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Newsletter/ nawaros®09/04
Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters
nawaros ®
Inhalt
"biomasse 2004" - Fach- und Verbrauchermesse
Straubinger Projekt zieht Kreise
RapsAsphalt - ein Baustoff mit Zukunft
Kunststoffalternativen aus Holz und Hanf
Biogasstammtisch
Nawaro-Dämmstoffe
Rück- und Ausblick
Biogas-Broschüre
Mehrstoffbrenner im Netz
Holz-Briefmarke
Ökologische Stoffverwertung
In eigener Sache
Zum zweiten Mal in Rosenheim:
"biomasse 2004" - Fach- und Verbrauchermesse
Rund 60 Aussteller präsentieren sich
auf der Fach- und Verbrauchermesse für Nachwachsende Rohstoffe und
Solarenergie, "biomasse 2004", vom 5. bis 7. November im Rosenheimer
Lokschuppen.
Begleitend informieren im Kultur- und Kongresszentrum und im Lokschuppen
C.A.R.M.E.N.-Fachgespräche intensiv zu den Themen Biogas, biogene
Treibstoffe, energetische und stoffliche Nutzung von Holz sowie Solar.
Veranstalter und Koordinator der Messe ist die biomasse GmbH, Straubing,
eine Schwestergesellschaft von C.A.R.M.E.N.
Ein Messeschwerpunkt ist den zukunftsorientierten Holzheizungen gewidmet,
auch in Kombination mit Solartechnik. Angesichts der drastisch steigenden
Öl- und Gaspreise und der immer strengeren Auflagen für Heizanlagen
ist dies für Endverbraucher ein hochaktuelles Thema.
Als lokale Organisationen und Firmen sind etwa der Rosenheimer Solarförderverein
"RoSolar" oder die in Prien beheimatete Agenda-Gruppe "Regöl",
die für den Einsatz von naturbelassenen Pflanzenölen als Fahrzeugtreibstoff
werben, auf der Messe vertreten. Wie aus der Saat der leuchtend gelben
Rapspflanze das wertvolle Öl gewonnen wird, demonstriert ein Ölpressen-Hersteller.
Raffinierte Artikel wie die in Straubing eingeführte Bioabfalltüte
auf Stärkebasis, einen Badeschwamm auf Pflanzenölbasis oder
kompostierbares Geschirr und Besteck zeigt die biomasse GmbH auf ihrem
eigenen Stand.
"Mit unserer Messe zeigen wir, dass der Einsatz von Biomasse und
Solarenergie technisch ausgereift, wirtschaftlich sinnvoll und ökologisch
notwendig ist!", so Gilbert Krapf, Maschinenbauingenieur und Geschäftsführer
der Straubinger biomasse GmbH.
Mit Informationsveranstaltungen, Vorführungen und Tages-Schwerpunkten
sollen Verbraucher, Unternehmer, Landwirte und Entscheidungsträger
aus Politik und Wirtschaft gezielt angesprochen werden.
Was die Straubinger motiviert hat, mit der Messe nach Rosenheim zu kommen,
fasst Messeorganisator Walter Wallrapp zusammen: "Rosenheim liegt
in der "Super-Region-Alpin-Arc", die das gesamte deutsche, österreichische
und italienische Alpengebiet umfasst und von der Europäischen Kommission
als die wirtschaftlich stärkste Super-Region der EU beurteilt wird.
Zudem hat sich Rosenheim mit zahlreichen Forschungs- und Lehreinrichtungen
national und international einen hervorragenden Ruf als Holzstadt erworben.
Damit haben wir einen idealen Veranstaltungsort gefunden, mit bester Lage
und breiter Außenwirkung!"
Seit 2001 findet die Messe jährlich wechselnd in Straubing und Rosenheim
statt und konnte durchschnittlich zwischen 8.000 und 12.000 Besucher für
das zukunftsweisende Thema interessieren.
Informationen: biomasse GmbH, Walter Wallrapp, Schulgasse 18, 94315 Straubing,
Tel.: 09421/960-375, E-Mail: info@biomasse-gmbh.com
(http://www.biomasse-gmbh.com)
Straubinger Projekt zieht Kreise
Als erste Stadt mit über 100.000 Einwohnern
hat nun Würzburg kompostierbare 10-Liter-Bio-Abfallbeutel auf Stärkebasis
eingeführt. Der vollständig kompostierbare Beutel wurde Ende
Juli von Würzburgs Umweltreferent Wolfgang Kleiner präsentiert.
"Die Vorsortierung und Entsorgung von Küchenabfällen wird
damit deutlich erleichtert", betonte Walter Wallrapp, Projektmanager
bei der Straubinger biomasse GmbH. Wallrapp hatte sich für die Einführung
dieser Biotüte in Würzburg stark gemacht. Der Biobeutel ist
eine echte Alternative zu den durch Feuchtigkeit leicht reißenden
Papiertüten und dem zum Auskleiden der Biomüll-Sammelgefäße
genutzten Zeitungspapier.
Über die Einführung des Biobeutels im Landkreis Würzburg
wird bereits verhandelt. Beim Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing
Stadt und Land wurde der Biobeutel bereits 2003 in einem Modellprojekt
eingeführt.
Infos: biomasse GmbH im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe,
Toni Hilmer, Walter Wallrapp, Schulgasse 18, 94315 Straubing, E-Mail:
info@biomasse-gmbh.com
RapsAsphalt - ein Baustoff mit Zukunft
Am 9. August besuchte der Bayerische Staatsminister
für Landwirtschaft und Forsten, Josef Miller, die Firma Colas Bauchemie
GmbH in Großmehring bei Ingolstadt. Miller informierte sich über
die Produktion von RapsAsphalt und schaute sich die Oberflächenbehandlung
einer Straße an.
Rapsöl kann man nicht nur tanken, stellte Miller in einer Pressemitteilung
dar, es eignet sich auch für den Straßenbau. Mit so genanntem
RapsAsphalt lässt sich in kürzerer Zeit eine höhere Festigkeit
der Straßenoberfläche erreichen. Außerdem belastet die
neuartige Bitumen-Emulsion die Atemwege der Bauarbeiter weniger, da sie
keine gesundheitsschädlichen Fluxmittel (Weichmacher) enthält.
Beim Besuch der ersten deutschen Produktionsanlage für RapsAsphalt
sprach Miller von einem "weiteren Meilenstein für die breite
Markteinführung von Produkten aus Nachwachsenden Rohstoffen".
RapsAsphalt wird derzeit in Bayern auf einer Fläche von rund 90.000
Quadratmetern im Bereich Ansbach, Dingolfing-Landau und Straubing-Bogen
getestet. Die wissenschaftlichen Begleituntersuchungen führt die
TU München durch.
Quelle und Infos: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft
und Forsten (http://www.stmlf.bayern.de -> Presse), Colas Bauchemie
GmbH, Tel.: 08456/988211 und C.A.R.M.E.N.
Kunststoffalternativen aus Holz und Hanf
Für Lautsprecherboxen, Monitorgehäuse
und Handys brechen neue Zeiten an, sie müssen nicht mehr unbedingt
mit Kunststoff umhüllt werden.
Von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit rund 189.000 Euro gefördert,
hat die Firma Tecnaro aus Eisenach das umweltentlastende Verbundmaterial
"Arboform" entwickelt. An der Entwicklung beteiligt waren die
Sony-Wega Produktions GmbH (Stuttgart), die Sony International, die Hans-Hermann
Bosch GmbH (Mühlhausen) und das Fraunhofer Institut für Chemische
Technologie (ICT, Pfinztal)
"Für diesen Werkstoff werden Naturfasern wie Flachs, Hanf oder
Sisal mit speziellen Ligninarten vermischt und zu Pellets gepresst. Aus
dem Basismaterial entstehen Formteile, Profile oder Platten. So können
nun Formen angeboten werden, die unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten
bisher nur mit Kunststoff zu verwirklichen gewesen waren.
Quellen und Infos: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU), im Internet unter
http://www.dbu.de und
TECNARO GmbH im Internet unter http://www.tecnaro.de
bzw. http://www.arboform.org
Biogasstammtisch
Der Stammtisch der Regionalgruppe Niederbayern
des Fachverbandes Biogas hat sich für Anlagenbetreiber und Biogas-Interessierte
zu einer Informationsbörse entwickelt. Zum fünften Mal trafen
sich 70 Interessierte in Landau.
Aufgrund der aktuellen Novellierung des Erneuerbare Energien Gesetzes
(EEG) stellte Claudius da Costa Gomez, Geschäftsführer des Fachverbandes
Biogas e.V., die Neuerungen des Gesetzes dar und erläuterte deren
Auswirkungen auf bestehende und künftige Biogasanlagen. Anlagen,
die nur noch Nachwachsende Rohstoffe vergären, erhalten einen so
genannten Nawaro-Bonus. Dieser Bonus ermöglicht es Landwirten auch
bei alleiniger Nutzung landwirtschaftlicher Biomasse wirtschaftlich Strom
zu erzeugen.
Die Ankündigung der Veröffentlichung eines einheitlichen Biogashandbuchs
wurde ebenso thematisiert. "Das 300-seitige Handbuch wird derzeit
von den zuständigen Stellen als Anweisung für Behörden
und Betreiber erstellt", so Andrea Patten vom Fachverband Biogas.
Für Anlagenbetreiber werden in diesem Handbuch die wichtigsten einschlägigen
Gesetze und Verordnungen aufgelistet.
Der nächste Stammtisch findet am 9. November wieder im Gasthof zur
Post in Landau statt. Eingeladen sind alle an der Thematik Interessierten.
Infos bei C.A.R.M.E.N., Robert Wagner, E-Mail: rw@carmen-ev.de
und bei Walter Danner, Tel.: 09954/90240.

Nawaro-Dämmstoffe
Seit einem Jahr gibt es das Markteinführungsprogramms
"Dämmstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen". Bundesverbraucherministerin
Renate Künast zog nun in einer Pressemitteilung eine positive Bilanz:
"Das Programm hat gute Wirkung gezeigt. 4.000 Bauherren haben bisher
die Förderung in Anspruch genommen und über 70.000 Kubikmeter
Naturdämmstoffe verbaut. Dämmstoffe, zum Beispiel aus Hanf,
Flachs, Wiesengras oder Schafwolle erfreuen sich zunehmender Beliebtheit."
Zurzeit werden 24 Produkte auf der Basis einjähriger Pflanzen aus
heimischer Landwirtschaft oder aus Schafwolle bezuschusst - als Grundlage
dafür dient die Förderliste der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe
(FNR), die das Programm im Auftrag des Bundesministeriums umsetzt.
Infos: Die Antragsunterlagen können über http://www.naturdaemmstoffe.info
heruntergeladen werden.

Rück- und Ausblick:
C.A.R.M.E.N. richtete am 5. Juli 2004 im
Rahmen seines 12. Symposiums in Würzburg erstmals eine Innovationsbörse
aus. Dort nutzten sieben Firmen die Gelegenheit, ihre innovativen Ideen,
Produkte und Techniken den Symposiumsteilnehmern vorzustellen. MdL Dipl.-Ing.
Henning Kaul, Vorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Verbraucherschutz
im Bayerischen Landtag, moderierte die Firmenpräsentation, die aufgrund
zahlreicher positiver Rückmeldungen im nächsten Jahr wieder
angeboten wird. Interessierte können sich bereits jetzt informieren.
Zum Erfolg trug auch die Einführung des Vorsitzenden Kaul zur "Energie
für unsere Welt von Morgen" bei. Er betonte, dass die Menschheit
vor der gigantischen Aufgabe stehe, der wachsenden Weltbevölkerung
mit steigendem Energiebedarf ausreichend Energie bereit zu stellen und
gleichzeitig Schäden an Umwelt, Gesundheit und Klima zu verhindern.
Rein rechnerisch sei das Potenzial der erneuerbaren Energien, die aus
solarer Strahlung resultieren, 10.000 Mal größer als die zur
Zeit verbrauchte Energiemenge.
In Bayern sei der Beitrag der erneuerbaren Energien zur Energieversorgung
mit 10,4 Prozent Anteil am Primärenergieverbrauch durchaus beachtlich.
Große Potenziale und Möglichkeiten wären z. B. in der
Biomasse zu sehen. Unter anderem erklärte Kaul Handlungsbedarf in
folgenden Bereichen:
Erforderlich sei u.a. die verstärkte Anwendung erneuerbarer Energien
sowie Energieeinsparungen im Wärme-, Strom- und Mobilitätsbereich.
Programme für kurz- und mittelfristig einzuführende kohlenstoffarme
und kohlenstofffreie sowie schwefelarme Kraftstoffe, insbesondere für
Bio- und Naturdiesel, sollten bereit stehen.
Der Anteil der erneuerbaren Energiequellen in Bayern sollte von derzeit
rund 10 Prozent weiter erhöht werden, vor allem durch verstärkte
Nutzung der Biomasse.
Infos: Die Beiträge der Innovationsbörse wurden im Tagungsband
zum 12. C.A.R.M.E.N.-Symposium veröffentlicht. Dieser kann für
20,- Euro (zzgl. MwSt. und Versand) bei C.A.R.M.E.N. bestellt werden.
Biogas-Broschüre
Die Handreichung "Biogasgewinnung und
-nutzung" bietet einen grundlegenden Überblick über das
komplexe Themengebiet. Das Dokument vermittelt auf 232 Seiten Basiswissen
zum Ablaufgeschehen in einer Biogasanlage. Zur Zielgruppe gehören
Landwirte und Unternehmen in der Landwirtschaft sowie die lebensmittelverarbeitende
Industrie, Entsorgungsunternehmen und Kommunen. Die veröffentlichten
Daten basieren auf dem Wissensstand Mitte 2003.
Infos: Die Veröffentlichung kann im Internet heruntergeladen werden:
http://www.fnr-server.de/pdf/literatur/pdf_140hr_biogas.pdf

Mehrstoffbrenner im Netz
Biogasanlagen, die zur umfangreichen Wärmenutzung
eingesetzt werden, machen ggf. die Installation eines Spitzenlast- bzw.
Reservekessels erforderlich. Hier kann es sich anbieten, so genannte Mehrstoffbrenner
einzusetzen. Diese können z.B. mit Heizöl und Biogas betrieben
werden. Fällt das BHKW, das Strom und Wärme produziert aus,
kann das anfallende Biogas zumindest noch teilweise über den Mehrstoffbrenner
genutzt werden.
C.A.R.M.E.N. hat eine Liste mit Bezugsquellen von Mehrstoffbrennern erarbeitet,
die unter http://www.carmen-ev.de/dt/hintergrund/biogas/mehrstoffbrennerliste.pdf.
kostenfrei heruntergeladen werden kann.
Holz-Briefmarke
Am 7. September 2004 gab die Schweizerische
Post erstmals eine Briefmarke aus Holz heraus. Das Wertzeichen zu 5 Franken
ist dem Rohstoff Holz gewidmet und erscheint in einer limitierten Auflage.
Mit dieser Marke weist die Schweizerische Post auf die vielfältigen
Verwendungsmöglichkeiten von einheimischem Holz hin.
Infos: Im Internetangebot der Schweizer Post unter http://www.post.ch/philashop
Ökologische Stoffverwertung
Die Fördergemeinschaft Ökologische
Stoffverwertung e.V., Halle/Saale hat als Bericht 1/2004 den Band "Ökologische
Stoffverwertung" herausgebracht. In der Landwirtschaft sind der Einsatz
von Düngemitteln und die Viehwirtschaft bedeutende Emissionsquellen
für klimarelevante Gase wie Methan und Lachgas.
Hinzu kommt die Notwendigkeit, bei der landwirtschaftlichen Produktion
den Übergang von Stickstoff ins Grundwasser zu vermindern. Hier bietet
sich die Biogastechnologie an. Die Verwertung von landwirtschaftlichen
Reststoffen über eine Biogasanlage ermöglicht dem Landwirt die
Einsparung von Mineraldünger durch Düngewertverbesserung der
zuvor vergorenen Gülle, verringert gleichzeitig Geruchsemissionen
bei der Ausbringung und dient der regionalen Wertschöpfung.
Bestellung: Fördergemeinschaft Ökologische Stoffverwertung e.V.
Halle, Tel.: 0345/5583-705, Fax: -706, E-Mail: FOEST-halle@t-online.de
In eigener Sache: Biomasse-Tage 2004
Vom 26. September bis 3. Oktober werden
wieder in zahlreichen Regionen Europas Hersteller sowie Förder- und
Forschungseinrichtungen, die sich mit Nachwachsenden Rohstoffen befassen,
die Öffentlichkeit vor Ort über die ökonomischen und ökologischen
Chancen dieser Rohstoffe und deren Produkte informieren. Die Veranstaltungslisten
stehen unter http://www.biomasse-tage.org
im Internet bereit und werden kontinuierlich ergänzt.
Das Straubinger Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe wird
sich am 2. Oktober mit einem "Tag der offenen Tür" an den
Biomasse-Tagen beteiligen. Gemeinsam werden das Wissenschaftszentrum,
das Technologie- und Förderzentrum und C.A.R.M.E.N. allen Interessenten
die Möglichkeit geben, sich umfassend über die Nutzungsmöglichkeiten
und Potenziale von Biomasse zu informieren.
Infos: C.A.R.M.E.N, Karl Hanglberger, E-Mail: kh@carmen-ev.de
(http://www.bimasse-tage.org)

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