Newsletter/ nawaros®08/04

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros ®

Inhalt

Europäische Biomasse-Tage der Regionen 2004
Neue Förderung für Biogas-Anlagen
Biokraftstoff-Einsatz
Biodiesel in Schweden
Label im Mai
Kompostierbares Geschirr gesponsert
Zum ZLF nach München
Rezension: Klimawandel
Carrefour setzt NatureFlex ein

Europäische Biomasse-Tage der Regionen 2004
In Bayern Pellet-Lieferung zu gewinnen

Vom 26. September bis 3. Oktober 2004 werden in vielen Regionen Europas Firmen, Institutionen und Projekte, die Biomasse als Energiequelle bzw. Rohstoff nutzen oder sich mit deren Nutzungsmöglichkeiten beschäftigen, vor Ort über ihre Aktivitäten informieren.
Die Vizepräsidentin der Europäischen Kommission Loyola de Palacio del Valle Lersundi hat bereits zum dritten Mal die Schirmherrschaft der Europäischen Biomasse-Tage übernommen. Sie unterstützt gemeinsam mit dem bayerischen Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten, Josef Miller, die Idee, die Nutzung der Biomasse als Zukunftstechnologie stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken.
Besonderes Gewicht erhält die Aktionswoche durch den Rohölpreis. Dieser reagiert sehr empfindlich auf Entwicklungen in Krisengebieten und die starke Ölnachfrage aus Asien und Nordamerika. Damit verbunden sind Preiserhöhungen bei Heizöl, Kraftstoffen und Industrierohstoffen.
Nach Angaben der Europäischen Kommission von 2002 ist Norwegen der größte Lieferant von Rohöl in die Europäische Union (EU), doch die Reserven schwinden und wirtschaftliche Alternativen sind gefragter denn je. Die EU muss heute 50 Prozent ihrer Energie importieren. Dieser Anteil droht auf 70 Prozent anzusteigen, verbunden mit erheblichen Risiken für die Versorgungssicherheit. Dieser Aspekt ist in der erweiterten EU mit 25 Staaten noch wichtiger geworden, denn mit der Sicherung der Energieversorgung muss auch der Klimaschutz gewährleistet werden.
Insgesamt steht den 453 Millionen Menschen der EU mit etwa 167 Millionen Hektar Agrar- und 137 Millionen Hektar Forstfläche reichlich Potenzial für die Biomasseerzeugung und -nutzung in der eigenen Region zur Verfügung. Diese Biomasse kann der klimaschonenden Erzeugung von Energie und einer Vielfalt von Produkten dienen. Beispiele für diese Produkte sind kompostierbare Verpackungen, hergestellt aus Kartoffel-, Mais- oder Getreidestärke; Fasern von Hanf und Flachs werden serienmäßig für Innenverkleidungen von Autos verwendet; Pflanzenöl dient zur Produktion von Schaumstoffen und Waschmitteln und findet sich immer häufiger anstelle von Erdöl in den Straßenbelägen von Österreich und Deutschland.
Der Eigenheimbesitzer kann das mit fossilen Energieträgern verbundene Versorgungsrisiko verringern, indem er bei der Heizungswärme auf erneuerbare Energien setzt. Moderne Holzpellet- und Hackschnitzelheizungen verbrennen sehr sauber und bieten denselben Komfort wie Ölheizungen.
C.A.R.M.E.N. hat in Bayern Sponsoren gefunden, die Pellet-Tankladungen stiften: Die BayWa AG, München, die Compac Tec GmbH Gesellschaft, Zeitlarn, die FireStixx Holz-Energie GmbH, Vilsbiburg und die Haas Fertigbau GmbH, Falkenberg.
Eine Lieferung Holz-Pellets können Privatleute gewinnen, die ihre Pelletheizung während der Biomasse-Woche an mindestens einem Tag für Besichtigungen zur Verfügung stellen.
Interessierte Firmen, Institutionen, Organisationen und Privatpersonen sind aufgerufen, ihre Veranstaltungen beim Koordinator des jeweiligen Bundeslandes oder direkt bei C.A.R.M.E.N. anzumelden.
Informationen: C.A.R.M.E.N., Karl Hanglberger, E-Mail: kh@carmen-ev.de (http://www.biomasse-tage.org)


Neue Förderung für Biogas-Anlagen

Die Förderung landwirtschaftlicher Biogasanlagen in Bayern wird neu ausgerichtet, das teilte Landwirtschaftsminister Josef Miller am 20. Juli in einer Pressemitteilung mit. Landwirte erhalten für den Bau von Biogas-Anlagen künftig einen Zuschuss bis zu 20 Prozent bei einem zuwendungsfähigen Investitionsvolumen von bis zu 100.000 Euro. Maximal können im Rahmen des Agrarzuschussprogramms (AZP) 20.000 Euro pro Förderfall ausbezahlt werden.
Anlass für die Überarbeitung der bayerischen Förderkonditionen ist die EEG-Novelle des Bundes.
Quelle und Infos: Bayerisches Staatsministerium für Landwirtschaft und Forsten, im Internet unter http://www.stmlf.bayern.de

Biokraftstoff-Einsatz

Die Mitgliedstaaten sind gegenüber der EU-Kommission verpflichtet, zum 1. Juli eines jeden Jahres einen Bericht über die Förderung der Verwendung von Biokraftstoffen vorzulegen. Im Bericht der Bundesregierung für 2003 heißt es: Deutschland strebt für 2005 einen Anteil von zwei Prozent Biokraftstoffen am Gesamtkraftstoffverbrauch an. Die Aussichten, dieses Ziel zu erreichen, werden bei einem jährlichen Verbrauch von Biotreibstoffen von 800.000 Tonnen (1,4 Prozent am Gesamtverbrauch) als gut eingestuft.

Dabei werden folgende nationale Aktivitäten aufgeführt:
- 100-Traktoren-Demonstrationsprojekt
- Motorprüflauf mit Rapsöl-Diesel-Mischungen
- Qualitätssicherung bei der dezentralen Pflanzenölerzeugung
- Ökologischer Vergleich von RME und Rapsöl
- Entwicklung eines Biodieselsensors zur Einhaltung der ab 2005 vorgeschriebenen Euro IV-Abgasnorm
- Bewertung der Herstellung von Ethanol aus Nachwachsenden Rohstoffen
- Entwicklungsvorhaben im Bereich "biomass to liquid" (BTL) - Kraftstoffe/Sunfuels
- Vergasungsverfahren zu Herstellung von BTL-Treibstoffen

Bezüglich des Absatzes von Biokraftstoffen war 2003 in Deutschland nur Biodiesel von Marktbedeutung

Quellen und Information: Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (ufop), Tel.: 030/31904-202, Fax: -485, E-Mail: info@ufop.de

Biodiesel in Schweden

Wie die Union zur Förderung der Oel- und Proteinpflanzen e.V. (ufop) am 28. Juni mitteilte, sollen die EU-Richtlinien für Biokraftstoffe auch in den skandinavischen Ländern umgesetzt werden. In Schweden wurde für Zumischungen von Biokraftstoffen bereits eine vollständige Befreiung von der Energie- und CO2-Steuer beschlossen. Derzeit werden in Schweden etwa 10.000 Tonnen Biodiesel produziert, mittelfristig wird mit einem Anteil von zwei bis drei Prozent am Gesamtdieselbedarf von 3,5 Mill. Tonnen gerechnet. Dies entspricht etwa einer Biodieselproduktion von 70.000 bis 100.000 Tonnen.

Quellen und Infos: ufop, siehe oben

Label im Mai

Die Verbraucher Initiative e.V., Berlin, zeichnete im Mai das Kompostierbarkeitszeichen als Label des Monats aus. Mit diesem Label werden Produkte aus biologisch abbaubaren Werkstoffen (BAW) ausgezeichnet. Nach ihrer Verwendung können diese Bio-Kunststoff-Produkte kompostiert werden.
Das Kompostierbarkeitszeichen wurde von der Interessengemeinschaft Biologisch Abbaubare Werkstoffe e.V. (IBAW) zusammen mit DIN Certco entwickelt. Die damit gekennzeichneten Produkte bestehen zu 100 Prozent aus biologisch abbaubaren Werkstoffen. Sie müssen innerhalb von sechs bis zwölf Wochen in der Kompostierungsanlage vollständig und ohne schädliche Rückstände zerfallen.
Mit dem Internet-Angebot http://www.label-online.de informiert die Verbraucher Initiative e.V. über in Deutschland gebräuchliche Label und bringt Licht in den Dschungel der Produktkennzeichnung.

Quelle: Die Verbraucher Initiative e.V., Berlin,
E-Mail: info@label-online.de (http://www.label-online.de)

Kompostierbares Geschirr gesponsert

Vom 25. bis 28. Juli fanden am Straubinger Anton-Bruckner-Gymnasium die 48. Theatertage der Bayerischen Gymnasien statt. Etwa 300 Schüler von 12 bayerischen Gymnasien präsentierten ihre eingeprobten Stücke. Zusätzlich waren gut 100 Lehrer aus ganz Bayern zu einer Fachtagung geladen.
Dass soviel Kreativität entsprechend versorgt werden musste, war selbstverständlich. Dafür zuständig waren rührige Geister außerhalb des Rampenlichtes. Um diesen Helfern die Arbeit zu erleichtern und das Aufkommen von Abfall und Abwasch zu minimieren, gab das Kulturamt Straubing die Anregung, kompostierbares Catering-Geschirr, Besteck und Becher aus biologisch abbaubaren Werkstoffen (BAW) zu verwenden.
Für 15.500 Löffel, Gabeln und Messer, 4.500 Bio-Teller, 1.500 Bio-Becher und 50 Bioabfall-Säcke hat die biomasse GmbH im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe, Straubing, Sponsoren gesucht und gefunden:
Die Produkte wurden von der Firma Compopure Stärke aus Emseloh geliefert, nach Verwendung zusammen mit Lebensmittelresten in den kompostierbaren Bioabfall-Säcken vom Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing-Bogen (ZAW-SR) entsorgt und im Kompostwerk Rohrmeier umgesetzt.
Zusätzlich wurde die Aktion unterstützt von der Raiffeisenbank e.G., Straubing, der Sparkasse Straubing-Bogen, der biomasse GmbH und C.A.R.M.E.N.
Die Lehrer zeigten sich begeistert von der Aktion. Geschirr und Essensreste konnten zusammen entsorgt werden, so dass für Einsammeln, Sortieren und Spülen keine Helfer benötigt wurden. Als angenehmen Nebeneffekt stellten sie zudem fest, dass die Mahlzeiten erstaunlich ruhig verliefen, da kein Geklapper von Besteck und Geschirr zu hören war.
Übrigens ist die Firma Rohrmeier erprobt in der Kompostierung von BAW-Geschirr. In Zusammenarbeit mit C.A.R.M.E.N. führte sie 2001 einen Kompostierversuch mit abbaubarem Einweggeschirr durch. Das kompostierte Einweggeschirr fiel beim Abschlussfest der 72-Stunden-Aktion des Kreisverbandes der katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Straubing-Bogen an (siehe nawaros® 03/2002).
Beim Ludmilla-Fest der Stadt Bogen im Juni setzte der Gastronomiebetrieb Karl Beck das BAW-Geschirr ebenfalls erfolgreich ein und wird es auch für weitere Feste verwenden.

Infos: biomasse GmbH, Toni Hilmer, E-Mail: info@biomasse-gmbh.com (http://www.biomasse-gmbh.com)

Zum ZLF nach München

Vom 18. bis 26. September 2004 findet das Bayerische Zentral-Landwirtschaftsfest (ZLF) beim Oktoberfest in München statt. "Landwirtschaft erleben und genießen" - unter diesem Motto lädt der Bayerische Bauernverband zur 23. Landwirtschaftsschau ein.
Über 650 Aussteller aus der Agrar- und Ernährungswirtschaft, der Landtechnik und der Forstwirtschaft nutzen die Gelegenheit, ihre Produkte auf 120.000 Quadratmetern Fläche zu präsentieren. 400.000 Besucher werden erwartet.
Jeder Tag steht unter einem anderen Motto. Der 21. September ist der Tag der Nachwachsenden Rohstoffe. Während der gesamten Ausstellungszeit wird ein 18 Meter hoher, begehbarer "Energieturm" aus Holz Blickfang sein. Er bietet nicht nur gute Aussicht aufs benachbarte Oktoberfest, sondern informiert auch über Chancen und Einsatzmöglichkeiten der Bioenergie in all ihren Formen. "Damit zeigt sich die bayerische Land- und Forstwirtschaft zukunftsorientiert, denn wie sich Menschen in Zukunft mit Energie versorgen werden, ist eine gesellschafts- und umweltpolitische Frage. Die Land- und Forstwirtschaft kann dazu Lösungen anbieten, in dem sie Nachwachsende Rohstoffe und erneuerbare Energien in den künftigen Energiemix einbringt", erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Gerd Sonnleitner, bei einem Pressegespräch.
Als Säulen des Straubinger Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe werden C.A.R.M.E.N., das Technologie- und Förderzentrum (TFZ) sowie die TU München und die FH Weihenstephan ihre Arbeitsgebiete auf dem ZLF präsentieren.

Infos: Bayerischer Bauernverband (http://www.BayerischerBauernverband.de, http://www.zlf.de) und C.A.R.M.E.N.

Rezension: Klimawandel

Auf die Jahrhundertflut 2002 folgt der Rekordsommer 2003, der wärmste Sommer seit Beginn der instrumentellen Wetteraufzeichnungen. Mit der industriellen Revolution hat sich die Zusammensetzung der Erdatmosphäre verändert, denn Kohle, Öl und Erdgas werden seitdem in einem nie gekannten Ausmaß verbrannt. Ohne den Menschen würde sich das Klima langsam in Richtung einer Eiszeit bewegen, durch den Ausstoß von klimabeeinflussenden Gasen allerdings kann die Erdmitteltemperatur auf etwa 20 Grad Celsius ansteigen.
Handeln ist nun wichtig, um das Klima auf einem Niveau zu stabilisieren, das unsere Lebensgrundlagen nicht ernsthaft gefährdet.

Info: Prof. Dr. Mojib Lativ: Hitzerekorde und Jahrhundertflut; ISBN 3-453-87832-9, 10,- Euro

Carrefour setzt NatureFlex ein

Carrefour in Frankreich, die Großmarktkette mit 730 Filialen weltweit, wickelt Bio-Obst und
-Gemüse künftig in kompostierbares Material ein. Wie das holländische BioFood Magazin im BioFach Newsletter (07/2004) berichtete, wird der französische Marktführer die Folie NatureFlex von ucb Films (http://www.films.ucb-group.com) zum Einsatz bringen.
NatureFlex wird aus Holzzellstoff hergestellt und kann mit biologisch abbaubaren Farben bedruckt werden. NatureFlex hat verschiedene Zertifizierungssysteme wie die deutsche DIN Certco durchlaufen.

Infos: Biofach Newsletter im Internet unter http://www.biofach.de -> Presse -> Archiv -> Newsletter.

 
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