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Newsletter/ nawaros®02/06
Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen
Newsletters nawaros®
Inhalt
C.A.R.M.E.N.-Forum 2006
Bio-Ethanol-Tankstelle in Straubing
E85 im Tankstellenhandel
Biomasse in Vietnam
Neue Getreidekessel
Biogas als Treibstoff
Netz-Ticker
Für Sie gesehen!
C.A.R.M.E.N.-Forum 2006 - Bauen und Sanieren
mit Nachwachsenden Rohstoffen
Am 3. April informiert C.A.R.M.E.N. im Straubinger Herzogschloss
auf seinem 13. Forum über die aktuellen Möglichkeiten des Bauens
und Sanierens mit Nachwachsenden Rohstoffen. Für die Veranstaltung
konnte das Fraunhofer Institut für Bauphysik, Stuttgart, als Partner
gewonnen werden.
Das Forum richtet sich an alle, die mit der Verwendung von ökologischen
Baustoffen teure Energie einsparen wollen, die unbedenkliche Stoffe für
ein gesundes Raum- und Wohlfühlklima verwenden und sich über
die vielfältigen Einsatzbereiche von Nachwachsenden Rohstoffen informieren
wollen.
Landwirtschaftsminister Josef Miller eröffnet das Forum und gibt
in seinem Referat einen Überblick über die Produktion und den
Einsatz von Nachwachsenden Rohstoffen in Bayern. Im Anschluss daran spricht
Gottfried Weiß von der Regierung Niederbayern über Energieeffizienz
im Wohnungsbau. Es geht weiter mit den Themengebieten Holzbau, Wärmedämmung
und Innenausbau.
Den Block Holzbau startet Prof. Dr. H. Martin Illner von
der Fachhochschule Rosenheim, Studiengang Holzbau und Ausbau. Er referiert
über das Bauen im Bestand mit Holz und Holzwerkstoffen. Prof. Julius
Natterer von der Bois Consult Natterer SA aus Etoy in der Schweiz spricht
über "Massivholzkonstruktionen als Herausforderung für
eine nachhaltige Ökobilanz".
Nach der Mittagspause macht im Block Wärmedämmung Dr. Klaus
Vogel vom Sachverständigenbüro IDT, Pflaumdorf, mit seinem Vortrag
"10 Jahre Späne-Forschung für die Wärmedämmung"
den Anfang. Wärmedämmung im Schrägdach ist das Thema von
Gerhard Gräf von der Deutschen Heraklith GmbH, Simbach. Franz Reiner,
Inhaber des baubiologischen Fachmarktes "Natürliches Bauen und
Wohnen", Bogen, berichtet über Dämmstoffe aus Nachwachsenden
Rohstoffen in der Baupraxis.
Im dritten Block "Innenausbau" beginnt Prof. Dr. Klaus Sedlbauer
vom Fraunhofer Institut für Bauphysik, Stuttgart und Holzkirchen.
Sein Vortrag lautet "Mensch in Räumen - Behaglichkeit oder Risiko".
Horst Drotleff, ebenfalls vom Fraunhofer Institut, referiert über
Schallschutz und akustischen Komfort im Holzbau. Den Block schließt
Xaver Haas von der Haas Fertigbau GmbH, Falkenberg, mit seinem Referat
"Renovieren mit Nachwachsenden Rohstoffen".
Infos und Anmeldung: C.A.R.M.E.N. e.V., Carmen Weber,
Tel.: 09421/960-300,
E-Mail: cw@carmen-ev.de
Bio-Ethanol-Tankstelle in Straubing
Fachgespräche für Landwirte und Gewerbebetriebe
Autofahren mit Alkohol ist - wenn es nach der Straubinger
Bio-Ethanol-Initiative geht - im Landkreis Straubing-Bogen bald ganz normal.
Um Promille am Steuer geht es dabei aber nicht, denn der Alkohol kommt
in den Fahrzeugtank - in Form von E85, einem Gemisch aus 15 Volumenprozent
Benzin und 85 Volumenprozent Ethanol.
Zucker- und stärkehaltige Nachwachsende Rohstoffe wie Zuckerrüben,
Kartoffeln und Weizen sind die Basis der Ethanolproduktion - und davon
gibt es im Gäuboden reichlich.
Die Straubinger Bio-Ethanol-Initiative setzt sich dafür ein, dass
dieser umweltfreundliche Biokraftstoff vom Acker auch in Bayern nutzbar
wird. Voraussetzung dafür ist, dass Tankmöglichkeiten für
Ethanol-taugliche, sogenannte Flexible-Fuel-Vehicle-(FFV )Fahrzeuge bereit
stehen (s. nawaros 12/05).
Den Weg hierfür hat die Straubinger Initiative
in den letzten Monaten geebnet:
Um Landwirte und fachlich Interessierte über Bio-Ethanol als Kraftstoff
zu informieren, findet am 22. März 2006 ab 10:00 Uhr im Schulungs-
und Ausstellungszentrum (SAZ) in der Schulgasse 18 in Straubing ein Fachgespräch
für die Landwirtschaft und die interessierte Bevölkerung statt.
Nach der Begrüßung durch den Projektleiter Hubert Maierhofer
von C.A.R.M.E.N. werden sich die weiteren Partner der Straubinger Initiative
vorstellen. Anschließend wird Peter R. Erbert, Ford Werke GmbH,
auf die Technik von Ethanol-tauglichen Fahrzeugen eingehen. Um über
die Herstellung von Bio-Ethanol zu berichten, sind Referenten der Südzucker
Bioethanol GmbH und vom Verband der Bayerischen Brennereien eingeladen.
Kraftstofflogistik wird das Thema von Ludwig Augenstein von der Diermeier
Mineralöl KG. Vor dem Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe
können die ersten auf dem deutschen Markt erhältlichen FFV-Fahrzeuge,
der Ford Focus und der Ford C-Max, unter die Lupe genommen werden. Für
Gewerbetreibende, die sich für FFV-Fahrzeugflotten interessieren,
wird am 28. April im SAZ in Straubing ebenfalls ein Fachgespräch
angeboten.
Infos, Anmeldung zum Fachgespräch: C.A.R.M.E.N. e.V.
E85 im Tankstellenhandel
Auch außerhalb Bayerns startet E85 als Kraftstoff
durch. Seit 10. Februar 2006 wird es unter der Marke "CropPower85"
als leistungsstarker und Klima schonender Qualitätskraftstoff für
Flexible Fuel Vehicles (FFV) an den OIL!-Tankstellen in Hennef, Saarlouis
und Troisdorf angeboten.
CropPower85 wird von der Südzucker Bioethanol GmbH in Zeitz hergestellt.
Mit einem Preis, der etwa 35 Prozent unter dem von Super liegt, ist CropPower85
eine attraktive Alternative für die Nutzer von FFV-Fahrzeugen.
Mit der Markteinführung des Qualitätskraftstoffs CropPower85
legen die OIL!-Tankstellen und die Südzucker Bioethanol GmbH den
Grundstein für ein flächendeckendes Tankstellennetz für
E85. Von den rund 250 OIL!-Tankstellen liegen mehr als 200 in Deutschland.
Mit dem Vertrieb von Biodiesel und jetzt E85 als Ergänzung zu dem
herkömmlichen Kraftstoffangebot ist die OIL!-Tankstellen GmbH die
innovative Alternative im unabhängigen Tankstellenmarkt.
Jährlich werden in Zeitz aus 700.000 Tonnen Weizen 260.000 m³
Bio-Ethanol hergestellt.
Kontakt: Südzucker Bioethanol GmbH, Dr. Lutz Guderjahn (http://www.croppower85.de)
Saab mit BioPower
Phu Quoc liegt vor der Südküste von Vietnam und
ist die größte Insel des Landes. Dieses Urlaubsparadies ist
bislang nicht an das öffentliche Stromnetz angeschlossen. Im Rahmen
eines europäisch-asiatischen Projektes zeigen Wissenschaftler von
der TU Dresden der Bevölkerung nun, wie eine Stromversorgung funktionieren
kann. Dazu wird zunächst ein Handbuch zur Nutzung von Biomasse erstellt,
das Behörden, Entsorgern, Kommunen und Privatpersonen aufzeigt, wie
aus Biomasse Strom erzeugt werden kann.
Biomasse fällt hier reichlich an und kann z.B. in Form von Biogas
über Blockheizkraftwerke zur Stromproduktion genutzt werden. Um dieses
Wissen auch auf andere Regionen von Vietnam und Thailand zu übertragen
und weiter zu entwickeln, wurde nun der Studiengang "Abfallwirtschaft
und Altlasten" der TU Dresden an der National University Vietnam
in Hanoi eingeführt. Mit dem angepassten Lehrplan können die
Studenten dort nun einen Masterstudienabschluss in vier Semestern erlangen.
Quellen, Infos: http://www.scienzz.de/ticker/art5617.html
und
http://idw-online.de/pages/de/news143489

Neue Getreidekessel
Die Thüringer Landesanstalt für Landwirtschaft
(TLL) hat zusammen mit dem Institut für Energetik und Umwelt Leipzig
(IE) das Emissionsverhalten neuer Kessel bei der Verbrennung von Getreide
und anderen Biobrennstoffen untersucht. Finanziell unterstützt wurden
die Forschungsinstitute dabei von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe
(FNR). Die gewonnenen Daten sollen dazu dienen, die Rechtsgrundlagen zum
Einsatz der Biobrennstoffe zu verbessern.
Getreide gilt für kleine Kessel bis 100 kW Feuerungswärmeleistung
im Gegensatz zu Holz und Stroh nicht als Regelbrennstoff. Das bedeutet,
dass es in diesen Anlagen nicht verbrannt werden darf, es sei denn, der
Betreiber erhält eine Ausnahmegenehmigung, für die bislang erst
in wenigen Bundesländern Regelungen existieren.
Der Grund für die strengere Behandlung liegt in den Verbrennungseigenschaften
von Getreide: Bei herkömmlicher Anlagentechnik können erhöhte
Kohlenmonoxid- und Staubkonzentrationen auftreten, zudem besteht aufgrund
des niedrigen Ascheerweichungspunktes die Möglichkeit der Verschlackung
von Kessel und Wärmetauschern.
Ziel des von 2003 bis 2005 durchgeführten Forschungsprojektes war
es, festzustellen, ob vorhandene und neu entwickelte, auf die schwierigen
pflanzlichen Brennstoffe optimierte Heizkessel in der Lage sind, geforderte
Grenzwerte einzuhalten. Dazu wurden schwerpunktmäßig Kessel
mit einer Leistung bis 100 kW Feuerungswärmeleistung mit Weizen-,
Roggen-, Gerste , Hafer-, Triticale- und Rapskörnern befeuert und
die dabei entstehenden Emissionen gemessen. Zusätzlich wurden auch
Pellets aus Stroh und Ganzpflanzengetreide untersucht. Die Ergebnisse
zeigen, dass einige Kessel die Grenzwerte der 1. BImSchV einhalten können
und die modernste Anlagentechnik bei Kohlenmonoxid und Staub sogar im
Bereich der deutlich strengeren TA-Luft-Grenzwerte liegt.
Das Fazit der Forscher lautete: Zwar sind noch weitergehende Forschungsaktivitäten
nötig, doch die Emissionen von Getreide in Kleinfeuerungsanlagen
sind aufgrund der bereits vorliegenden Ergebnisse durchaus mit denen von
Holzbrennstoffen vergleichbar.
Quelle: http://www.fnr.de

Biogas als Treibstoff
Im Dezember 2005 erschien im Auftrag des österreichischen
Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie eine Studie
über "Biogas als Treibstoff".
Grundlage dafür war eine Exkursion von 17 Biogas-Interessierten,
die in Schweden Anlagen zur Biogasaufbereitung, Biogastankstellen, eine
Bio-Ethanolfabrik und eine Abfallverwertungsanlage besuchten. Der Exkursionsbericht
stellt unter anderem Möglichkeiten der Biogasaufbereitung auf Erdgasniveau,
wie z.B. die Druckwasserwäsche, das Druckwechselverfahren und das
LP Coaab-System vor, welche "dem aktuellen Stand der Technik entsprechen
und die so weit entwickelt sind, dass sie marktreif sind."
In Schweden werden erneuerbare Wärme und Elektrizität hauptsächlich
durch Holz erzeugt; Biogas wird als Fahrzeugtreibstoff genutzt. Der Verbrauch
an Biogas im Verkehrssektor hat sich in den letzten fünf Jahren verdreifacht
und liegt derzeit bei 45 Prozent des gesamten Gasverbrauchs für Fahrzeuge.
Nach einer Aufbereitung wird der Methangehalt des Biogases von 55 bis
70 Prozent auf über 98 Prozent gesteigert. So verläuft die Einspeisung
ins Erdgasnetz problemlos.
In Schweden werden mittlerweile die Busse in 17 Städten mit Biogas
versorgt, in 10 Städten mit Erdgas und es bestehen drei städtische
Fuhrparks mit beiden Treibstoffen. Insgesamt sind 60 öffentliche
Tankstellen vorhanden und mehr als 5.300 Gasfahrzeuge, davon 3.500 PKW
in Betrieb.
Quelle: Biogas als Treibstoff, Biogastreibstoff-Aufbereitungsanlagen und
Bio-Ethanol-Anlagen in Schweden, Exkursionsbericht zur Expertenreise des
Österreichischen Biomasse-Verbandes vom 24. bis 27. Juli 2005 (http://www.biomasseverband.at/biomasse/?cid=728)
Netz-Ticker
- www.nachwachsende-rohstoffe.info
... mit der Benutzerkennung: "experte" und dem Passwort: "frei"
verschenkt das nova-Institut GmbH kostenlose Probezugänge zu seinem
Nachrichten-Portal. Mit diesen Zugangsdaten kann den ganzen Februar 2006
über kostenfrei und unverbindlich im Portal gestöbert werden.
- www.waldwissen.de
... über diese Adresse findet man eine Kommunikations- und Informationsplattform,
die ein Gemeinschaftsprodukt folgender Forschungsanstalten ist: Bayerische
Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Bundesforschungs- und
Ausbildungszentrum für Wald, Naturgefahren und Landschaft, Forstliche
Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, Eidg. Forschungsanstalt
für Wald, Schnee und Landschaft.
- www.situationsbericht.de
... unter dieser Adresse gibt der Deutsche Bauernverband eine Darstellung
der Situation der Landwirtschaft wieder. Der neue Situationsbericht 2006,
den DBV-Präsident Gerd Sonnleitner am 7. Dezember 2005 vor der Bundespressekonferenz
in Berlin vorgestellt hat, berichtet über Trends und Fakten zur deutschen
Landwirtschaft. Behandelt werden auch neue Produktionsfelder der Landwirtschaft
wie Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien.
- www.waldundklima.net
...ist ein neues, noch im Aufbau befindliches Internetportal, das Informationen
zum Themenkomplex Wald, Klima, Forstwirtschaft und Holznutzung enthält.
Die Initianten möchten damit das vorhandene Wissen bündeln,
in thematisch gegliederter Form aufbereiten und im Internet einem breiten
Kreis zur Verfügung stellen.

WPC-Kongress
Das dlz-agrarmagazin hat zum Thema Biogas eine umfassende
Zusammenstellung der verschiedenen Anlagesysteme und Komponenten und die
Vor- und Nachteile der einzelnen Lösungen auf einer DVD zusammengestellt.
Die Scheibe ist sowohl für Neueinsteiger interessant als auch für
aktive Betreiber, die ihre Anlage optimieren möchten.
Von führenden Anbietern werden wichtige Komponenten wie Pumpen, Rührwerke,
BHKWs und Zubehöre im Detail gezeigt. Im Anhang der DVD befindet
sich eine Checkliste für den Bau, Kalkulationshilfen für die
Finanzierung und Tipps für den Betreiber.
Bezug: Die DVD kann für 24,80 Euro zzgl. Versandkosten beim Leserservice
"dlz agrarmagazin", Tel.: 089/12705-228, Fax: -586 oder
per E-Mail: tanja.kutzera@dlv.de
bestellt werden.100

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