Newsletter/ nawaros®12/03

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros ®

Inhalt

Bio-Ethanol - Treibstoff mit Zukunft
Holz-Mehrzweckhalle
Holz-Fachgespräch
Neuigkeiten vom Marktanreizprogramm
Niederbayerischer Biogas-Stammtisch
Energie aus Biomasse
Biomasse in Spanien
Biogas für Schule
Erster Lehrstuhl der TU in Straubing formell besetzt
Internationaler Biogas Experten-Stammtisch
GüteGemeinschaft Gärprodukte e.V.
Frohe Weihnachten

Bio-Ethanol - Treibstoff mit Zukunft

Die für 2004 erwartete Steuerbefreiung für Biokraftstoffe hat zu einem Boom im Bereich der Ethanol-Produktion geführt. In den kommenden Jahren sollen ca. fünf Prozent der Kraftstoffe durch Biokraftstoffe ersetzt werden, so die Zielvorstellungen der EU.
Bio-Ethanol kann auf zwei Arten als Kraftstoffkomponente genutzt werden. Zum einen kann aus Ethanol Ethyltertiärbutylether (ETBE) hergestellt werden, das anstelle vom bisher eingesetzten Methyltertiärbutylether (MTBE) dem Benzin zur Verbesserung der Oktanzahl beigemischt wird. Die andere Möglichkeit ist die direkte Nutzung von Ethanol als Beimischung zu Benzin.
Künftig ist Bio-Ethanol als direkter Kraftstoffzusatz oder Bestandteil des Oktanverbesserers ETBE steuerbefreit. Bislang galt dies nur für reine Biokraftstoffe wie Rapsmethylester. Die Otto-Motoren in deutschen Fahrzeugen sind nicht für den Betrieb mit reinem Bio-Ethanol geeignet. Die in der EU geltende Norm für Ottokraftstoffe ermöglicht jedoch die Beimischung von bis zu fünf Prozent Bio-Ethanol als Benzinzusatz.

Gute Möglichkeiten Ethanol direkt als Kraftstoff zu verwenden sieht die Südzucker AG. Gut 160 Millionen Euro investiert Südzucker in die Produktion von Bio-Ethanol. Damit wird eine Produktionsanlage für die Herstellung von Bio-Ethanol im Verbund mit der bestehenden Zuckerfabrik in Zeitz (Sachsen-Anhalt) errichtet (s. nawaros 09/2003). Die Anlage soll im Frühjahr 2005 in Betrieb gehen und pro Jahr ca. 700.000 Tonnen Getreide zu 260.000 m3 Bio-Ethanol und 260.000 Tonnen Futtermittel verarbeiten.
Auch wenn die Bio-Ethanolproduktion aus Zuckerrüben energetisch günstiger ist als aus Weizen, wird zunächst Weizen als Rohstoff eingesetzt. Landwirten verspricht der Anbau von Weizen durch die gewährten Flächenprämien höhere wirtschaftliche Anreize.

Die Mitteldeutsche BioEnergie GmbH & Co.KG (MBE), ein Mitglied der Unternehmensgruppe Sauter, baut derzeit ebenfalls eine Produktionsanlage für Bio-Ethanol in Zörbig (Sachsen-Anhalt). 35 Millionen Euro werden investiert, um ab April in die Produktion von jährlich 80.000 bis 100.000 Tonnen Bio-Ethanol einzusteigen. Auch hier ist Getreide als Rohstoffbasis vorgesehen, 30 Prozent des Bedarfs sollen aus der regionalen Landwirtschaft bezogen werden.
Bis Ende 2004 soll eine weitere Anlage der Sauter-Gruppe mit 100.000 Tonnen Produktionskapazität in Brandenburg entstehen.

Informationen und Quellen: Südzucker AG, Mannheim/Ochsenfurt, E-Mail: info@suedzucker.de, Sauter Unternehmensgruppe, Obenhausen, E-Mail: Claus.Sauter@sauter-gruppe.de, Agrimanager (http://www.agrimanager.de), Bayer CropScience (http://www.bayercropscience.de)


Holz-Mehrzweckhalle

Am 26. September wurde die neue Mehrzweckhalle in Essenbach bei Landshut eingeweiht.
Die Sport- und Kulturarena "eskara" mit einer 1.300 m² großen Hallenarena setzt in vielen Bereichen auf den Werkstoff Holz. So ist das Tragwerk der Halle in einer filigran wirkenden Konstruktion aus Holz ausgeführt.
Zur Beheizung der Halle kommt eine Hackschnitzelheizanlage zum Einsatz, die von C.A.R.M.E.N. begutachtet wurde. Die Anlagenleistung von 300 kW dient auch zur Grundlastversorgung der Schule.
Der jährliche Brennholzverbrauch wird bei etwa 300 Tonnen liegen. Der Freistaat Bayern fördert die Anlage mit 110.000 €.

Infos: C.A.R.M.E.N. und http://www.eskara.de


Holz-Fachgespräch

Gut 60 Teilnehmer fanden sich am 28. November zum Fachgespräch "Heizen mit Holz - dezentrale und zentrale Wärmeversorgung von Gebäuden mit Biomasse" in Straubing ein. Geladen hatten C.A.R.M.E.N. und die Innung für Spengler, Sanitär- und Heizungstechnik, Straubing.
C.A.R.M.E.N.-Projektmanagerin Dr. Ruth Brökeland betonte das große Potenzial für Heizungsbauer, welches in der Modernisierung von alten Heizungsanlagen besteht, die nicht der Bundesimmissionsschutz-Verordnung (BImSchV) bzw. der Energieeinsparverordnung (EnEV) entsprechen.

Zur Brennstoffbereitstellung in Form von Scheitholz, Hackschnitzeln und Pellets referierte Dr. Gunther Ohrner von der Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft, Freising. Er stellte das Energieholzpotenzial Bayerns vor, das bei nachhaltiger Nutzung langfristig bis zu 13 Prozent des Primärenergieverbrauchs abdecken könnte. Technik und Konzepte für Kleinfeuerungsanlagen wurden von Dr. Hans Hartmann vom Straubinger Technologie- und Förderzentrum vorgestellt. Anschaulich ergänzt wurde dieser Bereich durch Günther Huemer, Guntamatic; er präsentierte die praktische Umsetzung moderner Anforderungen anhand diverser Kesseltypen.
C.A.R.M.E.N.-Projektmanager Gilbert Krapf befasste sich mit Technik und Konzepten für Biomasseheizwerke. Aus Sicht der Kaminkehrer berichteten Hans Ritt und Herbert Wazula von der Niederbayerischen Kaminkehrerinnung. Gesetzliche Regelungen und Anforderungen an Heizraum und Brandschutz wurden ebenso präsentiert wie Emissions-Auswertungen von 17.000 Scheitholzanlagen und 1.200 Pelletfeuerstätten.
C.A.R.M.E.N.-Projektmanager Bernhard Pex zeigte abschließend, dass sich umweltfreundliches Heizen mit Holz wirtschaftlich rechnen kann.

Informationen: C.A.R.M.E.N.



Neuigkeiten vom Marktanreizprogramm

Der Bund verbessert ab 2004 die Förderkonditionen im Kleinfeuerungsbereich. Auch Stückholzkessel werden wieder förderfähig. Die alten Richtlinien gelten noch bis zum 31.12.2003.

Info: Genaueres im neuen Jahr unter www.bafa.de und im Nawaros 01/2004


Niederbayerischer Biogas-Stammtisch

Am 11. November trafen sich 20 Interessierte bei einem Stammtisch zum Thema Biogasanlagen in Landau/Isar. Veranstalter waren C.A.R.M.E.N. und die Regionalgruppe Niederbayern des Fachverbands Biogas e.V.
Aktuelle Änderung der Einspeisesätze für Biogasanlagen wurden diskutiert und das wirtschaftliche Potenzial von Biogasanlagen in Niederbayern vorgestellt.
Der nächste Stammtisch findet am 13. Januar 2004 ebenfalls in Landau statt.

Infos: C.A.R.M.E.N.



Energie aus Biomasse

Bereits zum 12. Mal fand Ende November in Kloster Banz bei Bad Staffelstein die OTTI-Tagung "Energie aus Biomasse" statt. 215 Fachleute aus Praxis, Forschung und Administration kamen zusammen, um zwei Tage Erfahrungen und neueste Erkenntnisse in Sachen Energiegewinnung aus Biogas, Flüssigkraftstoffen und Festbrennstoffen zu diskutieren.

Dem OTTI-Kolleg war es gelungen, in den rund 30 Fachvorträgen die Themen aufzugreifen, die der Branche am Herzen liegen. Auch C.A.R.M.E.N. war mit zwei Vorträgen vertreten. Prof. Dr. Peter Weiland, FAL Braunschweig, fasste die Ergebnisse der Tagung zusammen:
Der Biomassesektor biete weiterhin erhebliches Potential, das genutzt werden müsse. Allerdings sei Qualitätssicherung und eine Optimierung der Anlagentechnik notwendig, um mit fossilen Energieträgern konkurrieren zu können. Besonders bei Biogasanlagen sei eine bedarfsangepasste Nutzung notwendig.

Im Bereich Flüssigkraftstoffe ist durch die mögliche Beimischung ein schneller Ausbau zu erwarten. Der Erfahrungsaustausch zwischen den Betreibern über nationale Grenzen hinweg stellt dabei auch weiterhin eine zentrale Größe dar.

Infos: OTTI Energie-Kolleg, Tel.: 0941/29688-23, Fax: -17, E-Mail: heike.trum@otti.de, der Tagungsband kann über http://www.boxer99.de (-> Wissen/Fachliteratur) bestellt werden.

Biomasse in Spanien

Im Frühjahr bzw. Sommer 2004 wird die deutsche Handelskammer für Spanien in Madrid im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit eine Kooperationsbörse aus dem Bereich "Biomasse, Biogas, Biotreibstoffe" durchführen. Kleine und mittelständische deutsche Unternehmen, die Erfahrungen mit Biomassekraftwerken, Hausheizungen, Biomasseverbrennungsanlagen, Biogasanlagen und ähnlichem haben sind aufgerufen, an diesem Projekt teil zu nehmen. Die Kooperationsbörse wird den deutschen Teilnehmern individuelle Gesprächstermine mit spanischen Unternehmen vermitteln.

Deutsche Handelskammer für Spanien, Camaro de Comercio Alemana para Espana, Avenida Pio XII, 26 - 28, E-28016 Madrid, E-Mail: iab@occape.es, (http://www.ccope.es)


Biogas für Schule

Die Multi-Agrar Claußnitz GmbH hat zur Jahresmitte eine Biogasanlage auf ihrem Gelände in Claußnitz zur Vergärung der eigenen landwirtschaftlichen Reststoffe wie Rindergülle, Silosickersaft sowie Futtermittelreste in Betrieb genommen. Als größte Biogasanlage Sachsens setzt sie ca. 76.000 Tonnen Substrat um und kann mit dem daraus produzierten Gas ein Blockheizkraftwerk mit 626 kW elektrischer und 812 kW thermischer Leistung auslasten.
Mit der Abwärme aus dem BHKW wird eine Schule über eine 912 m lange Wärmetrasse beheizt. Die Biogasanlage vermindert die Kohlendioxid-Emissionen um 213 Tonnen pro Jahr.
Kontakt: Multi-Agrar Claußnitz GmbH, E-Mail: service@multi-agrar.de


Erster Lehrstuhl der TU in Straubing formell besetzt

Am Freitag den 5. Dezember besuchte der bayerische Wissenschaftsminister Thomas Goppel das Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing.
Er überreichte dem Leiter des Wissenschaftszentrums, Prof. Dr. Martin Faulstich, die Ernennungsurkunde zum Ordinarius für Technologie Biogener Rohstoffe an der Technischen Universität München. Damit ist der erste Lehrstuhl der TU München für Straubing formell besetzt.


Internationaler Biogas Experten-Stammtisch

Vom 12. bis 14. November haben der LandesEnergieVerein Steiermark (LEV) und die Lokale Energie Agentur Oststeiermark (LEA) gemeinsam mit C.A.R.M.E.N. sowie den slowenischen Organisationen SLOVENSKI E-FORUM und APE den 1. Internationalen Biogas Experten-Stammtisch im Schloss Seggau bei Leibnitz (Österreich) ausgerichtet.
Andrej Klemenc vom slowenischen Ausschuss für Nachhaltigkeitsentwicklung berichtete, dass der slowenische Nationalrat beschlossen habe, den Anteil regenerativer Energien am Primärenergiebedarf von derzeit 8,5 Prozent auf künftig 12 Prozent zu heben. Bezüglich Nachwachsender Rohstoffe solle forciert werden, Holz für die Wärmeerzeugung, Biofuels für die Kraftstoffanwendung und Biogas für die Verstromung einzusetzen. Ähnlich wie in Österreich und Deutschland wurden in Slowenien Festpreise für die Stromeinspeisung festgelegt.
Robert Wagner, C.A.R.M.E.N., skizzierte die Situation bayerischer Biogasanlagen, von denen ca. 700 im landwirtschaftlichen Bereich installiert sind.
Außerdem wurde von einer innovativen südtiroler Biogasanlage berichtet. Dort werde das erzeugte Biogas von der Anlage zu einem ca. 2,3 km entfernten BHKW geleitet. Der Standort des BHKW wurde so gewählt, dass die Abwärme von Verbrauchern genutzt werden kann. Die Gärreste aus dem Lager würden von den über 40 beteiligten Genossenschaftslandwirten mittels Chipkarte abgeholt.
Die Chipkarte stelle sicher, dass jeder Landwirt nur soviel Gärrest abholen könne, wie er zuvor an Gülle geliefert habe. Primäre Motivation für die Errichtung dieser Anlage war übrigens nicht die Stromproduktion, sondern die Geruchsreduktion der Gülle, die in einer Fremdenverkehrsregion ausgebracht werden musste.

Weitere Infos: C.A.R.M.E.N.


GüteGemeinschaft Gärprodukte e.V.

Der Fachverband Biogas e.V., die Bundesgütegemeinschaft Kompost e.V. und die Biogas Union e.V. haben gemeinsam die Gründung der GüteGemeinschaft für Gärprodukte e.V. (GGG) vorbereitet, die am 22. September in Fulda gegründet wurde.
Der Verein verstehe sich ausdrücklich nicht als Konkurrent zur Bundesgütegemeinschaft Kompost, so der 1. Vorsitzende Rudolf Ehlers, vielmehr sei der Verein auf den Bereich anaerobe Vergärung spezialisiert.
Als Fachleute für Vergärung seien die eingesetzten Berater in der Lage, den Biogasanlagenbetreibern wertvolle Hinweise zur Optimierung ihrer Anlagen zu geben.
Oberstes Ziel des Vereins sei, dass alle Mitglieder das RAL-Gütezeichen 256/1 erhielten. Biogasanlagen, die Substrate gemäß der Bioabfallverordnung verarbeiten und ihre Gärreste in Verkehr bringen würden, könnten durch das RAL-Gütezeichen und die zugehörigen freiwilligen Analysen im Gegenzug mit einer vereinfachten behördlichen Überwachung rechnen.

Kontakt: GüteGemeinschaft Gärprodukte e.V. (GGG), Freising, Tel.: 08161/984660, E-Mail: Rudi.Ehlers@t-online.de


Frohe Weihnachten

Schnee, rechtzeitig zu den Weihnachtsfeiertagen, das wär schon was, doch die Prognosen dafür stehen schlecht. Nur gut, dass im vergangenen Jahr eine Innovation des Fraunhofer-Instituts für Chemische Technologie in Pfinztal bekannt wurde. Dort hatte man sich mit den Belangen der Filmbranche auseinandergesetzt, denn bislang konnte auf Kunstschnee aus unverrottbaren Plastikschnipseln nicht verzichtet werden. Nun gibt es praktische Alternativen aus Kartoffel- und Maisstärke. Dieser "Naturschnee" muss nicht zusammengekehrt werden, denn bei Regen löst er sich auf und "schmilzt" dahin. Auch Fenster und Gegenstände lassen sich damit winterlich dekorieren, der Untergrund muss nur ein wenig angefeuchtet werden. Dann setzt die natürliche Klebewirkung der Stärke ein, die sich sogar zum Modellieren von Schneemännern und Eiszapfen eignet.

Infos gibt es unter http://www.ict.fraunhofer.de im Internet.


 
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