Newsletter/ nawaros®01/06

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros®

Inhalt

Europäischer Aktionsplan für Biomasse
Pelletproduktion
Tagung Filtertechnik
Saab mit BioPower
Fischer-TiP bei Aldi-Süd
top agrar-Jahrbuch "Neue Energie 2006"
CNC-Maschinen kühlen mit Bioschmierstoffen
WPC-Kongress
BAW-Verpackungen
Ins Netz gegangen
Öko-Handy

Erneuerbare Energien
Europäischer Aktionsplan für Biomasse

Die Europäische Kommission hat Anfang Dezember 2005 einen umfassenden Aktionsplan zur Steigerung der Nutzung von Energie aus Land- und Forstwirtschaftserzeugnissen sowie Abfällen angenommen. Der Plan sieht Maßnahmen in drei Sektoren vor: Wärmeerzeugung, Stromerzeugung und Verkehr. Insbesondere die Maßnahmen zur Förderung von Biokraftstoffen sind eine konkrete Reaktion auf das Problem hoher Ölpreise.

Unter den Gesichtspunkten der Versorgungssicherheit, der zunehmenden Abhängigkeit Europas von Öl- und Erdgaseinfuhren, steigender Ölpreise und der Verpflichtungen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen steht die Entwicklung erneuerbarer Energiequellen auf der energiepolitischen Tagesordnung weiterhin ganz oben. Allerdings verharrt deren Nutzung immer noch auf niedrigem Niveau; der Anteil erneuerbarer Energien im Energiemix der EU wird 2010 statt der angestrebten 12 Prozent wohl nur 9 bis 10 Prozent betragen. Die Kommission hat daher beschlossen, einen ehrgeizigen Aktionsplan zur Steigerung der Nutzung von Energie aus Biomasse vorzulegen.

Hierfür sind mehr als 20 Maßnahmen vorgesehen, die größtenteils ab 2006 umgesetzt werden. In Bezug auf die Verwendung von Biokraftstoffen im Verkehr gehören dazu Maßnahmen zur Einführung von Verpflichtungen, wonach Mineralölunternehmen den konventionellen Kraftstoffen einen bestimmten Prozentsatz an Biokraftstoffen zusetzen müssen. Die Kommission wird 2006 einen Bericht vorlegen, der die Umsetzung der Biokraftstoff-Richtlinie in den Mitgliedsstaaten untersucht und Hinweise geben wird, in wie weit eine Novellierung der Richtlinie erforderlich ist. Derzeit beträgt der Marktanteil der Biokraftstoffe in der EU 0,8 Prozent; damit ist es recht unwahrscheinlich, dass bis 2010 der 2003 für die EU insgesamt festgelegte Zielwert von 5,75 Prozent erreicht werden kann.
Nach Schätzungen der Kommission könnte der Biomasseeinsatz durch die im Aktionsplan vorgesehenen Maßnahmen ohne Intensivierung der Landwirtschaft oder nennenswerte Auswirkungen auf die inländische Nahrungsmittelerzeugung bis 2010 auf ca. 150 Millionen Tonnen Öläquivalent (Mtoe) (gegenüber 69 Mtoe im Jahr 2003) gesteigert werden. Die Treibhausgasemissionen werden den Prognosen der Kommission zufolge dadurch um 209 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent jährlich gesenkt. Daneben werden 250.000 bis 300.000 Arbeitsplätze geschaffen, und die Abhängigkeit von Energieeinfuhren wird von 48 Prozent auf 42 Prozent verringert.

Bericht über die Förderung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen
Der ebenfalls angenommene Bericht über die Förderung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen enthält das Fazit, dass Ökostrom in mehr als der Hälfte der Mitgliedstaaten nicht ausreichend gefördert wird.

Die Kommission ist der Auffassung, dass gezielte öffentliche Unterstützung künftig weiterhin notwendig sein wird, um die Durchdringung des Strommarkts mit Ökostrom zu gewährleisten und fordert die Mitgliedstaaten auf, ihre Förderregelungen zu optimieren und Hindernisse für Ökostrom abzubauen.

In dem Bericht werden die verschiedenen Förderregelungen der Mitgliedstaaten analysiert. Es stellte sich heraus, dass Einspeisetarife, also feste Preise für Ökostrom, die in den meisten Mitgliedstaaten praktiziert werden, derzeit in der Regel kostengünstiger und wirksamer sind als so genannte Quotensysteme. Einer der Gründe für die höheren Kosten von Quotensystemen ist wahrscheinlich das wegen mangelnder Reife der Ökostrommärkte höhere Risiko für Investoren. Die Kommission gelangt zu dem Schluss, dass Vorschläge für eine harmonisierte europäische Förderregelung verfrüht sind. Ein Wettbewerb zwischen einzelstaatlichen Regelungen kann zumindest für einen Übergangszeitraum vorteilhaft sein, da mehr Erfahrung gewonnen werden muss. Außerdem braucht die Industrie jetzt Rechtssicherheit, um investieren und erneuerbare Energiequellen entwickeln zu können.

Die Kommission ruft die Mitgliedstaaten auch dazu auf, Hindernisse zu beseitigen, die der Entwicklung von Ökostrom entgegenstehen. Der Verwaltungsaufwand sollte reduziert werden: Benötigt werden klare Vorgaben, jeweils eine einzige Anlaufstelle für das Genehmigungsverfahren, standardisierte Rahmendatenerfassung und einfachere Verfahren. Transparenter und diskriminierungsfreier Netzzugang muss gewährleistet sein und der notwendige Ausbau der Netzinfrastruktur sollte unter Heranziehung der Netzbetreiber in Angriff genommen werden.

Quellen, Infos: Aktionspläne für Biomasse und Strom aus erneuerbaren Energiequellen: http://europa.eu.int/comm/energy/res/biomass_action_plan/index_en.htm, http://europa.eu.int/comm/energy/res/legislation/index_en.htm



Pelletproduktion

Kurz vor Weihnachten gab die CompacTec Gesellschaft zur Kompaktierung nachwachsender Rohstoffe mbH und Co. KG bekannt, dass im Industriegebiet Straubing-Sand die erste von insgesamt vier Pelletpressen in Betrieb genommen wurde. Diese erste Presslinie produziert bereits 35.000 Tonnen Pellets pro Jahr.
Im Endausbau sollen künftig 140.000 Tonnen Pellets in Straubing produziert werden.


Quellen und Infos: Pressemeldung der CompacTec vom 23. Dezember 2005 und http://www.schmidmeier.de


Tagung Filtertechnik

Am 30. November 2005 führte C.A.R.M.E.N. in Straubing das Fachgespräch: "Filtertechniken für Biomasseheizanlagen im kleinen und mittleren Leistungsbereich" durch.

Bestellung: Ein Tagungsband mit den Beiträgen ist für 12,00 Euro zzgl. Versandkosten bei C.A.R.M.E.N. erhältlich.



Saab mit BioPower

Saab hat Mitte 2005 in Schweden mit dem Verkauf des ersten "Flexible-Fuel Vehicle" (FFV) begonnen, das wahlweise mit Bio-Ethanol oder mit reinem Benzin in jeder Mischung betrieben werden kann.

Inzwischen werden in Schweden mehr als zwei Drittel aller 9-5-Modelle in der Ethanol-tauglichen Ausführung verkauft. Interesse an Saab BioPower-Fahrzeugen ist auch in anderen Märkten vorhanden. In Deutschland werden die ersten Modelle bereits im ersten Quartal 2006 an die Kunden ausgeliefert. Fahrer eines Saab 9-5-BioPower-Modells und anderer Ethanolfahrzeuge zahlen in Schweden weder Maut- noch Parkgebühren in Innenstädten.

Informationen zu Saab: http://media.saab.com


Fischer-TiP bei Aldi-Süd

Kurz vor Weihnachten fand sich im Prospekt von Aldi-Süd ein überraschendes Angebot, die "TiP Creativ Box XL" der Arthur Fischer TiP GmbH & Co.KG. Das Kinderspielzeug aus reiner Kartoffelstärke wird mit Lebensmittelfarbe gefärbt und entwickelt beim Anfeuchten mit Wasser eine enorme Klebkraft, die der Kreativität kaum Grenzen setzt. Neben statischen Figuren gibt es inzwischen auch "Mobil"-Boxen, mit denen sich z.B. batteriebetriebene Windräder, Rennwagen, Schlepper und Seilbahnen kreieren lassen.

Infos: http://www.fischertip.de, E-Mail: spiel@fischertip.com

top agrar-Jahrbuch "Neue Energie 2006"

Das Landwirtschaftsmagazin top agrar liefert mit dem Jahrbuch "Neue Energie 2006" einen aktuellen Ratgeber rund um die erneuerbaren Energien. Das Buch ist nicht nur eine Entscheidungshilfe für Neueinsteiger, es gibt auch dem Anlagenbetreiber einen aktuellen Stand über den technischen Fortschritt, neue Forschungsergebnisse sowie Praktikererfahrungen.

Bezug: http://www.agrarshop.de, Jahrbuch Neue Energie, Stand: November 2005, 128 Seiten, ISBN: 3-7843-3378-8, 15,00 Euro


CNC-Maschinen kühlen mit Bioschmierstoffen

Die "CNC-Präzisiondrehteile Ralf Recknagel" hat die Kühlung aller CNC-Bearbeitungsmaschinen auf wassermischbare Bioschmierstoffe umgestellt. Das Umrüstprojekt wurde von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Rahmen des Markteinführungsprogramms "Biogene Schmierstoffe" gefördert.

Das Thüringer Unternehmen fertigt auf CNC-gesteuerten Maschinen Antriebselemente und Getriebeteile für BMW, VW und Opel. Die Hautfreundlichkeit, das Spülverhalten und die Stabilität der Kühlemulsionen sollten verbessert sowie das Schmutztragevermögen erhöht werden. Die Thüringer entschieden sich für das Produkt HOSMAC-S 740 aus dem Hause Unitech-Kühlstoffe GmbH. Die Leistungsfähigkeit der Bioemulsion überzeugte in allen Bearbeitungsschritten. Das Öl besteht zu über 50 Prozent aus Nachwachsenden Rohstoffen und ist geruchsneutral. Die Grenzwerte zur Vermeidung der Bildung von Krebs erzeugenden Nitrosaminen in Kühlschmierstoffen werden weit unterboten.

Mit dem Markteinführungsprogramm "Nachwachsende Rohstoffe" gewährt die FNR für die Um- und Erstausrüstung auf biogene Schmierstoffe und Hydraulikflüssigkeiten einen nicht rückzahlbaren Zuschuss in Form eines Festbetrages. Anträge auf Förderung können bis zum 31. Dezember 2006 bei der FNR gestellt werden.

Infos: Das Antragsverfahren steht unter http://www.bioschmierstoffe.info


WPC-Kongress

Der Erste Deutsche WPC-Kongress, den das nova-Institut (Hürth) am 8. und 9. November 2005 im Maritim-Hotel in Köln veranstaltete, stieß bei der Holz- und Kunststoff-verarbeitenden Industrie, Zulieferern und Anwendern auf großes Interesse.

Quelle: Pressemitteilung des nova-instituts vom 23.12.05. Weitere Infos: Eine CD-ROM zum Ersten Deutschen WPC-Kongress kann direkt unter www.wpc-kongress.de online bestellt werden.

BAW-Verpackungen

- bei Microsoft
In einer Pressemeldung vom 7. Dezember 2005 gab Microsoft bekannt, dass Verpackungen aus PVC (Polyvinylchlorid) ab 2006 durch umweltfreundlichere Verpackungen ersetzt werden. Demnach will Microsoft PVC zunächst durch PET (Polyethylenterephthalat) ersetzen. Weitere Aktivitäten auf diesem Gebiet sollen folgen, z.B. wird in Erwägung gezogen, Verpackungen aus Nachwachsenden Rohstoffen wie Maisstärke, Zucker und Pflanzenölen einzusetzen.

Quelle: http://www.microsoft.com/presspass/features/2005/dec05/12-07Packaging.mspx


- für Kopierpapier
Die österreichische Firma Mondi Papiere verpackt Kopierpapier in kompostierbare Natureflex-Folien (s. auch nawaros 08/2004). Früher wurden als Ries-Einschlag Polyethylen-beschichtete Papiere eingesetzt. Diese werden jedoch immer mehr durch reine Polyethylen-Folie verdrängt, da sie das Papier besser gegen Transportschäden und Klimaeinflüsse schützt.

In Zusammenarbeit mit Innovia Films, einem weltweit führenden Hersteller von Folienverpackungen, hat Mondi Business Papier die neue Spezialfolie "Nature-Flex" für den Ries-Einschlag entwickelt. Als Basis dient reine Zellglasfolie, zum Schutz des Papiers gegen Witterungseinflüsse wird als Wasserdampfsperre eine biologisch abbaubare Beschichtung aufgebracht.

Der Einschlag besteht damit zu 95 Prozent aus Nachwachsenden Rohstoffen und ist sowohl zur industriellen wie privaten Kompostierung geeignet. Innerhalb von maximal 180 Tagen zersetzt sich das Material vollständig und erfüllt die Anforderung der EN 13432 an die Verwertung von Verpackungen durch Kompostierung.

Quelle: http://www.memo.de


- für Toilettenpapier
Leider nur für kurze Zeit (von Oktober bis Dezember 2005) hatte die Mannheimer Sca Hygiene Products GmbH ihr DANKE-Toilettenpapier mit einer kompostierbaren Umverpackung aus Mater-Bi angeboten. Die Verpackung diente gleichzeitig als praktischer 12-Liter-Müllbeutel, der Tragegriff konnte zum Verschnüren genutzt werden.

Die DANKE-Müllbeutel Promotionpackung war das erste und einzige Toilettenpapier auf dem Markt mit einer komplett kompostierbaren Verpackung, die gefüllt mit Kompost dem Kompostkreislauf zugeführt werden konnte.

Quelle, Infos: http://www.danke.de/402000_danke_pressebilder.php und http://www.sca.de

Ins Netz gegangen

- www.wald.de
Die Stiftung Unternehmen Wald Deutschland e.V. hat sich u.a. zur Aufgabe gemacht, Brachflächen und bestehende Waldflächen anzukaufen, um naturnahe Wälder anzulegen. Über die Internetseite können Infos zur Waldfläche in Deutschland, zur Bundeswaldinventur, zu den Funktionen des Waldes sowie weiterführende Links aufgerufen werden.

- www.treffpunkt-wald.de
Die vom Ministerium für Umwelt und Forsten, Rheinland-Pfalz, betreute Website verfolgt das Ziel, den höchstmöglichen gesellschaftlichen Gesamtnutzen aller Leistungen des Waldes - sowohl für die heutige Gesellschaft als auch für künftige Generationen - erreichen zu können. Rubriken für Jäger, Waldbesitzer, Waldbesucher, Lehrer und Schüler sowie Wissenschaftler etc. bieten einen zielgerichteten Direkteinstieg an.

- www.rencomp.net
Die rencomp Internet Handelsplattform für erneuerbare Energie erweiterte ihre Dienstleistungen durch eine Jobbörse. Jobs aus der Branche der erneuerbaren Energien, detaillierte Stellenausschreibungen sowie Firmeninformationen und Kontaktdaten können über die Website www.rencomp.net aufgerufen werden.




Öko-Handy

Wie das Computer- und Mobilfunkportal Chip-online.de Mitte Dezember 2005 berichtete, hat der Handy-Hersteller NEC ein biologisch abbaubares Handy entwickelt.

Die Schale des NEC N701i ECO besteht aus Mais- und Kartoffelstärke. Dafür wurde ein bereits vorhandenes Handy-Modell verändert. Bis auf die umweltfreundliche Hülle bietet es die gleichen Funktionen wie reguläre Geräte und soll etwa so teuer wie gewöhnliche Handys sein.

Quelle: http://www.chip-online.de


 

 
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