Newsletter/ nawaros®11/03

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros ®

Inhalt

Oberhaching setzt auf Biowärme
Biomasse auf Gut Ising
C.A.R.M.E.N online
Fachgespräch Biotüten
Holz als Energiequelle
Großes Interesse an Biogasanlagen
CO2 im Gartenbau
Alles über Pellets
Fusion von KfW und DtA
Energiepreis 2004
Aufbereitung von Biogas
Biogas in Appenfelden

Oberhaching setzt auf Biowärme
In Europa einzigartiges Heizwerk eingeweiht

Am 11. Oktober wurde in Oberhaching bei München das neue Biomasseheizwerk seiner Bestimmung übergeben. Alle Beteiligten und die Bevölkerung waren im Rahmen eines Bürgertages zur offiziellen Übergabe geladen. Das Projekt "Biowärme auf dem Kyberg", das neben Holz auch auf Pflanzenöl und Solarenergie setzt, bezeichnete Oberhachings erster Bürgermeister, Stefan Schelle, als richtungsweisend und einmalig in Europa. Dr. Ruth Brökeland von C.A.R.M.E.N. beglückwünschte die Gemeinde und überreichte an die Betreiber des Heizwerks eine Holzlokomotive.

"Diese Zugmaschine symbolisiert ein Projekt, das die Nutzung Nachwachsender Rohstoffe voranbringt und dem hoffentlich viele weitere folgen werden", so Dr. Brökeland. Das Herzstück der Anlage bildet ein 845 kW Biomasse-Kessel, der pro Jahr bis zu 1.700 Tonnen Holzhackschnitzel aus der heimischen Forstwirtschaft und Landschaftspflege Kohlendioxid-neutral verbrennt. Müsste diese Leistung mit fossilem Erdgas erreicht werden, würden dazu jährlich 378.100 m3 dieses Brennstoffs benötigt und der Atmosphäre zusätzliche 920 Tonnen fossiles Kohlendioxid zugemutet.
Der Reserve- und Spitzenlastkessel wird mit Rapsöl aus der Region versorgt. Auf dem Dach des Heizwerks erzeugen Solarzellen umweltfreundlichen Strom. Vom Heizwerk aus gelangt die Nutzwärme in Form von Warmwasser (70 bis 95°C) über ein Nahwärmenetz zu den Abnehmern. Angeschlossen sind die Hauptschule, das Gymnasium mit Sporthalle, das Rathaus, die Gemeindebücherei, der Kindergarten Kastanienallee, das Feuerwehrgerätehaus und der Gemeindesaal sowie private Abnehmer entlang der Trasse. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf gut 1,6 Millionen Euro und wurden mit 477.600 Euro vom Freistaat Bayern bezuschusst.

C.A.R.M.E.N. hält eine kostenfreie Broschüre zum Biomasseheizwerk Oberhaching bereit. Infos: C.A.R.M.E.N. e.V., Dr. Ruth Brökeland, E-Mail: rb@carmen-ev.de und Gemeinde Oberhaching, Tel.: 089/61377-0, E-Mail: postmaster@oberhaching.de (http://www.oberhaching.de). Bilder zum Heizwerk stehen im Internet unter -> Pressebilder -> Biomasse-Heizwerk Oberhaching


Biomasse auf Gut Ising

Am 31. Oktober wurde auf Gut Ising, dem Tagungs- und Freizeithotel in Chieming am Chiemsee, das neue Biomasseheizwerk eingeweiht. Ein zentraler 900 kW Biomassekessel, der an ein 800 Meter langes Nahwärmenetz angeschlossen ist, beliefert sämtliche Gebäude des Gutes einschließlich des Landschulheims. Im Fall von Wartungsarbeiten und für den Spitzenlastbetrieb steht im Haus Salzburg der schon vorhandene Ölkessel bereit.

Der jährliche Wärmebedarf wird zu 97 Prozent aus ca. 1.100 Tonnen Biomasse gedeckt. Etwa die Hälfte der benötigten Biomasse ist Pferdeeinstreu. Der restliche Brennstoffbedarf besteht etwa zu gleichen Teilen aus Waldhackschnitzeln, Sägeresthölzern und Landschaftspflegematerial. Zuvor stellten 11 Heizkesselanlagen in 10 Gebäuden die benötigte Wärme bereit. "Das Biomasseheizwerk Gut Ising verfügt über die bislang erste vom Freistaat Bayern geförderte Anlage, die für die Verbrennung von Pferdeeinstreu zugelassen ist", darauf weißt C.A.R.M.E.N.-Projektmanagerin Dr. Ruth Brökeland hin.
Zum Heizwerk hält C.A.R.M.E.N. eine kostenlose Broschüre bereit. Die Summe der förderfähigen Investitionen beträgt 838.324 Euro. Der Freistaat Bayern fördert das Projekt mit 35 Prozent.

Weitere Infos: C.A.R.M.E.N., Dr. Ruth Brökeland, E-Mail: rb@carmen-ev.de


C.A.R.M.E.N online

Unter http://www.carmen-ev.de präsentiert sich der Verein in neuem Gewand. Die rasante Entwicklung des Internets machte eine Anpassung an den modernen Web-Standard unumgänglich. Seit fünf Jahren ist C.A.R.M.E.N. nun im world wide web vertreten und das Informationsangebot rund um Nachwachsende Rohstoffe wurde ständig erweitert. Damit ist ein großer Teil des gegenwärtigen Wissensstandes über Nachwachsende Rohstoffe online verfügbar.



Fachgespräch Biotüten

Die getrennte Sammlung von Bioabfällen ist wichtig. Doch im Winter friert der Bioabfall in der Tonne fest, im Sommer können Geruchs-, Hygiene- und Madenprobleme auftreten. Hilfreich sind kompostierbare Säcke für die Biotonne aus bioabbaubaren Kunststoffen.

Sie sind reißfester als Papier und ermöglichen eine hygienische Sammlung. C.A.R.M.E.N. beginnt im Dezember eine bayernweite Informationsreihe zum Thema "Kompostierbare Stärkesäcke für die kommunale Bioabfallsammlung". Anlässlich des im Mai 2003 gestarteten "Straubinger Modellprojekts" und der angestrebten einheitlichen Kennzeichnung von kompostierbaren Bioabfallsäcken, wird der Entwicklungsfortschritt dieser Produktgruppe präsentiert.
Die Praxiserfahrungen aus zwei Landkreisen und Berichte von Fachleuten aus der Kompostierungs- und Vergärungsbranche ergänzen das Programm. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung bei C.A.R.M.E.N. bis zum 25. November ist erforderlich.

Infos und Anmeldung: C.A.R.M.E.N., Dr. Bettina Schmidt, E-Mail: bs@carmen-ev.de


Holz als Energiequelle

Zum Fachgespräch "Heizen mit Holz - dezentrale und zentrale Wärmeversorgung von Gebäuden mit Biomasse", lädt C.A.R.M.E.N. am 28. November Heizungsbauer und fachlich Interessierte aus Niederbayern und der Oberpfalz nach Straubing ein. Veranstaltungsort ist das Schulungs- und Ausstellungszentrum (SAZ) in der Schulgasse 18.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die umfangreiche Kesselausstellung mit ca. 100 Feuerungsanlagen im Erdgeschoss des SAZ zu besuchen. Die Teilnahme am Fachgespräch ist kostenlos, eine Anmeldung bei C.A.R.M.E.N. bis zum 21. November ist erforderlich.

Weitere Infos: C.A.R.M.E.N. e.V., Dr. Ruth Brökeland, E-Mail: rb@carmen-ev.de




Großes Interesse an Biogasanlagen

C.A.R.M.E.N. veranstaltete am 15. Oktober das Fachgespräch
"Biogasanlagen - Finanzierungswege und neue Betreibermodelle" in Straubing. Über 70 Teilnehmer, darunter Biogasanlagenbetreiber und solche, die es werden wollen, Mitarbeiter von Banken, Verbänden, Herstellern, Planungsbüros und thematisch Interessierte nutzten die Gelegenheit zur Information und Diskussion.

Weitere Infos und Anfragen: Die Tagungsunterlagen stehen im Internet zum Download bereit; Ansprechpartner: Robert Wagner, E-Mail: rw@carmen-ev.de



CO2 im Gartenbau

Die Arbeitsgruppe "CO2-mindernde und CO2-neutrale Energieerzeugung" des Bonner Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft (KTBL) tagte am 15. und 16. Oktober bei C.A.R.M.E.N. in Straubing.

Themenschwerpunkt dieser Arbeitsgruppe, der auch C.A.R.M.E.N.-Projektmanagerin Dr. Ruth Brökeland angehört, ist die Senkung der CO2-Emissionen im Gartenbau. Mit dem Biomasseheizwerk in Mitterfels und dem dortigen größten Wärmeabnehmer, dem Gartenbaubetrieb und Floristikfachgeschäft Blumen Hiendl, konnte die siebenköpfige Arbeitsgruppe ein für Deutschland beispielhaftes Energieversorgungsmodell als Exkursionsziel ansteuern.
Zunächst präsentierte der Geschäftsführer der Biomasseheizwerk Mitterfels GmbH, Josef Simmel, das Heizwerk. Seit Oktober 1997 versorgen ein Biomassekessel mit 850 kW Nennleistung und ein im Bedarfsfall zuschaltbarer Heizölkessel über ein Nahwärmenetz das staatliche Forstamt, die Berufsfachschule, die Grund- und Hauptschule, das Frei- und Hallenbad sowie weitere Gebäude und die Gärtnerei Hiendl mit umweltfreundlicher Wärme.

Nach einer Serie von Problemen mit der alten Ölheizung stand für Blumen Hiendl eine größere Investition in die Heizanlagen an, erläuterte Gärtnermeisterin Sigrun Hiendl den Fachleuten der KTBL-Arbeitsgruppe. Seit Oktober 2000 bezieht der Familienbetrieb die Wärme für über 4.000 Quadratmeter Gewächshausfläche aus einem unscheinbaren Metallschrank im Keller, der Übergabestation des Nahwärmenetzes.
Daneben steht noch immer der alte Ölkessel. "Es beruhigt einfach zu wissen, dass die Gewächshäuser notfalls mit Öl beheizt werden könnten, doch eingetroffen ist dieser Fall noch nie", schmunzelte Seniorchef Georg Hiendl.

Weitere Infos: C.A.R.M.E.N. e.V., Dr. Ruth Brökeland, E-Mail: rb@carmen-ev.de; Bilder dazu im Internet: -> Aktuelles -> Presse -> Pressebilder -> KTBL-Arbeitsgruppe.



Alles über Pellets

Die C.A.R.M.E.N.-Publikation "Holzpellets und Pelletheizanlagen - Leitfaden und Produktkatalog" liegt nun in überarbeiteter und wesentlich erweiteter 4. Auflage vor. Auf 248 Seiten haben die C.A.R.M.E.N.-Autoren Gilbert Krapf (Leitfaden) und Sabine Kreupl (Produktkatalog) ein aktuelles Nachschlagewerk rund um Technik, Emissionen, Hersteller und Lieferanten zusammengestellt.

Neben allgemeinen Grundlagen zum Heizen mit Holz werden im ersten Teil des Ordners, dem Leitfaden, die Eigenschaften von Holzpellets erläutert und eine Pelletieranlage beispielhaft präsentiert. Die Form des Ordners wurde bewusst gewählt, um eine regelmäßige Anpassung an die dynamische Pellet-Marktentwicklung zu gewährleisten. Der Produktkatalog steht außerdem kostenfrei im Internet zum Download bereit.

Der Ordner kann zum Preis von 22,- Euro zzgl. MwSt. und Versandkosten bei C.A.R.M.E.N. bestellt werden. Weitere Informationen: C.A.R.M.E.N., Gilbert Krapf,
E-Mail: gk@carmen-ev.de


Fusion von KfW und DtA

Um Synergieeffekte besser zu nutzen sowie für Mittelstand und Gründer eine transparente und effiziente Förderung zu erlangen, hat im Juli 2003 eine Fusion der Deutschen Ausgleichsbank (DtA) und der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) stattgefunden. Die nun entstandene KfW Bankengruppe gliedert sich in die KfW-Mittelstandsbank und die KfW-Bankgruppe. Die KfW-Mittelstandsbank bietet Programme für Existenzgründer, kleine und mittlere Unternehmen, Freiberufler und Start-up-Unternehmen an.

Die KfW-Bankgruppe, bietet Förderprogramme aus den Bereichen Infrastruktur, Soziales und Bildung sowie aus dem Bereich Umwelt an. Die DtA wurde am 12. Mai 1950 als Vertriebenen Bank AG gegründet, um Vertriebenen und Flüchtlingen mittels Investitionskrediten die wirtschaftliche Eingliederung in die noch junge Bundesrepublik zu ermöglichen.

Auch wenn sich in den gut 50 Jahren ihres Bestehens der Name mehrfach geändert hat, der Auftrag - vor allem Unternehmensgründer zu fördern - blieb bestehen. Als Kreditanstalt für Wiederaufbau wurde die KfW im Jahr 1948, noch vor der Gründung der Bundesrepublik Deutschland, errichtet. Zu ihren Aufgaben zählte die Finanzierung der Wiederaufbauleistungen in Deutschland nach dem Krieg, z.B. durch Gelder aus dem Marshallplan.

Heute ist die KfW im Inland vor allem in der Förderung des Mittelstands, der Wohnungswirtschaft und der kommunalen Infrastruktur tätig sowie im Ausland mit Export- und Projektfinanzierungen und in der Förderung der Entwicklungsländer.

Quellen und Infos: KfW-Mittelstandsbank, Tel.: 01801/241124, E-Mail: infocenter@kfw-mittelstandsbank.de (http://www.kfw-mittelstandsbank.de); KfW-Bankgruppe, Tel: 01801/335577, E-Mail: info@kfw.de (http://www.kfw.de)


Energiepreis 2004

Unter dem Motto "Mit neuer Energie in die Zukunft" schreibt das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie für das Jahr 2004 zum vierten Mal den Bayerischen Energiepreis aus. Die Auszeichnung soll Motivation sein für Innovationen in der Energietechnik, hinsichtlich der Nutzung wirtschaftlicher Potentiale sowie eines umweltbewussten Umgangs mit den Ressourcen.

Bewerbungen sind bis zum 26. Januar 2004 möglich. Wie bereits 1999, 2000 und 2002 wird ein breitgefächertes Bewerberspektrum angesprochen: Entwickler, Planer, Hersteller und Betreiber. Bewerben können sich Einzelpersonen und Teams. Die Anforderung der Bewerbungsunterlagen wie auch die Einreichung von Bewerbungen kann u.a. über Kammern und Verbände sowie über weitere vorschlagsberechtigte Institutionen wie z.B. die Bayern Innovativ oder C.A.R.M.E.N für den Bereich Landwirtschaft erfolgen.


Aufbereitung von Biogas

Ob man Biogas in Motoren, Mikrogasturbinen oder Brennstoffzellen verstromt, ins Gasnetz einspeist oder als Kraftstoff vermarktet - eine Aufbereitung des Biogases wird in jedem Fall notwendig sein.

Die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) hat zusammen mit der FAL Braunschweig zu diesem Thema am 17./18. Juni 2003 ein Fachgespräch durchgeführt. Der Tagungsband wurde nun veröffentlicht.

Herausgeber: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR), Hofplatz 1, 18276 Gülzow, Tel.: 03843/6930-0; Fax: -102; E-Mail: info@fnr.de (http://www.fnr.de)


Biogas in Appenfelden

Ökonomische und ökologische Aspekte haben dazu beigetragen, dass in Appenfelden (Oberscheinfeld) eine Gemeinschaftsbiogasanlage entstanden ist. Rindergülle und Hühnerkot werden hier zur Gewinnung von elektrischer Energie und Wärme genutzt. Die Vollerwerbs-landwirte Hans-Michael Binder aus Appenfelden und Peter Ullrich aus Kirchrimbach wollten durch den Betrieb der Anlage die Zukunftsfähigkeit ihrer Betriebe stärken.
Dazu gründeten sie das Bio-Energie-Netzwerk Steigerwald und eine GbR. Insbesondere der Hühnermist stellt durch den von den Hühnern mit der Nahrung aufgenommenen Sand hohe Anforderungen an die Pumpen, Rührwerke und Aufmischvorrichtungen.

Aufgrund der schlechten Futterverwertung der Tiere ist der Mist sehr energiereich und gut für die Biogasproduktion geeignet. Die Biogasanlage steht in unmittelbarer Ortsnähe und kann so über ein 300 Meter kurzes Wärmenetz Wärmeenergie an sechs Einfamilienhäuser liefern. Im Rahmen des "Gesamtkonzeptes Nachwachsende Rohstoffe in Bayern" wurde die Biogasanlage mit 30 Prozent der förderfähigen Kosten vom Freistaat Bayern gefördert. Die Gesamtinvestitionen beliefen sich auf 797.000 Euro.

Infos: C.A.R.M.E.N. hat zur Biogasanlage Appenfelden eine Broschüre erstellt, die kostenlos erhältlich ist.


 
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