Newsletter/ nawaros®03/05

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros ®

Inhalt

Durchatmen mit Biodiesel
BioFach 2005 - Hochrangiger Besuch
C.A.R.M.E.N.-Forum 05
Pellets für Wiesenfelden
NRW für Bioethanol und Rapsöl
Holstein Flachs GmbH
Pelletwerk in Straubing
Informationen der FNR
Glycerin-Verwertung
Deutschlands beste Erfindungen
Master-Studiengang

Durchatmen mit Biodiesel

Seit dem 1. Januar 2005 ist die EU-Luftqualitätsrichtlinie europaweit verbindlich. Der Grenzwert von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft darf nur an 35 Tagen im Jahr überschritten werden. Schon im März haben zahlreiche deutsche Großstädte an mehr als 20 Tagen den maximalen Grenzwert überschritten. Erste Klagen von Bürgern auf Einhaltung der Grenzwerte sind bereits in mehreren Städten eingegangen. Es gibt also Handlungebedarf.
Staub lässt sich in Schwebstaub, Feinstaub und ultrafeinen Staub einteilen. Feinstaub bis zu einer Größe von 10 Mikrometer gelangt bis in den oberen Bereich der Lunge, kleinerer Feinstaub schafft es bis in den Zentralbereich, ultrafeiner Staub (kleiner 0,1 Mikrometer) kann sogar in die Lungenbläschen eindringen. Zwar konnte bei den gröberen Staubpartikeln in den vergangenen Jahren ein merklicher Rückgang verzeichnet werden, doch beim Feinstaub fiel diese Minderung deutlich geringer aus, bezüglich des ultrafeinen Staubes wurde sogar eine Zunahme verzeichnet.

Die Gesundheitsgefährdung durch lungengängigen Feinstaub wird seit Beginn der 90er Jahre in immer mehr Untersuchungen belegt. So führen in Deutschland laut einer EU-Studie Dieselabgase und andere Feinstäube jährlich zu 65.000 Todesfällen.
Fein- und Ultrafeinstaub in der Außenluft entstehen primär bei Industrieprozessen, Verbrennungsprozessen (Kraftwerke, Industrie, Gewerbe und Hausbrand) und im Straßenverkehr. Im innerstädtischen Bereich trägt gerade der Straßenverkehr erheblich zur Staubbelastung bei, sowohl durch die direkten Emissionen aus dem Auspuff als auch durch Abrieb an Reifen, Bremsen und durch aufgewirbelten Straßenstaub. Hinzu kommt eine sogenannte Hintergrundbelastung durch natürliche Staubquellen, die je nach Wetterlage unterschiedlich hoch ist.
Laut einem Artikel der Zeitschrift "auto motor sport" (Ausgabe 7/2005) kommen bundesweit etwa zwei Drittel aller Diesel-Rußpartikel aus dem Auspuffrohren von LKW. Dieselmotoren liefern einen großen Beitrag an feinen Partikeln und stellen den Hauptverursacher ultrafeiner Partikel dar. Rußpartikelfilter könnten hier Abhilfe schaffen, ob Geschwindigkeitsbegrenzungen, City-Maut oder Fahrverbote als Gegenmaßnahmen greifen, darüber wird noch diskutiert.

Dieselmotoremissionen sind in Deutschland und anderen Staaten als krebserregend eingestuft, darauf weisen epidemologische Studien hin. Die krebserregende Wirkung geht von den Partikelemissionen und den daran anhaftenden polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen aus.
Biodiesel, der zunehmend LKW-, Bus- und Taxiflotten antreibt, kann zur Partikelreduktion beitragen, denn Untersuchungen haben gezeigt, dass der Rußausstoß geringer ist als beim herkömmlichen Diesel.
In den vergangenen Jahren wurden in Deutschland, Österreich, Frankreich, Schweden, Italien, USA und anderen Ländern umfangreiche Untersuchungen der Abgaszusammensetzung von Motoren beim Betrieb mit Biodiesel durchgeführt. Diese Versuche zeigten, dass Motoren, die die gesetzlich vorgeschriebenen Abgaswerte bei Betrieb mit konventionellem Diesel einhalten, bei der Umstellung auf Biodiesel diese Grenzwerte in der Regel nicht überschreiten. Im Gegenteil, die meisten Abgaswerte liegen niedriger. Kohlenwasserstoff-, Ruß- und weitere Partikel-Emissionen können um bis zu 40 Prozent vermindert werden (s. dazu http://www.ufop.de/900.htm).

Die Messungen zeigen, dass insbesondere die Kombination von Biodiesel mit Oxidationskatalysatoren in LKW, Bussen oder Verteilerfahrzeugen zu einer erheblichen Absenkung der Partikel-Emission führt. Für Städte und Kommunen ergibt sich somit eine kostengünstige Möglichkeit, den vorhandenen Diesel-Fuhrpark umweltverträglicher zu betreiben.
Der gezielte Einsatz von Biodiesel, dessen Marktanteil bei annähernd 4 Prozent liegt, könnte dazu beitragen, insbesondere die Partikelbelastung durch bereits vorhandene Fuhrparks in Städten abzusenken.

Quellen und Infos: Bayerisches Staatsministerium für Landesentwicklung und Umweltfragen im Internet unter http://www.umweltministerium.bayern.de, des weiteren http://www.spielgel-online.de, http://www.bio-kraftstoffe.de und http://www.ufop.de


BioFach 2005 - Hochrangiger Besuch

Vom 24. bis 27. Februar fand in Nürnberg die Weltleitmesse für Bioprodukte, BioFach 2005, statt. 32.500 internationale Fachbesucher konnten begrüßt werden. Die bayerische Koordinierungsstelle für Nachwachsende Rohstoffe, C.A.R.M.E.N. e.V., organisierte einen Gemeinschaftsstand zu Biokunststoffen für zehn Mitaussteller.

Auf Einladung von C.A.R.M.E.N. besuchte der Staatssekretär Dr. Thomas Griese vom Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen den Gemeinschaftsstand. Er informierte sich über die Einsatzmöglichkeiten von Biokunststoffen und führte rege Gespräche mit den Ausstellern.
Auch Marlene Mortler, Vorsitzende des CSU-Arbeitskreises Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Ernährung, folgte der C.A.R.M.E.N.-Einladung und informierte sich über kompostierbare Biokunststoffe bei der Erzeugung und Verarbeitung von Lebensmitteln in der Landwirtschaft.
Außerdem führte C.A.R.M.E.N. gemeinsam mit der IBAW zwei Fachgespräche zu biologisch abbaubaren Werkstoffen durch.

Die englischsprachigen Veranstaltungen stellten zum einen Biokunststoffe als perfekte Verpackung für biologisch erzeugte Lebensmittel vor. Zum anderen wurde ihr Einsatz bei der Erzeugung von Lebensmitteln in Landwirtschaft und Gartenbau präsentiert.
Vor gut 40 Fachbesuchern referierten dazu Marko Schnarr von der IBAW, Dr. Friedrich von Hesler von der Firma Novamont, Patrick Gerritsen von der natura Verpackungs GmbH, Katrin Kell von der staatlichen Forschungsanstalt für Gartenbau in Freising und Christopher Straeter von der Forschungsgemeinschaft Biologisch Abbaubare Werkstoffe (FBAW e.V.).

Infos: C.A.R.M.E.N., Walter Wallrapp, E-Mail: contact@carmen-ev.de


C.A.R.M.E.N.-Forum 05

Das 12. C.A.R.M.E.N.-Forum unter dem Motto "Strom und Wärme vom Acker" war ein voller Erfolg. Mehr als 300 Besucher kamen am 14. März ins Straubinger Herzogschloss um sich über Energieträger vom Acker und insbesondere Biogasanlagen zu informieren.
Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller eröffnete das Forum mit dem Vortrag "Strom und Wärme vom Acker - Aufschwung eines Biomasseverwertungspfades". Er betonte, dass die Biogastechnologie bei weitem noch kein Selbstläufer sei und nahm das C.A.R.M.E.N.-Forum zum Anlass, das Aktionsprogramm "Biogas in Bayern" zu starten. Das Programm umfasst die Schwerpunkte Forschung, Beratung, Ausbildung und Pilotbetrieb. Im Bereich der Forschung stehen in den kommenden drei Jahren 2,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Niederbayerns BBV-Präsident Walter Heidl brachte die Quintessenz des Forums auf den Punkt: "Nicht jeder Landwirt muss zum "Energiescheich" werden, aber uns sollte jede Marktentlastung im Nahrungsmittelbereich und jede Wertschöpfung für die Landwirtschaft willkommen sein."

Die Vorträge wurden von C.A.R.M.E.N. in einem Tagungsband publiziert, der für 15 Euro zuzüglich Versand bei C.A.R.M.E.N. e.V., Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel.: 09421/960-300, Fax: -333, erhältlich ist. E-Mail: contact@carmen-ev.de
Eine Kurzbiographie der Referenten sowie ihre Kontaktdaten sind im Internet einzusehen.


Pellets für Wiesenfelden

Im Rahmen der Europäischen Biomasse-Tage der Regionen 2004 gewann Familie Kellner aus Wiesenfelden eine Lieferung von vier Tonnen Holzpellets (s. nawaros® 02/2005). Der Gewinn wurde am 11. März mit einem Pellet-Tankwagen der BayWa AG, einem Logistikpartner des Pellet-Sponsors Haas Fertigbau GmbH, angeliefert.
Begleitet wurde die Lieferung mit Grußworten von Landrat Alfred Reisinger. Ihn freute es besonders, dass einer der vier Gewinne im Landkreis Straubing-Bogen verblieb, einer Region, die Pellets zukünftig selber produzieren wird.

Karl Hanglberger von C.A.R.M.E.N. nutzte die Gelegenheit, seine auf aktuellen Statistikdaten basierenden Modellberechnungen vorzustellen. Danach werden in Bayern pro Person jährlich 491 Liter Heizöl verbraucht, hinzu kommen Heizenergiemengen, die durch den Einsatz von Gas gedeckt werden. Umgerechnet entspricht diese Gesamtsumme einer Energiemenge, die in 935 Litern Heizöl enthalten ist. Bedenkt man, das pro Liter Heizöl mehr als 30 Eurocent ins Ausland abfließen und nimmt man einen ähnlichen Kaufkraftabfluss auch für das zu Heizzwecken eingesetzte Erdgas an, ergibt sich für Bayern ein durchschnittlicher Kaufkraftabfluss von 280 Euro pro Person und Jahr.

Umgerechnet auf die 95.500 Einwohner im Landkreis Straubing-Bogen fließen damit jährlich etwa 26 Millionen Euro überwiegend für die Wärmegewinnung ab. Eine einfache Strategie, die Wertschöpfung in der heimischen Region zu belassen ist es, bei der Wärmeerzeugung auf Holz zu setzen, einem Nachwachsenden Rohstoff, der z. B. im Norden des Landkreises und im Nachbarlandkreis Regen, der waldreichsten Region Deutschlands, in großen Mengen vorhanden ist.
Die Familie Kellner heizt seit vielen Jahren mit dem genormten und rieselfähigen Brennstoff aus naturbelassenen Hobel- und Sägespänen. Einen Komfortverlust müssen sie dabei nicht hinnehmen, denn der Pelletkessel wird vollautomatisch gesteuert und die Anlieferung der Holzpellets erfolgt - wie beim Heizöl - per "Tanklastzug", jedoch nicht als Gefahrgut.
Reinhold Lanzinger, zweiter Bürgermeister von Wiesenfelden, lobte die Vorbildfunktion und Bereitschaft der Kellners, durch das Öffnen ihres Heizraums interessierten Nachbarn die Besichtigung ihrer Heizanlage und den Erfahrungsaustausch zu ermöglichen.

Infos: C.A.R.M.E.N., Karl Hanglberger, E-Mail: kh@carmen-ev.de (http://www.biomasse-tage.org)


NRW für Bioethanol und Rapsöl

Noch sind Autos, die mit Bioethanol oder reinem Rapsöl aus Nachwachsenden Rohstoffen fahren eher die Ausnahme. Das nordrhein-westfälische Umweltministerium hat jetzt ein Förderprogramm für Modellprojekte von Fahrzeugflotten der öffentlichen Verwaltungen aufgelegt.
Mit maximal 80 Prozent unterstützt das Umweltministerium z. B. die Umrüstung von Fahrzeugen, die auf den Betrieb mit Bioethanol oder reinem Rapsöl ausgerichtet sind. Alle nordrhein-westfälischen Kommunen, Landkreise, Wasserverbände und die Landschaftsverbände können Anträge stellen.
Mit den Städten Köln, Aachen, Münster und dem Kreis Steinfurt gibt es bereits erste Interessenten.
Solche städtischen Flotten sind nicht auf ein bundesweit flächendeckendes Netz von Tankstellen angewiesen, sondern "übernachten" meist im eigenen Betriebshof mit eigener Tankstelle.

Quellen und Infos: Pressemitteilung des nordrhein-westfälischen Umweltministeriums von 11.02.05 unter http://www.munlv.nrw.de/sites/presse/titel.htm


Holstein Flachs GmbH

Unter www.leinenwerksverkauf.de offeriert die Holstein Flachs GmbH, zusätzlich zum Werksverkauf in Mielsdorf, seit kurzem ein breitgefächertes Online-Angebot von Leinenprodukten. Es umfasst alle Zwischenstufen und Erzeugnisse, die aus Flachs hergestellt werden können.
Traditionelle Flachsfaser, festes Leinengarn, Leinenstoffe und Bekleidung sind auf der Homepage ebenso zu finden wie Leinöl, Kleintier- und Pferdeeinstreu oder Montagebänder aus Flachs für biologisch orientierte Anwender.
Inländische Manufakturen übernehmen die Weiterverarbeitung des in Schleswig-Holstein geernteten Flachses. Zusätzlich wird der Ökologie und dem Tragekomfort dadurch Rechnung getragen, dass fast ausschließlich Rohstoffe aus kontrolliert biologischem Anbau in den Produkten Verwendung finden.

Quelle und Informationen: Pressemitteilung der Holstein Flachs GmbH vom 26.01.2005 und im Internet unter http://www.holstein-flachs.de

Pelletwerk in Straubing

Am Straubinger Hafen errichtet die Schmidmeier UmweltTechnologie AG in Kürze ein Pelletproduktionswerk, nach eigenen Angaben das größte im deutschsprachigen Raum. Spatenstich ist Ende März. Die Baugenehmigung erlaubt pro Jahr eine Pelletproduktion von maximal 120.000 Tonnen. Bis 2010 sollen 20 neue Arbeitsplätze entstehen.

Infos: http://www.schmidmeier.de


Informationen der FNR

"Basisdaten Bioenergie Deutschland", "Basisdaten Biokraftstoffe" und "Heizen mit Holz" sind einige Titel neuer Informationsmaterialien der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR).
Die Faltblätter können im Internet unter http://www.fnr.de (Literatur) oder über die E-Mail-Adresse infomaterial@fnr.de bestellt werden.


Glycerin-Verwertung

Wie der Infodienst "Boxer" im Februar berichtete, haben Wissenschaftler der Universität Dortmund eine neue Verwertungsmöglichkeit für Glycerin entwickelt. Glycerin ist ein Nebenprodukt der Biodieselproduktion und bestimmt in einem beträchtlichen Maße die Wirtschaftlichkeit der Produktionsanlagen. Aus Glycerin haben die Wissenschaftler nun Glycerintertiärbutylether (GTBE) hergestellt.
Es eignet sich als Benzinzusatz anstelle von Methyltertiärbutylether (MTBE), ist deutlich umweltverträglicher und bei hohem Glycerinangebot auf dem Weltmarkt auch preislich attraktiv.
Quelle: http://www.boxer99.de


Deutschlands beste Erfindungen

Mit einer gemeinsamen Pressemitteilung loben das Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie und die Energieagentur NRW den "Wuppertaler Energie- und Umweltpreis 2005" aus.
Der mit 15.000 Euro dotierte Preis soll für Deutschlands beste Erfindungen vergeben werden.
Die Bewerbungsfrist läuft vom 7. März bis zum 31. Mai 2005. Der Wuppertaler Energie- und Umweltpreis wird damit bereits zum vierten Mal ausgeschrieben.

Insbesondere junge Forscherinnen und Forscher, Entwickler, Initiatoren und Anwender aus ganz Deutschland sind aufgefordert, sich mit ihren zukunftsweisenden Arbeiten am Wuppertaler Energie- und Umweltpreis zu beteiligen.

Kontakt: Die Bewerbungsunterlagen und weitere Informationen befinden sich im Internet unter www.wupperinst.org/umweltpreis oder unter www.ea-nrw.de.


Master-Studiengang

Wie das Internetangebot sonnenseite.com im Februar berichtete, haben die Fachhochschule Hannover (FHH) und die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst, Fachhochschule Hildesheim/Holzminden/Göttingen (HAWK) darauf geeinigt, gemeinsam zum Wintersemester 2005/2006 den Master-Studiengang "Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien" zu starten.
Quelle und Infos http://www.sonnenseite.com vom 10.02.05 und Informationsdienst Wissenschaft (http://www.idw-online.de)


 

 
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