Newsletter/ nawaros®08/03

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros ®

Inhalt

Ein Bett auf Sonnenblumen - Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe - Ernst-Pelz-Preis
Bio-Beutel in Straubing - Umfrageergebnisse liegen vor
Naturfaserverstärkte Kunststoffe
Biogas aus Nachwachsenden Rohstoffen
Dämmstoffe gefördert
Kompetenzzentrum Aktuell
Biomasse-Tage 2003
Forst und Holz 2003

Ein Bett auf Sonnenblumen
Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe - Ernst-Pelz-Preis

Im Kuppelsaal der Bayerischen Staatskanzlei in München überreichte der Bayerische Ministerpräsident Dr. Edmund Stoiber am 24. Juli 2003 den Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2002 und den Ernst-Pelz-Preis 2002. Beide Preise wurden heuer zum zehnten Mal vergeben. Bereits zum dritten Mal lud Ministerpräsident Stoiber persönlich zur Ehrung in die Staatskanzlei nach München.

Der Einladung folgten rund 200 Gäste, darunter auch ehemalige Preisträger. Der Ernst-Pelz-Preis 2002 ging an Dr. Arno Strehler aus Buchloe-Honsolgen.
Dr. Stoiber blickte in seiner Laudatio auf die Anfänge von Dr. Strehler zurück. Bereits nach der ersten Ölkrise im Jahr 1973 habe er die Notwendigkeit erkannt, sich stärker auf regenerative Energien zu stützen, wobei die Biomasse den größten Beitrag dazu leisten könne. Vor allem die vielen baulichen Verbesserungen an Kleinfeuerungsanlagen seien auf die Arbeiten Strehlers zurückzuführen. Als legendär bezeichnete Stoiber die Vortrags- und Schulungstätigkeit Strehlers, besonders die 1992 gestartete kostenlose wöchentliche Informationsveranstaltung.

Der Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe 2002 des Bayerischen Staatsministeriums für Landwirtschaft und Forsten ging an die Metzeler Schaum GmbH aus Memmingen. Dr. Klaus Schamel, Geschäftsführer des traditionsreichen und innovativen schwäbischen Unternehmens, nahm den Preis für die Entwicklung, Produktion und Vermarktung der Weltneuheit, der Rubex® Nawaro-Matratze entgegen. Eine ihrer beiden Hauptkomponenten wird - anders als bei herkömmlichen Produkten - aus Sonnenblumenöl hergestellt.
"Hätte mir jemand vor wenigen Jahren erklärt, dass es schon bald höchstkomfortable Schlafmatratzen aus Sonnenblumenöl gibt, dann hätte ich - ehrlich gesagt - an der Seriosität dieses Botschafters erheblich gezweifelt", so der Ministerpräsident. Nach der Präsentation der ersten Muster Anfang 2001 läuft seit Herbst 2001 die großtechnische Produktion. Beide Preise sind mit je 10.000 Euro dotiert und werden seit 1992 jährlich verliehen.

Der Förderpreis Nachwachsende Rohstoffe wurde geschaffen, um wegweisende Produkte oder Produktgruppen hervorzuheben. Er wird an Unternehmen oder Personen verliehen, die sich um Innovationen verdient gemacht haben.
Der Ernst-Pelz-Preis wurde von Peter Pelz zur Erinnerung an seinen Vater gestiftet. Der Preis ehrt nach der Satzung u. a. "Persönlichkeiten, [...] die sich durch überragendes persönliches Engagement bei der Förderung heimischer Nachwachsender Rohstoffe hervortaten und sich freiheitlich-humanen Grundwerten verpflichtet fühlen".

Infos: C.A.R.M.E.N., Carmen Weber, E-Mail: cw@carmen-ev.de


Bio-Beutel in Straubing
Umfrageergebnisse liegen vor

Die Verteilaktion der kompostierbaren Bio-Beutel ist abgeschlossen (s. nawaros® 04/2003). In der Stadt Straubing und im Landkreis haben alle Haushalte, die an die Biotonne angeschlossen sind, ein kostenloses Startpaket mit 20 kompostierbaren Bio-Beuteln auf Stärkebasis erhalten und hatten die Gelegenheit, das innovative Produkt zu testen. Nun wurden 130 Personen zu ihren Erfahrungen mit den Bio-Beuteln und den Inlett-Säcken befragt.
Durch die Zustellung der mit Erläuterungen versehenen Startpakete konnte bereits ein guter Informationsstand bei der Bevölkerung erreicht werden. Immerhin kannten 85 Prozent der Nutzer den Unterschied zwischen einem herkömmlichen Kunststoffbeutel und den Bio-Beuteln; hier wurden Kompostierbarkeit, Verrottbarkeit und der Stärkeanteil genannt.

85 Prozent der Befragten nutzen in der Küche einen Sammelbehälter, der im Schnitt alle 2,5 Tage entleert wird. 75 Prozent der Befragten haben die 10 Liter Bio-Beutel für die Sammelbehälter in der Küche ausprobiert. 15 Prozent kannten auch den Inlett-Sack für die große Biotonne, der an Hausverwaltungen kostenfrei ausgegeben wurde. Hinsichtlich der Verwertung der Beutel besteht zwischen Stadt und ländlichen Regionen kein bedeutsamer Unterschied.
80 Prozent der Befragten äußerten sich positiv über die Bio-Beutel, die als sauber, praktisch und hygienisch angesehen wurden. Als negativ wird angemerkt, dass die Bio-Beutel für viele Behältertypen zu kurz sind und aufgrund geringer Materialstärke zum Reißen neigen. Dabei wird weniger ein Durchreißen bei der Entleerung, sondern ein Durchstechen aufgrund spitzer oder harter Biomüllbestandteile genannt. Gut die Hälfte der Nutzer ist bereit, die Bio-Beutel zu kaufen und dafür 16 Cent pro Beutel zu zahlen, allerdings ist in den ländlichen Regionen die Bereitschaft etwas geringer.
Die Umfrageergebnisse werden dazu genutzt, den Wünschen der Verwender Rechnung zu tragen. Außerdem gehen die Untersuchungen in die Projektbeurteilung ein und helfen bei der Entscheidungsfindung darüber, ob die kompostierbaren Beutel dauerhaft in das Entsorgungssystem des ZAW-SR aufgenommen werden.

Weitere Informationen: C.A.R.M.E.N. e.V. und Zweckverband Abfallwirtschaft Straubing Stadt und Land (ZAW-SR), Äußere Passauer Str. 75, 94315 Straubing, Tel.:09421/9902-0, E-Mail: info@zaw-sr.de (http://www.zaw-sr.de).



Naturfaserverstärkte Kunststoffe

Bisher war die Suche nach verlässlichen Kenndaten, Preisinformationen und Beispielbauteilen zum Einsatz naturfaserverstärkter Kunststoffe sehr aufwändig. Ein Team von vier Forschungs- und Entwicklungspartnern verfolgt nun in einem von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) geförderten Projekt das Ziel, ein Datenbank- und Informationssystem zu realisieren. Auf der Internetseite http://www.n-fibrebase.net sind bereits die ersten Module der Datenbank für Naturfasern und naturfaserverstärkte Kunststoffe online. Zudem wird mit dem N-Fibre-PriceBase Index erstmalig ein stetig aktualisierter Einblick in die Preisentwicklung industriell genutzter Hanf- und Flachsfasern gegeben.

Infos: http://www.n-fibrebase.net.



Biogas aus Nachwachsenden Rohstoffen

Biogasanlagen-Betreiber setzen zunehmend Nachwachsende Rohstoffe ein. Doch Substratlieferungen werden oft ungenügend auf ihre Qualität geprüft. Werden die Anlagen größer und sind die Lieferanten weniger bekannt, ist es ratsam, Substratlieferverträge abzuschließen.
C.A.R.M.E.N. hat eine zehnseitige Hilfestellung herausgegeben: "Nachwachsende Rohstoffe in Biogasanlagen - Mögliche Inhalte von Lieferverträgen".
Aus der Hilfestellung können die Anlagenbetreiber das für sie Zutreffende auswählen und unter Einbeziehung eines Rechtsbeistands in einen Vertrag einfließen lassen.
Bezug: Kostenlos unter http://www.carmen-ev.de -> Infos & Links -> Nachwachsende Rohstoffe -> 2.5. Gasförmige Brennstoffe, bzw. auf dem Postweg für 7,50 Euro (inkl. MwSt. und Versand) zu bestellen bei C.A.R.M.E.N., Schulgasse 18, 94315 Straubing, Tel.: 09421/960-300; Fax -333, Ansprechpartner ist Robert Wagner, E-Mail: rw@carmen-ev.de


Dämmstoffe gefördert

Die Förderrichtlinie "Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen" macht Produkte wie Flachs, Hanf, Stroh oder Wolle zukünftig attraktiver.
Trotz guter Eigenschaften trägt der Preis von Naturdämmstoffen dazu bei, dass ihr Marktvolumen derzeit nicht mehr als fünf Prozent der insgesamt 29 Mio. Kubikmeter in Deutschland verbauten Produkte ausmacht.
Um diese Alternativen aus Nachwachsenden Rohstoffen im Bereich der Schall- und Wärmedämmung langfristig attraktiver zu machen, ihre Bekanntheit zu fördern und den Preis zu vergünstigen, bezuschusst das Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft (BMVEL) die neue Förderrichtlinie "Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen".

Mit der Durchführung dieser Richtlinie ist die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) beauftragt. Vom Fraunhofer-Institut für Bauphysik wurde nun eine Positivliste erarbeitet, damit Bauherren eine Produktübersicht zur Verfügung steht. Neben den Produkten werden in dieser Auflistung Dämmeigenschaften und Informationen zu den Förderkategorien gegeben.
Um in die Übersicht aufgenommen zu werden, müssen die Produkte gemäß den Anforderungen des Markteinführungsprogramms bestimmte Kriterien erfüllen. Die Dämmstoffe aus Nachwachsenden Rohstoffen müssen z. B. über eine gültige nationale Allgemeine Bauaufsichtliche Zulassung bzw. eine Europäisch Technische Zulassung verfügen. Der Anteil an Nachwachsenden Rohstoffen im Produkt muss mindestens 75 Prozent betragen. Die Produkte haben Brandschutz- und Wärmeschutzbestimmungen zu erfüllen und müssen gesundheitlich unbedenklich sein.
Produkte aus Altpapier/Cellulose, Jute-, Sisal-, Kokosfasern und Holz sind im Rahmen des Markteinführungsprogramms "Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen" derzeit nicht förderfähig.

Infos: Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR), Tel.: 03843/6930-0, Fax: -102, E-Mail: info@fnr.de (http://www.naturdaemmstoffe.info)




Kompetenzzentrum Aktuell

Am 31. Juli wurde das Schulungs- und Ausstellungszentrum (SAZ) des Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe in Straubing offiziell seiner Bestimmung übergeben. Künftig werden hier Informationsveranstaltungen für Fachpublikum aus Industrie, Handwerk und Landwirtschaft, Entscheidungsträger, Investoren, Politiker, Berater, Behörden, interessierte Bürger und Schulen durchgeführt.

Während im Erdgeschoss des Gebäudes die Dauerausstellung "Nachwachsende Rohstoffe - Von der Pflanze zur Nutzung" vom Technologie- und Förderzentrum (TFZ) und von C.A.R.M.E.N gemeinsam gestaltet wurde, befindet sich im Obergeschoss ein modern ausgestatteter Vortragsraum für bis zu 200 Personen.
Bei der feierlichen Eröffnung wurde Dr. Arno Strehler vom Technologie- und Förderzentrum, Straubing, vom Amtschef des Landwirtschaftsministeriums, Ministerialdirektor Anton Adelhardt, mit dem Bayerischen Löwen des Landwirtschaftsministeriums ausgezeichnet.
Der 63-jährige Wissenschaftler Strehler habe sich jahrzehntelang mit großem Engagement insbesondere für die energetische Nutzung von Biomasse eingesetzt und mit Beginn seiner Forschungsarbeiten vor 30 Jahren einen entscheidenden Beitrag zur heute führenden Position Bayerns auf diesem Gebiet geleistet, erklärte Adelhardt in der Laudatio.

Der Bayerische Löwe stehe symbolisch für Mut, Stärke, Ausdauer, Zähigkeit und - nicht zuletzt - noble Haltung, wie Adelhardt betonte. Die von Strehler aufgebaute Forschungsabteilung an der ehemaligen Landesanstalt für Landtechnik war ein wichtiger Grundstein für das jetzige Technologie- und Förderzentrum in Straubing. Wie erfolgreich die Arbeit Strehlers war, zeigen auch die in seiner Abteilung entstandenen Dissertationen, Diplomarbeiten und Veröffentlichungen. Mehr als 120 Forschungsprojekte mit einem Volumen von rund 13 Millionen Euro wurden unter seiner Leitung durchgeführt.

Infos zur Ausstellung: C.A.R.M.E.N., Monika Benz, E-Mail: mb@carmen-ev.de




Biomasse-Tage 2003

Die Vorbereitungen für die fünfte europaweite Aktionswoche zu Nachwachsenden Rohstoffen laufen bereits auf Hochtouren. Ab dem 9. September wird im Eingangsbereich des Europaparlaments in Brüssel die C.A.R.M.E.N.-Ausstellung eine Woche lang über 600 Exponate unter dem Titel "Im Kreislauf der Natur - Naturstoffe für die moderne Gesellschaft" präsentieren. Schirmherr dieser C.A.R.M.E.N.-Ausstellung ist der Europaabgeordnete und Agrarpolitische Sprecher Franz Xaver Mayer.


In einem Parlamentarischen Abend wird am 9. September Prof. Dan Asplund aus Finnland als Präsident des Verbandes der Europäischen Biomasseorganisationen (AEBIOM) den Standpunkt des Verbandes zur Bioenergie vorstellen. Anschließend wird der Bayerische Staatsminister für Landwirtschaft und Forsten, Josef Miller, auf die Nutzungsmöglichkeiten von Biomasse und die Bedeutung der Biomasse-Tage eingehen.
In Vertretung der Schirmherrin der Biomasse-Tage, Loyola de Palacio del Valle-Lersundi, wird Karl Kellner, Abteilungsleiter "Neue und Erneuerbare Energien" bei der EU-Kommission, die C.A.R.M.E.N.-Ausstellung eröffnen und die Europäischen Biomasse-Tage der Regionen 2003 ankündigen.

Vom 28. September bis 5. Oktober werden dann wieder in zahlreichen Regionen Europas Hersteller sowie Förder- und Forschungseinrichtungen, die sich mit Nachwachsenden Rohstoffen befassen, die Öffentlichkeit vor Ort über die ökonomischen und ökologischen Chancen dieser Rohstoffe und deren Produkte informieren. Derzeit sind bereits über 200 Teilnehmer bei C.A.R.M.E.N. registriert. Die Veranstaltungslisten stehen im Internet unter http://www.biomasse-tage.org bereit und werden kontinuierlich ergänzt.
Die bislang größte Teilnehmerzahl aus dem europäischen Ausland verzeichnet Slowenien. Erstmalig in diesem Jahr wird deshalb ein Ankündigungsplakat in slowenisch gedruckt.


Das Straubinger Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe wird sich am 28. September mit einem "Tag der offenen Tür" an den Biomasse-Tagen der Regionene 2003 beteiligen. Gemeinsam werden die Technische Universität München, die Fachhochschule Weihenstephan, das Technologie- und Förderzentrum und C.A.R.M.E.N. allen Interessenten die Möglichkeit geben, sich umfassend über die Nutzungsmöglichkeiten und Potentiale von Biomasse zu informieren.

Infos: C.A.R.M.E.N, Karl Hanglberger, E-Mail: kh@carmen-ev.de (http://www.bimasse-tage.org)




Forst und Holz 2003

Die Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) hat die Marktbilanz 2003 "Forst und Holz" herausgegeben.
Das aktuelle Jahrbuch wendet sich an alle, die umfassende und zuverlässige Informationen über die Entwicklung an den Märkten für Forst- und Holzprodukte benötigen, ergänzt durch Grafiken und ein Stichwortverzeichnis.
Die Marktbilanz gibt einen statistischen Überblick über die Märkte für Forst- und Holzprodukte in Deutschland. Sie liefert detaillierte Informationen über Einschlag und Verkauf von Rohholz sowie über Rohholzerlöse und Preise.
Das Jahrbuch kann durch eine CD-ROM ergänzt werden, die den Zugriff auf den kompletten Datenbestand der 192 Buchseiten und Tabellen ermöglicht.

Infos: Zentrale Markt- und Preisberichtstelle (ZMP), Bonn, Tel.: 0228/9777-173, Fax: -179, E-Mail: service@zmp.de (http://www.zmp.de)

 
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