Newsletter/ nawaros®04/05

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros ®

Inhalt

EU-Kommissionspräsident Barroso ist Schirmherr der Biomasse-Tage 2005
Biowärme in Wertingen
Polymilchsäure in Neuseeland
Zuckeranwendung
Hochleistungs-Motorenöl
Wasserhydraulik zum Holz spalten
EcoTopTen
Jatropha curcas
Unendlich viel Energie
Anaerobtechnik
Münchener Rück gründet Stiftung
Bioenergie in Kommunen
In eigener Sache

EU-Kommissionspräsident Barroso ist Schirmherr der Biomasse-Tage 2005

Der Präsident der Europäischen Kommission, Dr. José Manuel Durão Barroso, hat der Bitte von C.A.R.M.E.N. entsprochen, die Schirmherrschaft bei den diesjährigen Europäischen Biomasse-Tagen der Regionen zu übernehmen.
Die Biomasse-Tage finden vom 25. September bis 02. Oktober 2005 statt und wurden 1997 von C.A.R.M.E.N. erstmalig initiiert. In dieser Woche stellen Institutionen, Firmen und Privatpersonen, die Biomasse nutzen oder erzeugen bzw. als Energiequelle oder Rohstoff erforschen, der Öffentlichkeit ihre Einrichtungen und Projekte vor.
Präsident Barroso zeigte sich sehr erfreut über die Anfrage und gratulierte dem Organisator C.A.R.M.E.N. e.V. zu dieser Initiative, die es ermögliche, die Europäer für die politischen Themen der Europäischen Union bezüglich Energie und Klima zu sensibilisieren.

Barroso hat die Verwirklichung der im Jahr 2000 beschlossenen "Lissabon-Strategie" an die Spitze der politischen Prioritäten der Europäischen Kommission gestellt. Mit dieser Strategie soll die Europäische Union zum dynamischsten und wettbewerbsfähigsten Wirtschaftsraum der Welt werden.
Es ist vorgesehen, durch ökologisch wirksame Innovationen neue Märkte und Beschäftigungszweige zu schaffen, ohne den Ressourcenverbrauch zu steigern.
Nachwachsende Rohstoffe können hier einen wesentlichen Beitrag leisten, denn sie schonen endliche fossile Ressourcen. Ihre energetische Nutzung ist klimaneutral, da nur das beim Wachstum der Pflanze aufgenommene CO2 wieder an die Atmosphäre abgegeben wird. Finanzielle Mittel, die für Ölimporte aufgewendet werden, können durch den Einsatz heimischer Nachwachsender Rohstoffe in den jeweiligen Ländern verbleiben und dort die regionale Wirtschaftskraft stärken.

Für die Europäische Union lässt sich über die Auswertung der Statistik ein enormes Potenzial feststellen: Sollte der Rohölpreis in diesem Jahr einen Durchschnitt von 50 Dollar je Barrel erreichen, wird die Europäische Union allein 2005 durch Ölimporte einen Kaufkraftabfluss von mehr als 180 Mrd. Dollar verzeichnen!
Die Europäischen Biomasse-Tage finden bereits zum siebten Mal statt. Die Gesamtkoordination liegt bei C.A.R.M.E.N. Deutschlandweit übernehmen 13 Institutionen die regionale Organisation.

Der Europäische Biomasseverband (AEBIOM) und seine in 25 europäischen Ländern positionierten Mitglieder organisieren die Biomasse-Tage europaweit. Unterstützt wird die AEBIOM durch die Partner von "Boosting Bioenergy in Europe", einem über das EU-Programm "Intelligente Energie für Europa" geförderten Projekt.

Im vergangenen Jahr fanden über 750 Veranstaltungen im Rahmen der Biomasse-Tage statt.
Interessierte, die an den Biomasse-Tagen teilnehmen möchten, können sich ab sofort unter http://www.biomasse-tage.org
oder bei C.A.R.M.E.N. e.V., Karl Hanglberger, Tel. 09421/960-376, Fax 960-333,
E Mail: kh@carmen-ev.de anmelden.



Biowärme in Wertingen

Die Stadt Wertingen setzt bei ihrer Wärmeversorgung auf Nachwachsende Rohstoffe. Landwirtschaftsminister Josef Miller nahm am 15. April das neue Biomasseheizwerk offiziell in Betrieb.
Die Verbandshauptschule, das Gymnasium, die Turnhalle und das Hallenbad sowie das Seniorenwohnheim St. Klara werden nun mit umweltfreundlicher Biowärme versorgt.
Herzstück der Anlage ist ein 850-Kilowatt-Holzhackschnitzelkessel, der mit jährlich 965 Tonnen naturbelassenem Wald- und Restholz aus der Region befeuert wird. Investor ist die "Südwärme Gesellschaft für Energielieferung AG" und Betreiber vor Ort die Firma "Julius Gaiser GmbH & Co". Das Werk wird mit rund 391.000 Euro aus Landesmitteln gefördert. Die Gesamtkosten liegen bei rund 1,1 Millionen Euro.
Jährlich spart das Heizwerk 250.000 Liter Heizöl und vermeidet so den Ausstoß von rund 685 Tonnen Kohlendioxid.
Quelle: Pressemitteilung des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten vom 15. April 2005 im Internet unter http://www.stmlf.bayern.de -> Presse


Polymilchsäure in Neuseeland

Die Neuseeländische Firma Vertex Pacific stellt hochwertig Plastikformteile und -verpackungen her. Seit kurzem produziert sie auch biologisch abbaubare Verpackungen.
Der Biokunststoff dazu stammt von NatureWorks (Minneapolis / Minnesota). Das Material ist Polyactic Acid (PLA), ein Nachwachsender Rohstoff aus Maisstärke.
Im März stellte Vertex auf dem Hokitika Wildfoods Festival an der Westküste der Neuseeländischen Südinsel, erstmals Becher aus PLA für den Bierausschank bereit.
Die "cups" wurden getrennt gesammelt und anschließend kompostiert. Vertex wird den biologischen Abbau, der innerhalb von 45 Tagen abgeschlossen sein soll, beobachten.

Quellen und Infos: Nachrichtenportal "nachwachsende-rohstoffe.info" und http://www.vertex.pacific.co.nz



Zuckeranwendung

Wie die Deutsche Bundesstiftung Umwelt in der Ausgabe "DBUaktuell" vom Februar 2005 berichtete, hat ein italienischer Jungwissenschaftler und DBU-Stipendiat am chemischen Institut der Universität Regensburg eine besondere Entdeckung gemacht: In Verbindung mit Harnstoff und einfachen Salzen bilden Zucker bereits bei 70 Grad Celsius eine stabile Schmelze. Diese eignen sich als Ersatz für organische Lösungsmittel.
In der chemischen Produktion spielen organische Lösemittel eine zentrale Rolle. Ihr Einsatz ist aber unter Sicherheits-, Gesundheits- und Kostenaspekten oft problematisch. Niedrig schmelzende Zuckergemische könnten hier in Zukunft eine völlig ungefährliche und sehr preiswerte Alternative bieten; ein gutes Beispiel für nachhaltige Chemie mit großer Praxisbedeutung und Anwendungsbreite.

Infos: Im Internet unter http://www.dbu.de -> Publikationen


Hochleistungs-Motorenöl

Vor gut einem Jahr wurde die T+T Oleochemie GmbH in Alzenau gegründet. Schwerpunktmäßig wurden zunächst die Produktion und der Absatz des High Oleic Sonnenblumenöls "90plus" im Kosmetikbereich und im Schmierstoffmarkt forciert. Dieses Öl zeichnet sich aufgrund seiner besonderen Fettsäurezusammensetzung durch extrem hohe Oxidationsstabilität und ein günstiges Tieftemperaturverhalten aus.

In Kooperation mit der Natoil Motorenölen GmbH & Co. KG wurden zudem zwei Hydrauliköle, ein Getriebeöl und drei Schneidöle unterschiedlicher Viskositätsstufen entwickelt. Diese Öle seien rezeptiert, getestet, damit anwendungsreif und aufgrund exzellenter Eigenschaften selbst Mineralölprodukten entschieden überlegen, hieß es in einem Schreiben an C.A.R.M.E.N. Weiteres Ziel der Kooperation mit Natoil ist die Entwicklung eines Hochleistungs-Motorenöls auf Basis von "90plus".

Infos: T+T Oleochemie GmbH, Alzenau (http://www.tutoc.de)


Wasserhydraulik zum Holz spalten

Holzspaltmaschinen werden auch im Privatbereich zum Herstellen von Kamin- und Brennholz verwendet. Bei herkömmlichen Geräten, die über einen Elektromotor oder die Zapfwelle eines Traktors angetrieben werden, übertragen ölhydraulische Zylinder die Kraft auf den Spaltkeil. Dazu sind pro Maschine mehrere Liter Hydrauliköl erforderlich, welches beim Transport oder bei unsachgemäßem Gebrauch die Umwelt und auch den Menschen gefährden kann.
Anstelle dieser Ölhydraulik arbeitet der Spalter von Starfort mit Wasserhydraulik. Der Spaltkeil ist zweiteilig ausgeführt und erfordert weniger Kraftaufwand zum Spalten des Holzes. Der Spalter mittlerer Größe erbringt bei einem Wasserdruck von 170 bar eine Spaltkraft von 5,8 Tonnen. Umweltgefährdende und gesundheitlich bedenkliche Betriebsstoffe kommen nicht zum Einsatz. Ein Hochdruckreiniger und ein Eimer Wasser werden gebraucht, um den Holzspalter "Holzteufel" von der Firma Starfort in Betrieb zu nehmen.

Quellen, Infos: Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie; Handwerkerpraxis 2/2005; http://www.starfort.it -> "Der fortschrittliche Landwirt" Heft 1/2005

EcoTopTen

Am 9. März startete die "EcoTopTen-Kampagne" des Freiburger Öko-Instituts. Es wurde eine Marktübersicht über Produkte, die rundum empfehlenswert sind, vorgestellt. Diese EcoTopTen-Produkte sollen nicht nur die Umwelt schonen, sondern auch Kundenwünsche nach Qualität und angemessenem Preis erfüllen.
Eine erste Produktübersicht steht unter http://www.ecotopten.de im Internet bereit. Im Bereich Wohnen geht es dabei auch um Holzpelletheizungen für Wärmeleistungsbereiche bis 16 kW und Anlagen ab 16 kW. Es werden Produkte verschiedener Hersteller aufgelistet, Fragen rund um Pellets erläutert und Kontaktmöglichkeiten angeboten.

Infos: http://www.ecotopten.de


Jatropha curcas

Unter dem Titel "Nutzung der Purgiernuss (Jatropha curcas L.) zur Desertifikationsbekämpfung und Armutsminderung" führte die deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) ein Projekt am Beispiel Kap Verde durch.
Jatropha curcas, auf deutsch auch Purgier- oder Brechnuss genannt, erreicht mit ihrem baum- bzw. strauchartigen Wuchs eine maximale Höhe von 5 Metern, ist weltweit in den Tropen verbreitet und stellt nur geringe Ansprüche an den Standort.

Die Brechnuss ist trockenheitsresistent und entwickelt pflaumengroße Früchte mit ölhaltigen Samen. Da die Samen das toxische Protein Curcin enthalten, sind sie nicht für den Lebensmittel- oder Futterbereich geeignet. Dennoch gibt es vielfältige Nutzungsmöglichkeiten, z-B. als Kraftstoff, biogener Festbrennstoff oder Schmieröl.
Da Indien 70 Prozent seines Dieselbedarfs importieren muss und aufgrund der hohen Luftverschmutzung das Fahren mit Dieselmotoren in Delhi verboten ist, ist ein einheimischer und sauberer Kraftstoff für die indische Regierung wichtig.

Dies gilt umso mehr, da Jatropha-Flächen nicht mit der Nahrungs- und Futtermittelerzeugung konkurrieren, weil die Pflanze einst brach liegendes Land wieder nutzbar macht.
Im Frühjahr 2004 fuhr ein mit Jatropha-Biodiesel betriebener Mercedes 6.000 km ohne technische Probleme durch Indien und stieß auf großes Interesse der Öffentlichkeit.
Zuvor hatte Prof. Dr. Klaus Becker, Professor an der Universität Hohenheim, einige besonders widerstandsfähige Jatropha-Pflanzen in Mexiko und Mali gefunden und diese nach Indien gebracht. Becker nahm Kontakt zu DaimlerChrysler auf und der Konzern sagte 750.000 Euro Projektmittel zu. Neben der Erforschung optimaler Anbaumethoden der Jatropha wird nun nach einfachen und ökonomischen Verfahren zur Biodieselproduktion gesucht.

Das optimale Verfahren wurde noch nicht gefunden, jedoch erfüllt der Kraftstoff bereits die EU-Norm und weist Vorteile beim Emissionsverhalten und den Verbrennungseigenschaften auf.
Die entstehenden Jatropha-Plantagen sollen später als Gemeinschaftsbetriebe durch Kommunen getragen werden und als Modell für viele Regionen Indiens dienen. Der Projektabschluss ist für 2007 vorgesehen.
Im indischen Poona fertigt DaimlerChrysler jährlich 1.500 Mercedes-Fahrzeuge. Die indische Provinz gehört zum Nachhaltigkeitsverbund des Konzerns, ebenso wie z. B. die Kokosfaserproduktion im brasilianischen Amazonas-Delta (s. nawaros 04/2002).

Infos: Deutsche Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (http://www.gtz.de/desert)

Unendlich viel Energie

Am 06. April startete die bundesweite Informationskampagne "Deutschland hat unendlich viel Energie", unterstützt von Schirmherr UN-Umweltdirektor Prof. Dr. Klaus Töpfer, Bundesumweltminister Jürgen Trittin und Verbraucherschutzstaatssekretär Alexander Miller. Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung gab die Branche der Erneuerbaren Energien mit der "Essener Deklaration" ihre Ziele bis 2020 bekannt.

Mit dieser Erklärung präsentiert sich die Branche als Motor für eine umwelt- und ressourcenschonende Wirtschaftsentwicklung.
UNO-Generalsekretär Töpfer betonte, dass im Mittelpunkt jeglicher Entwicklung der Energiebedarf stehe und eine nachhaltige Entwicklung durch saubere, moderne und nachhaltige Energiequellen vorangebracht werden könne.

Infos und Quellen: http://www.cic-bonn.org und http://www.unendlich-viel-energie.de


Anaerobtechnik

Schon Ende des 19. Jahrhunderts wurden in Europa Maßnahmen zur Sammlung, Ableitung und Reinigung von Abwässern und Schlämmen durchgeführt. Aufgrund von Geruchsbelästigungen durch freiwerdende Gase wurden erste Anaerobanlagen zur Anwendung von Faulprozessen entwickelt. Heute wird das in Faulanlagen gewonnene Faulgas in Gasmotoren oder Blockheizkraftwerken eingesetzt und ersetzt hier fossile Energieträger.
Zur Behandlung organisch belasteter Industrieabwässer wird die Anaerobtechnik immer wichtiger. Das neue Handbuch für Praxis und Lehre, "Anaerobtechnik", vermittelt den aktuellen Kenntnisstand der anaeroben Behandlung von organisch hochverschmutzten Industrieabwässern und Klärschlämmen, die bei der Reinigung kommunaler und industrieller Abwässer anfallen.

Infos und Bestellung: Springer Verlag Berlin, ISBN: 3-540-06850-3 Best.-Nr. 4948636, 2., überarbeitete Auflage 2005, Preis: 189,95 Euro

Münchener Rück gründet Stiftung

Unter dem Motto "Vom Wissen zum Handeln" hat die Münchener Rück eine Stiftung gegründet, die Menschen in Risikosituationen unterstützen wird.
Seit 125 Jahren beschäftigt sich die Münchener Rück mit globalen Risiken. "Wer über so viel Wissen verfügt, trägt auch Verantwortung", heißt es in der Stiftungsschrift.
Die Stiftung widmet sich den globalen Herausforderungen vom Klimawandel über den Kampf gegen extreme Armut bis hin zum Schutz natürlicher Ressourcen, will innovative Lösungsansätze finden und dieses Wissen in konkretes Handeln überführen.

Informationen und Quelle: Die Stiftung präsentiert sich mit einer eigenen Website (http://www.munichre-foundation.org)


Bioenergie in Kommunen

Die neue Broschüre des aid Infodienstes "Bioenergie für Kommunen" soll dazu beitragen, kommunalen Entscheidungsträgern die Zusammenhänge für eine nachhaltige Energieversorgung aufzuzeigen.
Anhand von Praxisbeispielen wird der Bioenergie-Einsatz in Schulen, Krankenhäusern und weiteren kommunalen Liegenschaften vorgestellt. Eine Auflistung von Ansprechpartnern und Literatur runden das Heft ab.

Infos: aid-Heft "Bioenergie für Kommunen", 72 Seiten, Bestell-Nr. 61-1409, ISBN 3-8308-0475-X, Preis: 3,00 EUR (zzgl. 3,00 Euro Versand)
aid-Vertrieb DVG, Birkenmaarstraße 8, 53340 Meckenheim,Tel.: 02225/ 9261-46, E-Mail: Bestellung@aid.de, (http://www.aid-medienshop.de)


In eigener Sache

Am 04. und 05. Juli 2005 findet in der Joseph von Fraunhofer Halle in Straubing das 13. C.A.R.M.E.N.-Symposium "Biomasse und Sonne - Bauen, Heizen, Einspeisen" statt.
Kontakt: Informationen gibt es ab sofort bei Carmen Weber, E-Mail: cw@carmen-ev.de


 

 
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