Newsletter/ nawaros®10/03

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros ®

Inhalt

FH Amberg-Weiden betreut Projekt der High-Tech-Offensive Zukunft Bayern
Biomasseheizwerk Altdorf
Biogas - Brennstoffzellen
12. Otti-Symposium
Ford setzt auf Nawaros
Kompetenzzentrum Aktuell, 28. September 2003: Tag der offenen Tür
Kompostierbar Zeichen
Streu aus dem Meer
Weizenkleie zu Tellern
Biogas-Stammtisch
Energieeffizienz
Ecovas-Pflanztopf
Preisindex September

FH Amberg-Weiden betreut Projekt der High-Tech-Offensive Zukunft Bayern

Die Fachhochschule Amberg-Weiden und zahlreiche Oberpfälzer Firmen arbeiten unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch an dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt "Ganzheitliche Ver- und Entsorgungskonzepte für Häuser des DAV". Das auf vier Jahre ausgelegte Vorhaben hat ein Gesamtvolumen von 1 Mio. Euro und soll Ende 2004 abgeschlossen sein.
Im ökologisch hochsensiblen alpinen Raum gibt es ca. 12.000 bewirtschaftete Häuser, die fernab üblicher Anschlussnetze mit Energie versorgt werden müssen. Insbesondere die Stromversorgung basiert oft auf wassergefährdendem Heizöl. Um eine nachhaltige Entwicklung alpiner Häuser voranzubringen, wurden exemplarisch fünf Objekte in völlig unterschiedlichen Ökosphären ausgewählt: Glorer Hütte, Riemann Haus, Hindelanger Alpenhof, Klosterthaler Hütte und Weidener Hütte. Für jedes Haus wurde eine individuelle ganzheitliche Lösung entwickelt.
Schwerpunkt des Gesamtvorhabens war die Entwicklung und Erprobung innovativer Technologien durch intensive Zusammenarbeit aller Projektpartner. Im Bereich der Energieversorgung sollte auf den Einsatz von Heizöl verzichtet werden. Zunächst wurden die Energie- bzw. Stoffströme der Häuser im Ist-Zustand erfasst. Anschließend projektierte, plante und installierte man hybride Lösungen, die auch auf Energiequellen wie Wind-, Sonnen- oder Wasserkraft basierten. Zum Einsatz kamen entsprechend angepasste Pflanzenöl-BHKW in Kombination mit anderen regenerativen Energieträgern. Vor Ort wurden zuverlässige Systeme installiert, die einer Dauerstandserprobung unterzogen wurden.
Dieses Vorgehen lieferte wichtige Erkenntnisse für Schwachstellenanalysen, Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und Vermarktungsstrategien für die beteiligten Firmen.
Schon zum jetzigen Zeitpunkt führte das Projekt zu vielen positiven Ergebnissen: Die eingesetzten Technologien stellten ihre ausgezeichnete Umweltverträglichkeit unter Beweis. In der Fachhochschule Amberg konnte angewandte Forschung unter Einbindung der Studenten betrieben werden. Für die beteiligten Firmenpartner resultierten neue Absatz- und Exportmärkte in Dänemark, China, Schottland, Irland und Jordanien. In den Partnerfirmen der Oberpfalz konnten Arbeitsplätze gesichert bzw. neu geschaffen werden. Daher wäre eine Fortführung nach 2004 wünschenswert.
Infos zum Projekt: Prof. Dr.-Ing. Markus Brautsch (Projektleitung), FH Amberg-Weiden, Tel.: 09621/482-228; Projektpartner: Fa. Weigel Energietechnik, Fa. Grammer Solar und Bau, Fa. Elsbett Technologie GmbH, Fa. EST, Fa. Grimm, Fa. EPAS, ATZ-EVUS, ISET-Kassel, ISE-Freiburg, DAV Referat für Hütten und Wege, München


Biomasseheizwerk Altdorf

Am 5. September fand in Altdorf im Landkreis Nürnberger Land die offizielle Inbetriebnahme des Biomasseheizwerks Altdorf durch Landwirtschaftsminister Miller statt. Nun versorgt das Heizwerk ein Gymnasium, eine Hauptschule, zwei Turnhallen und das Förderzentrum Rummelsberger Anstalten mit umweltfreundlicher Wärme.
Das Herzstück ist ein Biomasse-Heizkessel mit 750 Kilowatt Leistung, der in einem zweiten Bauabschnitt durch einen weiteren 750 Kilowatt-Kessel zur Versorgung des Hallenbades ergänzt werden soll. Verfeuert werden im Endausbau 1.100 Tonnen naturbelassenes Wald- und Restholz aus der Region. Damit spart das Heizwerk jährlich 370.000 Liter Heizöl und rund 1.000 Tonnen fossiles CO2 ein. Die Anlage wurde mit 630.000 Euro vom Freistaat Bayern gefördert, die Gesamtinvestitionen belaufen sich auf 1,7 Millionen Euro. Betreiber ist die Biomasse Energie Gesellschaft Altdorf GmbH & Co. KG.

Infos: C.A.R.M.E.N. hat eine Broschüre "Biomasseheizwerk Altdorf" erstellt, die kostenfrei bestellt werden kann.



Biogas - Brennstoffzellen

Im Februar 2002 startete das Gemeinschafts-Forschungsprojekt "Biogas in Brennstoffzellen". Gegenstand des Projekts ist die Aufbereitung von Biogas für den Einsatz in Brennstoffzellen. Am 17. September wurde an der Biogasanlage der Familie Plank in Inhausen die Zwischenbilanz vorgestellt.
Ulrich Schmack, Vorstandsvorsitzender der Schmack Biogas AG und Dr. Doris Schmack, Bereichsleiterin Forschung & Entwicklung, übernahmen die Präsentation, zu deren Gästen Alexander Müller, Staatssekretär des Bundesministeriums für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Hans-Josef-Fell, MdB, forschungspolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen sowie Ruth Paulig, MdL, Fraktionsvorsitzende Bündnis 90/Die Grünen im Bayerischen Landtag zählten.
Zwar würden technische Verfahren zur Aufreinigung von Biogas bis zur Erdgas-Qualität existieren, aber diese wären oft nicht ausreichend und in den meisten Fällen zu teuer. Rohes Biogas sei unter anderem mit Schadgasen für Brennstoffzellen belastet. Dies verhindere bis heute eine entsprechende Nutzung. Wichtigstes Zwischenergebnis des Projektes sei die Ermittlung einer Kombination unterschiedlicher Verfahren, die eine ausreichende Reinigung zu deutlich niedrigeren Kosten als bisher erziele, so Ulrich Schmack.
Partner im Forschungsprojekt sind die mtu CFC Solutions GmbH, Ottobrunn, aus deren Haus der Versuchs-Stack des Brennstoffzellen-Typs Hot Module stammt sowie die Rent-A-Scientist-GmbH aus Regensburg. Das Projekt mit einem Gesamtvolumen von knapp 800.000 EUR wird von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe, Gülzow, sowie von der E.ON Energie AG, München, unterstützt. Für Bundesstaatssekretär Müller waren die Ergebnisse Grund genug, einen Bescheid über die Verlängerung des Projektes sowie die Aufstockung der Zuwendung zu überreichen.

Infos: Schmack Biogas AG, Markus Ott, Tel.: 09431/751-286



12. Otti-Symposium

Am 20. und 21. Oktober findet das Otti-Sympoisum "Energie aus Biomasse" in Bad Staffelstein statt. Am ersten Tag werden in den drei Themenblöcken Biogas, Flüssigkraftstoffe und Festbrennstoffe Aspekte der Qualität und Qualitätssicherung abgedeckt. Verbesserte Technologien zur effizienten Energieumwandlung sowie Erfahrungsberichte zur Anlagentechnik und zur Nutzung erneuerbarer Energieträger werden ebenso behandelt wie Fragen zur Finanzierung und Wirtschaftlichkeit.
Am zweiten Tag stehen Exkursionen auf dem Programm. Für den Themenblock Festbrennstoffe wird die Besichtigung der Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH & Co KG in Blankenstein und des Biomasseheizwerks in Neustadt/Coburg angeboten. Die an Biogas interessierten Teilnehmer können eine Biogasanlage in Rieth besichtigen. Im Bereich Festbrennstoffe werden die Brauerei Neumarkter Lammsbräu in Neumarkt und die Ölpresse Plankmühle in Plankstetten besichtigt.
Infos und Anmeldung: Otti Energie-Kolleg, Heike Trum, Tel.: 0941/29688-24, Fax: -17, (http://www.otti.de)


Ford setzt auf Nawaros

Baumwolle, Flachs, Hanf, Holz und Jute setzt Ford beim Bau seiner Automobile ein. 26.800 Tonnen nachwachsende Materialien hat das Unternehmen nach eigenen Angaben für seine europäischen Fahrzeuge im Jahr 2002 verwendet.
Mit der Studie "Modell U" hat Ford Anfang 2003 gezeigt, dass aus Nachwachsenden Rohstoffen vielfältige Produkte produziert werden können. Das Modell, ein umweltfreundliches Hybridfahrzeug, besteht aus Materialien, die nachwachsen oder recycelbar sind. Auf Basis von Mais wurden Reifen und Faltdach entwickelt. Füllstoffe aus Soja finden sich in Sitzen und Heckklappe, der Motor wird mit Sonnenblumenöl geschmiert. Weitere Komponenten wurden aus Polyactiden, einem Biopolymer aus Mais, gefertigt.
Schon 1942 präsentierte Henry Ford Journalisten ein Auto, das komplett aus Nachwachsenden Rohstoffen bestand. Bei den modernen Modellen besinnt man sich auf diese Tradition. Die Hutablagen des Ford Mondeo bestehen aus Polypropylen (PP) und Holzfasern, die Tür-Innenverkleidungen sind aus mit Kenaf-Fasern verstärktem PP, Türeinsätze im Ford-Focus werden zu einem Drittel mit Flachs-Fasern verstärkt. Und recycelte Baumwolle dient in vielen Ford-Modellen zur Isolierung.

Insgesamt kamen im vergangenen Jahr in den europäischen Ford-Modellen in über 160 Bauteilen Nachwachsende Rohstoffe zum Einsatz.
Quellen und Informationen: http://www.sonnenseite.com, http://www.wunschauto24.com




Kompetenzzentrum Aktuell, 28. September 2003: Tag der offenen Tür

Im Rahmen der "Europäischen Biomasse-Tage der Regionen" fand am Sonntag, 28. September, ein Tag der offenen Tür am Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe statt.
Die drei Säulen des Kompetenzzentrums, TU München und FH Weihenstephan, Technologie- und Förderzentrum (TFZ) und C.A.R.M.E.N. stellten das gesamte Gebiet Nachwachsender Rohstoffe vor.
Im Schulungs- und Ausstellungszentrum (SAZ) konnte die Dauerausstellung "Nachwachsende Rohstoffe - von der Pflanze zur Nutzung" und die etwa 90 Exponate umfassende Präsentation von Feuerungsanlagen besichtigt werden. In den Laboratorien der TU München wurden Inhaltsstoffe aus Pflanzen extrahiert.
Über 500 Gäste nutzten diese Gelegenheit zur Information.



Kompostierbar Zeichen

Das niederländische Keurmerkinstitut hat Ende Juli mit der DIN CERTCO einen Vertrag über die Zusammenarbeit in der Zertifizierung kompostierbarer Produkte geschlossen. Damit können Hersteller beider Länder das gleiche Zertifizierungssystem und dasselbe Kompostierbarkeitszeichen nutzen.

Info: Niederländische Hersteller können sich bei der Gesellschaft für Konformitätsbewertung GmbH (DIN CERTCO) in Berlin oder dem Keurmerkinstitut, Jan van der Heydenstraat 50, 2665 JA Bleiswijk, Niederlande, informieren.



Streu aus dem Meer

Was für Ostsee-Touristen als angeschwemmtes Strandgut ärgerlich ist, kostet Kommunen für die Entsorgung eine Menge Geld. Doch das "Übel" kann als Rohstoff sogar Geld einbringen. Vor fünf Jahren stieß der Verwaltungs-Chef vom Amt Klützer Winkel auf eine Seegras-Diplomarbeit der Hochschule Wismar. Und die Lektüre hat sich gelohnt. Nun ging in Grundshagen nahe Klütz eine europaweit einmalige Anlage zur Aufbereitung von Seegras in Betrieb. Diese Anlage entsandet das Seegras, zerkleinert und trocknet es. Es resultieren lange und kurze Fasern, die zu Dämmmatten für den Hausbau verarbeitet werden können oder auch zu Pellets für den Einsatz in der Tierhygiene.
Garantiert rein pflanzlich sind derartige Seegras-Pellets, die als Katzenstreu ein gutes Aufsaug- und Geruchsbindevermögen aufweisen. Die Streu kann problemlos kompostiert oder in der Biotonne entsorgt werden.
Für diese innovative Idee zur "Entsorgung durch Verwertung von Seegras und Algen" wurde das Amt Klüzter Winkel mit dem "Umweltpreis des Landtages Mecklenburg Vorpommern zum Gedenken an Ernst Boll 2001/2202" ausgezeichnet.

Quelle und Infos: http://www.life-seegras.de/english/oz050303.htm


Weizenkleie zu Tellern

Biotrem® produziert in Polen biologisch abbaubares Geschirr, das zu 100 Prozent aus Weizenkleie, der "Verpackung" des Korns, besteht.
Das Geschirr ist mit pflanzlichem Wachs beschichtet und wird durch heiße Mahlzeiten weder deformiert noch leitet es die Speisewärme an die Hände weiter.

Informationen: Biotrem Sp. z.o.o, ul. Suwalska 27 A, 11-500 Gizycko, Polen, Tel./Fax: +48 874282010, (http://www.biotrem.com.pl)


Biogas-Stammtisch

Die neugegründete Regionalgruppe Niederbayern des Fachverbands Biogas e.V. hat zusammen mit C.A.R.M.E.N. einen regelmäßigen Biogas-Stammtisch ins Leben gerufen. Der erste findet am 11. November ab 19 Uhr im Gasthaus zur Post in Landau/Isar statt. Der Biogas-Stammtisch ist ein Treffpunkt zum Austausch von Erfahrungen für Praktiker und Neulinge. Eingeladen sind alle Biogasanlagenbetreiber und Interessierte aus der Region.
Die ersten drei Termine sind: 11. November 2003; 13. Januar 2004; 9. März 2004.



Energieeffizienz

Der "Modernisierungsratgeber Energie" der Deutschen Energie-Agentur (dena), Berlin, enthält ausführliche Informationen zu energieeffizienter Instandhaltung und Modernisierung von Gebäuden.
Die 60-seitige Broschüre kann im Internet kostenlos herunter geladen werden unter http://www.deutsche-energie-agentur.de.


Ecovas-Pflanztopf

Der biologisch abbaubare Ecovas-Pflanztopf besteht aus einem neuartigen Werkstoff, der aus einem Biopolymer aus Nachwachsenden Rohstoffen im Spritzgussverfahren hergestellt wird. Der Topf ist in der Stabilität und Elastizität mit einem Polypropylen-Topf vergleichbar und kann maschinell befüllt werden.

Infos und Bezug: GroenCeratie, Binnenweg 4 9772 Wannegem-Lede, Belgien, Tel. / Fax: +32 93837249, E-Mail: info@groencreatie.be (http://www.groencreatie.be)


Preisindex September

Die Preisabfragen von C.A.R.M.E.N. bei Herstellern und Produzenten für September 2003 haben folgende Mittelwerte ergeben:
- Pflanzenöl: 0,66 Euro/l
- Holzpellets: 183,03 Euro/t

 
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