozent verdoppelt.
Gottfried Weiß von der Regierung von Niederbayern, stellte die "Energieeffizienz im Wohnungsbau" vor und ging auf den Energieausweis beim Bauen im Bestand ein.

Als IHK-Sachverständiger für Holzschutz und Holzschäden, erläuterte Prof. Dr. H. Martin Illner von der Fachhochschule Rosenheim, wie wichtig die Entscheidungen für geeignete Materialien, Planung, sorgfältige Bauausführung und kompetente Bauleitung sind.
Prof. hon. Julius Natterer von der Bios Consult Natterer SA, betonte, dass die Gesellschaft ökologische Herausforderungen nur dann bewältigen kann, wenn dem Wald ein wirtschaftlicher Wert zukommt, der die Kosten für eine nachhaltige Bewirtschaftung deckt.
Dr. Klaus Vogel vom Sachverständigenbüro IDT, Pflaumdorf zeigte, wie Holzspäne und Holzfasern vielfach für die Wärmedämmung eingesetzt werden könnten.

"Wärmedämmung im Schrägdach" mit Flachsdämmstoffen und Holzwolleplatten war Thema von Gerhard Gräf, Deutsche Heraklith GmbH. Dämmstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen seien in der Lage, die Anforderungen an Schall- und Brandschutz sowie an das Raumklima bestens zu erfüllen.
Wie diese "Dämmstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen in der Baupraxis" verarbeitet werden, zeigte Franz Reiner, Baubiologe IBN.
Prof. Dr. Klaus Sedlbauer vom Fraunhofer Institut für Bauphysik betonte, wie wichtig für ein gutes Raumklima die Materialauswahl sei, die an die baulichen Gegebenheiten angepasst sein sollte.
Dass "Schallschutz und akustischer Komfort im Holzbau" möglich sind, machte Horst Drotleff, ebenfalls vom Fraunhofer Institut für Bauphysik, deutlich.
"Renovieren mit Nachwachsenden Rohstoffen", thematisierte Xaver Haas, Geschäftsführer der Haas Fertigbau GmbH. Auch wenn er am liebsten komplette Fertighäuser verkaufe, könne der Holzbau durch den hohen Vorfertigungsgrad dem Bauherren auch bei Altbauten und Renovierungen viel Zeit, Nerven und Geld sparen.

Tagungsband und Infos: C.A.R.M.E.N. contact@carmen-ev.de

Aktualisiertes Unterrichtsmaterial

Die "Unterrichtsmaterialien Nachwachsende Rohstoffe" sind nun für alle Schularten verfügbar. Landwirtschaftsminister Josef Miller präsentierte am 3. April 2006 l in Straubing das erste Exemplar der aktualisierten und für die 5. bis 10. Klassen der Sekundarstufe 1 aufbereiteten Unterrichtsmaterialien. Ein Novum ist die darin enthaltene Power-Point-Präsentation des Lehrstoffs.
Seit der ersten Auflage der Unterrichtsmaterialien im Jahre 1997 hat sich in diesem Bereich viel getan. Am Beispiel der Biokraftstoffe zeigte Miller die rasante Entwicklung zu mittlerweile weltweiter Bedeutung auf. Während 1997 lediglich 80.000 Tonnen Biodiesel in Deutschland erzeugt wurden, sind es inzwischen 1,9 Millionen Tonnen pro Jahr - bei steigender Tendenz.
Die Unterrichtsmaterialien erscheinen unter der fachlichen Leitung von C.A.R.M.E.N. Mit der vorliegenden Fassung für die 5. bis 10. Klassen der Sekundarstufe 1 haben nun alle Schularten in Bayern ein optimal aufbereitetes Unterrichtswerk zu diesem Thema.

Infos: Alle Hauptschulen in Bayern erhalten kostenfrei zwei Exemplare der Unterrichtsmaterialien. Interessenten können diese ab Mai bei C.A.R.M.E.N. erwerben (Preis: 29,90 Euro zzgl. MwSt. und Versand).

Erneuerbare Energien bis 2020

Strom aus erneuerbaren Energien kann im Jahr 2020 bereits zu einem Viertel zur deutschen Stromversorgung beitragen und 110 Mio. Tonnen an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) einsparen - doppelt so viel wie heute. Die Kosten bleiben vertretbar. Dies zeigt eine Studie des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), des Wuppertal-Instituts für Klima, Umwelt und Energie und des Zentrums für Sonnenenergie und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW), die Bundesumweltminister Sigmar Gabriel im Januar der Öffentlichkeit vorgestellt hat.

Die erneuerbaren Energien werden unter den Rahmenbedingungen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) zu einer tragenden Säule im deutschen Strommarkt werden und damit den sinkenden Anteil der Atomenergie auffangen. Gleichzeitig wird sich das mit dem Ausbau der Stromerzeugung aus Biomasse, Geothermie, Photovoltaik, Wasser und Wind verbundene Investitionsvolumen in den nächsten fünfzehn Jahren auf etwa 75 Mrd. Euro summieren. Hieraus resultieren kräftige wirtschafts- und beschäftigungspolitische Impulse für die deutsche Volkswirtschaft.

Infos: Die Studie "Ausbau erneuerbarer Energien im Stromsektor bis zum Jahr 2020" ist im Internet unter http://www.bmu.de oder http://www.erneuerbare-energien.de verfügbar.


Biomasseaktionsplan Baden-Württemberg

Anfang März wurde in Stuttgart ein Biomasse-Aktionsplan des Ministeriums für Ernährung und ländlichen Raum Baden-Württemberg vorgestellt.
Demnach werden Haupteinsatzbereiche und Schwerpunkte für Baden-Württemberg im Bereich Bioenergie bei der Nutzung von Holz und Biogas gesehen. Bei Treibstoffen sollen Verfahren, die möglichst auf Reststoffe zurückgreifen, unterstützt werden. Wichtige begleitende Maßnahmen sind insbesondere die Stärkung des Forschungsbereichs und des Wissenstransfers.
Der Biomasse-Aktionsplan ergänzt die Konzepte des Landes zur Energieversorgung, zum Klimaschutz und zur nachhaltigen Entwicklung.
Eine Arbeitsgruppe "Energieversorgung" wird zusammen mit Bayern die Arbeit aufnehmen. Ziel sei insbesondere, einen Abgleich der Interessen beider Länder in der Energiesicherung vorzunehmen, heißt es auf der Landesportalseite "http://www.baden-wuerttemberg.de".

Infos: http://www.mlr.baden-wuerttemberg.de/mlr/allgemein/Biomasse.pdf und http://www.baden-wuerttemberg.de

Dienstleistungen und Produkte

Für alle, die Produkte oder Dienstleistungen aus dem Energiebereich suchen und anbieten, hat die Energieagentur NRW eine Datenbank erstellt.
Eintragen sollen sich in erster Linie Unternehmen mit Sitz in NRW, wie z. B. Kesselhersteller, Handwerker aus den Bereichen Heizung, Kälte, Klimatechnik oder aus der Bauwirtschaft. Auch Lieferanten von Heizöl, Erdgas oder Holzpellets, Architektur- und Planungsbüros oder Finanzdienstleistern, steht mit der Anbieterdatenbank eine ganz neue Plattform zur Verfügung.
Der Firmeneintrag in die Online-Datenbank ist kostenfrei.

Infos: http://www.ea-nrw.de/anbieter


Wärme und Strom

Ende 2005 wurde das neue BINE-basisEnergie-Info (Nr. 19) "Wärme und Strom speichern", herausgegeben von der FIZ Karlsruhe GmbH, veröffentlicht. Die Broschüre stellt Grundlagen der Energiespeicherung und Techniken vor.

Wärmespeicher sind in Hausheizungsanlagen oder thermischen Solaranlagen zu finden. Sie setzen sich aus einer Heizquelle (z.B. Brennwertheizung oder Solarkollektor) und einem Speichermedium zusammen. Im Haushalt wird insbesondere Wasser als Speichermedium eingesetzt, da Eigenschaften wie hohe Wärmekapazität, niedrige Wärmeleitfähigkeit und temperaturabhängige Dichte von Vorteil und sehr effizient sind. Zudem ist Wasser preiswert und fast überall verfügbar. Bei Temperaturen über 100 °C allerdings eignen sich Kies, Beton, Gesteine oder auch Luft, Thermoöle und Salze als Speicher.

Durch Einspeicher-Anlagen, die derzeit auf dem Markt dominieren, wird zusätzlich Solarenergie genutzt. Mithilfe solcher Systeme kann der solare Anteil an der gesamten Wärmeversorgung eines Gebäudes auf über 20 Prozent erhöht werden, teilweise (in effizienten Niedrigstenergie- und Passivhäusern) sogar auf bis zu 50 Prozent.

Quelle: BINE Informationsdienst, http://www.bine.info, E-Mail: bine@fiz-karlsruhe.de


Call for Papers

Zu den Themen "Festbrennstoffe", "Flüssigkraftstoffe" und "Biogas" veranstaltet OTTI e.V. vom 23. bis 24. November 2006 das 15. Symposium "Bioenergie". Noch bis zum 5. Mai können Tagungsbeiträge zur Veranstaltung eingereicht werden, die bei Akzeptanz durch den Beirat automatisch zu einer Anmeldung führen.

Informationen: OTTI - Bereich Erneuerbare Energien, Heike Trum, Tel.: 0941/29688-23, Fax: -17, E-Mail: heike.trum@otti.de


Letzte Ruhe im Cocoon

Jutefasern und Naturharze sind die Materialien, aus denen der "Cocoon", ein Sarg aus Nachwachsenden Rohstoffen, hergestellt wird. Die Modelle der Kölner Firma UONO werden in 14 Standardfarben angeboten. Farbliche Sonderwünsche können ebenfalls berücksichtigt werden. Das Produkt ist für Erd- und Feuerbestattungen gleichermaßen zugelassen. Im Boden baut sich der Sarg ohne giftige Rückstände ab, bei der Feuerbestattung weißt er einen hohen Brennwert bei niedriger Staubentwicklung auf.

Der Cocoon zeichnet sich durch sein geringes Gewicht von ca. 20 kg aus. Seine Ruhe und Geborgenheit ausstrahlende organische Form hat ihm schon den "Grand Prize" des "Buttom Line Design Award" eingebracht. Dieser Preis wird seit 2005 vom Wirtschaftsmagazin "Business 2.0" und dem weltweit tätigen Beratungs- und Gestaltungsbüro "frog design" ausgelobt.

Infos: UONO, Andreas Spiegel, Hansaring 77, 50670 Köln, Tel.: 0221/914088-84 (http://www.uono.de, http://www.bottomlinedesignawards.com/cocoon.html


Bundesrat folgt bayerischer Linie

Landwirtschaftsminister Josef Miller hat die Entscheidung des Bundesrats begrüßt, die geplante Besteuerung von Biokraftstoffen zu reduzieren. Der Beschluss sei auch ein Erfolg Bayerns, das sich von Anfang an gegen die Steuerpläne des Bundesfinanzministers ausgesprochen hatte. Jetzt empfiehlt der Bundesrat der Bundesregierung, Biodiesel in Beimischungen mit zehn statt mit 15 Cent je Liter und Biodiesel pur mit fünf statt mit zehn Cent je Liter zu besteuern.
Für Pflanzenöle in Reinform soll die Steuerfreiheit weiterhin erhalten bleiben. Dazu Miller: "Die von Bayern und der Länderkammer geforderte deutliche Korrektur der vorgeschlagenen Steuersätze nach unten gibt den Biokraftstoffen wieder Auftrieb." Ein vernünftiger Steuerkompromiss senke die Importabhängigkeit von anderen Energieträgern, helfe bei der Reduzierung von Treibhausgasen, schone fossile Ressourcen und stärke die heimische Wirtschaft.

Quellen und Infos: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten im Internet unter http://www.stmlf.bayern.de/presse

Nutzung von Biomasse

Zur "Analyse und Bewertung der Nutzungsmöglichkeiten von Biomasse" hat das Wuppertaler Institut eine Studie veröffentlicht. Untersuchungszeitraum war Oktober 2004 bis Oktober 2005.

Infos: http://www.wupperinst.org/Projekte/fg1/1110.html


 

 
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