Newsletter/ nawaros®10/02

Hier finden Sie die Kurzfassung unseres monatlichen Newsletters nawaros ®

Inhalt

1. World Conference on Pellets
"biomasse 2002"
Forschungsprojekt Biogasanlage Berbling
Holzenergie-Zeitschrift
Sonderdruck zur Biodieselproduktion
Entwicklungs- und Erfolgsfaktoren Nachwachsender Rohstoffe
Newsletter zu regenerativen Kraftstoffen
Energy Globe 2003
Umwelt im Netz und auf CD-ROM
C.A.R.M.E.N.-Fachgespräche: "Energetische Nutzung von Biomasse"
Kasseler Modellprojekt
Holznutzung


1. World Conference on Pellets

Vom 2. bis zum 4. September 2002 fand in Stockholm (Schweden) die 1. Welt-Pellets-Konferenz statt. Veranstalter war die Swedish Bioenergy Association, Stockholm. Über 300 Teilnehmer, zu denen auch zwei C.A.R.M.E.N.-Mitarbeiter zählten, waren aus allen Kontinenten angereist.
Das Vortragsprogramm umfasste die Pelletmärkte in der Welt, Heizsysteme und Pelletbrenner, Produktion und Qualitätssicherung, Lagerung und Logistik, Verbrennung von Holzpellets und Pellets aus anderen Nachwachsenden Rohstoffen und KWK-Anlagen. Unterschiedliche Markt-Entwicklungen, Qualitätsstandards und Ziele wurden deutlich.
In Österreich und Deutschland sind Instrumente zur Qualitätssicherung vorhanden. Hochwertige, wenn auch vergleichsweise teure Pelletfeuerstätten, für deren Einbau Förderungen gewährt werden, wurden entwickelt. In Schweden arbeitet man im Bereich der Kleinfeuerungen hauptsächlich mit kostengünstigen Pelletbrennern, die in vorhandene Heizkessel eingebaut werden. Eine Förderung für Pelletheizungen gibt es nicht, jedoch eine CO2-Steuer, die vor allem Anlass für die Umrüstung bestehender KWK-Anlagen von Kohle auf Holzpellets und für den Neubau großer Holzheizkraftwerke gegeben hat.

Begleitend zum Vortragsprogramm fand eine Ausstellung mit 26 Ausstellern aus Schweden, Dänemark, Deutschland, Österreich, USA und China statt. Gezeigt wurden Feuerstätten und Pelletbrenner, Pellets unterschiedlicher Herkunft und Qualität sowie Zubehör. Vom 5. bis 7. September führten drei Exkursionen die Teilnehmer zu Pelletproduzenten, Heizwerken, Heizkraftwerken und Kleinfeuerungsanlagen.
Ein Ziel war das Heizkraftwerk Hässelby am Mälarensee bei Stockholm, mit drei 100 MW-Kesseln. Das ehemalige Kohleheizkraftwerk wurde aufgrund der CO2-Steuer 1994 auf Pellets umgestellt. Die Pellets werden mit dem Schiff angeliefert und automatisch entladen.

Das Sägewerk mit Heiz- und Pelletieranlage Forssjö Bruk bei Katrineholm wurde ebenfalls besucht. Aus den im Werk anfallenden Säge- und Hobelspänen werden in der Pelletieranlage Holzpellets hergestellt, mit einer Kapazität von ca. 45.000 Tonnen Pellets pro Jahr.
Auch dem Pelletheizwerk in Boras nahe Göteborg wurde ein Besuch abgestattet. Das Werk versorgt ein Schulzentrum mit Wärme. Die Grundlast des Pelletheizkessels beträgt 1,75 MW, für Spitzenlasten sind zwei Heizölheizkessel mit je 1,45 MW vorhanden.
Im SP Swedish National Testing and Research Institute konnten die Exkursionsteilnehmer das Testen von Feuerstätten und Pelletbrennern beobachten.
In Zusammenarbeit mit den Teilnehmern hat die Bundesinitiative BioEnergie (BBE) als Ergebnis der 1. Welt-Pellets-Konferenz eine Resolution zur verstärkten Nutzung von Bioenergie und Biomasse-Pellets verabschiedet.

Infos: Bundesinitiative BioEnergie, (http://www.bioenergie.de), Tel.: 0228/8198-140, E-Mail: info@bioenergie.de

"biomasse 2002"

Vor gut 5.000 Besuchern präsentierten sich vom 27. bis 29. September im Rosenheimer Lokschuppen 54 Aussteller auf der "biomasse 2002". Der Geschäftsführer der Straubinger biomasse GmbH, Gilbert Krapf, betonte in seiner Eröffnungsrede das enorme Innovationspotential der "Rohstoffe aus der Natur". Der Landtagsabgeordnete Adolf Dinglreiter, der den Schirmherr der Messe, Bayerns Landwirtschaftsminister Josef Miller entschuldigte, stellte heraus, dass durch den Einsatz von Biomasse in Bayern jährlich 2,1 Milliarden Liter Heizöl ersetzt und 5,5 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Insbesondere Holz- und Solarenergie lassen sich ideal kombinieren. Großen Anklang fanden auch die messebegleitenden Fachgespräche und die Exkursion zum Biomasseheizwerk Bad Endorf. Hier informierten sich gut 300 Personen zu den Themen Energetische Nutzung von Biomasse, Förderungen von Holzheizungen sowie den Einsatz von biologisch abbaubaren Schmierstoffen.

Infos: biomasse GmbH, Gilbert Krapf, E-Mail: biom-gmbh@web.de

Forschungsprojekt Biogasanlage Berbling

Am 20. September weihte Landwirtschaftsminister Josef Miller in Berbling (Landkreis Berbling) auf einem landwirtschaftlichen Betrieb eine Biogasanlage ein. Diese Anlage ist Teil eines 4-jährigen Forschungsprojekts, das von der Bayerischen Landesanstalt für Landtechnik Weihenstephan wissenschaftlich begleitet wird. Die Untersuchungen sollen zeigen, inwieweit die Behandlung landwirtschaftlicher Wirtschaftsdünger wie Gülle und Mist in einer Biogasanlage Vorteile auch für den Gewässerschutz bringen, besonders im Hinblick auf Keimabtötung und Hygienisierung.

Der Einfluss verschiedener Anlagen-Konzepte und verfahrenstechnischer Parameter wird durch den Einsatz von drei verschiedenen Fermenter-Typen ausgetestet, die zukünftig mit Temperaturen bis zu 55 °C betrieben werden. Sollte das Projekt zeigen, dass durch die zur Anwendung kommende Güllebehandlung mit Biogasgewinnung die bakterielle Belastung der Gülle drastisch verringert werden kann, so kann auch in engeren Schutzzonen von Wasserschutzgebieten gezielt vergorene Gülle zur Düngung eingesetzt und gleichzeitig Biogas-Strom erzeugt werden. Das Forschungsprojekt wird durch das Bayerische Landwirtschaftsministerium und die Stadtwerke Rosenheim finanziell unterstützt. Die Kosten betragen etwa 1 Mio. Euro.

Informationen: Schmack Biogas AG, E-Mail: info@schmack-biogas.com und C.A.R.M.E.N., Hubert Maierhofer, E-Mail: hm@carmen-ev.de

Holzenergie-Zeitschrift

Im Rahmen eines ALTENER-Gemeinschaftsprojektes erscheint die für Holznutzung konzipierte Fachzeitschrift "Holzenergie" im vierteljährlichen Turnus. Projektpartner sind die ITEBE (Institut Technique Européen Du Bois Energie, Frankreich), die Jyvaskyla Science Park Ltd, Finnland, The Swiss Association For Wood Energy, die Landeskammer Steiermark und C.A.R.M.E.N.
Die Artikel zu aktuellen Themen werden in englisch, französisch und deutsch übersetzt und vermitteln europaweite Informationen zu den technischen Möglichkeiten der thermischen Holz-Verwertung. Schwerpunkte der nächsten Ausgaben sind u.a. Heizen mit Scheitholz, Beifeuerung und Energiepolitik im Zeichen des Klimawandels. Auf der C.A.R.M.E.N.-Homepage (http://www.carmen-ev.de) steht die Ausgabe Nr. 5 zur Ansicht bereit.

Infos: C.A.R.M.E.N., Christian Schröter, E-Mail: cs@carmen-ev.de

Sonderdruck zur Biodieselproduktion

Der Rohstoff zur Biodiesel-Produktion ist Rapsöl. Die mit der Produktionskette Raps - Biodiesel zusammenhängende Wertschöpfung schafft zusätzliche Steuereinnahmen, die gegen die verminderten Steuereinnahmen durch die Nichtbesteuerung von Biokraftstoffen aufzurechnen sind.
Fasst man Steuerrückflüsse und zusätzliche Sozialversicherungseinnahmen zusammen, so belaufen sich die "kompensierenden Leistungen" der Produktionskette Raps - Biodiesel auf 73 bzw. 83% der staatlichen Mindereinnahmen.

Zu diesem Schluss kommt das Münchener Institut für Wirtschaftsforschung (ifo) mit seinem Sonderdruck aus dem ifo Schnelldienst Nr. 6, "Gesamtwirtschaftliche Bewertung des Rapsanbaus zur Biodieselproduktion in Deutschland", von Manfred Schöpe und Günter Britschkat.

Informationen und Download: Im Internet unter http://www.ifo.de --> Aktuelles --> Untersuchungen

Entwicklungs- und Erfolgsfaktoren Nachwachsender Rohstoffe

Die Studie, die ihren Anfang in einer Diplomarbeit zum Thema "Ökonomische und ökologische Perspektiven von Hanf als nachwachsender Rohstoff in Deutschland" hatte, beschäftigt sich mit empirischen Erhebungen von markt- und wettbewerbsrelevanten Daten zu Produkten aus Nachwachsenden Rohstoffen. Derartige Stoffe waren und sind Ausgangspunkt von Produkt- und Prozessinnovationen. Wie die deutsche und auch die europäische Wirtschaftsgeschichte zeigt, waren land- und forstwirtschaftlich erzeugte Rohstoffe eng mit dem aufkeimenden Gewerbe und auch der Industrialisierung und Entstehung von Papier-, Textil- und Chemieindustrie verbunden.

Erst mit zunehmendem Einsatz von Kohle und dem Beginn des Erdölzeitalters im ausgehenden 19. Jahrhundert wurden sie verdrängt. Dennoch eröffnen Nachwachsende Rohstoffe Chancen, allerdings müssen die entsprechenden Produkte markt- und wettbewerbsfähig sein. Die Studie befasst sich mit der Analyse der ökonomischen und politischen Faktoren, welche die zukünftige Marktentwicklung dieser Produkte in Deutschland und der EU entscheidend beeinflussen.

Infos: Markus Kaup: Entwicklungs- und Erfolgsfaktoren für Produkte aus nachwachsenden Rohstoffen in Deutschland und der EU im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie; Band 52; ISBN 3-921-790-30-1; 30,- Euro

Newsletter zu regenerativen Kraftstoffen

Das Netzwerk Regenerative Kraftstoffe bringt seit Juli vierteljährlich einen kostenlosen Infodienst heraus. Die "ReFuel-News" werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und sollen zum Themenbereich regenerative Kraftstoffe. Die "ReFuel-News" können kostenlos per E-Mail bezogen werden.

Infos: netzwerk regenerative kraftstoffe (ReRuelNet), Tel.: 0711/7870-252, Fax: -200, E-Mail: info@refuelnet.de (http://www.refuelnet.de)

Energy Globe 2003

Anfang März 2003 wird er im Rahmen einer internationalen Fernsehgala zum 4. Mal verliehen, der mit 10.000 Euro dotierte Energy Globe. Unternehmen, private und öffentliche Organisationen sowie Einzelpersonen aus der ganzen Welt können sich darum bewerben. Ihre Projekte sollten erneuerbare Energieträger oder Energieeffizienz beinhalten.
Vorgesehen sind folgende Kategorien: Wohnen, Unternehmen, Verkehr und Gemeinden / öffentliche Einrichtungen. Im Jahr 2002 bewarben sich über 1.300 Projekte aus 98 Ländern in 4 Kategorien um den Energy Globe, eine 18 kg schwere Bronzestatue. Projekte konnten bis zum 9.10.02 per Post, Fax oder E-Mail in Deutsch oder Englisch eingereicht werden.

Nähere Informationen sind beim O. Ö. Energiesparverband, Landstraße 45, A-4020 Linz, Österreich, Tel. +43 732-14386, Fax: -14383 erhältlich.

Umwelt im Netz und auf CD-ROM

Unter http://www.umweltpreise.de hat die Clemens Hölter GmbH gemeinsam mit dem Umweltbundesamt Daten zu deutschen und internationalen Umweltpreisen gesammelt. Ebenfalls über diese Kooperation ist der Umweltatlas ÖKOBASE entstanden, der als CD-ROM mittlerweile in der Version 5.0 vorliegt.
Auf dieser Scheibe sind zahlreiche Umweltthemen aufgelistet, die von Abwasserbehandlungsanlagen über Badegewässerdaten bis hin zu Umweltgesetzen, Verbraucherberatungen und Windenergieanlagen reichen und durch Anschriften, Messetermine, Publikationen und Fotos aus ganz Deutschland ergänzt werden.

Infos und Bestellung der CD-ROM: Clemens Hölter GmbH, Tel.: 02129/51011 (http://www.oekobase.de)

C.A.R.M.E.N.-Fachgespräche: "Energetische Nutzung von Biomasse"

Gemeinsam mit dem Straubinger Technologie- und Förderzentrum (TFZ) und der Bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft Freising veranstaltet C.A.R.M.E.N. seit Ende September eine Informationsreihe zum Thema "Energetische Nutzung von Biomasse". Diese Veranstaltungen finden bis Ende Oktober in allen Bayerischen Regierungsbezirken statt und richten sich an Entscheidungsträger von Bezirken, Landkreisen und Kommunen. Als ressourcen-, umwelt- und klimaschonender Energielieferant trägt Biomasse in Bayern mit 3,6 % zur Energieversorgung bei und spart damit 1,9 Milliarden Liter fossiles Heizöl ein.

Gerade im kommunalen Bereich wird ein großes Potenzial für die Installation von Biomasseheizungen gesehen, dafür stellt der Freistaat finanzielle Mittel aus verschiedenen Förderprogrammen bereit. Im Fachgespräch erfahren die Teilnehmer Konkretes über die Förderung, Brennstofflogistik, Technik und Organisation kommunaler Biomasseheizwerke. Zudem besteht bei jedem Fachgespräch die Gelegenheit, eine Anlage aus der Region zu besichtigen sowie vom Erfahrungsaustausch und den Diskussionen zu profitieren.

Infos: C.A.R.M.E.N., Christian Schröter, E-Mail: cs@carmen-ev.de

Kasseler Modellprojekt

Die Untersuchungen des Vorjahres zu kompostierbaren Verpackungen auf Basis Nachwachsender Rohstoffe werden fortgesetzt. "Die gesamte Branche wartet nun gespannt auf die Bewertung der Zukunftstechnologie durch die Kasseler Bürger", berichtete Dr. Harald Käb von der Interessengemeinschaft Biologisch Abbaubarer Werkstoffe (IBAW). Im vergangenen Jahr waren Untersuchungen zum Verbraucherverhalten hinsichtlich der Entsorgung der kunststoffähnlichen Materialien über die Biotonne und die Handhabung der BAW-Komposte Gegenstand des Projektes.

Als Ergebnis konnte festgehalten werden, dass sich diese für Rekultivierungszwecke oder den Pflanzenbau ebenso gut eignen wie konventionelle Komposte. Zudem konnten die Bürger durchaus zwischen Kunststoffen und für die Biotonne geeigneten BAW-Materialien unterscheiden, eine erhöhte Fehlwurfrate konnte nicht festgestellt werden. In der nun anlaufenden zweiten Versuchsphase werden die Methoden verfeinert, Vertrieb der Produkte und Werbung werden sich auf sechs große tegut-Supermärkte konzentrieren, die den Abfallwirtschaftern kontinuierlich exakte Daten über den Absatz der Produkte liefern.

Infos: Interessengemeinschaft Biologisch Abbaubarer Werkstoffe (IBAW), Tel.: 030-28482354 , http://www.ibaw.org

Holznutzung

An der Universität Göttingen gibt es nun ein Kompetenzzentrum "Nachhaltige Holznutzung" (NHN). Daran beteiligt sind die Universität Göttingen (mit der Fakultät Forstwissenschaft und Waldökologie), die Fachhochschule Hildesheim / Holzminden / Göttingen (mit den Fachbereichen Forstwissenschaft und Umweltmanagement), die Niedersächsische Forstliche Versuchsanstalt und das Fraunhofer-Institut für Holzforschung.

Hier sollen künftig gemeinsam mit der Wirtschaft ressourcenschonende Verfahren der Holznutzung und verbesserte Produktionsmethoden entwickelt werden. Mit 1,3 Millionen Euro Landesmitteln fördert das Land Niedersachsen für die kommenden drei Jahre den Aufbau des Zentrums.

Im ersten der zunächst vier angestrebten "Leit-Projekte" werden "Neuartige Klebstoffe und Verleimungstechniken" erforscht, die umweltgerecht sind und petrochemische Bindemittel ablösen. Mit "Emissionsminderung und Umweltschutz" beschäftigt sich ein weiteres Projekt über Verfahren zur Trocknung von Spänen, Fasern und Furnieren. Den Bereichen "Veredelung und Schutz von Holz" und "Neue Ansätze zur Konversion von Holz zu Energie" sind ebenfalls Projekte gewidmet.

Quellen und Infos: Pressemitteilung Informationsdienst Wissenschaft (IDW), (http://idw-online.de) und Georg-August-Universität Göttingen, Fakultät für Forstwissenschaften und Waldökologie, (http://www.uni-forst.gwdg.de), Tel.: 0551/39-3480

 

 
E-mailAnfahrtDiskussionsforumImpressumSucheSitemap